Morgens um Acht ist die Welt schon durcheinander

Kurz nach Acht am Strand ist schon zu spät. Schon zu warm. Aber ich bin spät, gestern war Lesemittwoch und ich habe ein tolles Buch angefangen (Christoph Hein: „Glückskind mit Vater“) konnte kaum aufhören zu lesen und dann kaum schlafen. Es ist zu heiß und der Ventilator ist zu laut. Kurz nach Acht am Strand hatte eine Dame bereits einen Schwächeanfall und die Feuerwehr raste heran. Ich lechze nach dem Meer, es ist aufgewühlt und schmutzig heute und ich sehe die beiden Kreuzfahrtschiffe grimmig an. Eines legt ab und eine Wolke schönster feinstofflicher Dreck fliegt langgezogen bis zum Palm Beach. Dankeschön auch. In diesem Zusammenhang habe ich einen Artikel bei Herrn B. entdeckt.  Nein, ich will Ihnen Ihren Urlaub nicht vermiesen, oder nur ein bisschen. Weil ich so böse Gedanken habe, werde ich sofort bestraft und eine Feuerqualle erwischt mich. Nur am Knie Gottseidank, und andere sind mir glücklicherweise nicht mehr begegnet. Aber meine Lust, im Meer zu schwimmen, ist jetzt etwas gebremst. Um mich von den Schmerzen abzulenken (übrigens soll man die Verbrennungen nicht abwaschen, sondern feuchten Sand darauf packen und später abschaben, unser Servicetipp, bitte gerne) sammle ich energisch Müll und klettere sogar auf die Felsen, was ich wegen meiner komischen Höhenangst gar nicht mehr gut kann. Das Müllkunstwerk braucht heute auch den Sonnenschirm, es ist so heiß!

Ich wollte dem Müllmädchen eigentlich eine Kette verpassen, ich fand heute unverhältnismäßig viele Dosenaufmachdinger, wie heißen die noch? Und hat man nicht vor Jahren schon erfunden, dass die beim Aufmachen an der Dose bleiben?

Was meinen Sie? Soll ich zukünftig vielleicht eine Müll-Schmuck-Kollektion entwerfen? Ich finde diese kontraststarke Kombination „Posidonie trifft Alu“ ziemlich cool. Riecht allerdings auch stark. Nicht das Alu, nein, die Posidonie. So ein bisschen fischig.

Und es wird noch heißer … habe ich schonmal verlinkt, ich weiß, passt aber gerade wieder so schön :-)

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5 Kommentare zu Morgens um Acht ist die Welt schon durcheinander

  1. Claudia Pollmann sagt:

    Sehr schick der Schmuck. Und Kreuzfahrtschiffe sind ein schreckliche Umweltplage – aber auch die Flusskreuzfahrschiffe sind nicht besser. Die Städte wie Passau und Regensburg haben echt Probleme. Wenn die Schiffe nicht am ortansässigen Stromkabel liegen dann haben sie ein Lärm und Dreckproblem während der kompletten Anlegezeit. Ich hab mal von einer Kreuzfahrt geträumt – jetzt ziehe ich einen schönen langen Waldspaziergang vor. Waldbaden sozusagen. Grüße aus dem Allgäu.

    • dreher sagt:

      Verzeihung für die verspätete Freigabe, ich habe das übersehen.
      Ich habe letztes Jahr (zum Geburtstag für meine Mutter) erstmals eine Flusskreuzfahrt gemacht. War sehr schön, aber ich sehe auch das Problematische daran. Ich denke, es ist vor allem (auch) eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Wie oft macht man das? Wie oft fliegt man?
      Vor Cannes liegen an etwa 300 Tagen im Jahr ein bis drei Kreuzfahrtschiffe *ächz* …
      Bei der Hitze ist im Wald spazierengehen sicher eine bessere Option!

  2. Marion sagt:

    Deine Müllkunst ist klasse.
    Schönen Gruß von holländischen Küste. Hier kann man durchatmen.

  3. Mumbai sagt:

    gerade geschockt gelesen. Tgl. landen ca. 34.000 Plastikartikel im MITTELMEER.

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