Blut an den Wänden oder Bouquinisten in Bordeaux

So, jetzt bringen wir aber mal den Bericht über den gefühlt schon soooo lang zurückliegenden Urlaub zu Ende, damit wir mit was anderem weitermachen können. Ich will ja eigentlich immer so viel schreiben und ich schulde auch noch Briefpost hier und da, falls Sie auf Post von mir warten, seien Sie gewiss, ich habe Sie nicht vergessen, aber der Arm tut beim Schreiben gleich wieder weh, so dass ich dachte, ein Päuschen könnte nicht schaden. Kam mir nicht ungelegen, denn, ehrlich gesagt, ich wollte auch mal „frei“ haben vom Schreiben und vom PC und vom Online-Sein. Dieses Bedürfnis können ja vermutlich nur noch andere schreibende Dinosaurier-Alte verstehen, die schon urzeitlich vor sich hinvegetierten, bevor es Computer und das Internet gab und die seinerzeit Uni-Hausarbeiten noch mit der Schreibmaschine getippt und dafür tatsächlich noch in verstaubten Bibliotheken in dicken Enzyklopädien Artikel gelesen und sie allenfalls fotokopiert haben. Ach, früher … nie hätte ich gedacht, dass ich auch mal so eine „früher war alles besser“-Litanei anstimmen würde. Nein, war es ja sicher nicht, und ich bin tatsächlich ein Internet-Junkie der anderthalbten Stunde. Trotzdem sperre ich mich ein bisschen gegen dieses ständig und überall präsent sein. Diese Tipperei stets und ständig und immer schneller. Whatsapp, Twitter, Snapchat. Twitter zum Beispiel ist gar nichts für mich. Da wird ja im Sekundentakt Originelles rausgehauen, dass ich immer nur staunen kann. Ehrlich, auch wenn ich hin und wieder irgendwo Lieblingstweets lese, da will ich gar nicht mitspielen, das ist mir zu anstrengend. Kinder habe ich ja auch nicht, deren originelle Aussagen sowieso den größten Teil der Twitterei ausmachen, wie mir scheint. Früher hieß sowas „Kindermund“ und man las es vielleicht hin und wieder in der Bäckerblume auf Seite 3. Die Bäckerblume habe ich gerade mal gegoogelt und wissen Sie was, dieses Heftchen meiner Kindheit gibts tatsächlich noch. Und schon wieder sind wir bei der guten alten Dinosaurierzeit. Die Überleitung zu Bordeaux ergibt sich so geradezu spielerisch, aber nein, nicht was Sie denken, Monsieur wollte dort nicht etwa lange gelagerten Wein erwerben, sondern die dortigen Dinosaurier-Bouquinisten aufsuchen, die, die noch nicht ausgestorben sind, zumindest, und er drängte schon kurz nach dem Austernessen zum Aufbruch. Ich hätte durchaus noch gerne ein, zwei Tage im Bassin d’Arcachon verbracht, selbst wenn das Publikum dort dem von Cannes sehr ähnelt: die grauhaarige Bel-Age-Generation wandert dort stramm durchs Watt oder radelt gemütlich die Küste entlang. Hätte ich trotzdem gerne gemacht, aber nein, wir waren schon zügig auf dem Weg nach Bordeaux.

Vor etwa zwanzig Jahren war ich dort schon mal, aber alles, was mir von Bordeaux in Erinnerung geblieben ist, war genervtes Autofahren und verzweifelte Parkplatzsuche. Das wird diesmal sicher anders, dachte ich, Autofahren in französischen Städten ängstigt mich ja nun nicht mehr. Wir suchten dann auch nicht verzweifelt Parkplatz, sondern abends ein freies Hotelzimmer, aber ich greife vor. Zunächst suchten wir Bouquinisten. Bei einem ersten (und nicht dokumentierten) Bouquinisten stolperte ich sofort über eine zweibändige BD/Graphic Novel über das Leben eines Werft-Arbeiters in Bordeaux während der deutschen Besatzung, mein stetes, düsteres Interessengebiet. Und Monsieur fand Ersatz für den einen oder anderen im letzten Jahr abgesoffenen Krimi. Nicht alle Bouquinisten, die Monsieur im Gedächtnis hatte, gab es noch, und mancher Laden sieht schon etwas abgewirtschaftet aus. Und innen etwas leer. Ich erstand immerhin L’Argot pour les Nuls. (Umgansgsprache für Dummies) Schon lange will ich einen Text über die Umgangssprache schreiben. Ein Anfang ist jetzt also gemacht, auch wenn ich das Layout dieser Buchserie grauenhaft finde und mir schon das Schmökern darin keinen richtigen Spaß macht.

Quai des livresEs gab aber auch Buchhandels-Neuentdeckungen. Ich nutzte erstmals mein Handy als Navigationssystem, das klappte prima, rödelte aber den Akku schnell leer. So kamen wir zu La Nuit des Rois (Die Nacht der Könige). Der Laden besteht aus mehreren hintereinander liegenden kleinen Räumen und bietet eher edlere Sammlungen an. Der junge und engagierte Besitzer konnte dann auch über den Verbleib eines anderen, großen Buchantiquariats Auskunft geben, das zumindest Monsieur verzweifelt suchte: Ausgestorben, natürlich. Das Dinosaurier-Schicksal.

La nuit des Roisauf der leiterNach dem Essen ließ ich Monsieur mit seinen Bücherschätzen in einem Straßencafé sitzen und suchte in der Innenstadt eine der drei französischen Filialen von OSKA. Sie kennen ja vermutlich mein Klamotten-Dilemma in Frankreich, das zieht sich ja in unregelmäßigen Abständen durch meinen Blog. OSKA ist deutsche Mode (in deutschen Schnitten und Größen!) in Frankreich. Hurrah! Ich war die einzige Kundin und probierte mit der supernetten Verkäuferin die ganze Winterkollektion durch. Was für eine Wohltat! Es gab letztlich zwei Hosen und ich war hochzufrieden.

Bordeaux fing gut an. Parkplatz hatten wir auch. Fürs Übernachten machte ich mir auch keine Sorgen, wir sollten bei einem Jugendfreund von Monsieur nächtigen. Der Jugendfreund war mir als Ex-Politiker und Teil der „gehobenen Bourgeoisie“ von Bordeaux angekündigt worden und ich schleppte für diese Begegnung zwei bessere Ausgehgarderoben mit mir herum, von denen ich hoffte, sie seien letztendlich nicht zu doll verknittert. Aber wir erreichten ihn telefonisch nicht. So versuchte ich am späten Nachmittag, mit dem kümmerlichen Rest meines Handy-Akkus, uns innenstadtnah ein bezahlbares Hotelzimmer zu suchen. Gab keins. Gar keins. Weder bezahlbar und auch sonst nicht. Wir setzten uns ins Auto und fuhren im Stop and Go-Feierabendverkehr durch Bordeaux und weder die ultramoderne Zugbrücke noch das wulstig aussehende neue Wein-Museum, La Cité du Vin, an denen wir vorbeischlichen, beeindruckten uns angesichts unserer dringlicher werdenden Suche bei einsetzender Dunkelheit. Wir tuckerten durch Bacalan, das Hafen- und Arbeiterviertel, von dem in meinem Bordeaux-BD die Rede war. Das ganze Gelände ist im Umbruch und wird in ein Wohngebiet umgewandelt, das immerhin schon 2025 fertig sein soll, aber noch ist alleOuvrier in Bordeauxs eine Riesenbaustelle voller gesperrter Straßen (Route barré) und Umleitungen (Déviation). Von einer dieser déviations erhaschten wir einen Blick auf die düsteren Reste der riesigen, bunkerähnlichen U-Boot-Basis aus viel Beton. Sie ahnen schon, wer das erbaut hat. Nirgendwo war bislang ein Hotel ausgeschildert und wir näherten uns schon dem Autobahnzubringer. In dieser lieblichen Gegend fanden wir dann endlich ein hässliches Betongebäude, vor dem, auf einem riesigen umzäunten Gelände, hunderte von LKWs parkten. Auf dem Dach des Gebäudes blinkte es Grün, über dem Eingang hingegen Rot. Restaurant stand da. Aha. Ein Fernfahrerhotel. Ich wartete auf dem Parkplatz und redete es mir schön und dachte, immerhin könnte ich so etwas erzählen, aber Monsieur kam schon mit resignierter Gesicht wieder heraus. Complet. Ganz in der Nähe solle es aber andere Hotels geben. Tatsächlich fanden wir einen neutralen weißen Kasten, hoch eingezäunt und umgeben von Ausfallstraßen. Die Situation erinnerte mich an eine Hotelsuche nachts in Bamako, seinerzeit mit meinem französischen Freund. Damals landeten wir weit außerhalb in einem Rot erleuchteten hotel de passe, einem Stundenhotel. Das einzige, was mitten in der Nacht überhaupt noch geöffnet hatte. Wir hatten dort eine eher schlaflose Nacht verbracht und uns in dem Zimmer mit vergittertem Fenster und Badezimmer ohne fließend Wasser vorsichtshalber eingeschlossen und den Stuhl, wie in vielen Filmen gesehen, mit der Lehne unter die Türklinke gestellt.

Ich sah den anonymen Kasten vor uns misstrauisch an. Es blinkte zumindest nirgends Rot. Und es gab ein freies Zimmer, das letzte, für 47 Euro mit kostenlosem Internetzugang. Drei Einzelbetten am Boden festgeschraubt mit exakt zehn Zentimetern Platz dazwischen. Ein kleines Duschbad. Ich suchte und schnüffelte kritisch herum, aber alles roch frisch und war sauber. Ich erwartete dennoch, nachts diverse Geräusche aus den Nebenzimmern zu hören. Was auch immer. Kam aber nichts. Es war ganz ruhig. Zum Essen fuhren wir jetzt aber nirgends mehr hin sondern futterten uns in einem Fastfood im benachbarten Gewerbegebiet satt. Am nächsten Morgen gabs Frühstück continental für 5 Euro. Gleichzeitig mit uns frühstückten dort drei Handwerker mit großen Kühltaschen, zwei junge Sportler, die sich ihr eigenes Müsli mitgebracht hatten, eine Familie mit drei Kindern und ein Ehepaar mit großem Hund.

870x489_cite-du-vin-a-bordeauxAuf dem Weg zurück in die Innenstadt ging es wieder vorbei am Wein-Museum. Ich mag moderne Architektur eigentlich, aber mit dem Gebäude des Wein-Museums hatte ich schon gestern beim Vorbeifahren so meine Schwierigkeiten. Aber ich trinke ja keinen Alkohol (mehr) und bin daher vermutlich Wein-Architektur-Banausin, denn, das habe ich nachgelesen, die unbekannte Form des Gebäudes soll die Seele des Weins darstellen: „Ce bâtiment ne ressemble à aucune forme connue parce qu’il se veut une évocation de l’âme du vin, entre le fleuve et la ville.“  Da ham Sie’s. Als Abstinenzlerin trank ich aber nirgends den wundervollen Bordeauxwein und das merkwürdig sich an der Gironde Garonne hinfläzende Museum hat mich ebenfalls nicht weiter interessiert.

Abcanneles-bordelaiser immerhin sind wir an einer dieser eher hässlichen Ausfallstraßen auf eine Cannelé-Bäckerei mit Direktverkauf gestoßen. Dort habe ich die berühmten Cannelés bordelais zum ersten Mal wirklich ganz frisch gegessen. Näherungsweise könnte man sie als „Gebackene Puddingküchlein mit Karamellkruste“ bezeichnen. Hmmm, die sind so was von lecker!

Dann gab es einen weiteren ergiebigen Buchhandelstag. Von außen eher schlicht, ist diese Librairie innen eher ein Disquaire. Ein Vinylplattenladen.

Librairie MicitaDer Besitzer kennt jedes Buch und jede Platte, die er hat. Ich kaufte eine der drei Carole King-Platten. Plattensammlung

Au Petit Coin heißt so viel wie bei uns das „stille Örtchen“ und ehrlich gesagt roch es in dem Viertel auch an jeder Straßenecke nach allen menschlichen Ausscheidungen. Das war bei der Namenssuche sicher nicht beabsichtigt. Innen drin aber roch es, wie in so vielen Antiquariaten, nur so ein bisschen Papier-muffig.  au petit coin

Die Bücher immerhin in edlen Weinkisten. Bordeaux, na klar.Bücher in WeinkistenIch entdeckte eine niedliche Handreichung aus den Sechziger Jahren für den Policier: Le Policier et les Jeunes. Wie soll man richtig mit Jugendlichen umgehen? Vor allem keine Vorurteile!, heißt es darin: Ein Hippie mit langen Haaren ist nicht unbedingt auch ein Krimineller oder Drogensüchtiger. Sieh an. Dies alles ist aber so amüsant illustriert, dass ich lange nicht glauben wollte, dass man das damals ernsthaft an Polizisten verteilt hat.

policier-et-les-jeunes kierkegaard

Wir aßen später in bzw. vor einer reinen und riesigen Comicbuchhandlung. Gibt ja alles.

Krazy Cat  Krazy Kat Kuchen

Ich lief dann noch ein bisschen durch die Stadt und fand einen schönen Park,

Park in Bordeauxund wieder meine geliebten Fußabkratzer, les décrottoirs. Die gab es zum Beispiel nicht in Arles und auch nicht in Nîmes. Vielleicht weil römische Städte schon so früh gepflastert waren?!

décrottoir weißdecrottoir blaudecrottoir KrautEs folgte tatsächlich ein zweiter Abend mit Hotelsuche (der Freund war noch immer verschollen). Ich war ja in der Zwischenzeit ganz begeistert von der nüchternen Ehrlichkeit „unseres“ Hotels, und wir fuhren zielstrebig ins Gewerbegebiet neben der Autobahn. Aber da wir nicht reserviert hatten, war diesmal sogar hier nichts zu machen. Ein große Medizinerkongress in Bordeaux hatte die Hotelzimmersituation zusammenschrumpfen lassen. Wir fuhren jetzt alle Hotels im nahe gelegenen Messegelände, euphemistisch Au Lac (am See) genannt, ab. Alles hässliche, funktionelle Kästen, ganz gleich in welcher Preisklasse. Aber alle ausgebucht. Complet. Complet. Complet. Wir bekamen das letzte Zimmer im Novotel, mit Seeblick immerhin. Angesichts des Zimmerpreises und überhaupt erschöpft, gingen wir wieder nicht aus, sondern picknickten mit unseren Vorräten auf dem Kingsize-Hotelbett und sahen fern.

Au LacNun, Bordeaux wird ja manchmal als Konkurrenz zu Paris gehandelt. Ich war auch dieses Mal nicht so wahnsinnig beeindruckt, trotz der Bouquinisten, trotz OSKA und obwohl wir die Quais entlang gefahren sind und ich dort allerhand von dem sah, was Hilke Maunder in ihrem Blog so schön zeigt.

Ich weiß nicht, woran es lag, dass mich diese Stadt erneut nicht in ihren Bann gezogen hat. Vermutlich standen wir einfach zu lange im Stop and Go-Feierabendverkehr in der Riesenbaustelle, und die Hotelsituation tat sicher ein übriges.

Der verschollene Freund hat sich übrigens, nachdem wir gerade eingecheckt hatten, überraschend gemeldet. Nein, sowas aber auch. Großes Missverständnis. Er sei untröstlich und lud uns am nächsten Tag natürlich zum Mittagessen ein. So kam meine Ausgehgarderobe doch noch zum Einsatz und zumindest Monsieur in den Genuss eines edlen Tropfens. Der Freund, ursprünglich kein Bordelais, erzählte von den Eigenheiten der diskreten Stadt, in der alles still und heimlich vonstatten geht. Personne ne dit rien, mais il y du sang sur les murs.

Ps: Falls Sie eher was Bordeaux-Begeistertes lesen wollen, mit Châteaux und lecker Essen und Weinprobe, möchte ich Sie gern zu Arthurs Tochter verlinken. Dort gibt es eine ganze Serie zu ihrer sehr aktuellen Reise durchs Bordeaux, und sie war auch im Wein-Museum! Voici Teil eins, zwei und drei. Danach sind Sie allein vom Ansehen der Bilder pappsatt

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14 Antworten auf Blut an den Wänden oder Bouquinisten in Bordeaux

  1. Marion sagt:

    Ist das Monsieur da auf der Leiter?
    Ja, Deine schönen Librairies wirken heutzutage schon wie aus der Zeit gefallen. Das ist doch alles noch gar nicht so lange her… Und gerade mit Frankreich verbindet man doch diesen nostalgischen Charme ganz besonders… Schnief…
    Du schreibst noch handschriftliche Briefe? Alle Achtung. Ich schreibe fast gar nichts mehr ohne irgendeine Tastatur. Manchmal komme ich mir schon richtig ungelenk vor, beim Schreiben meiner Einkaufsliste oder einer Weihnachtspostkarte. Ebenfalls schnief…Wir sind wohl tatsächlich schon Dinos…

    • dreher sagt:

      Jaha, ist er. Und ja, die Buchhandlungen sterben. Ich habe vor kurzem das Buch „In 60 Buchhandlungen durch Europa“ erhalten, das (erste?) Buch zum Projekt von Torsten Woywood (ich sprach davon weiter vorne in einem Text). Darin tragen Buchhandlungen, die er vor ein paar Monaten noch besucht hat, schon den Vermerk „In der Zwischenzeit geschlossen“. :(
      Ich schreibe viel und gern mit der Hand. Morgenzeilen und Tagebuch. Briefe immer weniger, aber hin und wieder versuche ich dem Tippen von Mails etwas entgegenzusetzen. Manche Themen gehen auch nicht als E-Mail finde ich.

  2. Eva sagt:

    Soso, die Seele des Weines….
    Ich habe sie mir bisher noch nie vorgestellt. Aber eines kann ich sicher sagen: so sähe sie für mich nie aus!
    Ich glaube, ich würde auch lieber Platten oder Bücher schmökern. Und Carole King ist zeitlos immer gut! Was sagt Monsieur dazu? Männer mögen das eigentlich nicht so sehr wie Frauen, habe ich gemerkt.
    Herzliche Grüße,
    Eva

  3. Micha sagt:

    Sehr schöne Bilder! Und ich weiß gar nicht, was ich mir als erstes rauspicken soll. Fang‘ ich mal damit an, dass es mich rasent interessieren würde, wie du dich in Frankreich (!) rausredest, keinen Alk zu trinken (du ahnst, warum ich frage… ach, ich sollte wirklich mal meinen Abstinenzler-Artikel fertig machen). Oder auch zum Andocken: leben ohne die Matrix – manchmal, zeitweise, immer wieder, als Phase… – dazu einfach ein schlichtes Ja! Wie eben auch zu Carole King… schon immer! Vielen Dank fürs Mitnehmen auf die Bordeaux-Reise – ich war gerne mit dabei!

    • dreher sagt:

      Oh, Danke Micha! Und Versprochen, ich schreibe demnächst etwas über das Abstinentsein in Frankreich. Sehr schwierig! Gerade am letzten Wochenende schon wieder so etwas wirklich Ärgerliches damit erlebt *Augenverdreh*

  4. Uschi sagt:

    Liebe Christiane,
    vielen Dank für Deine weitere eindrucksvolle Reisebeschreibung und die schönen Bilder.
    Gute Besserung für Deinen Arm!!!
    Und – gönn Dir ab und zu ein paar Pausen. Sie werden Dir guttun.
    Und wenn ich mich eine Zeit lang nicht gemeldet habe, dann nahm ich mir einfach „online-Pausen“.
    Umarmung und liebe Grüße U.

  5. Liebe Frau Dreher,
    ich habe mir nun meine eigenen Berichte noch einmal durchgeschaut und bin schon wieder satt für den Rest des Tages. Mit ein paar Wochen/Monaten Abstand wird mir die Völlerei wieder so richtig bewusst – und über das dîner de gala (sagt man das so, ich kann ja kein Französisch) mit Alain Juppé habe ich ja noch gar nicht geschrieben. Das waren ungefähr drölfzig Gänge und unzählige Flaschen Wein.

    Wenn ich im Anschluss an mein jährliches Fasten immer noch wochenlang alkoholfrei lebe, wird mir jedesmal die pralle Sauferei um mich herum so richtig vor Augen geführt. Aber ich wohne ja auch so, dass ich praktisch über einen Winzer falle, sobald ich vor die Haustür trete. Ich glaube sogar, dass hier in Rheinhessen und gegenüber im Rheingau die Labore andere Blutwert-Grenzen für die Leberwerte ansetzen. Hausärzte bezeichnen hier kleine Überschreitungen gerne als „Rheingauer Werte“, will heißen: alles halb so wild :)
    Ich habe mal gelesen, dass Franzosen den Wein wirklich als Essensbegleiter sehen und die Deutschen ihn halt auch so in sich hineinschütten. Ist das so? Ich habe mir jedenfalls angewöhnt, es vermeintlich französisch zu halten und auf das Glas Wein einfach nur so, vor dem Fernseher oder ähnlich, zu verzichten.

    Übrigens: Projekt Bücher farblich sortieren: Sieht toll aus und klappt bei Kochbüchern erstaunlich gut. Ich habe allerdings auch ein stark ausgeprägtes fotografisches Gedächnis. Ich weiß, wie ein Buch aussieht, also finde ich es aufgrund der Farbe auch ruck zuck wieder. Im Schlafzimmer habe ich alternativ alle Bücher mal mit dem Rücken nach hinten gestellt. So habe ich eine Wand voll Papier. Sieht sehr sehr cool aus, aber dort etwas wiederzufinden, ist fast ausgeschlossen :D Ich werde bei Gelegenheit mal Fotos machen.
    Herzliche Grüße aus den Weinbergen!

    • dreher sagt:

      Liebe Astrid, ich warte ja schon auf den Eintrag über Herrn Juppé, den Bürgermeister von Bordeaux, das wissen Sie sicher (der Bürgermeister von Pau ist übrigens François Bayrou) und ja, diese Esserei und Trinkerei will genauso gelernt sein wie die Küsschengeberei und die Konversation bei Tisch (nie über die Arbeit!). Das war mir selbst gar nicht so bewusst, dass Wein hier nur zum Essen getrunken wird, stimmt aber. Vor dem Essen ist es der Apéro, wobei da manchmal auch ein Glas Rosé oder Weißwein getrunken werden kann, und danach, wenn man noch will, ist es ein starker Alkohol – Genre Cognac, Calvados etc. Aber abends vor dem Fernseher wird nichts mehr konsumiert, auch nicht geknabbert übrigens, man hat ja ordentlich gegessen.
      Ich freue mich auf die Fotos mit den Büchern! Bücher mit dem Schnitt nach vorne zu stellen, ist hier auch gerade angesagt, aber natürlich Kunst oder Deko (als Bettkopfteil, oder wie immer tête de lit auf Deutsch heißt). Wiederfinden will da niemand was. Liebe Grüße, Christiane