Frohe Weihnachten – Joyeux Noel

Noch ein paar Bilder aus Paris. Auch wenn es sich um einen Konsumtempel handelt, der Weihnachtsbaum und die Kuppel in den Galeries Lafayette in Paris sind beeindruckend.

Kuppel Galerie Lafaytte

Meine Weihnachtsbotschaft habe ich eigentlich schon im letzten Text verfasst, das war mir selbst gar nicht so klar, als ich es geschrieben hatte. Die Krippe steht, und heute Nachmittag war ich mit meiner atheistisch erzogenen „Enkeltochter“ auf einer Foire des Santons, und wir haben zusammen aus gefühlt hundert verschiedenen Ton-Krippefiguren-Serien in zig verschiedenen Größen und Farben mühsam die schönsten Drei Heiligen Könige ausgesucht; für meine Krippe versteht sich, denn in ihrer Familie gibt es zwar einen Weihnachtsbaum, aber eine Krippe gibt es natürlich nicht. Für meine Enkelin sind die Drei Heiligen Könige so etwas wie Märchenfiguren mit komischen Namen, und sie versteht nicht, warum sie dem Bébé Jesus so komische Sachen mitbringen. Was soll denn ein Baby mit Gold und Räucherstäbchen?! Das erklären Sie dann mal einem Kind, das keinen wie auch immer gearteten religiösen Hintergrund hat und schon hört sich das tatsächlich alles nach Märchen an.

Weihnachtsbaum Galerie Lafayette

Glauben, ph, macht das Kind, das ist doch alles erfunden. Sie hat zwar gerne mit mir drei Figuren ausgesucht, aber seit zwei Jahren will sie die Krippe bei der Urgroßmutter nicht mehr aufbauen. Meine Enkelin wünscht auch politisch korrekt alles Gute zu den fetes de fin d’année, den Jahresendfesten. Ich wünsche noch immer Frohe Weihnachten, habe aber doch gezögert, ob ich wirklich „frohe“ Weihnachten wünschen kann. Dann schaute ich, was ich letztes Jahr, geschrieben hatte, letztes Jahr, nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo und dem Bataclan, und siehe da, letztes Jahr war ich, trotz alledem doch noch positiver gestimmt, denn ich schrieb, wie mir heute scheint, sehr entschieden folgendes: Obwohl oder auch gerade weil dieses Jahr so schrecklich düster begonnen und noch düsterer geendet hat, wünsche ich Ihnen und all denen, die es feiern Frohe Weihnachten! Mögen es sternenhelle, friedliche und liebevolle Festtage für Sie und alle, die Ihnen lieb sind, werden. Voilà, ich füge dieses Jahr hinzu, ob Sie nun diese Geschichte mit dem Jesuskind glauben, ob Sie etwas anderes glauben oder gar nichts, ich wünsche Ihnen allen: Licht. Frieden. Liebe. Viel, viel Liebe.

Ich habe diesmal nur ein klitzekleines Video für Sie, das schon seit ein paar Jahren im Netz kursiert und das Sie vielleicht auch schon kennen, aber selbst wenn, man kann es sich gut und gerne noch einmal ansehen. Es ist auf Englisch, aber Sie verstehen das auch so, es geht um die Weihnachtsgeschichte, was auch sonst. Hier der Text, für den Fall, dass Sie irgendwann wissen wollen, was dieses Kind so ausdrucksstark singt, oder plötzlich Lust haben sollten, selbst zu singen.
Ich zumindest muss jedes Mal wieder lachen, und ach, das tut gut.


Ansonsten werde ich mir in diesen Tagen mal wieder „Love actually“ ansehen, „Tatsächlich … Liebe“ lautet der deutsche Titel. Kein neuer Film, sicher schon hundertmal gesehen, aber tut immer wieder gut. Falls Sie den irgendwo zu sehen kriegen, nur zu. Anbei (nur) der Trailer.

Dieser Text wurde in mehreren, unter anderem nächtlichen,  Etappen verfasst, und schon drei Mal in verschiedenen Varianten veröffentlicht, für den Fall, dass Sie sich wundern, und zuguterletzt, ach je, habe ich dabei, wie mir scheint, die Kommentarfunktion gelöscht. Es wird wirklich Zeit, dass dieses Jahr zu Ende geht.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten auf Frohe Weihnachten – Joyeux Noel

  1. Karin sagt:

    Liebe Christjann,

    Dir auch Frohe Weihnachten! Was um uns herum passiert ändert ja nichts an der Weihnachtsbotschaft, die von Hoffnung und Liebe spricht. Nur die „Ausführenden“ sprich die Menschen, sind halt leider etwas unfähig. Und ich beginne auch langsam zu begreifen, dass es diesen Idealzustand niemals geben wird, dass immer irgendwelche Idioten die Verwirklichung dieses Traums zu verhindern suchen werden. Aber wie man so schön sagt „Der Weg ist das Ziel“ und die Bemühungen zählen doch auch. Ohne das Schreckliche gäbe es nicht das Schöne, oder wir würden es nicht als solches erkennen. Ich drücke mich vielleicht etwas unklar aus, aber ich glaube, Du weisst was ich damit sagen will.

    Ach ja, Love Actually ist meiner und Tochters Lieblingsfilm und die Tradition will es, dass wir ihn an Weihnachten mindestens einmal ansehen. Dieses Weihnachten sogar zweimal, einmal in Deutsch und dann nochmal im Original, und wenn er dann nochmal in einem anderen Programm kam (wir haben viele deutsche Kanäle in unserem bouquet allemand!), haben wir nochmal den Schluss angeschaut, denn der ist einfach zu schön. Und zeigt uns, dass man niemals aufgeben sollte. Manche sagen schnulzig, ich sage, in Zeiten wie diesen baume au coeur – Balsam für die Seele!

    Alles Liebe und einen guten Rutsch Dir und Monsieur!

    Karin

    • dreher sagt:

      Genau, Balsam! Ich habe jatzt alle drei Sprachvarianten durch, deutsch, englisch, französisch :)

  2. Caroline Bahri sagt:

    Es gab den Film am Montag noch einmal im deutschen Fernsehen. Da mein Sohn in London wohnt, schaue ich den Film jedes Jahr über Satellitenschüssel an Weihnachten, so oft ich ihn irgendwo finde, um mich in London zu fühlen. Ich freue mich, dass es hier, in Cannes, noch jemand gibt, der so tickt.

    Vielen Dank und meine ganze Hochtung für Ihre Bücher, liebe Madame Cazon, sie beschreiben mit jedem Wort mein Leben in Cannes.

    Wenn Sie mich mal kennenlernen wollen, kommen Sie nachmittags zur place de l’Etang in Palm Beach. Da spiele ich jeden Tag das Bouleturnier. Fragen Sie nur nach Caroline…

    Ganz liebe Grüße
    Caroline Ulrike Bahri

    • dreher sagt:

      Oh, lieben Dank für das Kompliment, Christine und ich, wir fühlen uns geehrt! Und sieh an, noch eine deutsche Boulistin am Place de l’Etang, mir hat seinerzeit schon eine Gisela geschrieben, Sie kennen sich vermutlich?! Und eines Tages komme ich da mal vorbei, versprochen! Bis dahin liebe Grüße!

      • Caroline Bahri sagt:

        Na klar, kenne ich Gisela. Sie hat mir Ihr Buch geschenkt… Freue mich, Sie auf dem Platz kennen zu lernen. Dann trinken wir im Club einen Rosé Peche , den trinken die Damen hier sehr gerne.