Erinnern – Commémorer

Hier wird ein bisschen gekränkelt und außerdem viel gearbeitet, aber das wollte ich heute doch auch hier (und nicht nur auf FB) geteilt haben. Heute, am 27. Januar, ist Internationaler Tag zum Gedenken an die Opfer des Holocaust. Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem hat eine Rememberance-Wall, eine Erinnerungs-Wand, eingerichtet, man kann sich dort mit seinem Namen und seinem Land einschreiben und bekommt postwendend über einen Zufallsgenerator das Foto und die Informationen eines Holocaustopfers „zugeordnet“: ein Mann, eine Frau, ein Kind, den/die/das man somit vor dem Vergessen bewahrt. Man wird als „Erinnerungs-Patin“ zusammen mit diesem im Holocaust ermordeten Menschen auf besagter Erinnerungs-Wand genannt. Christiane Dreher aus Frankreich erinnert … steht bei mir nur. Mir wurde ein kleines Mädchen ohne Vornamen zugeordnet.

Erinnern


Ich erinnere an ein kleines Mädchen, dessen Vornamen wir nicht wissen. Sie wurde 1938 als Tochter von Shmuel und Ester Preisz (geb. Muler) in Miskolc in Ungarn geboren und in Auschwitz ermordet. Sie wäre heute so alt wie meine Mutter.

Je commémore une petite fille dont on ne sait même pas le prénom. Elle est née 1938, elle est la fille de Shmuel et Ester Preisz, avant la guerre elle vivait à Miskolc en Hongrie. Elle était assassinée à Auschwitz. Aujourd’hui elle aurait le même âge que ma mère.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Kommentare zu Erinnern – Commémorer

  1. Caroline Bahri sagt:

    Gestern habe ich in der ARD den Film „Sarahs Schlüssel“ , Frankreich 2010 mit Kristin Scott Thomas gesehen und konnte danach nicht schlafen. Er erinnert daran, dass die Franzosen 1942 Juden nach Deutschland ausgeliefert haben und ist auch eine wichtige, leider zu oft nicht mehr erwähnte Erinnerung.
    Mein Monsieur hat heute Geburtstag und muß seinen Freudentag jedes Jahr damit teilen.

    Schnelle Genesung für dich!

    • dreher sagt:

      Den Film habe ich auch nie vergessen! Kann verstehen, dass du danach nicht schlafen konntest. Hier kam gestern „Exodus“, anders, aber auch absolut sehenswert.
      Glückwunsch für deinen Monsieur, man kann feiern und sich erinnern, finde ich!
      Danke für die Genesungswünsche, es ist diese komische Kälte in französischen Wohnungen, die macht, dass das Halsweh ein Dauergast ist.

  2. Christiane Haas sagt:

    Vielen Dank für den Link, ich habe mich auch eingetragen, mein Gedenkpatenkind heisst Sali Shatiel und ist 1931 geboren, genau wie meine Mutter. Sie darf morgen ihren 89 Geburtstag feiern, ich werde ihr von Sali erzählen.

  3. Gabriele sagt:

    Danke, liebe Christiane, für die Anregung. Das Erinnern ist so wichtig, gerade weil der Hang zur Relativierung bei vielen Menschen besteht und man überall sehen kann, auf welch fruchtbaren Boden Hass und Gewalt fallen, selbst bei „ganz normalen Menschen“. Ich habe grad „Der Junge im gestreiften Pyjama“ gesehen, mein kleinerer Sohn wollte das Buch unbedingt lesen; man mag ja zu der Art Film stehen, wie man will, das Grauen wird schon sehr klar, gerade für diese Generation.
    Gute Besserung Gabriele

    • dreher sagt:

      Danke Gabriele!
      Liebe Gabriele, ich kenne Buch und Film nicht, zu meiner Zeit gab es für Kinder nur „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, das wird jetzt mit Caroline Link verfilmt, habe ich irgendwo gesehen; hier lief gestern Abend ein ähnlicher Film, auf Deutsch heißt er „Lauf, Junge lauf“ – ein achtjähriger Junge flieht aus dem Ghetto in Warschau und schlägt sich durch. Obwohl der Film „gut ausgeht“, der Junge überlebt und geht nach Israel, konnte ich ihn nicht ansehen. Mir geht das zu nah.
      Ich bin zwar absolut der Ansicht, dass wir unsere Geschichte den Kindern erzählen müssen, aber man muss auch sehen, was man sich und ihnen zumuten kann.
      Liebe Grüße!

  4. Claudia Pollmann sagt:

    Ich erinnere an Sarah Riemer Krisher – eine jungen unverheiratete Frau die mit 29 Jahren ermordet wurden. Sie lebte in Tschechien. Meine Familie kommt auch Tschechien und wurde 1946 aufgrund des Wahnsinns der Deutschen von dort vertrieben. Das macht mich gerade sprachlos und sehr traurig.
    Liebe Grüße dir aus dem Allgäu

  5. Sunni sagt:

    Danke für den Hinweis! Und gute Besserung!
    Meine Erinnerungsverbindung ist:
    Olga Elke Rotershtein

    Olga Elke Rotershtein

    Olga Elke Rotershtein was born in Olgopol, Ukraine (USSR) to Luzer and Khaika nee Levinson. She was a student and single. Prior to WWII she lived in Olgopol, Ukraine (USSR). Olga Elke was murdered in the Shoah. This information is based on a Page of Testimony submitted by her niece.

    More information about Olga Elke Rotershtein

  6. Marion sagt:

    Liebe Christiane,
    das ist eine liebevolle Initiative. Danke dafür.
    Ich gucke auch gerade wieder all die Dokus. „Die Menschheit ist ein Tier“, wie eine Überlebende sagte. Wie wahr. Es fängt oft schon im Kleinen an, z.B. in der Familie. Auch wenn man aufsteht und sich wehrt: irgendwann macht es müde.
    Wie dem auch sei: Am Montag beginne ich ein Praktikum in einer bilingualen Gesamtschule (englisch-deutscher Zweig; Französisch bieten sie nicht an, glaube ich). Bin sehr gespannt, denn das Motto lautet immer noch Vielfalt statt Einfalt!!!
    Übrigens habe ich mir extra das Frankreich-Magazin gekauft :-)

    • dreher sagt:

      Danke Marion! Auch für das Kaufen des Heftes (ich werde eine Umsatzbeteiligung aushandeln ;-) )
      Viel Glück für und Freude beim Praktikum!

  7. Nathalie sagt:

    Merci pour cette belle initiative, je garde la mémoire de Jakob Zichlinski tué dans ghetto de Warsowie. Amitiés provençales Nathalie