Kleine Ausfahrt bei leichter Brise

Die Regatta war gestern zu Ende gegangen und heute war geplant, die Segler auf ihrem Rückweg ein Stück zu begleiten. Um 11.30 Uhr sollte die Abfahrt sein. Wir waren um kurz vor Elf am Hafen und weit und breit kein Segelschiff mehr. Am Ticketschalter war die Hölle los und die Damen ziemlich gestresst. „Quai Nummer drei und vier, schnell!“, ruft mir eine der Damen zu und drückt mir meine Picknicktüten in die Hand. Ich verstehe es nicht. Soll das Boot nicht erst in einer halben Stunde losfahren? Beinahe hätte ich mich nicht angestellt, aber das Boot vom Quai Nummer drei fährt schon los, Monsieur schubst mich aufs Boot am Quai Nummer vier, und kaum sind wir drauf, geht es schon los. Der Kapitän entschuldigt sich. Eine Sache des Windes. Die Segler sind schon viel früher als geplant losgefahren, sie wollten die leichte Briese nutzen, die aufgekommen war, hingegen die mäßige, die für mittags angesagt war, vermeiden. Die großen Segelschiffe sind ja alles historische Schiffe, die müssen bei aller Segelei schon auch vorsichtig sein, damit nichts kaputt geht. Wir fahren ihnen also in aller Eile hinterher. Der Kapitän ist ein bisschen besorgt, die Segler sind schon ziemlich weit weg, er verspricht uns aber, dass wir trotz allem was zu sehen kriegen, als erstes das Esterelgebirge.

Dann vor uns ein erstes größeres Segelboot! Der Wind kommt von vorne, die Segler müssen ständig die Richtung wechseln, auf  gut deutsch zickzackfahren, um voranzukommen, der Richtungswechsel heißt natürlich anders in der Seglersprache, anluven und abfallen auf Seglerdeutsch und lofer und abattre auf Französisch. Monsieur ist ja ein ehemaliger Segler und erklärt mir das freundlicherweise. Das Boot vor uns ist  ein italienisches Boot und heißt „Morte a Venezia“, Tod in Venedig also. Die Segler sind aber sehr lebendig und winken uns freundlich zu.

Dann begegnen wir einem Segel-Kreuzfahrtschiff. Es hat nicht an der Regatta teilgenommen, sondern schippert seine Gäste edel über das Mittelmeer. 

Dann doch ein Regatta-Segelschiff … sie sind sehr gemütlich unterwegs.

und dann wieder lange nichts, oder doch, sehr viel Blau. Wir nehmen Kurs auf St. Tropez. Dort tummeln sich ein paar Boote, sagt uns der Kapitän und spielt uns Douliou Douliou Saint Tropez über die Lautsprecher ein. Die Stimmung an Bord steigt.

Gestern war übrigens Brigitte Bardots 85. Geburtstag, das ging aufgrund des Todes von Jacques Chirac ein bisschen unter. Zu Chirac schreibe ich Ihnen morgen, da haben wir hier einen Nationaltrauertag. Wir sehen übrigens nicht Brigitte Bardot in diesem Video, sondern Geneviève Grad, in der Rolle der Nicole, der Tochter des Gendarmen von Saint Tropez, wiederum gespielt von Louis Funès. Auch wenn sie ähnlich niedlich aussieht, wie BB zu ihrer Zeit, ihre Karriere war deutlich weniger durchschlagend.

Tatsächlich ist es in der Bucht vor Saint Tropez etwas belebter … der Kapitän fährt uns an jedes größere Boot und fährt einmal links und einmal rechts daran vorbei, Backbord und Steuerbord heißt das natürlich, oder Babord und Tribord.

Der Strand im Hintergrund (na gut, der weiße Streifen zwischen Meer und Festland) ist übrigens der Strand von Saint Tropez, Pampelonne. Näher kommen wir aber nicht.

Wirklich nach Saint Tropez kommen wir leider nicht. Und nach zwei Stündchen Schiffe gucken, geht es wieder gemächlich zurück.

In Cannes bekommen wir noch einen Abstecher, weil eines der Regattaboote dort geblieben ist und vor dem Carlton geankert hat.

Und dann nehmen wir wieder Kurs auf den Hafen.

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6 Kommentare zu Kleine Ausfahrt bei leichter Brise

  1. Ursula Weber sagt:

    Wieder viele schöne Bilder. Vielen Dank und liebe Grüße :)

  2. Christiane Haas sagt:

    Herrliche Ausfahrt, Danke fürs Mitnehmen…für mich ein Traum. Ich habe solche Sehnsucht nach dem Meer, dem Blau, der Unendlichkeit….fast schon schmerzt diese Sehnsucht
    liebe Grüsse aus dem grauen, nassen Luxemburg

    • dreher sagt:

      Lieben Dank! Ich kann das gut verstehen. Ich fühle mich gerade sehr beschenkt, dass ich diesen wundervollen blauen und warmen Frühherbst erleben kann. Liebe Grüße!

  3. Marion sagt:

    Magnifique! – und Brise ohne „e“…. sorry für die Klugscheißerei ;-)

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