Immer noch Filme in Cannes

Die Journalistin hat sich erneut sportlich für den Film „Heimsuchung” von Herrn Schlöndorff angestellt, ihn sich angesehen und Herrn Schlöndorff (der bereits 87 Jahre alt ist) interviewt. Bravo.

Die Kritiken (hier die von Katja Nicodemus in der ZEIT mit ein paar weiteren Eindrücken von Cannes) sind durchweg freundlich. Es sei eine solide Literaturverfilmung (nach dem Roman von Jenny Erpenbeck) und vermutlich der Film, den man eigentlich letztes Jahr schon erwartet hatte, als die Kritiker in Cannes Martha Schilinskis “In die Sonne schauen” gehypt haben, und den dann kaum jemand verstanden geschweige denn gemocht (mich eingeschlossen) hat. Es geht wieder um ein Haus, dieses Mal am See, das mit seinen wechselnden Bewohnern hundert Jahre deutsche Geschichte erlebt: Weimar, das Dritte Reich, Krieg, DDR und Mauerfall. Ich werde ihn mir bestimmt ansehen, wenn er in die französischen Kinos kommt.

Ich hingegen habe heute Morgen mit einer Freundin den Film „Shana“ gesehen, der als Comédie-Drama beworben wird. Im Trailer wirkt der Film witzig, obwohl er das gar nicht ist. Shana ist eine junge Frau, die Konflikte mit ihrer jüdischen Herkunftsfamilie hat und in einer ebenso konfliktuellen und gewalttätigen Beziehung mit einem Drogendealer lebt. Dieser sitzt allerdings gerade im Gefängnis und Shana führt seine Geschäfte mehr schlecht als recht. Als ihre Großmutter überraschend stirbt, hinterlässt sie Shana einen Ring, der ihr Glück bringen soll. Als Shana den Ring leichtfertig verkauft, häuft sich das Unglück.

Der Film war für mich nicht leicht auszuhalten. Die Geschichte, die kein Happy End hat, fand ich durchgängig trist, auch wenn mein deutlich jüngerer Sitznachbar hier und da herzlich lachte. Die ausschließlich vulgäre Sprache machte es nicht besser.

Ein paar Menschen verließen den Film vorzeitig und es gab sehr wenig Applaus.

Zum Essen trafen wir uns mit Monsieur im Caveau 30, einem klassischen französischen Restaurant mit ausgebildeten KellnerInnen und gestärkten Stoffservietten in der Rue Felix Faure, einer der Restaurant-Flaniermeilen. Um uns herum saß nur Festival-Publikum, die Menükarten waren auf Englisch, aber die Sonne schien und wir genossen den Trubel, das Zusammensein und das Essen.

Wir verbrachten einen dösigen Sonntagnachmittag und jetzt gibt es “Anatomie d’une chute” (Anatomie eines Falls) im Fernsehen. Der Film von Justine Triet mit Sandra Hüller, der 2023 die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat.

So viel für heute. Bis morgen!

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2 Responses to Immer noch Filme in Cannes

  1. Marion sagt:

    Sandra Hüller ist wirklich überall. “Anatomie eines Falls” fand ich spannend. Kann mich noch an sie erinnern, als sie vor vielen Jahren in kleinen Arthouse-Filmen spielte, da fand ich sie schon gut.

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