12/12 im Juni

Heute ist der 12. und da ist bei Caro von Draußen nur Kännchen 12 von 12 dran, und ich mache mit! Das ist im Juni Premiere!

Kurz nach Acht aufgewacht. Die Sonne scheint.

Sonne und blauer Himmel (eher selten dieses Jahr)

Kaffee mit Katze. Wir machen ein Schattenselfie. Eigentlich müsste man sofort an den Strand, denn morgen soll es schon wieder regnen, aber das frisst mir heute zu viel Zeit, ich habe gestern schon nicht allzuviel geschrieben, aus Gründen.

Schattenselfie mit Pepita

Ich werfe eine Maschine Wäsche an.

Halb Zehn, ich bin im Büro, lese die Tageszeitung und inspiriere mich an allerhand faits divers und Dramen. In Nizza hat eine junge Frau ihre Mutter erstochen.

Zeitung lesen

Viertel vor Zehn. Ich habe alle Türen und Fenster offen, um mal durchzulüften – darüber will ich schon lange einen Beitrag schreiben: Durchlüften! Das ist eine sehr deutsche Angelegenheit, glaube ich und geht nur, wenn Monsieur nicht da ist. Darüber schreibe ich irgendwann. Dies ist der 500 Beitrag übrigens auf diesem Blog und ich wollte eigentlich etwas ganz Außerordentliches dafür schreiben. Aber nun ja, man kann nicht alles und dass ich bei 12 von 12 im Juni teilenehme, finde ich schon außerordentlich genug ;-)

Wachkatze im durchgelüfteten Haus

Die Katze, eine Gegnerin der geschlossenen  Türen, findet Durchlüften klasse.

10 Uhr: Ich höre, weil alle Türen und Fenster offen sind, nicht nur Autolärm und, das ist erstaunlich, trotzdem Vogelgezwitscher in den Lärmlücken, ebenso das laute Ratschen zweier Elstern, sondern auch oben das Telefon klingeln und renne hoch. Durch diesen Anruf ändert sich hier für die nächsten Monate so allerhand (das hat sich aber schon gestern angekündigt) : Ich werde mein Büro einem jungen, bedürftigen Mann zur Verfügung stellen. Wohin ich meine persönlichen Sachen räume und wo ich zukünftig schreiben werde, wird noch entschieden.

10. 06 Uhr : Die Katze kommt rein und legt sich unter den Schreibtisch. Wir mögen beide das Schaffell :)

Pepita auf Schaffell

Die Katze ist unentschieden, rein, raus.

rein und raus

Ich schreibe bis Viertel vor Zwölf halbwegs konzentriert. Dann gehe ich nach oben und bereite das Mittagessen vor.

Um Punkt zwölf erfahre ich, dass ich Großcousine geworden bin. Leider kein Foto. Wäre aber vermutlich auch nicht konform mit der neuen DSGVO.

12.30 Uhr Monsieur kommt spät, bringt aber überraschend Essen vom Libanesen mit. Das wird in Plastiktüte und Plastikbehältern geliefert, ist aber so lecker, dass ich mich trotzdem freue. Das von mir vorbereitete Essen kommt zurück in den Kühlschrank. Wir essen draußen. Die Sonne muss man ausnutzen.

Essen vom Libanesen

Nach dem Essen hänge ich schnell die Wäsche auf. Wenn wir schonmal Sonne haben, müssen wir das ausnutzen.

13.20 Uhr Sieste.

Sieste

Bis 14.07 Uhr hat genau dreimal das Telefon geklingelt. Immer ist es la Pub, publicité, Werbeanrufe. Da Monsieur im Rentenalter ist, bekommen wir viele Anrufe, die uns freudig darüber in Kenntnis setzen, dass wir zum Essen eingeladen sind, eine Kiste Wein oder Fortbildungskurse gewonnen haben oder gar einen Ausflug. Ich lehne kategorisch alles ab. Gratis, rufen die Menschen aufgeregt in mein Ohr. Alles ist gratis, verstehen Sie nicht! Einer ist so dreist und will trotzdem Monsieur sprechen, ich habe nicht das Recht, es für ihn abzulehnen. Sicher doch. Monsieur haben die Anrufe nicht weiter in seinem Mittagsschlaf gestört. Mich schon.

3900 die Nummer der Telekom

Ich trinke einen Kaffee, versuche Orange anzurufen, der moderne Name der Télécom, um Internet in den Bergen zu reaktivieren, nachdem ich x mal die Eins, die Zwei oder die Sternchentaste gedrückt habe, Telefonnummern eingegeben und ja oder nein in den Apparat gerufen habe, sagt mir eine automatische Stimme, die Anrufer seien derzeit zu zahlreich und ich möge bitte im Internet nach der Lösung meines Problems suchen. Das versuche ich, klappt aber nicht, die Seite schreit Alarm, kaum dass ich versuche mich einzuloggen. Super. Jetzt versucht Monsieur sein Glück mit Gaz de France wegen eines anderen Problems und ist am Rande des Nervenzusammenbruchs.

16 Uhr ich bin im Büro, antworte auf ein paar Mails und lese im Internet herum.

16.47 Uhr Ich schreibe.

Schreiben

18.30 Uhr Monsieur bringt mir das Telefon nach unten. Dabei bin ich extra hier unten, um nicht von Anrufen gestört zu werden. Aber er schafft es nicht, das den Anrufern zu sagen. Telefonanrufe muss man annehmen. Ich rufe alle Menschen viel zu selten an, ich weiß, dann haben alle immer viel zu erzählen. Eine gute Stunde bleibe ich mit dem Hörer am Ohr.

am Telefon

Dann gehe ich nach oben und bereite das Abendessen zu. Einfach heute, es gibt das im Kühlschrank aufbewahrte Mittagessen für Monsieur und ich esse die Reste vom Mittag.

Ich hänge die Wäsche ab. Vielleicht bügele ich gleich noch vor dem Fernseher.

20.30 Uhr ich schreibe hier. Wir werden gleich einen alten Western sehen, den wir neulich aufgezeichnet haben: Johnny Guitar. Im Deutschen hat er noch den Untertitel Wenn Frauen hassen. Wenn das nix ist.

Ich schummele ein bisschen. Das hier muss für das 12. Foto herhalten.

Danke fürs Lesen der Alltagspoesie! Die anderen 12/12 er finden Sie wie immer –> hier! Herrjeh, schon mehr als 80!

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6 Kommentare zu 12/12 im Juni

  1. Ich wusste gar nicht, dass das Durchlüften eine deutsche Eigenschaft ist (dass die Katzen es mögen, erinnere ich mich. Hunde auch.) Werbeanrufe sind bei uns eigentlich verboten. Eigentlich… Klar wird man da unleidlich.
    Liebe Grüße
    Andrea

  2. Ute sagt:

    oh, ich mag das Wachkatzenfoto :-)

  3. Marion sagt:

    Habe Auberginen entdeckt ;-) Haben sie gemundet? Und was hat es mit dem zugeschnürten Handtuch auf sich?

    • dreher sagt:

      Ratatouille, sehr lecker! Das „Handtuch“ ist ein kleines, altes Kissen, dessen Bezug sich buchstäblich aufgelöst hat. Da ich nicht nähen kann und es keinen Bezug in der Größe gibt, wickele ich einen Kissenbezug darum, sieht aus wie eine Nackenrolle. Das ist mein Schmusekissen, so wie Linus von den Peanuts eine Schmusedecke hat.

  4. tina sagt:

    salut christiane!
    süßes maison *Y*
    herzlichst
    Tina xx

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