Il va falloir beaucoup beaucoup beaucoup d’amour

amour

Ich bin fassungslos. Gerade erst von den Attentaten in Paris erfahren. SIEBEN Attentate in Paris, während ich friedlich schlief. Noch weiß ich nicht, was alles passiert ist und starre wie gelähmt auf die Bilder im Fernsehen. Über 120 Tote. Etwa 200 Verletzte. Quel horreur. Ich weine vor lauter Schrecken. Ich weiß noch nicht, ob ich wirklich „Pray for Paris“ posten will. Joan Sfar schrieb (in etwa) „wir brauchen keine Gebete und nicht noch mehr Religion. Wir brauchen Musik, Küsse, Leben, Champagne und Freude“. Ich glaube, wir brauchen vor allem sehr, sehr, sehr viel Liebe.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Kommentare zu Il va falloir beaucoup beaucoup beaucoup d’amour

  1. Birgit sagt:

    Bin einfach fassungslos. Ich umarme dich und alle friedliebenden Franzosen. LG Birgit

  2. Marion sagt:

    ohne Worte

  3. Beate Zinke sagt:

    Où est-il, le bon Dieu?

  4. Gross sagt:

    „Wir brauchen keine Gebete und nicht noch mehr Religion. Wir brauchen Musik, Küsse, Leben, Champagne und Freude“
    Mir fällt es schwer, zwischen Werk und Autor zu trennen. Mir geht es immer so, dass ich mich mit dem Werk auch in den Autor verliebe. Wie könnte man Joan Sfar nicht lieben? Und dann lese ich einen Kommentar von ihm, der klingt wie von einem maulenden 12-Jährigen den die Mutter von der Spielkonsole wegruft…Wenn man H.G.Wells „Zeitmaschine“ kennt, fühlt man sich vielleicht an einen „Eloy“ erinnert, den die „Molocks“ nur insoweit stören, als sie ihn aus der Sonne holen oder gerade aus dem Geschlechtsakt herausreißen. Und man fragt sich: „Hat der Mann denn gar nichts im Kopf?“ das ist enttäuschend. Und geht man noch einmal davon aus, dass der Mann (vermutlich) gar nicht zu den Allerdümmsten gehört, ist es erschreckend für die Demokratie.

    • dreher sagt:

      Es ist interessant zu sehen, was passiert, wenn man ein Zitat nicht mehr im Kontext liest: Es wird verzerrt und klingt plötzlich falsch. Dass man den Kontext aber schon nach drei Wochen nicht mehr versteht, stimmt mich auch nachdenklich. Sfar ist einer der wenigen, der sich seit den Anschlägen auf Charlie Hebdo im Januar immer wieder kritisch zu Wort meldete und nicht aufhörte zu mahnen, als alle Politiker wieder ihren kleinen Alltag lebten und nichts, aber auch gar nichts von den so vollmundig verkündeten Reformen und Änderungen (in den Banlieues und anderswo) umgesetzt wurde. Joan Sfars Zitat kann nur im Kontext richtig verstanden werden: Dieser Auszug eines mehrteiligen auf Twitter veröffentlichten Zitats ist eine der ersten Reaktionen unmittelbar nach den Attentaten vom 13. November, die mit dem Terror genau in das Herz des Pariser Lebens (oder Frankreichs) getroffen haben: Ausgehen, Tanzen, Lieben, Trinken, Feiern. Genau dieses „ausschweifende und sündige Leben“ sollte getötet werden. Joan Sfar und nach ihm noch viele andere riefen dazu auf, sich nicht vom Terror einschüchtern zu lassen, sondern weiterhin das zu leben, was das Leben in Paris (und Frankreich) ausmacht. Es war und ist ein Aufruf zum (widerständigen) Leben! Der Satz „wir brauchen nicht noch mehr Religion“ bezieht sich darauf, dass eine der ersten Facebook-Äußerungen nach den Anschlägen lautete „Pray for Paris“ und Sfar wollte verhindern, dass alle in diesen pathetischen Gebets-Chor einstimmten. Die Islamisten beten auch. Also hören wir auf zu beten und leben wir.

Kommentare sind geschlossen.