12 von 12 Dezember 2020

Heute ist Zwölf von Zwölf bei Caro Kännchen dran. Ich mache mit!

Ich nehme mein Frühstück im Bett.

Ich beschließe, den (heute absolut zu Tränen rührenden) Text in meinem anderen Adventskalender auch noch im Bett zu lesen, aber Pepita ist an morgendliches auf den Knien kuscheln gewöhnt, und sie klagt ihre Rechte ein.

Samstag ist Nathalie-Tag. Früher kam sie freitags, aber sie ist für sechs Monate in einer Weiterbildungsmaßnahme und hat nun nur noch das Wochenende „frei“ für uns. Nathalie putzt und saugt, ich räume an vielen Orten (weitestgehend) auf. Beispielbild.

Heute gibt es der Einfachheit halber gegrilltes Hähnchen vom Metzger, das hatten wir schon lange nicht mehr (ich hatte es irgendwann über), es schmeckt uns wieder richtig gut. Dazu gibts Nouilles und Salat.


Unglaublich, wo eine halbe Tasse Kaffee überall hinfließen kann. Nicht nur auf die Arbeitsplatte, sondern auch auf den Fußboden, entlang des Küchenmöbels innen und außen, auf den Regalbrettern innen und selbst an der Waschmaschine sind Kaffeespuren.

Es ist ein ganz wahnsinnig tolles Paket angekommen! Voller weihnachtlicher Leckereien (Dominosteine!) und mit vielen kleinen Aufmerksamkeiten für alle, UND mit echten Tannenzweigen! Unglaublich! Den beiden Damen, die es auf den Weg gebracht haben (Zusammenstellung und Versand) sei von Herzen gedankt!

Sieste. Das Bett ist frisch gemacht, diesmal mit dem Winterdeckbett und wir haben zusätzlich die selbst gehäkelte Decke von Liesi Beier herausgeholt. Immer wenn Monsieur friert, braucht er diese Decke, die ihm besagte Liesi Beier (oder Baier, Bayer usw.) vor etwa 50 Jahren geschenkt hat. Er hat damals seine Armeezeit in Deutschland abgeleistet und ging mit besagter Liesi aus. Vermutlich war sie verliebter in ihn als er in sie, zumindest denke ich das, wenn sie ihm eine solche schöne Decke gehäkelt hat. Er hat sie schnöde verlassen nach seiner Armeezeit, aber er denkt immer noch an sie und die Decke halten wir in Ehren! (Ich schicke diese Geschichte mal in die Welt, vielleicht kennt jemand Liesi, sie lebte damals in München und das alles war 1968).

Nach der Sieste fahre ich in die Stadt. Es ist weniger dramatisch als ich befürchtete. Hier und da Schlangen vor Geschäften, aber die Stimmung ist entspannt. Es gibt sogar irgendwo Glühwein, ich rieche ihn durch die Maske! Aber eben nur draußen und im Stehen. Ich gehe in mehrere Läden, aber vor allem zu einem der letzten Inhabergeführten Cannoiser Chocolatiers. Weihnachten ohne Schokolade geht nicht.

Dann zu der einzigen Inhabergeführten Buchhandlung. Ich versuche dieses Jahr wirklich, Bücher für alle zu finden.

Die Rue d’Antibes wird an den Wochenenden (um mehr Abstand halten zu können) zur Fußgängerzone umgewandelt.

Zurück, telefonieren wir mit einem Geburtstagskind (80 Jahre), dann ist es gleich Zeit fürs Abendessen. Es gibt Reste vom Hähnchen, dazu mache ich eine Variante Ofengemüse mit Wintergemüse (mit grobem Salz, Nelkenpulver, Piment d’Éspelette und Olivenöl, 20 Minuten bei 180°C). Das Gemüse ist immer so lecker, dass sogar Monsieur viel davon isst.

Ich mache die Lichter der Adventsdeko an und integriere die Tannenzweige aus dem Paket. Ich habe mit den von der Schwiegermutter geerbten Santons (provenzalische Krippefiguren) eine Krippenlandschaft gebaut. Darüber wollte ich auch einen Beitrag schreiben, schaffe ich aber nicht, so wie es aussieht. Die Santonkünstler haben eine neue aktuelle Figur, den Professor Raoult, geschaffen, der hier in Frankreich dank Corona sehr berühmt geworden (und umstritten) ist. Ich habe ihn aber nicht. Tut mir leid für das unscharfe Bild, aber es gibt einen Eindruck.

Jetzt sehen wir einen alten (aufgezeichneten) Film. Cosa Nostra. Mit Charles Bronson und Lino Ventura. Schönen Abend Ihnen allen und morgen einen frohen dritten Advent!

Die anderen Zwölf von Zwölfer wie immer hier! (und ich hatte vergessen, mich dort zu verlinken, jetzt bin ich die letzte ;-) )

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8 Responses to 12 von 12 Dezember 2020

  1. Croco sagt:

    Was für ein schöner bunter Tag!
    Danke für‘s Mitnehmen. Die Geschichte von Lissie Beyer ist rührend.
    Liebe Grüsse croco😊

    • dreher sagt:

      Danke dir Croco! Ich habe schonmal eine Kolumne über diese Decke geschrieben, ich suche die mal. Liesi oder Lissie (Thierry sagt „Liesi“) und Bayer mit AY habe ich erfahren.
      Dir einen frohen Sonntag, wärme dich gut auf für die durchgelüfteten Schultage! Liebe Grüße!

  2. Ursula Weber sagt:

    Liebe Christiane, vielen Dank, dass du Deinen 12.12. mit uns geteilt hast. Ich freute mich sehr, von Dir zu hören und die schönen Bilder zu sehen. Deine Adventsdeko finde ich wunderhübsch👏. Ich wünsche Euch einen gemütlichen 3. Advent❣️Herzliche Grüße U. 🙋🏼‍♀️😘🌟🍀

    • dreher sagt:

      Danke liebe Uschi! Ich habe natürlich auch ein Türchen am kleinen Adventskalender aufgemacht :-)
      Dir und deiner Familie auch einen frohen 3. Advent! Liebe Grüße!

  3. N. Aunyn sagt:

    Unter telefonbuch.de gibt es schon mögliche Optionen für Liesi

  4. Trulla sagt:

    Menschen, speziell Frauen, deren Nachnamen sich u.U. sogar mehrfach änderten, ausfindig zu machen, ist schwierig. Wollen Sie das denn überhaupt? Und wenn ja, warum?
    Ich habe auf Wunsch von ehemaligen Mitschülerinnen für ein Klassentreffen alle Hebel in Bewegung gesetzt, um verschollene Mitschülerinnen zu erreichen zu einer Zeit, als ich noch die einzige war, die sich begrenzt eines Computers bediente.
    Das war ein schwieriges Unterfangen auch aus den o.g. Gründen und ist auch nicht in allen Fällen gelungen. In wenigen dank des Einwohnermeldeamtes, wenn Name und Anschrift bekannt waren. Erschwerend war, dass unsere Wohngebiete sich fast über ganz Hamburg und Umgebung erstreckten, da es nicht viele Gymnasien gab für Mädchen, und die Koedukation noch in den Kinderschuhen steckte.

    Meine Klasse stammte aus den Jahrgängen 1943 – 1945, mit Folgen behaftet, die der Krieg hinterlassen hat. Darunter Schicksale, die während unserer Schulzeit gar nicht zur Sprache gekommen sind, erst nach über 50 Jahren!
    Einige der „Mädchen“ waren adoptiert oder bei Onkel und Tante aufgewachsen, oder weggegeben, weil nicht vom gleichen Vater wie die Geschwister. Man könnte Bücher füllen.
    Die eine oder andere hat später versucht, ihre Biographie aufzuarbeiten. Und in einem verbliebenen Kreis von immerhin noch 13 älteren Frauen haben wir daher viel intensiven Gesprächstoff.

    Jetzt bin ich aber ganz schön abgeschweift, ich bitte um Verzeihung. So ist es beim Lesen mitunter, ein Anstoß und das Gedankenkarussell dreht sich.

    • dreher sagt:

      Liebe Trulla, danke für Ihre abgeschweiften Gedanken, ich bin sicher, dass in jeder Schuelerinnen-Generation herzzerreissende Dinge nicht zur Sprache (ge)kommen (sind). Aber die direkt vom Krieg betroffenen „Kinder“ haben eine schwere Last zu tragen, das ist genau so sicher.

      Ich leiere nicht mehr an, als diese kurze Erwähnung (une bouteille à la mer, wie man hier sagt, eine Flaschenpost) keine aktive Suchaktion etc. Es ist dem immer wiederkehrenden leicht wehmütigen Bedürfnis meines Mannes geschuldet, der sagt, dass er damals vieles nicht verstanden hat.

      Es gibt ja vermutlich bei jedem Menschen immer mal wieder so ein Bedürfnis, ehemalige und lang verschollene Freunde/Freundinnen wieder zu sehen, ich habe mich mal bei einer Gruppe eingeschrieben, um Grundschulfreundinnen wieder zu finden, aber ich fand nur „Schulkameradinnen“, die mir nicht so „wichtig“ waren. Oft bleibt es auch bei einer sehr emotionalen Wiederbegegnung, und dann ist die Luft raus.
      Es gab auch Situationen, wo Menschen mich wiedersehen wollten, und ich abgewinkt habe. Vorbei ist vorbei.

      Es gehören ja immer zwei Seiten zu einer Begegnung.

      Liebe Grüße!