Two to Toulouse*

Saint SerninGanz schnell noch Toulouse. Unsere letzte Station. Hier wohnt Monsieurs Sohn seit ein paar Jahren, die Stadt war also unumgänglich. Ich war nach Bordeaux schon etwas erschöpft und sah einem neuen Stadtbesuch eher lustlos entgegen. Ich konnte mir auch nichts mehr merken, von dem was man mir erzählte, aber ich mochte Toulouse trotzdem sofort. Toulouse ist wieder eine Backsteinstadt, aber der Backstein ist viel heller als in Albi. Toulouse heißt daher auch gern „la ville rose“, Albi hingegen „la Rouge“. Das Schöne aber sind die pastellblauen Fensterläden überall. Beides zusammen macht diese Stadt so hell und freundlich. Gerne noch einmal länger irgendwann.

Fassadenan der GaronnePastellorange und pastellGaronne Ufer

* „Two to Toulouse“, so beginnt ein Uralt-Witz, der bizarrerweise in meinem Hirn hängengeblieben ist. Witze kann ich mir in der Regel nämlich nicht merken und schon gar nicht erzählen. Abgesehen von ein paar Absurditäten à la „Was ist der Unterschied zwischen einer Elster?“ „Beide Beine sind gleichlang, besonders das rechte.“ Haha. „Two to Toulouse“ sagt ein englisches Paar am Fahrkartenschalter. Manchmal sagt noch ein zweites Paar „Two to Toulouse too“. Der Ticketverkäufer antwortet daraufhin „Tätäterätätä“. Haha.

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7 Antworten auf Two to Toulouse*

  1. Eva sagt:

    Cooler Witz! Heute sogar mit Smiley (ich halte Herrn Diehls Stirnrunzeln aus).
    Aber im Ernst: Toulouse ist toll. Warst du im Château d’Eau? Oder in der leeren Kirche, in der Thomas von Aquin liegt?
    Viel liebe Grüße,
    Eva
    PS: ab wann ermittelt eigentlich dein Commisaire wieder?

    • dreher sagt:

      Nein, Eva, nur in Saint Sernin, und natürlich sind wir wieder zu Bouquinisten gerannt. Ich war auch etwas erschöpft und dachte, wir sitzen sowieso nur mit der Familie am Esstisch, und habe mich daher nicht (mehr) wirklich (touristisch) vorbereitet. Aber ich fand die Stadt jung und leicht und weit. Nächstes Mal! Der Sohn hat gerade eine Wohnung gekauft, wird dort also bleiben.
      Und Monsieur le Commissaire meldet sich im Februar wieder!

      • Marion sagt:

        Ohhhh Toulouse! Dort habe ich vor 23 Jahren mein Erasmus-Semester verbracht! Viele schöne Erinnerungen! Und da ich so begeistert war, wurde es auch Thema meiner Diplomarbeit… Seitdem war ich leider nie wieder dort, wird aber nachgeholt irgendwann…

        • dreher sagt:

          Wie schön! Da war ich ja auf deinen Spuren unterwegs … Biscarosse, Toulouse … Das bisschen, was ich von der Stadt gesehen habe, gefiel mir gut, sie schien mir „leichter“ als Bordeaux, wenn ich das mal nach einem schnellen Durchhuschen beider Städte so sagen darf, aber es ist ja immer ambivalent, nochmal an Orte zu fahren, wo es „damals“ so schön war, ich habe das mal mit Siena erlebt, das war beim zweiten Mal eine Enttäuschung. Muss ja aber nicht zwangsläufig für Toulouse gelten –

  2. Ohhh Toulouse! Nein, unbedingt wieder hinfahren, und unbesorgt. War 1980/81 ein Jahr lang dort und habs geliebt, 2010 das erste Mal wieder, und es war mindestens so schön, nein schöner leichter lebendiger; reicher auch, aber immer noch voller Flair und Temperament.

    • dreher sagt:

      Merci Margrit, das muss jetzt nur Marion auch noch lesen :)

      • Marion sagt:

        Hier bin ich …;-) Danke Margrit, das werde ich auch eines Tages tun! Bisher war ich eigentlich nicht enttäuscht, wenn ich an Orte zurückgekehrt bin, wo ich mal gelebt habe (bis auf die Heimatstadt, das ist anders). Es stellt sich dann dieses Schwelgen in Erinnerungen ein und man sieht sowieso nur noch das Positive. Als „Tourist“ ist das ja auch leicht. „Damals“ war Toulouse noch recht grau und verschlafen, an blaue Fensterläden (Christjann) kann ich mich z.B. gar nicht erinnern. Ich mochte Toulouse aber auch lieber als Bordeaux, nicht so glatt, irgendwie charmanter, auch durch den roten Ziegelstein. Es ist halt eine Mischung aus atlantischem und mediterranem Flair. Allerdings habe ich von Bordeaux nur einen kurzen Eindruck bekommen.