Zwischenruf: Fillon und kein Ende

Ein Zwischenruf, um Sie nicht ohne up-date ins Wochenende zu schicken, obwohl man hier alle paar Stunden ein up-date machen müsste, so schnell ändern sich die Dinge.

Nun, es wird langsam leer um Fillon. Bruno Le Maire, ein ausgeschiedener Präsidentschaftskandidat, hat ihm gestern seine Unterstützung aufgekündigt. Ebenso die sogenannten „Juppéisten“, was für eine Möglichkeit stehen könnte, dass man Juppé kurz vor knapp ins Rennen schicken möchte. Anstelle von Fillon. Aber der will ja bis zum „Sieg“ weitermachen und besteht darauf, dass er der gewählte Kandidat sei und seine Wähler ein Recht auf ihn hätten. Wenn auch 70% der Franzosen denken, er solle seine Kandidatur zurückziehen, so stehen immer noch 18% der Wähler hinter ihm, weil sie ihn trotz alledem für den fähigsten Mann halten. Und es ist gar nicht sicher, dass wenn man Fillon durch Juppé ersetzte, diese treuen Fillon-Wähler automatisch Juppé wählten. Die wählten, so steht zu befürchten, dann lieber nichts oder Le Pen. Damit wäre die Wahl für die klassische Rechte verloren. Insofern, denkt man, kann man es auch weiterhin mit Fillon versuchen. Der hat gestern noch kämpferisch gerufen, er ergebe sich nicht! Aber immerhin hat er drei Ermittlungsrichter an den Fersen, darunter einen, der für seine Hartnäckigkeit gefürchtet wird. Für den 15. März ist er zur Anhörung vorgeladen und heute morgen gab es eine Hausdurchsuchung bei Fillons. Sie sehen, es geht hier Schlag auf Schlag. Für den kommenden Sonntag hat Fillon in Paris auf dem Trocadero zu einer „Versammlung“ zu seiner Unterstützung aufgerufen. Fillon will damit beweisen, dass er eben nicht „alleine“ ist. Zunächst war diese Versammlung kämpferischer angelegt, er wollte auch, dass man gegen das Eingreifen der Justiz in die Wahlkampagne demonstrierte. Eine Demonstration gegen die Justiz wurde aber vom gerade noch amtierenden Präsidenten François Hollande untersagt. So richtig froh ist man auch im rechten Lager nicht mit der angekündigten Versammlung. Man fürchtet, dass Fillon doch sichtbar „alleine“ sein könnte und vor allem, dass kritische Stimmen zu hören und vor allem kritische Plakate zu sehen seien. Das wäre nicht schön und natürlich schlecht für die Bilder in der Presse.

Die „Sarkozysten“ haben sich übrigens für nächsten Dienstag zu einem Arbeitsessen verabredet. Das wird hier beinahe belächelt: nächsten Dienstag! Wer weiß schon, was in vier Tagen ist, bei der geradezu galoppierenden Entwicklung dieses Wahlkampfes!

Macron hat übrigens doch ein Programm.

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Eine Antwort auf Zwischenruf: Fillon und kein Ende

  1. Mumbai sagt:

    ueber das Macron-Programm habe ich gelesen. Denke er laesst die Katze bewusst erst
    spaeter aus dem Sack. Filon ist sicher aus dem Rennen und seine Versammlung macht
    es eher schlechter (wegen wahrscheinlich vieler Gegendemonstranten). Warum kann
    man einen Staat nicht nach Platon regieren? Waere zu schoen um wahr zu sein…..und
    manchmal denke ich, es steht mir als nicht Franzose gar nicht zu, hier meine Meinung
    abzugeben denn bei uns gibt es genug vor der eigenen Tuere zu kehren. …aber es ist
    eben Europa und die Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die gesamte restliche Welt
    (siehe USA). Schoenes Wochenende