Erste Filmauswahl

Jetzt aber ganz schnell mal was geschrieben, ich komme zu gar nichts mehr, vor lauter Filme gucken. Danke! Danke! Danke! für alle Ihre Vorschläge! Toll, echt! Wie ich in dem einen oder anderen Kommentar schon schrieb, toller Nebeneffekt ist, dass ich auch jenseits dessen, was wir vermutlich zeigen werden, so viel Neues zu sehen kriege. Also neu für mich. Sehr schön finde ich das, und egal, ob das jetzt Sauerkrautkoma ist oder der Sommer in Orange, Aenne Burda oder Weit. Ich schau alles an! Auf jeden Fall den Trailer, das eine oder andere gibts in der Mediathek, anderes kommt auf eine „Will-ich-sehen-Liste“ und wenn es mal „Zehn Filme für den Preis von Einem“ gibt, dann bestelle ich mal eine Ladung für die langen Winterabende.

Hier jetzt ein kleiner Zwischenbericht und Einblick in das Prozedere:

Es wird das erste deutsche Filmfestival in diesem Filmclub, Cinécroisette heißt er, der so gut wie keine finanzielle Unterstützung der Stadt bekommt (also gerade so viel, dass man die Stadt immer auch als Unterstützer nennen muss) und sich insofern selbst trägt und vor allem vom Engagement seines Vereinspräsidenten, wie man den Vorsitzenden hier nennt, und seiner Lebensgefährtin lebt. Sprich, wir haben ein kleines Budget. Neue („große“) Filme (von bekannten Filmemachern) mit noch hoher Leihgebühr können wir uns nicht leisten. Dennoch werden die Filme nicht flimmerig auf einem weißen Leintuch im Keller eines Mitglieds gezeigt, sondern wir arbeiten ganz klassisch mit drei oder vier Kinos in Cannes und in Le Cannet zusammen, d.h. wir brauchen Filme, die so aufbearbeitet sind, dass sie mit der aktuellen Filmtechnik zu zeigen sind, und es kostet Eintritt. Die Filme müssen also zugkräftig sein, schon um die Kinos zu überzeugen, die uns dafür einen Saal zur Verfügung stellen, und sie sollten dort nicht schon gezeigt worden sein, denn dann hat das am deutschen Film interessierte Publikum sie schon gesehen und kommt nicht nochmal. Die Filme müssen über den offiziellen französischen Filmverleih zu bekommen sein, so haben sie Untertitel, ohne die sie hier nicht funktionieren. Dem fielen zum Beispiel „Der Junge muss an die frische Luft“ zum Opfer oder „25 km“: nix französischer Filmverleih, nix Untertitel, nix guckstu. Kann ja noch kommen, beide Filme sind relativ neu und wir laufen uns ja auch erst warm. Nächstes Jahr vielleicht.

Alles in allem werden an vier Tagen etwa sechs Filme gezeigt (Freitag Abend, Samstag früh und Abend, Sonntag früh und Abend und Montag Abend). Wir versuchen also einem französischen Publikum in sechs Filmen das aktuelle (in etwa die letzen 15 Jahre) deutsche Kino, deutsche FilmemacherInnen und deutsche Themen anzubieten. Es sollte nicht zu abseitig sein, nicht zu bizarr, nicht zu fremd. Wir wollen das Publikum ja nicht erschrecken, sondern anlocken. Franzosen sind anders, sie lachen zum Beispiel kein bisschen über Dinner for One, und Der Tatortreiniger wird hier auch nicht verstanden. 

Bekannt sind hier bereits: Das Leben der anderen, Godbye Lenin, Toni Erdmann, die Filme von Michael Haneke, Liebe und Das weiße Band (die bekamen je eine Palme), Drei Tage in Quiberon; die werden wir also nicht noch einmal zeigen. In unserer engeren ersten Auswahl waren (in willkürlicher Ordnung):

Andreas Dresen: Gundermann

Eva Trobisch: Alles ist gut.

Doris Dörrie: Kirschblüten – Hanami

Christian Petzold: Barbara. Phoenix. Transit

Fatih Akin: Soul Kitchen. Auf der anderen Seite. Tschick. The Cut.

Sönke Wortmann: Diplomatie.

Hans Weingartner: 303

Oliver Kühnle: Die Vierhändige.

Edgar Reitz: Die andere Heimat (2 Teile)

Robert Schwentke: Der Hauptmann

Lars Kraume: Das schweigende Klassenzimmer

Jan-Ole Gerster: Oh Boy

Sandra Nettelbeck: Bella Martha.

Marc Rothemund: Die letzten Tage der Sophie Scholl

Die sehe ich jetzt alle an. Manche kenne ich auch schon, sehe ich mir aber nochmal an. Mit der Frage im Kopf, ob es den Franzosen gefallen könnte, ob es ein aussagekräftiger Film für Deutschland ist undsoweiter. Sechs Filme sollen übrig bleiben, die Deutschland umfassend zeigen. Können Sie ja mal mitüberlegen, wenn Sie wollen. Wir haben schon eine Menge Filme aussortiert. Warum und was übrig bleiben wird, erzähle ich Ihnen das nächste Mal.

Schönen Abend wünsche ich! Bon cinéma!


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3 Kommentare zu Erste Filmauswahl

  1. Tina Kolbeck sagt:

    Guten Morgen, ich vote für SoulKitchen, Tschick und Kirschblüten Hanami. Douze points. Und bin gespannt, welche Auswahl überbleibt. Ich bleibe dran. Liebe Grüße Tina

  2. Marion sagt:

    Von den 19 kenne ich nur 11. Und selbst da fällt die Auswahl schon schwer. Mhm, ich denk‘ nochmal nach…

  3. Martina sagt:

    Falls ich nicht schon viel zu spät dran bin: Bella Martha und Soul Kitchen scheinen mir bestimmt für den französischen Geschmack geeignet.