Robert

… und noch ein Blog-Recycling, nein, soll keine Gewohnheit werden, aber Robert, der im wahren Leben natürlich nicht Robert heißt, der älteste Einwohner von Chateauneuf, le doyen, ist heute morgen für immer eingeschlafen. Er wurde 102 Jahre alt. Er war nicht krank und noch hellwach im Kopf. Er ist einfach gestorben, weil er am Ende seines Lebens war. Er wird fehlen auf seinem Sofa in der Küche des alten Hauses…

Ich sah ihn das letzte Mal am Weihnachtsmarkt-Wochenende, er war noch ganz vergnügt, seine Äuglein funkelten, und er drückte mir zwei fette Schmatzer auf, als ich mich zu ihm hinunter beugte, denn aufspringen vom Sofa, wie früher, konnte er nicht mehr. Auch das Zigaretten drehen fiel ihm zunehmend schwer, so dass er sich von jedem, der vorbeikam, einen kleinen Vorrat drehen ließ.

Ich hatte kurz vor seinem hundertsten Geburtstag einen Text über ihn geschrieben, den ich hier in leicht gekürzter und etwas veränderter Form noch einmal veröffentliche. Wer ihn schon kennt und *gähn*, nicht mehr lesen will, muß jetzt wegklicken… …ansonsten  kann man hier weiterlesen

Kleine Fluchten – les petites fugues

So heißt ein Film, den ich vor vielen Jahren, ich war noch in der Schule, in einem kleinen Darmstädter Programmkino sah, das es schon lange nicht mehr gibt. Ein französischer Film natürlich, der fast stummfilmartig die kleinen Ausflüge eines Knechtes zeigt, der, nachdem er sozusagen das Rentenalter erreicht hat, sich unter den missbilligenden Blicken seiner Mitmenschen von seinem Ersparten ein Mofa gekauft hat. Glückstrunken und manchmal vielleicht auch Weintrunken und die Technik seines Mofas nur vage beherrschend, fährt er damit hügelauf und hügelab durch seine nähere Umgebung und fliegt dabei manchmal aus der Kurve, manchmal in einen Misthaufen, aber er ist dabei zutiefst glücklich! Ich müsste den Film vielleicht noch einmal wieder sehen, denn heute könnte ich ich ihn besser verstehen, damals fand ich ihn zwar irgendwie lieb, und hab ihn bis heute nicht vergessen, aber das Glück eines alten Mannes zu begreifen, der nie wirklich vom Hof seines Herrn wegkam, und der endlich die Zeit und die Möglichkeit hat zwischen, sagen wir, Kleinkummersdorf und Großkummersdorf hin- und herzufahren, kann ich erst heute wirklich verstehen.

Kleine Fluchten hatten wir gerade auch hier. Robert, der gestern hundert Jahre alt geworden ist, hat sich nämlich vorgestern selbst sein größtes Geburtstagsgeschenk gemacht, in dem er sich heimlich in sein fast ebenso altes Auto gesetzt hat und ein bisschen rumgefahren ist. Er hat den Moment ausgenutzt, als seine Tochter zum Pilze sammeln unterwegs war und sein schwerhöriger Schwiegersohn (immerhin auch schon Mitte siebzig) in seiner Werkstatt bastelte und offenbar nicht hörte, dass vor der Werkstatt ein Kleinlieferwagen gestartet wurde. Es ist Robert nämlich verboten zu fahren. Was ihn nicht hindert, doch immer wieder heimlich davonzubrausen. Im Winter vor drei Jahren mussten sie ihm schon die Batterie ausbauen, damit er nicht fuhr.

Robert ist hundert Jahre alt, er ist noch ganz klar im Kopf und abgesehen vom Autofahren hat er nur ein Vergnügen, nämlich auf dem Sofa vor dem Ofen zu liegen, ohne Unterlass kleine selbstgedrehte Zigaretten zu paffen, den Kater neben sich und den Fernseher vor sich. Robert hat den Ruf eines Frauenhelden, was einem, wenn man das wackelige Männchen mit dem Stock sieht, vielleicht ein Lächeln entlockt, oder ein kurzes hihi. Aber er selbst fühlt sich durchaus noch ganz männlich und springt wie eine Sprungfeder vom Sofa auf, wenn eine junge Frau hereinkommt (angesichts seines Alters sind wir ja alle jung), um bei den bisous auch ja der Erste zu sein. Und Robert ist in meine Freundin Martine verliebt. Meine Freundin ist knapp halb so alt wie er und sie könnte locker seine Enkelin sein, aber über den Altersunterschied sehen wir grosszügig hinweg. Martine lebte zwei Jahre in einem anderen Dorf an der Seite eines Mannes und kam jetzt allein wieder zurück. Als Martine damals das Dorf verließ, wurde Robert müde und krank und wollte nicht einmal mehr Auto fahren. Wir dachten damals, dass er den Winter vielleicht nicht überlebt, einen Zusammenhang mit Martine sah jedoch keiner, ein alter Mann wird wird eben irgendwann müde und krank. Seine Familie hat ihm damals dennoch den Lieferwagen, einen Peugeot 404, wieder hergerichtet, selbst vom TÜV wurde er abgenommen, weil es das einzige war, von dem sie hofften, dass es ihm Freude machen und Lebensmut geben könnte, um den Winter zu überstehen und um ihn im Frühjahr wieder hinauszulocken. Wirklich fahren lassen wollte ihn natürlich keiner mehr. Den Winter hatte er dann überlebt, raus ging er seither aber fast nicht mehr, und wenn, dann wirklich nur, um mal nach dem Auto zu kucken. Er setzte sich hinein, rauchte, machte aber zur Erleichterung aller keine Anstalten zu fahren. Und seit kurzem ist Martine wieder im Dorf und Robert ist wie ausgewechselt; alle denken, das Herannahen seines doch hohen runden Geburtstages habe ihn ein bisschen aufgeputscht, aber ich bin sicher, es ist Martine. Seit Monaten geht er kaum vor die Tür, aber neulich stapfte er durchs halbe Dorf, um die Gymnastikmädchen im alten Schulhof zu beobachten (die „Mädchen“ sind zwischen 9 und 79 Jahre alt!), zu denen jetzt auch wieder Martine gehört, und man sieht ihn jetzt öfters wieder unterm Nussbaum am anderen Ende des Dorfes sitzen, von wo er den Blick auf die Berge aber natürlich auch auf das Häuschen hat, in dem Martine jetzt wohnt. Tatsächlich folgte er ihr an einem ihrer ersten Tage hier im Dorf in ihr Schlafzimmerchen und bot an, gerne auszuhelfen, wenn denn Not an Mann sei.  […]

Und Robert fährt wieder sein Lieferwägelchen! Immerhin ist es ja fahrbereit. Jetzt ist seine Familie dann doch nicht einverstanden und es gibt immer großes Geschrei, denn Robert fährt bevorzugt auf unbefestigten Feldwege, piste heißt das hier, und sind die Sträßchen hier schon eng, so sind es les pistes noch einmal mehr, sie sind gerade so breit wie ein Auto und an einer Seite gehts in der Regel steil bergab. Aber vorgestern nachmittag ist er dann mal wieder ausgebüxt. Eigentlich wollte er eine Tour mit Martine machen, aber alle Überredungskunst nützte nichts, so dass er letztlich alleine eine Runde drehte und dann unterhalb des Dorfes zu der Obstbaumwiese fuhr, wo seine neunzigjährige Frau Birnen von den Bäumen rüttelte. So sammelten die beiden Alten Birnen und fuhren dann gemeinsam wieder nach Hause. On va se faire engueuler, sagte seine Frau, die befürchtete, dass ihre Tochter ihnen beiden den Marsch blasen würde, aber er winkte nur ab, na wenn schon, Spass hat’s gemacht. Sie rumpelten aber doch vorsichtshalber von der Hinterseite an den Hof heran und parkten das Auto heimlich wieder da, wo es stand, luden die Birnen ab, und dann wackelten sie, jeder von einer anderen Seite kommend, ein wenig zeitversetzt nach Hause. Dass alle im Dorf sie gesehen haben und von weitem das ruckelnde und ab und zu davonschießende Auto nervös beobachtet und zudem eiligst ihre Tochter alarmiert haben, war ihnen entgangen. Aber diese schwieg ausnahmsweise, als wisse sie von nichts, die beiden Alten sagten auch nichts, sie aßen abends nur mit roten Bäckchen und blitzenden Augen vergnügt ihre Suppe.

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Ich danke Herrn Skizzenblog für die wunderbare Zeichnung „Alte Liebe

und hier noch ein Häppchen Landleben: der Trailer des (übrigens schweizerischen) Films, nur ein kleiner Eindruck, leider schlechte Tonqualität…

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12 Kommentare zu Robert

  1. Pingback: Alte Liebe

  2. Olaf Möller (Hamburg) sagt:

    Herrlich – kleine Fluchten.
    In den Pyrenäen gab es in den siebziger Jahren (später vielleicht auch noch) jedes Jahr im Sommer eine Art kleine „Festivalwelle“, wo Musikkapellen durch die Lande zogen und in den Dörfern auf dem Wege am Wochenende Tanzmusik gemacht haben. Es gab dann Tanzböden auf dem Marktplatz, wo alle zugange waren, viel Rotwein und all das. Mit einigen „Roberts“. Und manch späterer Schwangerschaft. ;-)
    Es waren alle dabei, jung, alt, männlich, weiblich, „etrangers“ – alles. Mißgünstige verhärmte Witwen, herzliche generöse Autowerkstattbetreiber in öligen Overalls, Cafebetreiber, Bäckersfrauen und all das…
    Herrlich und unvergessen. So sehr menschlich und oft freundlich. Mit recht viel Herz. Lange her.
    Das wird es wohl nicht wieder geben.

    Alles schöne nach Cannes.

    • dreher sagt:

      ach… schöner Kommentar… danke!

      alles Schöne nach HH

      • Olaf Möller (Hamburg) sagt:

        Liebe Christjann,

        das habe ich sehr gerne geschrieben, weil es eine schöne Erinnerung ist. Die mich auch nach all den Jahren immer mal wieder in ruhiger Stunde umtreibt.
        Sigh… Den Duft des Hauses werde ich wohl immer wieder in der Nase haben – altes Holz, Kamin, Knoblauch…
        Der Vermieter des Häuschens, von dem ich geschrieben hatte, hieß Jimmy, war US-Amerikaner, der (als Soldat) nach dem zweiten Weltkrieg in Südfrankreich geblieben war. Er hatte dort geheiratet (seine Frau hieß Marcelle, wir haben sie nicht mehr kennenlernen können, weil sie nach längerer Krankheit leider verstorben war – eine sehr schöne und nach seinen Erzählungen wunderbare Frau, er hat uns einige Fotos von der Hochzeit gezeigt). Er war ein guter Freund der Familie eines meiner WG-Freunde und ein Freund für uns, über Jimmy haben wir dann nach einem interrail-Besuch das Häuschen für damals 300 Ffr/ Monat über das ganze Jahr mieten können. Eben unser „Fluchtpunkt“.
        Wir haben dort renoviert, geackert, im Dorf geholfen, ganz der Landmann. ;-)
        Bei einem Waldbrand (etwa 1979) mit gelöscht, soweit es ging und all das. In gewisser Weise unsere zweite Heimat. Erwähnt in einer dortigen Lokalzeitung, als alles vorbei war. Und dann
        in den späten achtziger Jahren ging es auseinander („Beruf“ und all das „zivilisatorische“ – shit).
        That’s the way the cooky crumbles. Es ist in Ordnung, dennoch schade.
        Alles ist gut.
        Zugleich weich und sentimental.

        Grüße an Sie
        von
        Olaf

        • dreher sagt:

          wie schön! ich ging den umgekehrten Weg – erst der Zivilisationskram, dann der Ausstieg, mit Anfang 40, nach einer depressiven Midlife-Krise… Landleben in Frankreich ist heilend und erdend :)
          schön, es gelebt zu haben!

          viel Wärme, viel Licht nach HH
          Christiane

  3. Olaf Möller (Hamburg) sagt:

    Na ja – so ganz ohne „Zivilisation“ haben wir damals in den 70ern ja auch nicht gelebt.
    Studium, damals noch recht locker und ohne Bologna.turbo.verwertungsstreß (wir haben auch in anderen Fachbereichen als Gasthörer „gewildert“, ich hatte zu der Zeit eine Berufsausbildung gemacht, erst danach ein Studium begonnen).
    Es ging ganz gut und ist auch eine Art von Bildung fürs Leben gewesen.
    Nebenher hatten alle drei gejobt und es war immer noch Zeit für das Häuschen in den Pyrenäen – im Sommer (Semesterferien) und auch Winter (so zwei/ drei Wochen). Wenn dann drei oder vier Leute (mit Gepäck) in einer Ente (!) oder einem R 4 (!) reichlich 1.800 km gefahren sind, dann wurde nach der Ankunft unten im Dorf noch das wesentliche (Baguette, Beurre, Salami, Fromage, Oliven, Tomaten etc.) eingekauft, das Haus klargemacht (Fensterläden und Fenster auf, gefegt, Staub etc. gewischt, Kühlschrank und Kamin gestartet), die Nachbarn begrüßt, kleine Geschenke oder vor Monaten erbetene Mitbringsel überreicht und dann übermüdet noch gut gegessen. Dann lange schlafen, erwachen und das Leben konnte beginnen. Arbeitsteilig Holz hacken, weiteres einkaufen, die aktuelle Lage vor Ort bei den anderen erkunden, Kaffee und ggf. Likör bei den Nachbarn trinken und dann waren wir „da“.
    Eine Art zweiter Heimat, die uns über Jahre so sehr gut getan hat.
    Tja, so war das damals.

    Beste Grüße
    aus
    Hambourg

    P.S.: Schöne Fotos – ich kann die Möven hören und das Meer riechen…

    • dreher sagt:

      ach, freut mich, dass Sie hier petit à petit Ihr franssöhsisches Leben erzählen :) das ist immer noch so, das Ankommen und „das Erwachen heiterer Gefühle bei Ankunft auf dem Lande“ (Beethoven, glaube ich, die 6.) — wir haben nur 130 km bis in die Berge und zum einsamen Haus in der anderen Ecke von Südfrankreich, aber es ist genau so :)

      liebe Grüße!
      Christjann

  4. Olaf (Hamburg) sagt:

    Liebe Christjann,

    erlauben Sie mir die Anmerkung, daß meine Kommentare zu Ihren schönen Worten dem ursprünglichen Eintrag gewidmet waren, nicht dem, der jetzt ergänzend/ aktualisierend den traurigen Tod von Robert mitteilt.
    Er hat wohl sein Leben recht herzlich und ausführlich gelebt. Wunderbar, irgendwann ist es einfach doch zu Ende. Mehr geht wohl nicht. Möge er – wo immer er sein mag – weiter liebevoll charmieren. Mit aktuell 55/ 56 Jahren kann ich ja noch ein wenig hoffen. ;-)
    Ja – mein einige Jahre währendes „französisches Leben“ in den 70/ 80 er Jahren war/ ist eine wunderbare Erfahrung. Und es freut mich, daß Sie auch das das so schöne „‚Erwachen heiterer Gefühle bei Ankunft auf dem Lande‘ (Beethoven, glaube ich, die 6.)“ – eine herrliche Assoziation ! – kennen. D.i.e Erlösung nach etwa zwei Tagen im Auto über 1.900 Kilometern.
    Hier Ihre Hymne dazu mit allem Dank für Ihre Erinnerung daran:

    http://www.youtube.com/watch?v=tcSuSk4d6Gs

    Es trifft recht genau: Wir nähern uns in Südfrankreich nach langer täglicher/ nächtlicher Reise über Autobahn/ Landstraße den bekannten letzten Punkten der Route, die wir schon mehrfach passiert haben und an die wir uns so leicht erinnern, gleich kommt die Brücke über den xxx, da hinten sind die ersten Berge zu sehen, ah ja, der Kreisverkehr in St. yyy. 10:00 Uhr, die Sonne scheint. Cafe ? Ja – mit Croissant, letzte Pause.
    Dann noch eine knappe Stunde (mit brömmbrummpöttelklonck) der Ente. 2 CV in rot.
    Haah, ja ! Der Fluß, der Bahnübergang, noch etwa zwanzig Minuten – ja, da ist St. Paul de F., jetzt es geht noch einige Kilometer schnurgeradeaus, kurz nach dem zweitem Bahnübergang geht es links aufwärts ab in die Berge. Ob das Haus noch „da“ ist (man weiß ja nie…) ? Vorher Baguette, Beurre, Salami, Käse und Oliven etc. gekauft. Und vorsichtshalber schon einmal noch 15 Liter Damals.oktan.egal.die.Ente.brummte bei der elf-Tanke (Dorfwerkstatt) getankt.
    Das Haus ist noch da. Unbeschadet. Natürlich, wo sollte es auch sonst sein ? Das Herz schlägt befreit – es ist da.
    Zu Hause.
    Die heiteren Gefühle sind längst erwacht…

    Soo viel mehr gibt es wohl nicht zu berichten.

    Alles Gute nach Cannes –
    hier gibt es jetzt gleich richtig guten Grünkohl,
    tres norddeutsch… Es wird kalt über Nacht.

    Olaf

    • dreher sagt:

      Lieber Olaf,
      ja, natürlich geht es oben in meinem Text um Robert — der in den letzten Jahren so verfroren war, dass die Küche immer total überheizt war und alle anderen mit hochrotem Kopf da saßen und sich die Winterpullover vom Leib rissen… seine Frau Maria ging immer brummelnd raus, weil sie diese Hitze nicht aushalten konnte, sie die sommers wie winters fast nur im T-Shirt draußen herumläuft — und jetzt ist es ihr kalt, der Maria, zum ersten Mal ist es ihr kalt, obwohl die Küche immer noch ordentlich warm ist… so viel gemeinsam gelebtes Leben, nicht nur froh, aber doch immer zusammen… er fehlt ihr.

      Ich höre Beethoven, während ich schreibe, danke dafür! Und Ihre Erinnerungen passen doch so zu Robert und seinem Leben. Was ist aus dem Haus geworden?

      Schöne Grrrrüße in das bannig kalte Hamburch,
      hoffe, Sie habens warm!

      Christjann

  5. Olaf (Hamburg) sagt:

    Hallo liebe Christjann,

    ja – das Haus dürfte wohl noch stehen, einer von uns dreien hat es weiter gehalten. Wie lange und ob jetzt noch, weiß ich nicht, im Laufe der Jahrzehnte hat sich (auch regional) einiges auseinandergelebt. Wie es oft so ist.
    Die Region hat sich in den achtziger Jahren m. E. nicht zu ihrem Vorteil entwickelt (wobei so etwas für Außenstehende natürlich immer leicht zu sagen ist).
    Neben der schon ewig vorhandenen kleinen und nicht übermäßig intensiv genutzten Landstraße, die im Tal einem kleinen Fluß folgt (daneben eine kleine Bahnlinie), wurde parallel dazu am Berghang entlang – einige hundert Meter darüber – eine weitere Straße in die Bewaldung mit Bulldozern etc. regelrecht hineingebrochen oder auch -geprügelt. Unmengen von Bäumen und Büschen wurden gerodet und die Stämme einfach hangabwärts hingeworfen. Ein eher schmerzhafter Anblick. Diese neue Straße soll mit EU-Mitteln finanziert worden sein und stellte einfach keine neue Verbindung zu/ zwischen den Orten dar, schien insgesamt eher sinnlos. Ob das „Strukturförderung“ war, weiß kein Mensch so richtig.
    Auch sollte der „Tourismus“ gefördert werden, wobei diese Region ihren Reiz (für uns und auch andere) eben deshalb hat(te ?), weil sie so wunderbar ruhig und abgelegen war – ein Paradies für Städter, die dem dortigen Trubel und Gelärme entkommen wollten.
    Wie die Menschen dort das alles jetzt wahrnehmen und ob ihnen das alles tatsächlich nutzt oder ob dort „Investoren“ sich breit gemacht haben, kann ich Ihnen leider nicht sagen, ich war seit 1987 nicht mehr dort.
    Aber es lebt in meinen Erinnerungen fort. Und die kann mir niemand nehmen, wenigstens das.
    Hier ist es knapp über null Grad C, eher grau und trübe, regnerisch.
    Noch nicht einmal richtiger Schnee…

    Beste Grüße
    aus
    Hamburg

    • dreher sagt:

      ach ja, kenn ich, hier gibt es auch gigantische Brücken über kleine Flüsschen, die nirgendwohin führen… das ist das „lieber Bürgermeister, ich schieb dir einen Umschlag rüber, wenn du mich hier was Großes bauen lässt-Phänomen“, das es in Abwandlungen immer und überall gibt… seufz…
      behalten Sie’s im Herzen, wie es war!
      ein paar Sonnenstrahlen nach HH
      Christjann

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