Herbst-Neuigkeiten aus aller Welt

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Ach, ach, ach … ich weiß überhaupt nicht, wo ich anfangen soll. Eigentlich müsste ich mal in Ruhe die letzte Woche, die ich in Deutschland verbracht habe, Revue passieren lassen – aber so viel anderes blieb ungesagt in all den letzten Wochen, über das ich auch immer noch sprechen wollte, und kaum komme ich wieder nach Hause, überrascht mich die Titelseite von Nice Matin mit der glücklichen Botschaft,

dass das monegassische Fürstenpaar nicht nur ein fürstliches Baby sondern sogar fürstliche Zwillinge erwartet! Hurra!, rufe ich aus vollem Herzen, endlich eine gute Nachricht, bei all den Kriegen und Ebola und all dem Regen, der hier im südlichen Frankreich wieder für Überschwemmungen sorgt. Und die Frage, die mich und uns jetzt natürlich beschäftigt ist, ob es zwei Jungen oder zwei Mädchen werden, oder gar ein Pärchen, und die allerallerwichtigste Frage ist: wer wird Thronfolger von den beiden fürstlichen Babys?

Der ganze Spätsommer bestand ja aus einer Aneinanderreihung unglaublich wichtiger Events: Madonna feierte ihren 56. Geburtstag in Cannes, Brad und Angelina haben im Nachbardorf heimlich geheiratet, BB wurde achtzig und feierte im kleinen Rahmen in St. Tropez und ließ sich zur Feier des Tages dort mal wieder am Hafen sehen und dann auch frontal fotografieren (für ein langes Interview im Fernsehen hatte sie nur erlaubt, dass man sie von Weitem und im Profil sehen konnte!). Und Georgieboy ist nun auch unter der Haube, hach, wer hätte das gedacht! Jetzt brauchen sie vermutlich einen neuen Nespresso-Botschafter, denn Amal wird es nicht mögen, wenn sich auf allen Dachterrassen der Welt weiterhin hunderte von Frauen kreischend auf ihren Gatten werfen … wie dem auch sei, ich hätte schick von einer Feier zur nächsten hoppsen können, aber ich blieb brav am Schreibtisch sitzen und schrieb und schrieb. Genau wie Valerie. Ich weiß nicht, ob Sie das in Deutschland mitbekommen haben, aber Valerie Trierweiler, gekränkte, weil betrogene und letztlich verlassene Präsidentenlebensgefährtin, hat ein ganz wichtiges Buch geschrieben, mit dem leicht zickig klingenden Titel „Merci pour ce moment“ und darin aus dem Nähkästchen geplaudert. Wer also wissen will, was Valerie gefragt hat und was François geantwortet hat und was Valerie dann gesagt hat und was dann wieder François geantwortet hat und wie oft sie ihn angerufen hat und wie oft er gelogen hat und all diese unglaublich spannenden Dinge, der muss schnell noch dieses Buch lesen, das aber leider, leider trotz seines unglaublich explosiven Inhalts und seiner unzweifelhaft literarischen Qualität noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Aber vermutlich rissen sich die Literaturagenten jetzt auf der Frankfurter Buchmesse darum … immerhin wurde das Buch in Frankreich ein Bestseller! Innerhalb eines Vormittags war es vergriffen … So siehts aus. Die schmutzigen Socken von François interessieren uns alle brennend. Sonst macht er ja auch nicht viel, worüber man sprechen könnte, der Gute  … und nein, ich bin auch nicht für den wiederauferstandenen kleinen Ex-Präsidenten, aber ich frage mich wirklich, wo dieses Land politisch noch hinrudern will? An die Wand? Uuuuh! So endete der Sommer, und das Wetter war auch noch schlecht. Also besser als bei Ihnen vermutlich, aber schlecht für hiesige Verhältnisse. Es regnete immer wieder, das ist man hier ja nicht gewöhnt und die Temperaturen erreichten selten 30 °C. Schlecht eben. Und jetzt ist Herbst und es regnet schon wieder. Diesmal aber volle Kanne. Dieser Regen hat aber nichts mit dem nieseligen Regen zu tun, den ich letzte Woche in Deutschland erleben durfte, der Regen hier ist geradezu gewalttätig mit seinen Wassermassen und die Hälfte von Südfrankreich ist mal wieder abgesoffen.

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Ich aber war in Deutschland. Es war toll. Es gab Sonne, Kastanien, buntes Laub, Bucheckern, Kartoffelsuppe, den Geruch nach faulenden Äpfeln, Nebel, grauen Himmel und dann doch auch Regen. Ich liebte alles davon. Und ich war die meiste Zeit wie im Rausch und hatte viele, intensive Begegnungen und lange Gespräche mit Freunden, Familie und schreibenden Kolleginnen, erlebte schöne und gelungene Veranstaltungen und zuguterletzt dann noch die Buchmesse! Dort sah ich den Rücken von Hape Kerkeling, und in einer Traube von rennenden Journalisten soll gerüchteweise Helmut Kohl im Rollstuhl vorüber geschoben worden sein. So viel zu den Bestsellerautoren dieses Herbsts. Die Buchmesse war mir dieses Jahr, nach zehn Jahren Abstinenz immerhin und in der Zwischenzeit völlig aus dem literarischen Leben ausgestiegen, zu groß, zu viel, zu erschöpfend. Eine schreibende Kollegin hielt mir ganz stolz ein Buch unter die Nase, das ihr ein anscheinend berühmter Autor bei einer Presseveranstaltung gewidmet hatte; ich nickte freundlich. Ich habe bis eben keine Ahnung, wer der Autor ist. Ich las aber bei der Klappentexterin einen begeisterten Bericht über die Buchmesse, so kann es dort auch sein, so hätte ich es auch gern erlebt, aber ich war nur überwiegend müde und erschöpft, das kann aber auch daran gelegen haben, dass ich durch die vielen nächtlichen Gespräche und eine andauernde Überaufgeregtheit schon einen gewissen Schlafmangel angesammelt hatte. Jetzt, zu Hause, habe ich zwar das Wochenende durchgeschlafen, aber so richtig wach bin ich immer noch nicht, jetzt hingegen nur schon wieder sehr müde. Deswegen ist hier auch Schluss und alles, was mir noch im Kopf herumspukt, kommt ein andermal.

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9 Antworten auf Herbst-Neuigkeiten aus aller Welt

  1. Karin Pfeiffer sagt:

    So viele Neuigkeiten!
    Liebe Grüße, noch aus PLG. Sonntags gehts zurück nach Salzburg.
    Vielleicht sind wir zu Weihnachten da und melden uns. Jetzt hattest du ja zu viel zu tun und die Zeit ist so schnell vergangen.
    Bisous
    Karin

    • dreher sagt:

      Merci Karin, ja, tut mir wirklich leid, aber ich war so ein- und angespannt – der Sommer ging einfach so vorbei … hoffe aber, ihr habt Eure Zeit hier genossen! Liebe Grüße und vielleicht bis zum Dezember :)

  2. Marion sagt:

    Salut Du Liebe,
    schön, dass Dir Dein Deutschland-Trip gefallen hat. Auf der Buchmesse war ich noch nie, ist bestimmt ein Erlebnis. So, nun zum ebenfalls wichtigen Teil….:-) Von dem Buch der Trierweiler hat man auch hier viel mitbekommen, vor allem die Rede von den „Zahnlosen“ ist im Gedächtnis geblieben…:-) Olàlà, der arme Francois hat’s echt nicht leicht… Die neueste Meldung: Valérie hat ihre Freundinnen in einem exklusiven Club verhauen…:-)
    Ach so, apropos Bücher, ich hätte da einen Buchtipp für Dich, und zwar „Das Glück der blauen Stunde“ von Bertina Henrichs. Musste bei der Lektüre an Dich denken, denn es geht um das Leben an der Côte d’Azur bzw. in Sanary, und dort auch um die Exilschriftsteller. Es ist eine leichte, aber sehr wohlige, angenehme Lektüre und man hat natürlich gleich wieder Lust auszuwandern…:-) Von der Autorin kennst Du bestimmt „Die Schachspielerin“, wurde ja auch verfilmt. Sie ist Deutsche und lebt schon sehr lange in Paris.
    Hier ist das Wetter immer noch traumhaft „Indian Summer“-mäßig, nur ab und zu ein paar graue Wölkchen, aber der Regen hält sich noch dezent zurück.
    Ich wünsche Dir und Thierry ein schönes Wochenende.
    A bientôt
    Marion

    • dreher sagt:

      Danke für deine lange Antwort, Marion, hat es denn nun eigentlich geklappt mit dem Blog abonnieren? Und danke auch für den Buchtipp, klingt interessant – ich kenne noch nichts von der Autorin – ich habe mir aber gerade viel Lesefutter aus D mitgenommen, das muss erst abgearbeitet werden ;-)
      Valérie hat sich natürlich nur mit Ex-Freundinnen geprügelt, nicht mit Freundinnen – denn nachdem das Buch erschienen ist, das als Abrechnung mit der PS verstanden wird, müssen Parteizugehörige sich natürlich von ihr distanzieren, auch wenn sie ihr mal näher standen – blöd, wenn man dann auf einer festiven politischen Veranstaltung tanzt und keiner will mehr mit einem sprechen – das hat Valerie erbost … sie ist in Frankreich ziemlich unten durch, man macht sich nur noch über sie lustig – so sehr, dass sogar Hollande sich schon beschwert!

      • Marion sagt:

        Christiane, ich hatte den Feed abonniert, so dass unter „Feeds“ Dein Blog nun ebenfalls erscheint. Wenn man mit der Maus darüber fährt, erscheint in Klammern (0 neu) bzw. (1 neu). Wenn man den Link anklickt, kommt man auf eine Auflistung Deiner Blogbeiträge und muss dann nochmal klicken, um auf den Blog zu kommen. Also alles viel zu umständlich, vielleicht hab‘ ich es ja falsch gemacht? Gerade habe ich den Feed noch in meine Favoritenleiste kopiert, er steht jetzt direkt über Deinem normalen Blog-Link u. ich werde mal schauen, ob ich einen Unterschied feststelle. Ich glaube, es ist einfacher, wie gehabt Deinen Link über die Favoritenleiste anzuklicken. 2 Klicks und ich bin da und lasse mich überraschen.. ufff…. Was sagt denn Dein Webmaster dazu? So schwer kann das ja eigentlich alles nicht sein…:-) Aber ich hatte irgendwie gedacht, irgendwas würde aufblinken oder so, so verstehe ich den Sinn nicht, denn es sind ja sogar mehr Arbeitsschritte.
        Gute Nacht und liebe Grüße
        Marion

        • Marion sagt:

          P.S.: Wenn ich über den neuen Feed-Link in der Favoritenliste fahre, erscheint auch das (0/1 neu) nicht mehr. Ergibt irgendwie alles keinen Sinn…

          • dreher sagt:

            Hm :/ ich weiß nicht mal wo und was ein Feed ist – ich dachte, du bekämst eine Mail als Info, wenn es einen neuen Blogeintrag gibt – so läuft das bei mir bei einem von mir abonnierten Blog – aber ist wohl ein anderes System, ich werde mal meinen Webmaster ansprechen …

  3. Evelyn Kerry sagt:

    Hm! In D-Land war ich schon ewig nicht mehr. Mein Geliebter macht mir zwar Druck, ich will aber nicht, schon gar nicht im November! nee, das brauch ich nicht, zumal hier einfach g… Wetter ist. Sonne satt, unglaublich blauer Himmel, die Schafe bimmeln gerade vorbei, warum soll ich dann von hier weg?
    Valerie und François interessieren mich auch nicht besonders. Muss man bekannt sein, die Geliebte von Präsidenten werden, um Bestseller zu schreiben?
    Dann werde ich das nie schaffen, allerdings strebe ich das auch nicht an.
    Da interessiert es mich doch wesentlich mehr, was du geschrieben hast.
    Hoffe, das Wetter bei euch hat sich berappelt. Kein Cevegnoldrama mehr, aber dafür seid ihr ja eh zu weit östlich.
    Salut aus den Ps
    Eve

    • dreher sagt:

      Naja, Eve, ich hoffe, meine Ironie kam durch, ich finde das Buch von Valerie sehr fragwürdig. Aber „Best-seller“ heißt ja auch nichts anderes, als dass es sich gut verkauft, von Qualität ist nicht die Rede. Schlimm finde ich daran, dass sich alle auf so ein niedriges Niveau begeben, schreibend, kaufend und lesend!
      Und nein, hier kein Wasserdrama, alles wieder im Lot, fast sommerlich. Viele Grüße von Ost nach West!