Anschwimmen

Spiegeliung

Wir haben die Schwimmsaison eröffnet. Eher spontan, denn eigentlich laufen wir zur Zeit nur so kneippmäßig im Wasser, und es war recht frisch für mediterrane Verhältnisse. Aber es war so zauberhaft heute morgen am Strand und elle était tellement bonne, claire et fraîche, dass wir beide nach dem Laufen beschlossen, noch „richtig“ rein zu gehen. „17 Grad“ riefen sich die Wassertemperaturkenner danach zufrieden zu. Damit kann ich es jetzt aufnehmen mit all den Freiwasserschwimmerinnen.** Auch wenn ich nicht kilometerlang schwamm, sondern vielleicht nur so ein paar hundert Meter. Es gibt ja Forschungen zur Kältetherapie und denen glaube ich sofort, auch wenn ich noch nie in einer Kältekammer war, aber ich hatte heute im kalten Wasser wirklich das Gefühl, als habe mein Körper Glückshormone ausgeschüttet. Ich spüre das Glück ja selten pulsieren, ich muss es mir tatsächlich ganz rational auf einer Skala vorstellen, wenn ich wissen will, ob ich glücklich bin. Das Ergebnis ist erstaunlich positiv, gemessen daran, dass das Glück vor zwölf, dreizehn Jahren eher im Minusbereich angesiedelt war, und sich eher nach Un-Glück anfühlte. Aber heute morgen, während ich schwamm und auch danach und eigentlich auch jetzt noch, war mir so glücksjauchzend zumute. So lebendig. Wundervoll. Morgen wieder!

Davon kriegen Sie aber keine Fotos, ich zeige ungern meinen rundlichen weißen Körper, aber das Fischerboot bekommen Sie zu sehen, das uns inspiriert hat, nach dem Schwimmen auf dem Markt frischen Fisch zu kaufen.

Strand

Boot

Rosa

Himmel

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und weg

Rose

frischer fischRotbarben (köstlich!) und frische Erdbeeren (französische!) und Artischocken (cru!) zum Entrée.

La vie est belle! Schönes Wochenende Ihnen allen!

———————————————————————————————————— ** gerade nochmal nachgelesen, Journelle und die britischen Ladies schwimmen bei 7°C , in Worten SIEBEN GRAD – brrrr! Vielleicht schauen Sie sich den kleinen, ganz am Ende verlinkten Film bei Journelle an (oder hier): alle sagen, dass sie sich nach dem Kaltwasserschwimmen besser, gut, glücklich fühlen! (Bei 17 Grad Wassertemperatur ist das Glück vielleicht weniger stark, aber auch noch fühlbar :-) )

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18 Antworten auf Anschwimmen

  1. Mumbai sagt:

    Mutig! Gluecksgefuehl stellt sich u.a. dann ein, wenn man etwas aussergewoehnliches geleistet hat. Denke nicht, dass ich es jetzt schon wagen wuerde.
    Sicher schmeckte danach die Rotbarbe etc. doppelt so gut und schon
    la vie est belle…..uebrigens ein toller Film. Weiterhin happy weekend.

    • dreher sagt:

      Der Gatte meinte eben, es seien „Rougets“ gewesen, irgendeine bessere Variante der Rotbarben, ich konnte das nicht ermitteln, aber er war wirklich köstlich: festes Fleisch, viel Eigengeschmack!

      • Mumbai sagt:

        Dein Gatte koennte recht haben…die kleinere Variante sind die
        Rougets. Mag sie auch sehr, doch weniger die feinenen unzaehligen Graeten.

  2. Micha sagt:

    *lebendig – glücksjauchzend* – hach sehr schön! Weitermachen!
    Und ganz wunderhübsche Fotos auch….

  3. Vici sagt:

    hihi, also ich bin mir sicher, dass sich bei mir im kalten Wasser keinerlei Glücksgefühl einstellt.. im Gegenteil.. kaltes Wasser löst bei mir einen richtigen Ausschlag aus.. DAS wäre nicht fotogen… die Kombi „rundlich“ und „weiß“ lässt Glücksmomente zu… das sind Eier zu Ostern und süße Robbenbabies nämlich auch .. sei richtig glücklich und genieße die schöne Zeit ;)

    • dreher sagt:

      Du süsse Vici – du machst mich sprachlos – Eier, Robbenbabys … ich knutsch dich!

  4. Friederike sagt:

    Na, super. Erzählen Sie uns mehr davon. Ich halte Ihnen dann auch gerne morgen früh das Odenwälder Thermometer unter die Nase, das soll dann Null Grad anzeigen, sagt der Wetterfrosch.
    (Aber im Ernst: Hochachtung und Neid sind Ihnen versichert!)

  5. Marion sagt:

    Das Thema „Freiwasserschwimmen“ hatten wir doch vor kurzem…:-) Neuerdings wird mein Lieblingsfreibad nicht mehr richtig geheizt, da schwimme ich im Frühsommer auch teilweise bei solchen Temperaturen. Manche (eher die Langstreckenschwimmer) schwimmen da in Neopren. Das Wohlgefühl hinterher ist unbeschreiblich. Den Womens‘ Pond in London habe ich auch schon beschwommen (aber nicht im Winter), vor genau 20 Jahren. Der Heath und der Pond waren im Sommer meine Lieblingsorte. Schöne Erinnerungen!! Danke für das Filmchen!! Muss da unbedingt nochmal hin. Und ebenfalls danke für den Buchtipp!! Interessant sind bestimmt auch die „Wassererzählungen“ von John von Düffel. Viel Spaß beim nächsten Eintauchen in die Wasserwelten von Cannes.

    • dreher sagt:

      Ja, lustig, dass wir übers Freiwasserschwimmen sprachen, wo es eigentlich ums Radfahren ging – aber das Thema lag wohl in der Luft (oder im Wasser) wie du siehst!
      Heute war es etwas weniger beglückend, Wind und Wellen, dadurch weniger meditativ, aber dennoch großartig.
      Danke für den Buchtipp! Klingt gut. Hast du es gelesen?

      • Marion sagt:

        Doch, ging auch ums Schwimmen, wenn auch wenig…:-) Und nee, noch nicht gelesen, aber schon häufiger im Blick gehabt. Ich geh‘ morgen wieder schwimmen, wenn auch nur im Hallenbad, aber danach habe ich eine Woche lang keine Muskelverspannungen, das ist doch was. Bon week-end!

  6. Uschi sagt:

    Gratulation, Ihr seid ja mutig.
    Vielen Dank für die schönen Bilder.
    Hmmm das köstliche Essen!
    Einen schönen Sonntag und weiter viele Glücksmomente.

  7. Anschwimmen? Brr, bei uns ist es Morgens sogar schon 4 Grad plus, wenn es nicht noch Rauhreif hat. Anlaufen kann ich nur bieten und Schwimmen gehe ich jetzt einmal die Woche mit Linus ins Schwimmbad, der einen Schwimmkurs besucht und mir dann immer zeigen will, was er schon gelernt hat…. Wenn ich die Fische sehe, setze ich mich gedanklich lieber gleich mit auf Eure Terrasse. Das sind dann auch Glücksgefühle für mich, hihi und ohne Frostschaden.

  8. Karin sagt:

    Deine Photos lassen das Glück erahnen! Da wär ich auch nicht aufzuhalten gewesen!

    Aber jetzt muss ich doch noch nachfragen: ROHE Artischocken? Wie isst man die, die Blätter nur mit Zitrone beträufeln und auslutschen?

    Fragt sich
    Karin aus Genf

    • dreher sagt:

      Genau. Man nimmt aber die kleinen (italienischen?!) Artischocken dazu, ich versuche mal auf dem Markt demnächst Fotos zu machen. Man macht eine Vinaigrette und isst sie dann genauso wie die großen, gekochten Artischocken, nur am Ende wird es komplizierter, bis man das Heu rausgefusselt hat. Ist nur etwas knackicker, das Aus“lutschen“ ist eher ein „mit den Zähnen rausziehen“ und die Zähne werden dabei etwas stumpf. Ich mag sie so, ist unkompliziert, und gesund ist es auch noch :)

      • Marion sagt:

        Gut, dass Karin diese Frage noch gestellt hat…Weiß noch nicht mal, wie man die großen, gekochten isst…Bricht man die Blätter auf und isst das Innere oder knabbert man die Blätter so?

        • dreher sagt:

          Sieht so aus als müsste ich mal einen Text zu Artischocken schreiben ;) man zieht die Blätter eines nach dem anderen von außen nach innen wandernd ab, tunkt es einzeln in Vinaigrette und lutscht das weiche Innere aus – den harten Blattrest legt man auf den Teller, der fliegt weg – man sagt auch gern, wenn man Artischocken isst, hat am am Ende mehr auf dem Teller als zu Beginn.