Zu viel

„Licht in den Alltag“ wollte Marion. Ich bin nicht sicher, ob ich damit dienen kann. Schnee vielleicht. Schnee ist für heute und am Wochenende Frankreichweit angesagt, bis runter an die Côte d’Azur, und, gerade auf Facebook gesehen, kurz hinter Marseille in den Hügeln schneit es schon! Das gab es vor etwa zehn Jahren zum letzten Mal. Hier hatte es heute Nacht tatsächlich nur (plus) 2°C und auch jetzt, tagsüber, sind wir im unteren einstelligen Temperaturbereich. Wir passen uns also der Großwetterlage an. Bislang regnet und stürmt es an der Küste nur, aber es ist auf jeden Fall Schluss mit dem Schwimmen im Meer, vor zwei Wochen konnte man das noch gut tun.

Heute spülte Facebook einen Blogbeitrag vom ersten Dezember vor fünf Jahren nach oben und fragte an, ob ich den nicht nochmal teilen wolle. Ich las also meinen Text von 2012 erneut, in der Hoffnung, mit einfachem Blogrecycling das Schweigen auf dem Blog brechen und gleichzeitig „etwas Licht“ verbreiten zu können. Geht nur bedingt. Hätte ich mir denken können bei der Überschrift. Ich aber fand den alten Text tröstlich, denn ich fand darin nicht nur all die Dezember-Events (Schreibnöte, wenn auch andere als heute, Weihnachtsmarkt in den Bergen, Familiengeburtstagsfeier) sondern auch meine derzeitige Stimmung wieder. Ich spreche die Erschöpfung nicht so explizit an, aber ich war kurz vorher im Kloster gewesen, das ist immer meine letzte Zuflucht.

Erschöpft. Müde. Ausgelaugt. Mir ist alles zu viel. Alle wollen etwas von mir und ich will nichts mehr geben. Ich KANN nichts mehr geben, auch wenn es die frohlockende Adventszeit ist, wo man Geld, Geschenke, Liebe und Zuwendung geben soll. Ich habe kürzlich einen Bogen um den Ort gemacht, wo die halb-obdachlose Frau, der ich eigentlich immer und gerne etwas gebe, steht, weil ich ihr Gejammer nicht mehr hören kann. Nicht schön. Sie hat es weniger gemütlich als ich, aber es ist mir zu viel, ihre Situation auch noch einen Moment mitzutragen und liebevoll und zugewandt zu sein. Das ist ja mein Anspruch, menschlich sein, ich will ihr ja nicht nur einen Schein in die Hand drücken und sagen „erzählen Sie mir bloß nicht, wie es Ihnen geht!“ Aber ich will es gerade nicht wissen, es geht mir nämlich ungefiltert rein, was sie mir erzählt. Wie alles. Ich habe so gut wie keinen Schutz gegen das, was von außen kommt: Lärm, Stimmungen, Gefühle. Ich sehe die armen und manchmal absonderlichen Menschen in Cannes und überall, ich spüre ihre Not und ihre Einsamkeit, und sie können sicher sein, die wiederum spüren, dass ich spüre. Ich habe mich immer gefragt, warum man ausgerechnet mir im Zug vertrauensvoll Lebensgeschichten erzählt, warum man immer mich nach dem Weg fragt, oder warum man gerade mich bittet, zu erklären wie der Waschsalon funktioniert oder darum, im Supermarkt eine Packung Nudeln aus dem oberen Regal zu holen oder das Haltbarkeitsdatum vorzulesen. Warum ich? Es gibt zeitgleich zig andere am gleichen Ort. Irgendetwas ist da. Das Durchlässige, Weiche, Empathische vielleicht. Ich bin ansprechbar, erreichbar. Das ist sehr schön, aber es ist für mich sehr anstrengend. Ich laufe durch die Welt und spüre alles. Ich höre auch alles. Alles! Und alles gleichzeitig und gleich stark. Ich habe keinen Filter. Ich höre in der Küche wie sich die Waschmaschine dreht, den nicht enden wollenden Autolärm vor dem Fenster, kann die unterschiedlichen Autosorten (die Marken noch nicht ;) ) benennen: Pkws, den Bus, den Lkw, das Motorrad, den knatternden Scooter, ich höre den Hund zwei Grundstücke weiter bellen, die Haustür knallen, das Klappern des Briefkastens, den Staubsauger von oben über den Boden rumpeln, irgendwo im Haus rummst es, die Leute auf der Straße sprechen, die Tür von oben wird geöffnet, Flaschen klirren im Treppenhaus, schon wieder die Haustür, die Waschmaschine, der Autolärm. Den ganzen Tag geht das so. Man nennt es „einen ruhigen Tag zu Hause verbringen“. Für mich ist es laut. Ich könnte Musik über den Lärm legen, aber für mich macht das nur noch eine Schicht mehr Geräusch. Ich werde aggressiv, wenn Monsieur (wie gerade eben) im Wohnzimmer seine textlastigen Chansons aus den Sechzigern hört, in der Küche aber noch zusätzlich Radio Nostalgie trällert, ICH höre nämlich beides. (Hier ein Beispiel des Programms von heute Morgen)

Warum erzähle ich Ihnen das? Weil, ach … schon lange wollte ich etwas zur Hochsensibilität schreiben.

Be a teacher forderte neulich Tim Minchin (ein mir bis vor kurzem nicht bekannter australischer Schauspieler) in Punkt 6 seiner neun Punkte umfassenden amüsanten Life Lesson eindringlich (btw., ich mochte Punkt Zwei besonders gerne: Don’t seek happiness. Happiness is like an orgasm. If you think about it too much, it goes away :D ); Punkt Sechs also lautet: Be a teacher! Please, please, please be a teacher! Selbst wenn man kein Lehrer sei, solle man sein Wissen weitergeben. Das tue ich hiermit.

Wie unendlich dankbar und erleichtert war ich, als jemand im Internet offen seine Hochsensibilität ansprach. KLICK. Es war wie eine Offenbarung. Nach über 50 Jahren wurde mir klar, dass ich anders bin als die meisten anderen. Ich verstand zum ersten Mal, dass ICH SO bin: hochsensibel nämlich. All dieses Überempfindliche, das Schreckhafte, das distanzslose Mitfühlen und -leiden, das Weinen wie ein Kleinkind bei Büchern, im Theater, im Kino. Ich kann nicht nicht weinen, wenn ich berührt bin und ich bin schnell berührt. Alles trifft mich tief im Inneren und bleibt dort lange spürbar. Ich erinnere mich, dass uns in der Buchhändlerschule ein Schauspieler Gedichte vortrug und ich in Tränen ausgebrochen bin. Der Schauspieler war geschmeichelt, dass er mich erreicht hatte, aber ich habe mich geschämt. Und wie sehr erst habe ich mich an der Uni geschämt, als wir den Stummfilm über Jeanne d’Arc sahen und ich haltlos weinte. Alle anderen analysierten danach cool die Lichteffekte und die Kameraführung und ich schniefte in mein Taschentuch. Der Prof hätte gerne gehabt, dass ich etwas sage, denn offensichtlich war ich der Beweis dafür, dass der Film aus den Zwanziger Jahren noch immer funktionierte, aber ich schämte mich zu sehr über meine unintellektuelle Distanzlosigkeit.

La Passion de Jeanne d’Arc, C.T. Dreyer, 1928 – Lamentate, Arvo Pärt, 2002 from trineor on Vimeo.

Seit ich weiß, dass es der Hochsensibilität geschuldet ist, schäme ich mich weniger. So ist es eben. So bin ich. Diese Sensibilität macht aus, dass ich mehr spüre als andere. Auch die Stimmungen der anderen. Wir hatten einmal einen jungen Mann zu Gast, der einen Vortrag vorbereitete und halten würde. Er war supernervös. Ich bat ihm ein Mittel dagegen an, was er empört ablehnte. Er sei nicht nervös, behauptete er. Schließlich musste ich es selbst nehmen, weil ich seine vibrierende Zappeligkeit nicht mehr ertrug und selbst lampenfiebrig, nervös und schlaflos wurde.

Seit ich das endlich weiß, passe ich besser auf mich auf und versuche nicht mehr, das Leben wie alle anderen zu leben und immer noch mehr Arbeit, Events und Begegnungen in den Tag zu quetschen, nur weil alle anderen das auch tun (können). Denn selbst wenn es für alle anderen der normale Rhythmus sein mag, mir ist das alles zu viel, es erschöpft mich. Mich unerbittlich zu fordern, und diese Schwäche (wie ich lange fand) zu übergehen, ließ mich vor dreizehn Jahren in einen fetten Burnout rutschen. So deutlich habe ich das hier noch nie ausgesprochen. Zwischen den Zeilen steht es immer mal. Vielleicht haben Sie es verstanden. Damals wusste ich nicht, warum mir das passierte. Diese totale Erschöpfung bis hin zur Lebensmüdigkeit. Vieles war zusammengekommen und man nannte es Depression. Heute würde ich sagen, es war keine wirkliche Depression, auch wenn die Symptome sich ähneln (was übrigens erklärt, warum die Antidepressiva nie angeschlagen haben). Es war aber sicher ein Burnout, ein Ausgebranntsein, da war keine Lebensenergie mehr, geschuldet einer jahrzehntelangen (Reiz-)Überforderung.

Nach sieben Wochen psychosomatischer Kur kam ich zumindest von der unendlichen Lebensmüdigkeit gerettet zurück ins Leben, aber man kommt nicht „geheilt“ zurück und man „funktioniert nicht wieder“ oder gar „besser“nach so einer Kur. Im Gegenteil, man ist noch immer empfindlich wie ein rohes Ei und sich dessen zusätzlich bewusst und weiterhin anfällig für die gleichen Verhaltensmuster, die zu erneuten Erschöpfungsphasen führen. Dass ich hochsensibel bin, wusste ich da, trotz allem, noch nicht. Ich dachte, es reicht, das Lebensumfeld zu ändern und ging nach Frankreich. Dass ich mich auch dort im lieblichen, ländlichen und langsamen (aber auch wahnsinnig lauten und geselligen) Südfrankreich immer wieder aufrieb und bis heute aufreibe, liegt daran, dass ich nicht verstand, dass ich ANDERS bin und entsprechend anders leben muss. Wobei ein ruhiges, zurückgezogenes und ungeselliges Leben in Südfrankreich noch weniger verstanden wird als anderswo, und vermutlich hätte ich mir besser Finnland als neuen Lebensort aussuchen sollen.

Nun, ich spüre in der Zwischenzeit, wann es mir zu viel wird und versuche rechtzeitig zu stoppen. Es gelingt nicht immer. Der Weg ins Kloster, kompromisslos weg von allem und hin zur Stille, ist dann mein letzter Ausweg. Immerhin WEISS ich nun, was mit mir los ist. Früher ging ich soweit, bis ich nicht mehr konnte, verkrachte mich mit einem „Lasst mich endlich alle in Ruhe, mir ist alles zu viel!“-Gebrüll mit allen Menschen und hatte zusätzlich ein schlechtes Gewissen. Die andere Variante war, mich schweigend in mich abzukapseln. Wie dem auch sei. Ich brauche Ruhe. Viel Ruhe.

Dieses Zitat wird Allan Ginsberg zugeschrieben. Vielleicht ist es auch nicht von ihm, egal, mir geht es aber GENAU SO! Ich schreibe alleine vor mich hin und spreche doch gleichzeitig mit Ihnen. So ist es mir am liebsten. Es ist ruhiger, als wenn ich mich gleichzeitig mit Ihnen allen treffen würde. Das wäre mir auch zu viel. Ich muss das mal sagen, weil so viele von Ihnen mich neuerdings kennenlernen wollen. Das freut mich, aber glauben Sie mir, privat bin ich eine Enttäuschung. Ich bin eigentlich kein sehr geselliger Mensch, oder sagen wir, ich bin es nur punktuell. Es täuscht ein bisschen, wenn man mich nur vom Blog kennt. Hin und wieder habe ich mich in den letzten Jahren mit Lesern oder Leserinnen getroffen, aber für alle bin ich dann in der Regel eine Enttäuschung, nicht, weil ich oder die Begegnung nicht nett wäre, sondern weil ich das einmal mache, den Kontakt aber nicht halte(n kann). Ich kenne schon viel zu viele Menschen, ich schaffe es kaum, die, die mir nah sind, regelmäßig zu sehen oder wenigstens hin und wieder Kontakt aufzunehmen. Ich komme nicht mal dazu, von mir aus, auf andere zuzugehen, weil ich immer schon auf irgendetwas reagieren muss. Mir ist das zu viel. Vielleicht können andere all ihre Freunde und Bekannte besser, häufiger und spielerischer in ihr Leben integrieren. Mehr ausgehen, mehr telefonieren, mehr chatten, whatsappen, was weiß ich. Ich kann es nicht. Ich erkläre es gerne mit der Chemie, ich bin wie ein Elektron, das auch nur eine bedingte Anzahl an Bindungen eingehen kann. Ich habe schon zu viele Bindungen und absolut keine Valenzen mehr frei.

Viele von Ihnen schreiben mir auch aus Ihrem Leben. Es rührt mich immer an, dass Sie mir so viel Vertrauen entgegenbringen. Ich erhalte nicht nur Mails, auch Briefpost, Päckchen, kleine Geschenke. Das ist sehr lieb, ich freue mich sehr! Wirklich. Bislang habe ich Ihnen allen immer geantwortet, etwas, worauf ich sehr stolz war, aber, der Fluch des Ruhms vielleicht, es wird immer mehr. Natürlich lese ich weiterhin alles. Es rührt mich auch immer noch an, aber zurückschreiben, das kann ich gerade nicht mehr oder nur noch punktuell. Ich weiß gar nicht, wie andere Autoren das handhaben?! Haben die eine vorgefertigte Antwort „Vielen Dank für Ihre Mail, über die ich mich sehr freue, aber bitte haben Sie Verständnis, dass ich Ihnen nicht persönlich zurückschreiben kann“ – so ewas in der Art? Haben die eine Sekretärin, schicken die zwei Smileys und ein Herzchen, eine signierte Autogrammkarte oder antworten die gar nicht?! Dann wird einem vermutlich auch nicht mehr geschrieben.

Ganz ursprünglich ist der Blog, den ich führe, aus dem Bedürfnis entstanden, meiner Familie und meinen Freunden aus meinem Leben zu erzählen, ohne jeden einzeln anzuschreiben, und ich lade meine deutschen Freunde immer ein, meinem Blog zu folgen (nicht alle tun das), damit sie das Wichtigste aus meinem Leben mitkriegen. Insofern ist der Blog das Medium, mit dem ich alle zu erreichen und „zufriedenzustellen“ suche. Ich liebe den Blog, das Schreiben, ich liebe das Internet. Ich lese eine Handvoll anderer Blogs gerne. Gerade habe ich Instagram entdeckt, ein bisschen spät, ich weiß, aber ich war im Prinzip schon mit dem Blog und Facebook ausgelastet. Instagram ist nett, unkompliziert und schnell, und man kann dort schnell mal was hochladen. Zack. Aber es geht auch gegen Unendlich die Bildchenguckerei und Kommentieren muss man ja auch. Ich schaffe das alles gar nicht. Gerade ist mein Real-life sehr fordernd und mir ist dieses Jahr vorzeitig die Puste ausgegangen. Ich komme nicht mehr zum Schreiben. Ich lese nicht mal mehr die anderen Blogs. Es macht mich wütend, dass andere so viel Energie haben, um täglich zu schreiben und ich nicht. Ich müsste schließen, so wie manche Ärzte, die ihr Kontingent an medizinischen Zuwendungen schon im Oktober aufgebraucht haben und nur noch akute Notfallpatienten, wenn überhaupt, behandeln. Ich reagiere auch nur noch da, wo es unumgänglich ist.

Und jetzt ist es auch noch Advent. Noch mehr Aktion. Ich will es dieses Jahr alles nicht machen. Keine Adventsdeko, weder Plätzchen noch Christstollen backen, keine Geschenke suchen. Ich will kein Klingelingeling und keine Kerzen und keinen Zimt, und ich will es nicht mal schön haben, ich will nur meine Ruhe. Dass ich hier und heute schreibe, verdanke ich dem Umstand, dass es in den Bergen heute schneit und wir wegen der schwierigen Straßenlage daher kurzfristig nicht zum Weihnachtsmarkt gefahren sind. Der erste freie Tag seit Monaten. Dem Himmel sei Dank.

 

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20 Antworten auf Zu viel

  1. Marion sagt:

    Ah…voilà..;-)
    Deine Berichte sind eben oft bereichernd, auch wenn sie ernst sind, so wie heute, deshalb sind sie für mich genauso ein „Licht“ wie die leichtfüßigeren. Ich drücke die Daumen, dass Du Dich gut abgrenzen und erholen kannst. Mir ist das offenbar nicht gelungen, breche bald zu meiner 2. psychosomatischen Kur auf.
    Persönlich kennenlernen würde ich Dich trotzdem gerne irgendwann mal (ohne Stress und Ansprüche)…
    Bon week-end et repose-toi bien!
    Liebe Grüße
    Marion

  2. Marion sagt:

    P.S.: Ist das ein Neoprenanzug? Wie schwimmt es sich damit?

  3. Micha sagt:

    Das letzte Lied – ein echtes 1.Advent-Geschenk an deine Leser!

    Kennst du den Film *Les Émotifs anonymes* – er behandelt sehr amüsant das Thema Hochsensibilität. Ich hielt mich lange ebenso für ZU sensibel, nenne es aber seit einigen Jahren rückblickend anders: ich war lange ZU unsachlich.

    Und während meine Gefühle wie ein gut trainierter Bizeps alles stemmen mussten, hing die nüchterne Analyse wie ein schlaffer, vergessener Muskel unbenutzt daneben. Das brachte mich in eine Schräglage – auch meines Energie-Haushaltes. Ich musste irgendwann feststellen, dass dieses Ungleichgewicht meinem gesunden Menschenverstand abgeht. Es braucht nämlich eine nüchterne, mentale Ebene ebenso wie das feurige Gefühl – beides im rechten Maß und zur rechten Gelegenheit. Dass ich dennoch eher gefühlsbetont bin, daran kann ich nichts ändern, aber seit ich *mein Defizit* versuche zu üben, kann ich mich deutlich (!) besser abgrenzen. Und ich werde bereichert um eine neue Dimension der Wahrnehmung, in der es um Struktur, Abläufe, Gesetzmäßigkeiten, Bezüge, Achsen, Symmetrien, Gliederungen usw. geht. Etwas, wovon Emotionen wenig bis keine Ahnung haben, da sie mehr affektiv reagieren, mehr in der Fläche als im Raum. Ach, und *meine neue Sachlichkeit* hilft mir, nicht mehr Spielball von äußeren Reizen zu sein – gleichfalls ein hoher Zugewinn.

    Wiederum auch ein Dankeschön für deine Offenheit und die nachvollziehbaren Worte, die so anschaulich beschreiben! Schöne Tage euch oben in den Bergen! Stille – wem das nicht gut tut….

    • dreher sagt:

      Danke dir Micha! Ja, die Sachlichkeit habe ich mir auch mühsam antrainieren müssen. Die (zu starke) Sensibilität ist mir aber geblieben.
      Nicht jeder ist so angesprochen von der Stille. Mir hat sie anfangs auch Angst gemacht. Plötzlich so ausgeliefert mit sich selbst …

  4. Sunni sagt:

    Liebe Grüße! Ich unterschreibe jedes Wort! Herzlich, Sunni

  5. Friederike sagt:

    So, genau so! Danke für’s Teilen.

  6. Marion Tauschwitz sagt:

    … ich dachte bei deinen Worten an Hilde Domin: „Und daß wir aus der Flut, daß wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen immer versehrter und immer heiler stets von neuem zu uns selbst entlassen werden.“ – Der Preis des Mitschmerzes an der Welt… Aber : Du bist auf deinem guten Weg!

    • dreher sagt:

      Danke Marion. Dieses Gedicht hing bei mir lange an der Wand. Als ich es zum ersten Mal las, war es auch wie eine Offenbarung. So schmerzlich und tröstlich. Ich fühlte mich gesehen und verstanden.

  7. Maria Schwarzer sagt:

    Zu dem Thema Hochsensibilität kann ich ein wunderbares Buch von Christiane Dreher empfehlen, es trägt den Titel ‚Zwischen Boule und Bettenmachen‘. Ich kann gut alleine sein steht in einem der vielen tollen Kapitel. Menschen, die gerne alleine sind, haben es schnell schwer in unserer Gesellschaft. Sie gelten als schwierig, nicht belastbar, faul usw. . Das Buch gibt einem hochsensiblen Menschen viel Kraft und Stärke finde ich. Vielen Dank.

    • dreher sagt:

      Oh! Vielen Dank Maria! Dabei wusste ich damals noch gar nicht, dass ich hochsensibel bin. Ich empfand mich nur als „anders“ und (wenn stets und ständig in Gesellschaft – drei Jahre Auberge haben mir klargemacht, dass das nicht „meins“ ist!) „schnell erschöpft“ ;-)

  8. Birgit sagt:

    Liebe Christiane, seit Deinem Buch „Zwischen Boule und Bettenmachen“ bin ich Deine treue Leserin. Ich danke Dir für Deine Offenheit. Bewahre Dir Deine Empfindlichkeit, sie ist ein großer Schatz. LG aus Dresden

  9. Ute sagt:

    Liebe Christiane,
    vielen, vielen Dank für diesen Bericht!
    Er hat mich erinnert, aufgeweckt. Schon vor einigen Jahren bin ich auf das Thema Hochsensibilität gestoßen und mir inzwischen sicher, dass ich „auch so eine :-)“ bin. Nur…habe ich es tatsächlich inzwischen wieder vergessen und mit dem Lesen Deines Berichts wieder die Antwort auf die Fragen gefunden, die ich mir in letzter Zeit so häufig stelle: Warum bin ich so? Warum kann ich dies nicht? Warum fällt mir das so schwer? Warum ist anderen nicht so schnell alles zu viel?
    Ein ganz tolles Buch ist auch „Still“ von Susan Cairn. Darin geht es zwar vor Allem um die Kraft der Introvertierten, aber irgendwie hängt doch alles zusammen.
    Übrigens lese ich auch schon seit dem „Brigitte-Blog“ immer (wieder) mit, mal in kleineren, mal in größeren Abständen (und die Brigitte les‘ ich dafür gar nicht mehr..;-))
    Und ich erwarte jetzt auch keine Antwort ;-)
    LG aus dem Rheinland
    Ute

    • dreher sagt:

      Liebe Ute,
      ich freue mich, wenn mein Text dich/Sie „erreicht“ hat – deshalb habe ich ihn ja (auch) geschrieben, ein bisschen sicher auch, um es mir von der Seele zu schreiben und um zu erklären, warum ich manches nicht (mehr oder nicht immer) kann. Ich habe ein paar Bücher zur Hochensibilität gelesen und fand mich am ehesten in Parlows „Zart besaitet“ wieder (mir war das Unglaublichste, zu begreifen, dass anscheinend nicht alle so sind!) Ich schaue mir das Buch, von dem Sie sprechen, an. Stimmt schon, Introvertiertheit und Schüchternheit gehören auch in diesen Kontext.
      Wie schön auch, dass Sie schon so lange mitlesen! Ich schicke liebe Grüße zurück ins Rheinland!

      • Ute sagt:

        Liebe Christiane,
        „Zart besaitet“ habe ich auch gelesen. Und fand es auch sehr hilfreich. Für mich war es im Gegenteil so, dass ich gestaunt habe, wie viele Menschen anscheinend hochsensibel sind (wenn es doch schon Bücher zu dem Thema gibt…:-)) und dass ich doch nicht so vollkommen schräg bin…Interessant!
        Übrigens hatte ich auch zuerst „Sie“ geschrieben, es dann in „Du“ geändert…wollte damit aber nicht übergriffig sein…ohje, jetzt nicht grübeln…wie auch immer: ganz liebe Grüße nochmal aus dem Rheinland :-)

  10. Uschi sagt:

    Liebe Christiane,
    vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.
    Er hat mich sehr berührt und wird mir helfen, einen lieben Menschen in meinem Umfeld besser zu verstehen!
    Danke und herzliche Grüße

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