Madeleines

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Es wird doch auch Herbst hier – sieht zwar nicht so aus, weil hier kaum buntes Laub herumliegt und die Sonne tagsüber so schön scheint, dass die Touristen noch immer mit Flipflops durch die Stadt laufen, aber ich kann Ihnen bestätigen, dass es frisch wird. Die Jahreszeit ist tückisch, morgens (und abends) sind die Temperaturen einstellig, so dass man sich mit Jacke und Schal ausstattet, tagsüber ist es in der Sonne dann so warm, …

dass man alles von sich wirft, aber kaum läuft man durch den Schatten, ist es kalt und kommt ein bisschen Wind dazu, hat man schwupps Halsweh und schon ist man erkältet. Den Cannois oder besser die Cannoise erkennen Sie daher daran, dass er bzw. sie bereits Wintergarderobe trägt. Sehr angesagt ist in der jüngeren Generation (weiblich) gerade die Variante: sehr kurze Shorts, eine schwarzgemusterte Strumpfhose und halbhohe grobe Stiefel.

Seit ein paar Tagen werfen wir also abends die Heizung an, und gestern wurde das Sommerleintuch, das in den letzten Wochen peu à peu mit ein, zwei, und am Ende drei Decken angereichert worden ist, gegen das Winterdeckbett ausgetauscht. Es wird Herbst, es wird früher dunkel und der Trend geht zum Nachmittagstee. Und wenn Sie Proust gelesen haben, wissen Sie sich vielleicht, dass in einem seiner Werke der Ich-Erzähler Madeleines in seinen Tee tunkt … (an dieser Stelle ein kleines Augenzwinkern für Jasmin!), der sich dann beim Geschmack der Madeleines an seine Kindheit erinnert …

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Ich habe also Madeleines gebacken, damit wir an kühlen Herbstnachmittagen etwas zum in den Tee tunken haben, oder in den Kaffee oder auch einfach so. Von einer treuen Leserin bekam ich ein langjährig erprobtes Rezept (merci, Jasmin!), erwarb eine entsprechende Backform und legte los. Und während ich die Madeleines im Backofen überwachte, las ich im Internet über die Geschichte der Madeleines nach (sie kommen aus Commercy) und las andere Rezepte und merkte, dass es eine Kunst ist, richtige Madeleines zu backen – sie müssen auf jeden Fall diesen kleinen Hubbel kriegen und dürfen nicht zu süß sein. Ob man die Unterseite dann mit Schokoladenguss anreichern will, ob man Honig hinzufügt, oder Rum, oder Fleur d’Oranger (Orangenwasser) oder Vanille oder all die anderen Varianten, die einem in Rezepten angeboten werden, das liegt an einem selbst, am Geschmack und an der Konsistenz die man sucht. Ich war kurzzeitig etwas angespannt, ob der ungeahnten Schwierigkeiten, die sich einstellen könnten, zudem  ich vorher noch nie mit einer Silikonform gebacken hatte; ich hatte diese schlabberige Form nur gekauft, weil es nichts anderes gab, aber siehe da, meine kleinen Madeleines wurden perfekt, einfach so! Und die Silikonform ist klasse!

Ich verlinke Ihnen noch eine Seite, über die ich bei der Madeleine-Recherche gestolpert bin. Dort gibt es ein nettes Filmchen: Aurélie vorbereitet ‚eute MadeleinesTrès charmant!

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2 Responses to Madeleines

  1. Christiane sagt:

    Oh was für schöne Idee: Madeleines selbst backen :-) Das werde ich auch ausprobieren. Der Text über die Madeleines mit Lindenblütentee aus „Du côté de chez Swann“ hat mich schon im Franz-LK begeistert und auch heute, Jahrzehnte später, liebe ich die Madeleines mit ihrem Knubbel in der Mitte.
    Die Madeleines auf dem Foto sehen wunderschön aus. Und die Website der charmanten Französin ist auch wunderbar. Danke für die schönen Anregungen!

    • dreher sagt:

      Danke Christiane, das freut mich ja! Ich bin auch noch ganz begeistert und muss bald wieder welche backen – und Aurelie finde ich auch süß: „heute vorbereite ich Ihnen Madeleines“ :-)