Morgens am Meer

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Reif für die Insel III

Friedlicher Ausblick zum Sonntag

Friedlicher Ausblick

Blick auf Cannes

Heiterkeit

Träumen

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Wer hat Angst in der Stadt der Angst?

Niemand. Natürlich nicht. Höchstens gestandene Krimi-Autorinnen. Christine Cazon hat in Cannes ein exercice de sécurité beobachtet: Wenn die Realität die Fiktion einholt.

exercice de securite

 

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Insidertipps

Hotel Albatros„Hallo Frau Dreher, Mitte Mai kommt ein früherer Kollege nebst Gattin via Kreuzfahrtschiff in Cannes an, Landgang zwischen 7 und 17 Uhr. Ich gedenke ihn dort zu treffen, Cannes ist ja nicht so weit weg von Hyères. Was kann man denn in Ihrer Stadt Schönes sehen und tun? Und vor allem, wo kann man denn schön was essen und trinken? Provençalisch, Fisch vielleicht, und das Ganze gerne mit Meerblick. Meerblick haben Deutsche aus dem Ruhrgebiet oder von wo auch immer, ja nicht so oft. Aber Meerblick ist ja immer schön, auch für unsereinen. Empfehlen Sie mir aber um Gotteswillen keine gehobene Touristen-Massenabfertigung, ich will einen Insidertipp!“

So in etwa lautete die Mail, die mich kürzlich erreichte. „Insidertipp!“ Ich rolle die Augen. Nicht nur weil Mitte Mai Filmfestival, die Stadt berstend voll und alles doppelt so teuer ist; da kommt man nur nach Cannes, wenn man aus der Filmbranche ist und eben muss, oder weil man sonstwie cinephil ist und einmal die gleiche Luft atmen will wie Brad Pitt oder Julia Roberts. Denn ja, sie kommt dieses Jahr, die Frau mit dem breiten Lächeln, Julia!

Das ist das eine. Das andere ist, dass ich das mit den Restaurant-Insider-Tipps im 100% touristischen Cannes, manchmal nicht mehr hören kann. Alle wollen das. Auch die Journalisten, wenn die Dame vom Office de Tourisme dann weg ist. „Jetzt sagen Sie uns doch mal, wo man WIRKLICH hingeht …“ Herrgott! Hier ist Cannes! Es gibt hier nur touristische Massenabfertigung, die kann mal hübsch und teuer und geschmacklich gut oder weniger hübsch, weniger teuer und geschmacklich duchschnittlich bis schlecht sein, aber touristische Massenabfertigung ist es immer. Alles, was halbwegs taugt, steht im Guide Gantie oder Guide Michelin. Das ist dann kein Geheimtipp mehr. Und ja, es ist teuer. Der echte Cannois meidet diesen Chichi in der Regel und bevorzugt eher schlichte Orte, die nicht mal unbedingt kulinarisch der Hit sind. Aber er ist unter Cannois und hat seine Ruhe.

Ich hatte ganz zu Anfang ja mal eine Rubrik „Tipps für Cannes“ angefangen, da kam ich aber über den ersten Eintrag nicht hinaus, denn ich musste feststellen, dass es einfach keine Tipps gibt. Zunächst dachte ich immer noch, ich habe sie nur noch nicht gefunden, all die netten versteckten Orte: die kleine, unentdeckte Bucht mit einem fantastischen Fischrestaurant und nichtmal teuer. Oder das lauschige Café im stillen Garten mit ausladenden Bäumen hinter der Jugendstilvilla. Oder ein nettes Museumscafé mit überraschendem Blick über die Dächer von Cannes. Oder der hippe Laden in einer Seitenstraße von der Croisette, wo man gaaanz tolle Cocktails trinken kann. Oder wenigstens eine nette Strandbar mit gutem Kaffee und Blick aufs Meer, und drängelte Monsieur mit mir auszugehen, und mir zu zeigen, wo man hingeht. Und war dann immer enttäuscht. Erst vermutete ich, es sei die Schuld von Monsieur. Monsieur ist nämlich Cannois. Er geht dorthin, wo Cannois hingehen. Ja!, juchzen Sie auf, genau das meine ich, da will ich auch hingehen! Nein, sage ich, glauben Sie mir, das wollen Sie nicht. Die Orte sind vielleicht touristisch unentdeckt, was bedeutet, sie liegen in abseitigen Vierteln jenseits der Schnellstraße, sie sind aber weder verwunschen noch lauschig. Es gibt weder Blick noch Draußen, riecht vielleicht nach Fischfett und die Küche ist oft nur mittelmäßig. Aber da geht er wirklich hin, der Cannois, da ist und isst er nämlich unter seinesgleichen und hat seine Ruhe vom Touristentrubel. Früher gab es mal das Restaurant Pacific. Ich habe es geliebt und im oben verlinkten Artikel darüber geschrieben. Gut, das mit dem guten Essen war vielleicht etwas geschönt, aber die Atmosphäre war wirklich einzigartig und 100% Cannois. Ich habe das mal deutschen Gästen empfohlen, die natürlich auch nach einem Insidertipp lechzten, aber sie fanden es, glaube ich, nicht nur banal, sondern geradezu schlecht. Heute ist da übrigens eine Bar drin, neu, laute Musik, junges Publikum. Denn das ist das andere Problem. Alles dreht sich hier sehr schnell. Kaum habe ich eine Empfehlung ausgesprochen, schon gibt es das Etablissement nicht mehr. Wir hatten bereits dreimal einen Lieblingsitaliener, einer davon ganz bescheiden, aber mit großem Garten in einem abseitigen Viertel, aber gut und billig (naja, Cannes eben), der war plötzlich weg. Gestern noch dort gegessen. Heute weg. Pizza-Lieferanten wechseln sich dort mit Sushi-Lieferanten ab, aber der Garten bleibt geschlossen. Dann gab es einen etwas edleren Italiener jenseits der Schnellstraße, ohne Blick, kein Draußen. Gerade geöffnet, wir haben noch einmal Freunde hingeschleppt, schon wieder weg. Konnte sich nicht halten, Mafia, Korruption, was weiß ich. Dann ein teurer (touristischer) Italiener am Hafen, „unser“ Restaurant, dort, wo ich merkte, ich bin verliebt in Monsieur; gleiche Geschichte: plouff, weg. Die Restaurants im Suquet, der Altstadt, alle banal, man bezahlt das, in der Tat, pittoreske Ambiente. Da wechseln Koch und/oder Besitzer fast jede Saison, entweder weil sie genug Geld verdient haben oder weil eben gerade nicht. Die Strandrestaurants, c’est pareille: Und man zahlt zusätzlich den Meerblick. Immer noch einen Zacken teurer als sonst in Cannes. Voilà, so viel zu den Insidertipps. Vergessen Sie’s. Lauschige, verwunschene und unentdeckte Orte gibt es nicht in Cannes. Gehen Sie dorthin, wo es Ihnen gefällt, wo Sie das Menü und/oder der Preis anspricht und wo Sie einen Tisch bekommen. Um zumindest gut zu essen, hilft ein Blick in den Guide Gantie. Mittags gibts oft ein Tagesgericht oder eine „formule“, Entrée und Hauptgang, oder Hauptgang und Dessert zum ermäßigten Preis. Das ist überhaupt das Insidermäßigste, was ich Ihnen sagen kann. Aber das weiß der Herr aus Hyères natürlich. Lebt ja selbst schon ein paar Jährchen in Südfrankeich. Mitte Mai sollten Sie auf jeden Fall vorher reservieren. Die Stadt ist voll. Und wenn alle dreitausend Kreuzfahrtschiffgäste zusätzlich Landgang haben, ist zu überlegen, ob man nicht besser zum Kreuzfahrtschiff schwimmt und dort auf dem jetzt sicher leeren Oberdeck in Ruhe sein Bierchen oder seinen Rosé trinkt und mit dem Besuch dort plaudert. Der Blick vom Kreuzfahrtschiff auf Cannes ist allemal schöner als der von Cannes auf das die Bucht verstopfende Kreuzfahrtschiff.

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und nähme ich die Flügel der Morgenröte

Morgenstimmung

Sie haben es vielleicht, wie Eva, erraten, ich war auf der „anderen“ Insel, auf St. Honorat, im Kloster. Seit ich Schweigen und Stille kennengelernt habe, vor vielen Jahren in der Abtei Königsmünster in der Nähe von Köln, in dem wundervoll klaren, schnörkellosen Haus der Stille, bin ich davon infiziert. Ich brauche immer mal wieder Stille und Schweigen um mich herum. Ich bin wirklich froh, dass ich ein Kloster, in dem das möglich ist, fast in Laufnähe habe. Außerdem auf einer der wirklich wundervollen Iles de Lérins. Über die Inseln und das Kloster habe ich schon einmal geschrieben. Es ist nicht selbstverständlich, kurzfristig dort unterzukommen, insofern war ich dankbar, wenigstens eine Mini-Auszeit zu bekommen. Man muss nicht an den Stundengebeten teilnehmen, aber ich mache das gerne, mir geben die Gesänge der Mönche Ruhe, und die Andachten geben dem Tag eine Struktur, die mir als Zuhause-alleine-Arbeiterin oft fehlt. Ich nehme aber nicht an allen Stundengebeten teil, und an der Vigil, der ersten Andacht um 4.30h, teilzunehmen, ist für mich als Langschläferin, nicht leicht. Einmal habe ich es nur geschafft. Danach lief ich noch vor Sonnenaufgang rund um die Insel und sah die Sonne aufgehen. Das war so beglückend, dass ich mir vorgenommen habe, zukünftig sehr früh aufzustehen und dann ein Stück zügig spazierenzugehen, am Meer vorzugsweise. Bislang habe ich auch das nur einmal geschafft. Ist nicht leicht, seinen petit train train quotidien, sein eingefahrenes Alltagsleben, zu ändern. Hier ein paar Fotos von meinem frühen Inselrundgang.

Vor Sonnenaufgang

Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages

… und nähme ich die Flügel der Morgenröte und ließe mich nieder zuäußerst am Meer …

Morgenrosa

Und es ward …

Und es ward Licht

… Licht!

Licht

andere sind auch schon da

ein Angler

das alte Kloster in der Morgensonne

altes Kloster im Morgenlicht

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Reif für die Insel

Manchmal muss man ja raus. Durchatmen. Ausatmen. Erster kleiner Eindruck von einer Insel-Auszeit … zunächst war es leicht stürmisch. Nicht so stürmisch wie in dieser Geschichte, aber der Wind wehte einen doch ordentlich durch …

tiefe WolkenTreibholzgraublauer Ausblickes klart auf

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Schreibblockade

leichte Schreibhemmung schwere Schreibblockade

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blaugraues Wochenende

Blick auf Ste. Marguerite

Herz vor Esterel

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Frohe Ostern – Joyeuses Pâques

OsternDas will ich natürlich erst morgen wünschen, noch ist es ja nicht soweit mit der Auferstehung und dem Licht. Lumen Christi wird immer wieder in der Osternachtmesse ausgerufen. Als ich klein war, habe ich immer „Blumen Christi“ verstanden. Mir hatte niemand diese übriggebliebenen lateinischen Worte erklärt. Ich erlebte das Osterfeuer und wie sich mit unseren an der Osterkerze entzündeten Kerzen die Kirche langsam erhellte, und ich freute mich am Licht und über die Blumen Christi. Und warum auch nicht Blumen. Alles ist da an Ostern: Blumen, Licht und Freude. Und Hoffnung. Und Liebe. Das brauchen wir ja auch in diesen Tagen, mehr denn je, will mir scheinen. Und das wünsche ich Ihnen: Liebe, Licht und Osterfreude!

Meine neu-reparierte Kamera hat nun Probleme mit der Elektronik und das wars dann wohl; und auch das Handy macht ganz von alleine künstlerisch-überbelichtete Fotos im Retro-Look. Viel Licht überall.

Das sind übrigens von tschechischen Omis handbemalte Ostereier, die ich vor vielen Jahren in Prag erstanden habe. Und sie liegen in einem Weidenkörbchen, das die 95jährige Schäferin Maria in Châteauneuf mit ihren arthritischen Fingern geflochten hat.

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Heute!

Was für ein Tag! Ein Ausrufezeichentag! Alles kam heute! ALLES! Hurraaaa!!! Lang verschollene Buchbestellungen, eine weitere unerwartete Büchersendung, ein lang ersehntes Kaffeepäckchen (Danke Eva!), ein wundervolles Überraschungspäckchen (Danke Astrid!) UND Post für Christine! (Danke Verlag!)

So viel Post!Der Postbote wusste vermutlich auch nicht, wie ihm geschah, ich hätte ihn fast abgeknutscht, so glücklich war ich, all die erwarteten Päckchen heute zu erhalten. Aber es war dann noch mehr, als ich erwartet habe! Hab‘ ich heute Geburtstag? Ich war so aufgeregt und wusste gar nicht, was ich als erstes aufmachen sollte. Die Krimis für Christine? Den Kaffee von Eva? Oder all die anderen Päckchen, die auch noch angekommen waren? Nun, als erstes wurden es die Krimis, das verstehen Sie sicher. Christine und ich, wir sind begeistert, sie sind sooo schön geworden! Dann natürlich der Kaffee und während ich das erste Kännchen Eichhörnchenmokka braute (wie süß! Das Eichhörnchen ist übrigens Teil des Wappens von Châteauneuf!), nestelte ich flatterig und ungeduldig alle anderen Dinge aus ihrer Verpackung.

EichhörnchenmokkaDann trank ich diesen wirklich leckeren Kaffee, boah!

degustationLutschte Herzchenschokolade und betrachtete dieses wundervolle Bilderbuch!

pop-up BlumenWow! Danke! Euch! So! Sehr!

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301 oder Auf der Suche nach dem Verwöhnaroma

mahlenBohnenProduktionEspressi

Eigentlich hatte ich für den 300. Blogartikel etwas besonderes schreiben wollen. Erst 300 habe ich erstaunt gedacht, als ich in der Statistik darüber gestolpert bin, gefühlt habe ich schon 1000 geschrieben, aber nein, erst 300. In fünf Jahren macht das etwa sechzig Artikel pro Jahr, bedeutet, ich habe im Schnitt sogar mehr als einmal pro Woche geschrieben. Das ist ja dann doch nicht so schlecht. Pas mal. Ich habe dann aber doch nichts besonderes geschrieben für den 300. Eintrag, denn ich hatte es glatt wieder vergessen, ich habe es nicht so mit Zahlen und Statistik. Dies hier ist also der 301. Text und auch der wird nix besonderes, fürchte ich. Alles grad nicht so toll, pas terrible. Am Samstag hätte ich geschworen, ich habe einen Bandscheibenvorfall, so gequält war ich und nachdem ich die Symptome für Bandscheibenvorfall nachgelesen habe, war ich sicher, das ist es. Ich wusste nicht mehr, wie ich stehen, gehen, sitzen oder liegen sollte. Gut, ich mache es kurz, es ist nur ein Hexenschuss im Lendenwirbelbereich, Lumbago, und es wird besser. Die Handwerker aber sind immer noch da, und dank des Gerüsts hinter dem Haus, sehen mich quasi vor jedem Fenster mal Gesichter, mal Bauarbeiterstiefel an. Neulich waren sie gleichzeitig vor dem Badezimmerfenster UND vor dem Fenster der Gästetoilette. Das macht manche Dinge im kleinen Alltag etwas schwierig. Außerdem bin ich durch deren dauerhafte Präsenz völlig unkonzentriert. Laut ist es auch, denn gehämmert, gebohrt, gefräst und aufgestemmt wird auch immer wieder. Am ruhigen Wochenende hämmert dann der Nachbar von oben. Kein Wunder, dass ich einen Hexenschuss bekommen habe. Pas terrible das alles. Der Kaffee auch übrigens. Ich komme mir vor, wie die junge Frau in der Jacobs-Kaffee-Werbung, die der netten Nachbarin ihr Leid klagt: „Aber ich gebe mir doch so viel Mühe!“ „Mühe allein genügt nicht“, antwortet die allwissende Frau Sommer. Den Rest kennen Sie. An dieser Stelle möchte ich allen Menschen danken, die mir verraten haben, welchen Kaffee sie besonders lieben und wie sie ihn zubereiten, die mir Lieblingskaffee geschickt haben (der noch nicht daaaa ist, heul!) die mir erzählten, wie die spanische Schwägerin Kaffee macht oder mir Hinweise auf erhellende Fernsehsendungen gaben. Das wurde und wird hier alles beherzigt, probiert und gesehen!

NachfüllkapselBohnenMahlgradeNespresso

Ich hätte mir ja gewünscht, irgendjemand hätte mir diese nachfüllbare Kapsel für die Nespressomaschine zum Test zur Verfügung gestellt. Tat aber keiner. Ich werde immer nur von Menschen angeschrieben, die zwar auf meinem wahnsinnig spannenden Blog hochwertige nicht gekennzeichnete Werbeartikel platzieren wollen, sich aber entweder schon mit meinem Namen oder dann mit dem Namen meines Blogs irren. So wird das nie was, Leute! Wir sind hier also nachwievor werbefrei und das ist auch gut so. Wenn ich irgendetwas oder irgendwen verlinke, dann aus freien Stücken und ohne, dass ich etwas davon habe. So, damit hätten wir das auch mal gesagt. Es gab also weder eine Umsonst-Kapsel, kein halbes Pfund Feine Milde geschweige denn eine vollautomatische Espressomaschine zum Test, und ich bin daher niemandem eine gute Kritik schuldig. Falls es Sie interessiert, im Internet auf youtube gibt’s jede Menge Filmchen, in denen Menschen minutiös aber relativ leidenschaftslos diese oder ähnliche Nachfüll-Kapseln (es gibt nämlich mehrere Modelle!) testen. Und die Crema vergleichen, zum Beispiel. Das Fazit ist überall gleich: Die Kapseln funktionieren! Vorausgesetzt man hat den richtigen Mahlgrad des Kaffees: Ist er zu fein, kommt nämlich das Wasser nicht mehr durch, ist er zu grob, hat man keinen Kaffee sondern einen jus de chausette, wie man hier sagt, also etwas, was aussieht, als habe man Wasser durch einen Socken laufen lassen. Man braucht also einen bestimmten Mahlgrad und entweder hat man einen netten Kaffeeverkäufer in der Nähe, der einem ein paar Pröbchen mahlt, bis man weiß, was man braucht (die Unterschiede zwischen dem, was geht und was schon nicht mehr, sind mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen, das muss man fühlen! Und so fängt’s an!) oder man schafft sich irgendwann selbst eine Kaffeemühle an. Ich habe jetzt eine. Ein in Hipsterkreisen angesagtes Einsteigermodell mit Kegelmahlwerk. 40 stufenlos einstellbare Mahlgrade, zwanzig hätten es aber auch getan, denn ab Stufe 20 aufwärts ist der Kaffee nur grob geschrotet, aber vielleicht gibt es irgendwo auf der Welt Menschen, die Kaffee mit geviertelten Kaffeebohnen machen, was weiß denn ich. Ich mahle mich so zwischen 9 und 12 durch. Und das mit nun wirklich x-verschiedenen Kaffeebohnen, klein, rund, groß, oval, blond, mittel oder Espressogeröstet, die ich, wie auch die Kaffeemühle, in der kleinen, sehr jungen und vermutlich sehr hippen Kaffeerösterei Sonntagmorgen bezogen habe. Der Name gefiel mir irgendwie. Alles bestens. Es riecht köstlich bei uns.

SonntagmorgenMahlgradeKrümel überalldegustation

Und es ist wirklich nett, all diese unterschiedlichen Bohnen aus unterschiedlichen Ländern und Anbaugebieten durch die Hände rieseln zu lassen, anzusehen, zu mahlen, zu riechen und ich verstehe plötzlich, dass man über Kaffee fachsimpeln kann wie über Wein. Aber so ist es ja mit allem, wenn man sich mal damit beschäftigt und genau hinschaut oder hineinschmeckt, ganz gleich ob Tomaten, Erdbeeren oder Käse.* Selbst Wasser ist nicht gleich Wasser. Toll soweit. Nur: Der Kaffee schmeckt nicht. Also mir nicht. Und Monsieur, der mir bislang noch erstaunlich willig folgt und nicht mal gemeckert hat, als ich diese große Kaffeemühle noch zwischen Toaster, Filterkaffeemaschine und Mixer gequetscht habe, Monsieur findet auch, dass der gemahlene Kaffee wunderbar riecht, das Ergebnis aber bislang meist pas terrible ist. Ich koche also jeden Tag mehrfach einen anderen Kaffee, teste Mahlgrade und Sorten und Zubereitungsart, ich fülle Kapseln und Siebbehälter und Filter und bei uns fliegen überall feine und feinste Kaffeekrümelchen herum, ich trinke ihn abwechselnd schwarz, mit Milch, mit Zucker, mache mehrere Kaffees gleichzeitig und dégustiere, bis meine Geschmacksnerven gesättigt sind, es ist ein echtes laboratoire café, aber das erwartete Verwöhnaroma bleibt aus. Was mache ich falsch? Vielleicht muss man den frisch gemahlenen Kaffee erst noch eine Weile „abhängen“ lassen, so wie Rindfleisch, das man ja auch nicht ganz frisch verzehrt? Oder ist unser Geschmack verdorben? Verdient das, was ich, was wir jahrzehntelang in mich/uns hineingeschüttet habe/n, überhaupt den Namen Kaffee? Und macht es Sinn, diesen Geschmack verzweifelt zu suchen? Schmeckt „richtiger“ Kaffee vielleicht ganz anders? Ich habe einmal vor vielen Jahren einen Nachtisch aus Himbeeren für ein junges Mädchen gemacht, weil sie Himbeeren so mochte, sagte sie zumindest. Aber sie war dann schrecklich enttäuscht von meinem Dessert, sie fand, es scheckte nach gar nichts. Ich fand dann heraus, dass der Himbeergeschmack, den sie liebte, der von künstlichem Himbeersirup war. Das meine ich. Vielleicht geht es uns mit dem Kaffee ähnlich? Nun, noch gibt es ein paar Kaffeesorten zu testen; hier vor Ort habe ich neben der altmodischen Rösterei am Markt auch einen nagelneuen modernen Hipsterladen in der Fußgängerzone entdeckt, den es noch zu erkunden gilt. Wir bleiben dran!

Bei le nachbar habe ich übrigens diesen Beitrag entdeckt, der erklärt, warum der französische Kaffee überwiegend aus der Robusta-Bohne gemacht wird.

EspressiBohnenKrümel überallProduktion

ps: Ich habe (dank einer E-Mail, die ich heute erhielt) gemerkt, dass in meinem Text nicht wirklich deutlich wird, dass ich eine der Ersatzkapseln erworben und getestet habe. Meine persönlichen Erfahrungen mit dieser einen Kapsel in Verbindung mit (m)einer (N)Espressomaschine stehen in einem der letzten Kommentare zu diesem Text (siehe unten). In Kürze: Das Ergebnis ist nicht umwerfend. Ich finde es auch bezeichnend, dass in den meisten Tests, die man auf Youtube sehen kann, die Crema und die produzierte Kaffeemenge diskutiert wird, aber nur selten der Geschmack!


* In einer bretonisch-hamburgischen Crêperie hat man sich beispielsweise Gedanken zum Geschmack von Käse und Schinken gemacht UND zum Mahlgrad und Geschmack von (Buchweizen-)Mehl! Spannend zu lesen wie immer bei Was machen die da? Merci! dahin gewunken!

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im März am Meer

Sonnenschirm Schatten wölkchen SeeigelFüsse Möwen spuren märz am meer 2 märz am meer 1 posidonie Spiegelung Möwchen

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Le Repair-Café

Unter den wenigen Dingen, die mir von Patrick geblieben sind, befindet sich auch ein Fotoapparat, Eine fast nagelneue, so gut wie nie gebrauchte Olympus-Bridgekamera.

Peu de choses me sont restées de mon défunt mari Patrick, parmi elles un appareil photo quasiment neuf …

Patrick hatte sie, kurz bevor er krank wurde, gekauft, dann aber kam die Krankheit und mit ihr die Medikamente, die seinen Kopf müde und dumm machten, und der Fotoapparat, eben noch sein Lieblingsspielzeug, wurde schnell zu kompliziert für ihn. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er abgemagert in seinem Rollstuhl saß, die Kamera auf dem Schoß, aber mehr als sie ein- und ausschalten, konnte er am Ende nicht mehr.

Patrick l’avait acheté peu avant qu’on découvre sa maladie. La maladie et les médicaments l’ont mis rapidement dans un triste état et cet appareil-photo qui était son petit joujou préféré était devenu trop compliqué pour lui. A la fin il n’arrivait plus qu’a le faire démarrer.

Ich habe den Fotoapparat aufgehoben, aber nie benutzt, zu klobig fand und finde ich dieses Ding, und viel zu viele schmerzhafte Erinnerungen hingen daran.  Vor einem Jahr fiel sie mir beim Aufräumen wieder in die Hände. Warum nicht?, dachte ich plötzlich, immerhin suche ich seit einiger Zeit unentschlossen nach einer neuen Kamera; vielleicht probiere ich zunächst diese? Aber dummerweise waren die darin verbliebenen Batterien ausgelaufen. Zwar habe ich die Kontakte gereinigt, aber so richtig funktionierte sie dennoch nicht und ich legte sie wieder in die Schublade zurück. Bis vor kurzem.

J’ai gardé cet appareil-photo, mais je ne m’en suis jamais servi, car il était lié à trop de souvenirs. Il y un an je l’ai retrouvé dans un tiroir et je mes suis dit, pourquoi ne pas l’utiliser? Mais pour des raisons que j’ignorais ils ne marchait plus. Je l’ai remis dans son tiroir jusqu‘ au jour où …

Da stand in der Zeitung, dass es ab sofort einmal im Monat in Cannes ein „Repair-Café“ geben würde. Die Idee des Repair-Cafés, die wohl ursprünglich aus den Niederlanden stammt, setzt sich langsam auch an der Côte d’Azur durch, nach Nizza, Biot und Antibes jetzt also auch in Cannes: Reparieren statt Wegwerfen und (minderwertiger) neu kaufen heißt die Devise. Bei Kaffee und Kuchen würden Elektrogeräte aller Art repariert oder Näharbeiten vorgenommen.

j’ai lu dans le journal qu‘ un „Repair-café“ avait lieu à Cannes une fois par mois. L’idée des Repair-cafés est originaire du Pays-Bas et fait de plus en plus d’émules, même sur la Côte d’Azur. L’idée c’est de réparer au lieu de jeter et d’acheter (en règle des produits de plus basse qualité). Dans une ambiance conviviale avec café et petits gateaux on vous répare des appareils de petits électroménagers. Par contre pas de lave-linges ni des vélos.

Keine großen Geräte wie Waschmaschinen und auch keine Fahrräder wurde noch ausdrücklich angegeben. Ich packte also am letzten Samstag im Januar die Kamera und fuhr nach Ranguin, einen Stadtteil von Cannes La Bocca. Keine schöne Gegend. Hier wohnt man ausschließlich in mehrstöckigen schmucklosen Sozialwohnungsbauten. Nicht gerade die berüchtigten Cités von Marseille-Nord, aber knapp zehn Minuten entfernt von der Croisette doch schon ein deutlicher Gegenpol zu dieser. Vor nicht allzu langer Zeit hat man dort nun ein Einkaufszentrum und eine Mediathek erbaut, um das Viertel etwas aufzuwerten. Das Repair-Café findet in einem Saal im Untergeschoss der Mediathek statt. An der Eingangstür weist ein handgeschriebener Zettel den Weg.

Le dernier samedi du janvier j’ai donc pris mon appareil-photo et je me suis rendue à Ranguin, quartier populaire de Cannes La Bocca. Le Repair-café a lieu dans une salle de la nouvelle Mediathèque. Une affiche écrite à la main indique le chemin.

Repair Café kranke Schätzchen Werkzeug defekt

Ich habe lange einen Parkplatz gesucht und komme nicht ganz früh. Das Publikum ist schon zahlreich zugegen. Es sind überwiegend ältere Damen, die in großen Plastiktüten nicht mehr funktionierende Elektrogeräte angeschleppt haben: Toaster, Wasserkocher, Bügeleisen, Radios, Lampen, Staubsauger. An langen Tischen sitzen hingegen überwiegend ältere Herren, die jede Menge Werkzeug vor sich aufgebaut haben: die  ehrenamtlichen Bastler.

J’ai cherché longtemps à me garer et je n’arrive pas la première, il y a déjà plein de monde, surtout des femmes qui ont apportés dans des grands sacs plastiques de l’électroménager : des grille-pains, des bouilloires, des fers à repasser, des transistors, des lampes de chevets et autres: tous d’hors usage. Derrières des longues tables des hommes avec plein d’outils de toute sorte sont déjà en train d’ouvrir des objets divers : les „bricoleurs bénévoles“. 

Reparatur Beraten reparatur 3 reparatur 4

Alle sind bereits eifrig dabei, defekte Geräte auf- und auseinanderzuschrauben. Ein klobiger Fernseher aus einer anderen Zeit steht auf einem Tisch und zwei ältere Herren beugen sich über seine Eingeweide.

Je vois une grande télé d’antan et deux hommes qui opèrent les intestins de la bête.

fernseher innenleben PC Händelöten Detail lupe Innenleben 2

Ich werde mit meiner Kamera letztlich an einen Herrn meines Alters (recht jung also) verwiesen, der, so stellt es sich heraus, ein Allroundgenie ist. Ich habe zwar die Nummer 15 für meinen Fotoapparat erhalten, aber die Wartezeit ist dennoch lang, denn „mein“ Bastler, Philippe mit Namen, arbeitet sich gewissenhaft durch die Eingeweide jeglicher Geräte, die man ihm hoffnungsvoll auf den Tisch stellt, um den Defekt zu suchen und sie vielleicht zu reparieren.

On m’indique avec mon appareil-photo „allez chez Philippe“, un petit genie à tout faire. J’attends longtemps car Philippe travaille avec application chaque pièce qu’on lui confie avec pleine d’éspoir. Les autres autres bricoleurs le sollicitent continuellement.

Gleichzeitig wird er auch von all den anderen bastelnden Herren immer wieder um Unterstützung gebeten. Geduldig antwortet er jedermann, während er in aller Ruhe schraubt und prüft und lauscht, und hier rüttelt und da säubert oder lötet. Vieles scheint schon allein durch seine Aura wieder zu funktionieren. „Ich schwöre Ihnen, zu Hause ging es nicht mehr!“ empört sich ein Herr, der sichtlich geniert ist, dass sein DVD-Spieler einwandfrei funktioniert, kaum dass der Bastler ihn berührt hat. „Na, jetzt geht er“, meint lakonisch Philippe und macht ein Häkchen auf den Laufzettel: Gerät konnte repariert werden. Und schon öffnet er das nächste Objekt, einen Soupmaker, der nicht mehr heiß werden will.

Gentiment il repond à tout le monde pendant qu’il devisse, teste, sonde, nettoye et revisse. Parfois c’est seulement son aura qui fait que les appareils fonctionnent. „Je vous jure que ça ne marchait pas à la maison“, s’énerve un homme qui est géné que son lecteur DVD marche à nouveau sans intervention physique. „Bah, maintenant ça marche“, dit Philippe laconiquement et coche la feuille de route: réparation reussie.

philippe Fotoapparat test K800_DSCN7907

Dreieinhalb Stunden warte ich letzten Endes, bis er sich meines Fotoapparats annimmt. Nicht eine Minute hat er bis dahin Pause gemacht, von dem Café-Ambiente mit Kaffee und Kuchen profitieren nur die Wartenden. Reparieren braucht Zeit.

J’attends pendant plus que trois heures jusqu’à ce qu’il s’occupe de mon appareil-photo. Il n’a pas eu une seconde de pause, nous, les „clients“, sommes les seuls à profiter de l’ambiance café.

Man weiß es eigentlich, aber es wird hier so richtig deutlich, warum es keinen Reparaturservice mehr gibt: Müsste man die Arbeitszeit der Männer, die konzentriert alles geben, um ein altes Kofferradio wieder zum Leben zu erwecken oder einen Staubsauger oder eine Nachttischlampe, mit einem realistischen Stundenlohn bezahlen, die Kosten überstiegen bei Weitem den Wert all dieser Elektrogeräte. Bliebe also nur, sein defektes Gerät wegzuwerfen und ein (in der Regel minderwertigeres) neues Gerät anzuschaffen. Aber genau da will das Prinzip Repair-Café einhaken, und viele Menschen engagieren sich hier ehrenamtlich, um dieser sich immer schneller drehenden Konsumspirale etwas entgegenzusetzen.

Des réparations prennent du temps. On le sait. Et ici on comprend pourquoi des services de réparations sont en train des disparaitre. Si on devait payer correctement les hommes qui s’impliquent avec concentration pour faire marcher des antiquités plus ou moins merveilleuses, cela dépassait largement leur valeur économique. Autrement il ne restait plus qu’à les jeter et à racheter le modèle actuel de durée de vie plus courte. C’est là le but de l’association : halte à la société de consommation et de gaspillage.

Der alte Fernseher braucht vielleicht nur ein neues kleines Ersatzteil, mit dem er wieder funktionieren würde. Sein Besitzer versucht, es bis zum nächsten Repair-Café Ende Februar zu besorgen, den Fernseher lässt er so lange im Depot des Vereins. Sicher ist es allerdings nicht, dass es diese Kleinteil im Werte von etwa 2 Euro überhaupt noch irgendwo gibt.

La vielle télé à peut-être seulement besoin d’une petite pièce pour marcher à nouveau. Son proprietaire essaie de la trouver jusqu’au prochaine Repair-café fin fevrier.

Der viel jüngere Soupmaker aber bleibt bedauerlicherweise defekt, sein mageres, schwächelndes Innenleben zeigt, dass er vermutlich schon für eine nur kurze Lebensdauer hergestellt worden ist. Aber das Kofferradio aus den Sechziger Jahren brüllt plötzlich zum Schrecken aller Anwesenden und zur großen Freude seiner Besitzerin los. Es rauscht und piept, es kratzt und pfeift und verzerrte Stimmen quäken durch den Raum. Langwellen, Kurzwellen, die Dame drückt verschiedene Knöpfchen und dreht verzückt am Rädchen des Sendersuchlaufs.

Un „soupmaker“ (un mixer à soupe chauffant), gadget plus récent, reste malheureusent muet. Son interieur maigrichon montre qu’il est déjà conçu pour une obsolesance programmée. La petite radio des années soixante par contre se met á hurler d’un seul coup et fait peur au public mais remplit de joie sa propriétaire qui cherche aussitôt un poste audible entre les graisillements.

Vieles kann so repariert werden. Auch mein Fotoapparat ist vermutlich reparabel, das haben wir, während ich warte, immerhin schon abgeklärt, ebenso die Fähigkeit meines Bastlers so etwas grundsätzlich reparieren zu können. Aber vielleicht nicht hier, wie er dann einschränkend sagt, als das komplizierte kleinteilige Innenleben meines Apparats dann endlich vor ihm liegt. Er baut ihn wieder zusammen und bietet an, sich in der Zeit bis zum nächsten Repair-Café, darum zu kümmern.

Beaucoup de choses peuvent être reparé. Mon appareil-photo est probablement réparable. On a pu diagnostiquer ça pendant que j’attendais, ainsi que la capacité de mon réparateur à le faire. Mais peut-être pas ici, dit-il quand il l’a enfin demonté, car c’est trop compliqué. Il propose de s’en occuper jusqu’au prochain Repair-café.

Zwischenzeitlich hat er mich angerufen. Er hat alles getestet und den Defekt gefunden. Zwei winzige Teilchen unter dem Einschaltknopf sowie unter dem Bildstabilisator blieben bizarrerweise stets gedrückt. Ich bin einverstanden, dass er die beiden benötigten Ersatzteile für umgerechnet 3,50 Euro aus China bestellt.

Entretemps il m’a rappelé, il a trouvé la panne : deux pièces restaient en contact continu. Je suis d’accord pour qu’il commande les deux pièces de rechange pour à peu près 3,50 Euro en Chine.

Am letzten Samstag war ich wieder dort. Gleiches Bild, es wuselt von Menschen, aber dieses Mal sind die ehrenamtlichen Helfer, die das letzte Mal noch sichtlich nervös wirkten, schon gewiefter. Die Veranstaltung ist generell ein Erfolg, das Regionalfernsehen hatte freundlich berichtet, die Stimmung ist entsprechend heiter.

Samedi dernier j’y suis retournée et j’ai retrouvé la même ambiance. Les bénévoles sont plus détendus que la dernière fois, France 3 en avait parlé gentiment dans son édition du soir, le Repair-café est un succès.

Ich sehe den Fernseher wieder, der es trotz des gefundenen Ersatz-Kleinteils nicht geschafft hat. Sein Besitzer zuckt mit den Achseln. Na gut, er hat zumindest alles probiert, und immerhin seine Frau wird sich freuen, die will schon lange einen Flachbildfernseher haben.

Je revois la vielle télé qui malgré la nouvelle pièce n’a pas ressucité. „Tant pis“, dit son propriétaire, „j’aurai tout essayé. Au moins ma femme sera contente, elle voulait depuis longtemps une télé à écran plat.“

OlympusAber mein Fotoapparat funktioniert! Stolz stellt Philippe ihn auf den Tisch und erklärt mir noch einmal detailliert, was er repariert hat. Ich bin natürlich sehr begeistert und beteuere, dass er mein Held ist, und Philippe lächelt bescheiden. Ich bezahle die Ersatzteile und lasse zusätzlich eine angemesse Summe in der Repair-Café-Kasse. Lithiumbatterien sollte ich kaufen, legt mir Philippe noch ans Herz, dann schraubt er schon das nächste defekte Gerät auf: eine elektronische Küchenwaage.

Mon appareil-photo marche! Philippe me le présente fièrement et il m’explique encore une fois en détail ce qui ne marchait plus. Je suis ravie. C’est mon héro. Philippe prend un air modeste. „Achète-toi des piles au lithium“, me conseille-t-il et il s’occupe déjà d’un autre objet en panne. J’ai donné mon obole avec joie. En partant on me prend en photo pour les archives de l’association. Je suis pressé de prendre des photos avec cet appareil ressucité.

Zufrieden gehe ich von dannen, werde noch eben schnell fürs Vereins-Archiv fotografiert und jetzt muss ich nur noch selbst fotografieren lernen mit diesem alten-neuen Apparat.

PS: gestern am Strand habe ich ihn zum ersten Mal ausprobiert, ich glaube, es wird eine gute Beziehung! Danke Repair-café!

ps: J’ai découvert les qualités de cet appareil lors de ma premiere utilisation hier sur la plage – je sens que je vais l’aimer à mon tour. Champion le Repair-café! 

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ps: ich hätte für neu hinzugekommene Leser/innen, es gibt ja immer mal wieder Neuzugänge n’est-ce pas, „Patrick“ auch verlinken können, damit Sie den Zusammenhang verstehen … habe mich aber dagegen entschieden, ich wollte Ihnen den Kontrast zwischen dem, was Sie sonst derzeit hier lesen, und meinem früheren Leben und dem Sterben von Patrick nicht einfach so, mit einem unbedarften „Klick“ zumuten. Wenn Sie mein Leben vor Cannes nicht kennen, aber kennenlernen wollen, dann können Sie rechts bei den Schlagworten entweder „French Connection“ eingeben, da kommen Sie zu meinem damaligen Blog über mein Bergleben, den ich für die Zeitschrift brigitte.de geführt habe. Oder Sie klicken auf „Anfang“, da gibt es zwei Artikel, aber sie kommen doch beide Male „vorne“ an. Sie können in der Suchfunktion auch „Patrick“ eingeben, das führt Sie dann in medias res. Den „ganz richtigen“ Anfang meines französischen Lebens finden Sie nachwievor und ausschließlich in meinem Buch „Zwischen Boule und Bettenmachen„.

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Das ganze Aroma

caffetiereHeute morgen fand ich die kleine braune Tüte der extrem teuren italienischen Kaffeemischung aus der kleinen Kaffeerösterei am Markt: im Müll! Leer natürlich. „Monsieur!“ kreische ich, „was hast du mit meinem Kaffee gemacht?“ Monsieur versteht meine Aufregung nicht. „Ich habe Kaffee gekocht“, antwortet er lapidar. „Mit MEINEM Kaffee?“ Monsieur sieht mich befremdet an. „Hier standen so viele angebrochene Tüten und Dosen herum, ich verstehe das nicht, kannst du nicht mal einen Kaffee aufbrauchen, bevor du drei andere Sorten aufmachst?“ Er schüttelt genervt den Kopf. „Ich habe alle zusammen in die große Dose geschüttet und mit dem hier“, er zeigt auf die leere Tüte, „habe ich Kaffee gekocht, dafür ist er doch da, oder?“ Ich bin dem Herzinfarkt nahe.

Nie wollte ich so sein. NIE! Schon vor gut zehn Jahren, als ich Deutschland verlassen habe, war die Frage „wie wähle ich die richtige Espressomaschine?“ DAS Thema. Und insbesondere Männer schienen sich zum Heimbarista zu entwickeln und fachsimpelten über Vollautomaten oder Siebträgermaschinen, über Kaffeesorte und Mahlgrad und Crema. Ich fand das damals ziemlich snobistisch und trank meinen Kaffee noch mit der klassischen mittleren italienischen Schraubcaffetière, oder wie immer das kleine achteckige Aluminiumding heißt, und sehr gerne trank ich meine Latte macchiato (aus 100% Arabicabohnen) in angesagten Cafés in der Kölner Südstadt.

Zwischenzeitlich ist alles anders, ich sitze kaum noch in irgendwelchen Cafés herum, obwohl es hier genug gäbe, meist allerdings an lauten Straßen, und ich trinke schon gar keine Latte macchiato, denn grenznah zu Italien ist man hier so französisch stolz wie nirgends sonst und es gibt, wenn überhaupt, nur un grand crème, aber erstens habe ich mir so viel Milch im Kaffee abgewöhnt und zweitens ist französischer Kaffee, ganz gleich ob mit oder ohne Milch, meistens schlecht, und so bin ich eines Tages dem Charme George Clooneys erlegen und trinke zu Hause Kapselkaffee, mein einziger Luxus in der Luxusstadt, wie ich gerne beton(t)e. Selbst, wenn ich dieses ganze Prozedere drumherum immer ein bisschen albern fand. Wir haben ja hier, gleich gegenüber vom Palais des Festivals, einen Kapselkaffeeladen und es wird einem wirklich jedes Mal die Tür aufgerissen und der rote Teppich ausgerollt, allein dafür, dass man 100 Gramm Kaffee kauft. „Wie kann ich Ihnen helfen, Madame?“ wird einem reizend entgegengeflötet. Ich antworte da immer gern etwas schnodderig, dass ich Kaffee kaufen möchte, what else? Ich bin nicht so sicher, ob mein Schnoddern in der fremden Sprache wirklich als solches verstanden wird, anyway, schon stehe ich ganz schick mit all den andern in einer der vier Schlangen an, oder koste, en attendant, eine der neuen Kaffeeköstlichkeiten, gratis immerhin. DAS muss man sich mal vorstellen, dass man sich auch noch auserwählt fühlt, wenn man für sehr teuren Kaffee anstehen darf! Langsam aber setzen sich auch bei mir Ökobewusstsein sowie das Bewusstsein des Kostenirrsinns durch und ich bin, wie schon erwähnt, auf der Suche nach einer wohlschmeckenden Alternative. Die Betonung liegt auf wohlschmeckend, denn ich bin recht anspruchsvoll (geworden), lecker ist der Kapselkaffee schon.

Sie merken schon, wir haben es mit einem snobistischen Luxusproblem zu tun. Und das mitten in der Fastenzeit. Bevor Sie jetzt wütend „als gäbe es nichts Wichtigeres“ zischen, sage ich: Sie können jederzeit aufhören hier zu lesen, ich bin Ihnen da nicht böse, schauen Sie einfach ein andermal wieder rein. Alles klar? Gut. Manchmal muss man das sagen, es gibt so schnell so viel hochschäumendes Gemecker, muss nicht sein. Dankeschön!

Also, wir sind immer noch beim Kaffee. Vorerst habe ich meine drei unterschiedlich großen Schraubkaffeekännchen wieder hervorgeholt (Filterkaffee und die sogenannte French Press sind im ersten Durchgang bereits rausgeflogen, eine Kaffeepadsmaschine hatte ich auch schon: isses nich!) und suche einen wohlschmeckenden Kaffee. Auswahl gibt es genug. Ich kaufe für morgens dunkel gerösteten Espressokaffee aus Arabicabohnen und fair gehandelten milden Hochlandkaffee aus Guatemala für nachmittags, und neulich habe ich noch eine kleine Kaffeerösterei in Cannes entdeckt und nahm dort eine italienische Mischung für zwischendurch mit. Und eine andere italienische und zudem fair gehandelte Mischung fand ich im Bioladen. Ich habe fast so viele Sorten zur Auswahl wie mit dem Kapselkaffee, nur nehmen die vielen Tüten und Dosen bedeutend mehr Platz ein. (Bemerkenswert ist übrigens, dass ich mir, ohne mit der Wimper zu zucken, den teuersten fair gehandelten Kaffee kaufen kann, und er ist immer noch billiger als zwei Stangen des Kapselkaffees.) Ich trinke gerade sehr viel Kaffee und merke, dass es tatsächlich einen Unterschied zwischen Kaffeesorten und Mahlgrad gibt und denke, dass der Verkäufer in der kleinen Kaffeerösterei in Cannes schonmal keine Ahnung hat, und entwickle mich zu einem dieser pedantisch über Crema diskutierenden Affen. Herrjeh. Nie wollte ich so sein.

Kaffee on my mind. Anscheinend gibt es eine wieder auffüllbare Edelstahlkapsel, die mit den Kapsel-Kaffeemaschinen kompatibel ist; wenn man den Kommentaren glauben schenken kann, braucht man aber einen perfekt gemahlenen Kaffee dazu und mit der (teuren, aber angeblich ein Leben lang haltbaren) Kapsel geht der Kauf einer nicht ganz billigen Kaffeemühle einher. Seither informiere ich mich über Kegel- und Scheibenmahlwerke und lese Testberichte und ganze Webseiten, die sich dem edlen Hobby des Heimbaristas widmen. Nun, falls Sie Nespresso-Aussteiger sein und Erfahrung mit dieser Edelstahlkapsel haben sollten, lassen Sie mich wissen, wie es so läuft? In der Zwischenzeit wird hier wieder Schraubcaffetièrenkaffee getrunken, und wir denken allenfalls über die Designvariante von Alessi nach.

Gerade nochmal diese hübsche Kaffeewerbung angesehen. Ziemlich krass, oder?

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12/12 im Februar

Gerade bei Caro reingeschaut, die dieses „12 von 12″ an jedem Zwölften des Monats ausruft, und es gibt schon über 130 Einträge … und ich habe noch nicht mal die Bilder vom Handy auf den PC kopiert … ich versuche es daher heute mit sehr wenig Text :)

Sehr früh aufgewacht, es war fast noch Nacht…

frühmorgensich bin sogar noch vor Monsieur wach, daher ist in der Küche noch kein Geschirr gespült

K800_IMG_20160212_064007 die Katze ist nach einer Nacht, in der sie von uns getrennt und auf dem Sofa schlafen musste (wir sind ja sooo gemein und werfen sie immer aus dem Bett!), geradezu aufmerksamkeitsdefizitgestört und verlangt maunzend Futter und schnurrend calins und Tür auf und raus oder vielleicht doch nicht, aber Fotos von sich mag sie eindeutig nicht

KatzencalinsUnd das alles, noch bevor ich meinen ersten Kaffee getrunken habe … wie Sie sehen koche ich ihn tapfer ohne Kapseln. Der lange Exkurs zum Thema „Wir entwöhnen uns vom Kapselkaffee“ muss aber ein andermal erfolgen

caffetiereNach dem Frühstück gehe ich schwimmen, und hier kann ich mich nicht entscheiden, welches Foto ich nehme, deshalb kommen zwei :) Und obwohl ich so früh war, war es dennoch schon voll; das kleine Hallenbad ist jetzt dreimal länger geöffnet und nimmt auch dreimal mehr Schwimmer/innen auf, weil zwei andere große Hallenbäder (wegen der Überschwemmungsschäden) noch immer gesperrt sind

Schwimmbadkartemeine Hommage an Frau Fluchten ;)

ShampootascheAls ich zurückkomme, kommen mir die Handwerker entgegen, die wegen des angesagten Regens heute erst gar nicht anfangen, und siehe da, kurze Zeit später regnet es wirklich, und so soll es jetzt auch wieder tagelang bleiben: nass!

Baustelle im RegenBei einem weiteren Kaffee, mit dem nettesten und besten Webseitengestalter telefoniert, der mal so eben und fast wie nebenbei ein kleines Update von Christines Webseite bastelt

WebseitenbastelnWir plaudern nach getaner Arbeit so lange, bis Monsieur nervös durchs Wohnzimmer läuft und so ganz angelegentlich auf die Uhr schaut … es ist Mittagszeit und ich habe noch nichts vorbereitet, daher wird aus dem ursprünglich engagiert geplanten Essen ein derart banales Schnell-Schnell, dass ich Ihnen lieber nur die leer gegessenen Teller zeige,

nach dem Essen ist vor dem Essenich freue mich schon den ganzen Tag darauf, Ihnen dieses Foto zu zeigen, auch wenn der Anlass weniger freudig ist (wir bereiten uns mal wieder auf eine kleine OP vor), weil ich gern ihr verblüfftes Gesicht sehen würde, wenn ich Ihnen von meiner Krankenschwestern-tätigkeit berichte … jaha, was ich nicht alles kann … auch Spritzen setzen (subcutan)

subcutanNach der Sieste und nach noch einem Kaffee wird noch ein bisschen lesend und schreibend gearbeitet, davon gibt es bedauerlichrweise kein Foto, und schon wird es Zeit für das Abendsüppchen, tatsächlich ist es schon wieder Lauch, diesmal wenigstens noch mit etwas Zucchini verfeinert

Süppchendann habe ich noch einen Berg Wäsche gebügelt, davon gibts zwar ein Foto, ich finde das hier von Pepita aber netter, denn so siehts hier aus: Freitag Abend, große Party, Monsieur hat sich schon zurückgezogen und liest noch etwas im Bett und Pepita schläft und ruht sich von ihrem überaus anstrengenden Tag aus: bei dem Regen kann sie ja nicht raus, wenn Sie wüssten WIE nervtötend und energiefressend dieses Nichtrauskönnen ist …  Nun, eben noch auf der Sofalehne, liegt sie jetzt auf meinem Schoß, energisch zwischen mich und die Tastatur gequetscht, sie arbeitet schwer daran, dass ich eines Nachts dann doch nicht anders kann als sie einfach mit ins Bett zu nehmen ;)

PepitaDanke, wenn Sie die Poesie des Alltags bis hier angeschaut haben :) und hier gibts noch mehr 12 von 12 von all den anderen (ich bin Nr. 231, ist das zu fassen?)

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… und die Mandelblüte … retro natürlich

Und weils so schön war gibt’s heute die Mandelblüte ebenso im verkünstelten Retrostyle.

Voilà, rosa Mandelblüten vor Himmelblau

IMG_2016-02-11_14_54_02und etwas näher Mandelblüte nahMandelblüte im Moos … Mandelblüte im Moos… und auf dem Asphalt

Mandelblüte auf Asphalt

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Mimosen im Retro-Look

Den wahrscheinlich einzigen regenfreien Tag im Februar genutzt, um spazieren zu gehen (ich weiß langsam überhaupt nicht mehr wie deutsche Rechtschreibung geht, schreibt man vielleicht „Regen frei“ und „Spazierenzugehen“?!), auf jeden Fall waren wir zu Fuß unterwegs, denn fürs Radfahren wars zu windig. Anbei noch ein paar Mimosen, ich habe sie mit einer Retro-App bearbeitet, mit der ich mich gerade amüsiere.

Ein alter Mimosenbaum

MimosenbaumDrei Farben Gelb … Drei Farben GelbPferde-Idylle an MimosenMimosen an PferdEine stachelige Spezies der Mimosen stachelige Mimosen

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WMDEDGT 02/2016

Heute ist Tagebuchtag, „was machst du eigentlich den ganzen Tag“ heißt dieses kryptische WMDEDGT, zu dem Frau Brüllen allmonatlich ausruft:

Ich bin aufgewacht und schreibe seither in Gedanken schon an diesem Text. Das ist toll, aber eigentlich müsste ich an einem anderen Text arbeiten. Alles geht verquer in meinem Kopf. Vielleicht sollte ich Christine Cazon einen Gastbeitrag schreiben lassen, denn ich bin in der Transformationsphase. Nun, versuchen wir es kurz zu machen. Viertel vor Acht aufgewacht, es ist ein bisschen zu spät, denn wir haben Handwerker, die vor und hinter dem Haus werkeln, seit Dienstag genaugenommen. Angekündigt waren sie schonmal für vor Weihnachten und dann für Anfang Januar, jetzt sind sie also gekommen. Zwar nicht am Montag, wie uns treuherzig versichert wurde und auch letzten Donnerstag, wo sie schonmal Material bringen wollten, kamen sie nicht, aber am Dienstag waren sie dann überraschend da. Pünktlich um Acht klopfte es energisch an der Tür. Ich war noch im Nachthemd und es war mir peinlich. Es ist mir immer peinlich, wenn Postboten oder Handwerker früh und schon voller Elan klopfen und ich bin noch nicht angezogen. Aber ich bleibe manchmal bis kurz vor Zwölf so, wenn ich auf die eine oder andere Art in den PC vertieft bin. Wenn ich etwas gelernt habe in meinen zehn Jahre Frankreich dann, dass Handwerker einen eigenen Rhythmus haben. Sie haben sicher alle irgendwann Peter Mayle gelesen, Mein Jahr in der Provence, ich müsste es mal wieder lesen, um zu sehen, wie ich es heute finde. Ich fand ihn immer ein bisschen spöttisch mit den Franzosen. Dies ist ein anderes Land, es hat andere Gesetze. Und die Handwerker kommen oder auch nicht. So ist das. Voilà, halb neun, es rummst auf der Terrasse, die Handwerker sind da. Sie haben jetzt einen eigenen Schlüssel und können, sagen wir mal, durch die Hintertür kommen, natürlich haben wir so etwas nicht, aber auf jeden Fall haben sie jetzt einen eigenen Zugang direkt zur Terrasse und müssen nicht immer mit Sand und Zement durch die Wohnung stapfen. Mein Job ist, neben dem Begrüßen, mehrmals täglich freundlich Kaffee anzubieten. Allein das stresst mich schon. Wann macht man das? Und soll ich Kekse dazustellen? Bietet die französische Hausfrau dem Handwerker Selbstgebackenes an? Eine algerische Hausfrau verköstigt Monsieur immer mit allerhand Spezereien, wenn er im anderen Haus etwas werkelt. Einfach so, auch ohne, dass er speziell etwas für sie tut. Sollte ich das also auch? Einer der Handwerker ist Algerier. Mich verwirren solche Situationen immer noch. Ich habe daher vorgestern schon einen Teig für eine Apfeltarte gemacht und mich dann dagegen entschieden. Wenn ich das anfange, muss ich es vermutlich jeden Tag machen. Ich habe also nur Datteln und kandierten Ingwer dazugestellt und die Apfeltarte gestern für uns gebacken. Monsieur war glücklich, denn aus diätetischen Gründen gibts bei uns seit Wochen nur gedünsteten Apfel und halbfettes Naturjoghurt als Dessert. Ich schweife ab, ich weiß. Ich habe in Windeseile im Stehen gefrühstückt, trockenes Weißbrot im Toaster reaktiviert mit Butter und selbstgemachtem Johannisbeergelee, dazu gabs der Schnelligkeit halber einen Kapselkaffee. Seit ein paar Tagen versuche ich mich aus allerhand Gründen wieder vom Kapselkaffee zu entwöhnen und habe jetzt drei angefangene Tüten mit unterschiedlichem Kaffee herumstehen und mehrere Kaffeezubereitungsmaschinen. Ich habe mir geschworen, wenn ich einen Kaffee und eine Art Kaffee zu machen finde, mit der ich genauso guten Kaffee hinkriege wie mit der Kapselmaschine, dann höre ich mit dem Kapselkaffe auf. Noch bin ich nicht so weit. Der leckere Kapselkaffee wurde mit haltbarer Milch versetzt, weil  ich gestern vergessen habe frische zu kaufen. Ich wusste nicht, dass ich mich geschmacksmäßig schon so weit von haltbarer Milch entfernt habe, der leckere Kaffee schmeckt bäh, bitter metallisch irgendwie. Zweimal prüfe ich, ob die Milch noch frisch ist. Ist sie wohl, sie schmeckt einfach komisch. Ein Tag, der mit schlechtem Kaffee anfängt …

Jetzt sitze ich im Bett und schreibe schnell alles, was mir in den Kopf kommt, runter.

Ca va? Tranquille?, fragte Handwerker 1, als ich meinen Kopf aus der Tür strecke und einen Kaffee anbiete. Genau. Vous êtes bien tranquille? Das ist die Frage, die mir auch die neue Ex-Friseurin gestellt hat, die mir am Mittwoch neue gelbe Balkensträhnchen in die Haare geschmiert hat. Ich war jetzt zweimal bei einer jeweils anderen Friseurin, sie erinnern sich an das Dilemma, seither habe ich mich weder zum alten und lange nicht zu einem neuen Friseur getraut. Zweimal also war  ich in der Zwischenzeit bei einem anderen Friseur. Zweimal mit einem „naja“ Ergebnis, teuer wars auch jedes Mal und jetzt bin ich wieder gelb. Ich hasse es. Sie merken schon, jeder andere Tag wäre interessanter gewesen in dieser Woche als heute. Ich war versucht, den gestrigen Tag als den 5. auszugeben. aber ich will ja korrekt sein. Tranquille also? Das heißt so viel wie „haste nix zu tun und machst dir einen schönen Tag?!“ Pfft. Was soll ich Friseuren und Maurern vom Schreiben erzählen? Also sage ich jaja, tranquille, sollen sie doch glauben, was sie wollen. Ich habe bis gestern spät einen Film auf einem Streamingkanal gesehen, zu Recherchezwecken, jaja, würde der Handwerker sagen und vielleicht ein mon oeuil! hinzufügen. Glaub ich nicht, oder du kannst mir viel erzählen, heißt das. Filme schauen, toller Job. Ja, der Film hat mich aufgewühlt. Ich habe danach schlecht geschlafen und wild geträumt.

9.17 Uhr. Ich wollte eigentlich noch zwei andere Texte hier auf dem Blog veröffentlicht haben, aber wie das so ist, Christine Cazon drängt sich mehr und mehr in mein Leben. Wie schreiben sie denn? fragte mich neulich ein Herr wissbegierig. Eigentlich fragte er das ja Christine Cazon und nicht mich. „Je näher der Abgabtermin rückt desto intensiver und desto mehr“ antwortete ich lakonisch. Ebendas sagte mir ein Kollege, als ich ihn vor ein paar Jahren, immer auf der Suche nach einer Schreibregel, das gleiche fragte. Toll, das will kein Mensch hören, alle wollen hören, dass man diszipliniert morgens dies macht, und nachmittags das. Ich wollte das auch hören, aber so ist es nicht. Vor allem nicht, wenn man auch noch liebende Gattin und Haufrau und Putzfrau und Köchin ist und reizende Gästebewirterin und nebenbei auch was für sich und vor allem wieder etwas Sport machen will und überhaupt. Aber was erzähle ich Ihnen, das wissen Sie alles.

9.31 Uhr. Der Postbote bringt ein Päckchen, aber es ist nicht das, auf das ich seit gestern warte. Es sollte gestern vor 20 Uhr geliefert werden, noch ist es nicht da. Man kann das im Internet auf einem schönen grünen Strahl verfolgen, wo das Päckchen jetzt ist, es ist quasi schon da, dem Strahl  fehlt nur noch ein Zentimeter vor dem Ziel aber seit gestern morgen um 8.33 Uhr gibt es kein update mehr.

9.42 Uhr ich hätte Lust auf einen zweiten Kaffee, aber nicht mit haltbarer Milch. Ich könnte jetzt wegrennen und frische Milch und frisches Brot kaufen. Aber ich will diszipliniert schreiben, Herrgottnochmal. Also mache ich mir einen Tee. Grüntee, um genau zu sein. Manchmal will ich mir Kaffee ja komplett abgewöhnen, (immerhin nähert sich die Fastenzeit, wäre das nicht ein Anlass?) und kaufe dann extrem teuren Tee, aber auf lange Sicht schaffe ich es nie, ich hänge zu sehr am Kaffee.

10.56 Uhr Seit einer Stunde habe ich also die Persönlichkeit und das Thema gewechselt, dazu kann ich Ihnen natürlich gar nichts sagen, aber Sie sehen, es wird hier schon wieder fleißig gearbeitet, der dritte Band ist noch nicht erschienen und wir sind gedanklich schon beim vierten. Das Schreiben geht da aber viel weniger schnell, und schon klickt man im Netz herum, und achja in Köln ist Karneval und andernorts ist Fastnacht, davon merkt man hier in Cannes natürlich nichts, und in Nizza sind aus Sicherheitsgründen die Umzüge in den Stadttvierteln abgesagt worden. Es gibt nur die großen offiziellen Paraden unter ziemlich viel Sicherheitsaufgebot. Nicht sehr lustig. Karneval in Nizza hat mich aber noch nie wirklich gereizt und mich nervt jedes Jahr aufs Neue, dass er überhaupt erst nach Aschermittwoch beginnt. Weiß der Geier warum, vermutlich, damit es für die Touristen schon ein bisschen wärmer ist. Dieses Jahr bin ich doch auch schon ziemlich weit weg von alledem merke ich, und wenn man nicht inmitten dieses kölschen Gefühls mitschwingt, ist es wohl schwer angesichts der Weltlage ins Schunkeln zu kommen. Aber wenn Sie einen Karnevalstext wollen, dann kann ich einen von früher anbieten, hier bitteschön. Ich weiß, dass ich in den letzten Jahren hier und da mal etwas über den Karneval in Nizza geschrieben habe, aber anscheinend habe ich es schlecht verschlagwortet, so etwas merkt man ja erst später, wenn man nichts mehr findet. Ich sehe, dass jemand in Berlin meinen Blog seit einiger Zeit komplett durchliest, falls der oder die zufällig über die Karnevalstexte stolpern sollte, würden Sie es mir mitteilen? Danke!

11.10 Uhr Monsieur ist gerade türenknallend aus der Wohnung und in mein Büro verschwunden, in dem er gerade werkelt, weshalb ich, wie gesagt, nicht dort schreibe, sondern mich mit Katze, Tee und PC auf dem Bett halbwegs eingerichtet habe. Die Tür knallte er auch nicht aus Wut, sondern weil man sie nicht anders zumachen kann, wenn man in beiden Händen etwas trägt. Rumms. Auf der Terrasse schabt es variantenreich, wie stellt man so ein Geräusch lautmalerisch dar, frage ich mich, ich höre diverse Geräusche wie die von Metallspachteln, die in Zementmasse im Schubkarren herumkratzen und dann rau schrrrab Zement an die Wand schmieren.

11.18 Uhr schon fange ich an mir über das Mittagessen Gedanken zu machen. Überfliege stattdessen die Tagesezeitung. Nice Matin ist immer gut als Inspirationsquelle für den Krimi.

11.32 Uhr die Post kam. Ich überprüfe im Internet, wo mein Päckchen bleibt und siehe da, der grüne Strich ist jetzt durchgehend, und welche Überraschung, das Päckchen ist seit gestern angeblich schon da. Im Briefkasten soll es sein. Das erscheint mir unlogisch, da die Briefkästen viel zu klein und außerdem im Hausflur innen angebracht sind, und um 20.52 Uhr, als das Päckchen angeblich geliefert worden sein sollte, war die Haustür bestimmt geschlossen. Ich würde trotzdem gern nachsehen, finde aber den Briefkastenschlüssel nicht und rufe nach Monsieur. Seine Stimme klingt nach weit weg und als ich mich in die entsprechende Richtung bewege, sehe ich, dass er nicht unten Büro sondern oben auf dem Dach steht und dort das Moos von den Dachziegeln kratzt. Ich bekomme fast einen Herzschlag und frage weder nach dem Schlüssel noch nach etwas anderem, ich will ihn jetzt vor allem nicht ablenken. Gut, es ist nur das halbhohe Dach, aber dennoch, Monsieur ist nicht mehr so schrecklich jung und gelenkig, aber vermutlich kann er die Situation mit den körperlich arbeitenden Handwerkern nicht richtig gut aushalten und muss daher auch etwas Handfestes tun. Früher hätte er das, was die Handwerker tun, nämlich selbst gemacht. Ich fange also stattdessen an Essen zuzubereiten und taue zwei Hacksteaks auf und putze Lauch und schneide ihn in kurze Stangen und werfe ihn in den Dampfkochtopf. Da Monsieur noch auf dem Dach steht, gehe ich schnell selbst Brot und einen Liter Frischmilch kaufen. Beim Bäcker stehen vier Engländer vor mir und können sich nicht entscheiden welches Brot und welchen Kuchen sie kaufen sollen und ich befürchte, dass der Lauch schon zu weich ist, bis ich wieder zuhause bin, aber es geht noch. Lauch wird hier nämlich nicht als weichgekochtes Gemüse sondern in knackigen Stangen als Vorspeise mit Vinaigrette gegessen.

12.25 Uhr Die Handwerker verabschieden sich ins Wochenende. Sie kommen erst am Montag wieder. Ich sage jetzt nicht umgekehrt augenzwinkernd mon oeuil!, man will ja niemanden kränken. Ich werfe Teller und Besteck auf den Tisch und schon essen wir. Es bleibt schlicht und einfallslos, wie so oft, wenn ich schreibe und keine Hirnzellen für anderweitige Kreativität habe. Lauwarmer Lauch mit Vinagrette als Entrée, Hacksteak, frische Nudeln, Brot und Käse für Monsieur, und frische Mango für uns beide. Ich erzähle Monsieur von dem Film, den ich gestern spät gesehen habe und wir diskutieren über dies und das. Monsieur nimmt einen kleinen Caffé und macht anschließend eine kleine Sieste, während ich hier schreibe, damit ja nichts vergessen wird. Pepita hat mehrfach versucht sich zwischen mich und die Tastatur zu quetschen und liegt jetzt angekuschelt neben mir.

13.50 Uhr Was mache ich wegen dieses verschwundenen Päckchens? Ich hätte die darin befindlichen Bücher gerne gehabt, ein bisschen Hintergrundwissen für den Krimi war darin. „Abwarten“ ist das letzte, was Monsier mir noch zuraunt, bevor er die Augen schließt. Ich lege mich jetzt auch ein Momentelchen hin.

15.02 Uhr ich trinke einen Kaffee, den ich mit fair gehandeltem milden Kaffee zubereitet habe, aber er überzeugt mich trotz der nun frischen Milch auch nicht, vielleicht ist er nur zu dünn, ich weiß es nicht. Monsieur will wissen, was er „noch“ einkaufen soll, ich habe keine Ahnung und bin irritiert, weil ich nicht weiß, weshalb er überhaupt einkaufen geht. Irgendein spezielles Reinigunsgmittel fehlt ihm, ohne dass er keinesfalls weiter machen kann. Niemand ist so anfällig wie Monsieur für Spezialreiniger und Spezialschwämme und er schaut interessiert jede noch so idiotische Reinigerwerbung im Fernsehen an. Jetzt also ein spezielles Antifett-„Pssscht“ wie hier die Sprühreiniger heißen. Mir fällt auf die Schnelle nichts anderes ein, was er mitbringen könnte und er geht los. Gerade habe ich schon versucht, das fehlende Päckchen bei den Nachbarn links und rechts zu erfragen. Ich weiß ehrlich gesagt auch nach fünf Jahren nicht, wer alles links in dem verschachtelten  Gebäude mit Vorder- und Hinterhaus wohnt, kenne außer der Omi, die meine Katze fett füttert und die sich hin und wieder beschwert, dass die Palmwedel unserer Palme an ihre Fensterläden schlagen, niemanden. Und mit den Nachbarn rechts sind wir zerstritten, weil sie drei Meter tiefe Balkons vor unsere Seitenfenster gesetzt haben mit nur etwa zwanzig Zentimeter Abstand zu unserem Haus. Dass sie dafür eine Baugenehmigung bekommen haben und wir bei unserem Einspruch auch nichts daran ändern konnten, hat uns nicht gefallen. Bei einer sogenannten friedlichen Einigung wurde der Ton auf beiden Seiten schnell aggressiv und wir sagen uns seither nicht mehr guten Tag (immerhin haben Sie aber gewisse Zugeständnisse gemacht). Die Nachbarn haben aber einen großen Briefkasten an unserer gemeinsamen Gartenmauer, vielleicht ist das Päckchen dort gelandet. Ich habe eben mal hineingeschielt und konnte nichts erkennen. Zu Hause ist natürlich um diese Zeit noch niemand. Hätte ich mir denken können. Auch im anderen Haus rührte sich nichts. Muss ich heute abend nochmal probieren.

15.42 Uhr und wenn ich jetzt nicht in die Gänge komme, passiert nicht mehr viel heute.

16.24 Uhr so lange habe ich versucht mein hypersensibles Touchpad, das mich heute schon an den Rand des Wahnsinns gebracht hat, zu verstehen. Ich habe ein neues Laptop, schon eine Weile, aber irgendwie konnten wir uns bislang nicht recht anfreunden. Ich verstehe, dass ich mit diesem Touchpad anders arbeiten muss und wische nun vorsichtig nach unten und oben, anstatt wie früher zu klicken und den Mauszeiger zu ziehen. Ich hoffe, es verstanden zu haben. Kauf dir einen Mac ist die freundliche Antwort auf ungestellte Fragen, wenn ich so etwas von mir gebe. Angeblich ist mit einem Mac alles viel einfacher und spielerischer. Frankreich ist aber kein Äpfelchen-Land, hier findet man das geschlossene Äpfelchen-System zu elitär, und da meine diversen PC-Nothelfer allesamt gegen Mac sind, habe ich auch keinen. Seufz.

16.35 die Enkelin von Monsieur schaut herein, Schule ist aus und sie hat jetzt Feeeerien und morgen fahren sie in den Skiurlaub, hurrraaaah, und sie dankt mir nochmal für das tolle Buch, das ich ihr geschenkt habe, eigentlich das vierte einer Serie von BD’s (aber mit ziemlich viel Text), das/die ihr echt gut gefällt, Les carnets de Cérise. Wow, das freut mich sehr. Bislang sind nämlich alle Bücher, die ich ihr geschenkt habe, irgendwo im Off verschwunden.

17.26 Uhr bis eben bei FB herumgeklickt und jetzt entsprechend deprimiert. Melancholische Karnevalsfotos von Smilla bei anders anziehen angeschaut, ein paar kluge Artikel zur tristen Weltlage gelesen, für die ich aber vermutlich zu blöd bin, aber den Grundtenor habe ich verstanden: Ziehen Sie sich warm an. Es wird kälter in der Welt, und nein, ich spreche nicht vom Klima.

17.55 Uhr Monsieur schaltet den Fernseher ein für C dans l’air, seine allabendliche Politiksendung. Es geht heute Abend um Sarkozy, der ein Buch geschrieben hat (das ich nicht verlinke) und damit gerade durch die Medien tingelt. Er hat natürlich Antworten auf alles. Ich beantworte schnell noch eine Mail,  die schon seit gestern wartet, wenn ich so etwas nicht sofort mache, habe ich Tendenz es zu vergessen.

18.15 Uhr ich bereite mit dem restlichen Lauch eine Suppe zu, bringe den Müll runter und stelle die Mülltonne vor die Gartentür. Ich versuche noch einmal mein verschollenes Päckchen zu finden: Die Nachbarn links machen weiterhin nicht auf oder sind nicht da. Das Heimkommen der Nachbarn rechts habe ich verpasst und stehe nun vor dem hohen unzugänglichen Tor ohne Klingel. Ich hoffe, ich kann sie morgen irgendwie erwischen.

19.03 Uhr meine Vor-Abendsendung C à vous hat angefangen, heute nicht soo interessant und bislang auch nicht so amüsant. Eine junge Frau hat ihren Krebs anscheinend besiegt, indem sie sich wild ins Leben stürzte, tanzte, liebte, feierte und ihr ganzes Geld ausgab. Danach war sie ihre Arbeit los, pleite aber erstaunlicherweise gesund. Sie hat ein Buch darüber geschrieben. Dancefloor-Thérapie. Naja.

19.34 Uhr die Suppe ist fertig und ich glaube der Tag auch weitestgehend. Arbeitstechnisch nicht so gelungen, aber immerhin habe ich einen Blogartikel geschrieben. Wenn ich das jeden Tag machen würde, käme ich zu nichts. Während ich noch die Seite von Frau Brüllen suche, um Ihnen den Link mit den Tagebuchaufzeichnungen der anderen zu geben, klingelt es und hurraaaa!!!! mein verschollenes Bücherpäckchen ist angekommen!!!! Der junge Mann vor der Tür war irritiert, als ich ihn frage, welcher meiner Nachbarn er sei, denn nein, er ist weder ein Nachbar von links noch der von rechts (das hätte ich gemerkt) sondern der freundliche Kurierfahrer selbst, er kam entgegen aller Ansagen eben erst. Jippieh!

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Chandeleur – Mariä Lichtmess

KerzenlichtHeute ist la Chandeleur in Frankreich, Mariä Lichtmess heißt dieser Tag in Deutschland; ich glaube nur wenige Menschen kennen diesen Feiertag und seinen Ursprung noch, und ich schlage es auch jedes Jahr aufs Neue nach, zum Beispiel hier. Es geht vereinfacht gesagt ums Licht, so viel kann man vielleicht behalten. In katholischen Gegenden werden in der Frühmesse noch Kerzen gesegnet, die man mit nach Hause nimmt und zum Schutz vor und bei Unwetter anzündet. Aber in Frankreich gibt es auch jenseits der christlichen Lichtsymbolik noch andere Traditionen: les crêpes nämlich, die an diesem Tag gemacht und gegessen werden. Heute haben zwei Damen aus meiner Blogwelt bereits über la Chandeleur und die damit zusammenhängenden Traditionen geschrieben, so dass ich es mir heute einfach mache und Sie dorthin verlinke.

Zum einen haben wir Ute, die einen Provence-Blog schreibt und dort heute nicht nur erklärt, warum es denn nun ausgerechnet Crêpes sein müssen, sondern auch gleich noch den Ursprung des Valentinstags erklärt und zusätzlich ihr Crêpes-Rezept verrät.

Zum anderen Hilke Maunder, die hier die Navettes, kleine gebackene Schiffchen, vorstellt, die es traditionell an Chandeleur (aber auch das ganze Jahr) in Marseille gibt. Einst Pilgerspeise werden sie ebenfalls an Chandeleur in der Kirche gesegnet. Die Navettes sind anders als die Crêpes, die man bei uns ja auch kennt und liebt, vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Sie sind ehrlich gesagt ziemlich trocken und der Geruch und Geschmack nach Fleur d’Oranger ist auch nicht jedermanns Sache. Ich jedoch liebe diese Navettes (ich kenne bislang nur die aus der Bäckerei Four de Navettes, die anderen müssen bei Gelegenheit aber auch probiert werden!), und sie werden weicher und duften gleich noch viel köstlicher, wenn man sie auf einem Toaster kurz erwärmt. Es gibt sie aber wirklich nur in Marseille und so werde ich heute Abend in Ermangelung der Navettes noch ein paar Crêpes backen. Ob Sie es glauben oder nicht, es werden meine ersten selbst gebackenen Crêpes werden! Und ich werde vermutlich Aurélies Rezept für Crêpes Suzettes ausprobieren, aus deren Rezept ich auch eines der folgenden Bilder genommen habe.

Kerzenlichtla-navette-de-saint-victorcrepes-sucrees-de-bretagneCrepes suzettes

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les mimosas

Mimosen auf dem MarktDas Schöne an der Côte d’Azur ist, dass schlechtes Wetter oft überraschend von einem strahlenden Sonnentag unterbrochen werden kann und das trotz entmutigender Wettervorhersage. So wars vorgestern grau, kalt und feucht und heute ist es auch nicht schön, aber gestern wars wow! Also schnell raus und die Mimosen fotografiert. Ist ja nie so, wie ich mir das vorstelle mit den Mimosen, entweder ist die große Blüte noch nicht da oder schon vorbei oder gar erfroren. Meine Mimose im Vorgarten ist seit Wochen voll erblüht, auf dem Markt ist es auch üppige Mimosenzeit, aber so richtig überall prallgelb ist es in den Hügeln der Croix de Gardes zum Beispiel nicht.

Mimosen Croix de GardesMimosen 1Mimosen 2Mimosen 3Mimosen vor HimmelMimosen nahMimosen Aussicht

 

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