Les Galettes des Rois

Ich mache mal ein bisschen Blog-Recycling, manches kommt ja immer wieder… hier folgt nun ein Ausschnitt aus einem früheren Beitrag aus einem anderen Leben. Manchmal kommt mir das ganz unwirklich vor, dass ich das gelebt habe vor noch gar nicht allzu langer Zeit. Ich bin heute so froh, dass ich damals schon Blog geschrieben habe, und auch, dass es mein Buch gibt, weil es diese aussergewöhnliche Zeit dokumentiert. Sonst würde ich eines Tages denken, ich habe das alles nur geträumt…

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Heute ist Dreikönigstag, und in ganz Frankreich werden heute, richtigerweise müsste man sagen „ab heute“ die Galettes des Rois gegessen. Die Galette des Rois ist im Norden Frankreichs traditionell ein Blätterteigkuchen mit Mandelcreme gefüllt, im Süden ein runder brioche, sprich Hefekuchen, der mit kandierten Früchten und Hagelzucker verziert ist. Den Mandelcremekuchen gibts hier aber auch zu kaufen, oder er wird selbst gebacken, und er ist insbesondere bei Kindern beliebter, weil er so schön knatschig süß ist. Zum gekauften Kuchen gibt’s auf jeden Fall eine goldene Pappkrone, und in den Kuchen ist ursprünglich eine „fève“, also eine Bohne, eingebacken. Heute heißt das zwar immer noch fève, eingebacken ist aber eine der klitzekleinen provenzalischen Krippefiguren, eine der Santons.
Die Galettes des Rois isst man natürlich zu mehreren. Man is(s)t ja nie allein in Frankreich, und bei solchen Gelegenheiten natürlich auch nicht, entweder trifft man sich in der Familie oder im Freundeskreis, man teilt den Kuchen mit Arbeitskollegen oder mit den Nachbarn, auf jeden Fall, wo immer ab sofort Menschen zusammenkommen, bringt mindestens einer einen Dreikönigskuchen mit. Der Kuchen wird dann in so viele Stücke geteilt wie Anwesende da sind, oft entscheidet dann das jüngste Kind, wer welches Kuchenstück bekommt, und dann wird der Kuchen von allen gleichzeitig gegessen, und wer das Figürchen in seinem Kuchenstück erwischt (und sich nicht einen Zahn daran ausgebissen hat), ist der König für diesen Tag. Hurraaa!!! Er darf die Krone aufsetzen und gleich auch den nächsten Kuchen (oder auch eine Flasche Champagner) bezahlen! Und so geht das hier eigentlich den ganzen Januar durch: Jeden Tag gibt irgendwo jemand eine Galettes des Rois aus. So geht das bis zu Maria Lichtmess Anfang Februar, dem Chandeleur, da werden dann überall Crêpes gebacken…

hier ein ganz anschaulich bebildertes Rezept für die frangipane-Galette, falls Sie sie backen möchten, den Blätterteig kann man natürlich auch schon fertig kaufen, die frangipane-Creme auch (hier zumindest) …

http://www.meilleurduchef.com/cgi/mdc/l/fr/recettes/galette_rois_ill.html

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2 Kommentare zu Les Galettes des Rois

  1. Ein toller Beitrag.

    Ich war an meinem ersten Frankreich Urlaub zufällig genau am DreiKönigsTag dort und mir wurde in einem Gasthaus dieses Gericht förmlich „aufgezwungen“.
    Owohl ich eigentlich etwas anderes probieren wollte lies der Kellner nicht locker und empfahl mir diese Galettes – es war hervorragend und ein wunderbarer Nachmittag!

    Vielen dank dass du mir das in Erinnerung gerufen hast!

    • dreher sagt:

      lieber Georgio-Crepes-maker… ist das noch ein Kommentar oder schon Spam? fragt sich und dich
      Christjann

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