Corona Tagebuch Tag 7

-Immerhin muss ich mir keine Gedanken mehr über eine Überschrift machen, dafür habe ich sonst oft die meiste Zeit gebraucht. Ich habe ja noch nie wirklich jeden Tag geschrieben, wie es andere machen, Frau Brüllen, der wir die Aktion „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ verdanken, oder die Kaltmamsell, oder Herr Buddenbohm, der einzige, den ich auch in Stresszeiten wenigstens überfliege, und der gerade weniger bloggt, weil er akute Schmerzen in den Armen und/oder Ellbogen hat; ich lege übrigens, seit meinem „Tennis-Schreib-Arm“ vor ein paar Jahren, immer den Arm auf beim Schreiben und schreibe nicht mehr im Bett oder auf dem Sofa, was man als stets im Homeoffice-Seiende manchmal macht. Es ist interessant, wie sich der Blick ändert, wenn ich den Blog täglich füllen will. Ich finde so viel, dass ich heute vielleicht sogar zwei Beiträge senden werde, weil die Themen so richtig nicht zusammenpassen. Vielleicht sollte mir das schnurz sein in diesen Tagen, ich denke das weiter, während ich schreibe.

Eine Woche heute. Montag ist es. Es sind erstaunlich viele Autos auf der Straße, Busse, Motorräder. Ich werde Schwierigkeiten haben, mich wieder an den üblichen Lärmpegel zu gewöhnen, wenn es wieder „normal“ wird. Es ist mild draußen, aber nicht sonnig. Ein etwas milchiges Licht. Um Acht morgens hat Monsieur schon voller Tatendrang unten im Keller auf eine Tür eingeschlagen, von der wir gestern entschieden haben, dass sie weg soll. Dahinter ist nur ein winziger Verschlag, der offen mit Regalen nützlicher sein kann. Ich reiße das Fenster auf und ermahne den Gatten, dass es erst in einer Stunde sozialverträglich ist, solchen Lärm zu machen. Also sägt er die Tür weg. Dann rudert er.

Punkt Neun schlägt er dann wieder zu. Ich schaue derweil das Internet durch und stoße auf Patrick Bruel, der jetzt auch, wie schon Calogero, einen Song gemacht hat, um all den Menschen zu danken, die „da draußen“ arbeiten. Ich mag beide Songs nicht so besonders, aber Calogero immerhin spendet die zukünftigen Einkünfte daraus dem medizinischen Personal. Patrick Bruel sieht ein bisschen verschlafen und unrasiert aus, ist auch in Jogginghose und T-Shirt, hat sich wohl ganz spontan zu dieser Aktion entschieden und scheint von sich selbst überrascht. Ich hingegen bin überrascht von dem riesigen Weinkühlschrank im Hintergrund (gefüllt, versteht sich). Monsieur, den ich dazu befrage, sagt, er fände einen gut gefüllten Weinkühlschrank durchaus nicht verkehrt, ich habe mit meiner Alkohol-Abstinenz (ist das ein Pleonasmus?) einen zu kritischen Blick. Ich gebe das so weiter, aber der Blick auf den Kühlschrank macht, das ich das Lied nicht so richtig in mich aufnehme. Ich will nicht zu böse sein, kein Künstler kann derzeit auftreten. Es ist kein Spaß. Auch für ihn nicht: Si vous etes en famille ne vous engueulez pas trop, sind seine letzten Worte auf dem kleinen Video. „Wenn Sie mit ihrer Familie zuhause sind, schreien Sie sich nicht zu sehr an“. Ich verlinke Ihnen aber lieber dieses neue Lied von Duffy, nicht nur weil sie ein bisschen klingt wie Amy Winehouse, sondern weil es mir besser gefällt und sie nicht irgendjemandem dankt, sondern nur allgemein positive Wellen für alle zu Hause, auch die Herden von neuen Arbeitslosen, sendet. Dazu später mehr.

Ich habe mich ein bisschen schwer getan, das „richtige“ Video auszuwählen, Sie hat den Song nämlich nicht offiziell veröffentlicht, ich will hier in den schwierigen Zeiten nicht auch noch Rechte verletzen.

Es gibt derzeit viele Tipps für die Quarantäne, damit einem nicht die Decke auf den Kopf fällt. Leider kann ich das Video des Gebetshauses Augsburg nicht einfügen, das ist vielleicht auch gut so, ich weiß nichts über sie und möchte ungern Seiten verlinken, deren Aktionen mir (bei all meiner Nähe zum Universum) bizarr vorkommen (Tag und Nacht beten). Die Liste aber kopiere ich dennoch: Anspruchsvolle Klassiker lesen, nicht zocken, keine Pornos. Ich sags nur.


20 Tipps für Quarantäne und Isolation 1. Gehe zu einer festen Zeit ins Bett und stehe rechtzeitig auf.2. Folge einem festen Tagesplan.3. Beginne jeden Tag mit einer festen Routine.4. Treibe täglich Sport (Es gibt jede Menge Fitness-Übungen für zu Hause).5. Nimm dir anspruchsvolle Lektüre vor und lies täglich zwei Stunden.6. Verbringe wenn möglich mindestens eine Stunde am Tag in der Natur.7. Beschränke die Zeit, in der du Videos schaust oder zockst. 8. Verzichte auf Pornos.9. Mach Skype-Termine mit guten Freunden aus. Sei nicht stark.10. Halte Ordnung und Sauberkeit in Wohnung und Kleidung.11. Plane eine „Stille Zeit“ ein (Gebet oder Meditation).12. Lies täglich eine Stunde in der Bibel. Beginne bei Genesis 1 oder Matthäus 1.13. Lebe genau einen (!) Tag. Plane deinen Tag. „Überlebe den Tag“.14. Mach eine Dankbarkeits-Liste.15. Traue deinen eigenen Gedanken nicht, wenn es in dir tobt. 16. Im Hier und Jetzt ist immer ein bisschen Frieden. „Ich bin im Hier und Jetzt“ (Finde deinen Frieden)17. Du bist für deine Emotionen verantwortlich.18. Mache oder lerne etwas kreatives. (YouTube-Tutorials für alles)19. Gott hält Wut, Enttäuschung, Einsamkeit aus. Bring sie Ihm. 20. Diese Zeit wird enden und die Zeit kann dir zum Nutzen werden.

Eine Bekannte hier, Sängerin, gibt quasi vom ersten Tag der Ausgangssperre via Skype ihren SchülerInnen Gesangsunterricht. Eine andere hat via Zoom eine weltweite Party organisiert. Ich habe keine Ahnung wie es geht, das ist der Nachteil der Älteren, die sich die neuen Techniken nicht mehr so zackig draufschaffen können. Dieses Tanzstudio gibt Ballett und Aufwärmtraining für Kids (via Uschi W.), die beiden Kleinen sind übrigens Groß-groß-groß-Cousinen von mir, ich kenne sie nicht persönlich, bin aber gerade sehr entzückt. Die Tonqualität ist nicht die beste, aber man sieht, was man tun soll.

Vielleicht haben Sie auch Lust Yoga anzufangen? Diese junge sehr elastische Frau finde ich recht sympathisch, ich suche allerdings noch nach einer realistischen Yoga-Anleitung für die rundliche Endfünfzigerin, falls Sie da etwas wissen, nur her damit.

So viel für eben. Bis später! Schön drinbleiben! Und bleiben Sie gesund!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Kommentare zu Corona Tagebuch Tag 7

  1. Marion sagt:

    Danke für die vielen lebensfrohen Anregungen, liebe Christiane! Frau kommt gar nicht mehr hinterher. Mache auch eine Coronapause. Gestern habe ich tatsächlich meine Gymnastikmatte rausgeholt und eine halbe Stunde Gymnastik gemacht. Und siehe da, es hat gut getan! Und heute? Schaffe ich es nicht. Genauso wenig, wie bei dem strahlenden Sonnenschein hier spazieren zu gehen. Mmhh… Auch das Putzen gelingt mir nicht, dafür koche ich und lese wieder ein bisschen mehr. Monsieurs Rudergerät ist genial!
    In D ist es seit gestern auch strenger geworden (Versammlungsverbot = Ausgangssperre light), aber ein Ausgangsverbot haben wir (noch) nicht.

    • dreher sagt:

      Coronapause ist gut. Kochen und Lesen auch. Frau muss ja nicht alles jeden Tag machen. Hier ist das Wetter schlecht geworden, man mag gar nicht raus :D

  2. Mumbai sagt:

    mir wird der Tag zu kurz, so viel hab ich vor….manches wird erledigt manches nicht….
    aber Yoga steht jeden Tag fuer 1 Std. auf meinem Programm.

  3. Ursula Weber sagt:

    Danke liebe Christiane 😘
    Liebe Grüße und BLEIBT GESUND ❣️

  4. Hanne sagt:

    Danke für die wundervollen Gedanken und Anregungen.

  5. poupou sagt:

    Mir als Yoga-Neuling tut das 30-Tage-Yoga-Programm von Adriene sehr gut: https://www.youtube.com/watch?v=KWBfQjuwp4E – habe ich mir von der Kaltmamsell abgeschaut und halte zu meiner eigenen Überraschung nun schon mehrere Wochen durch. Liebe Grüße!

    • dreher sagt:

      Dankeschön, schaue ich mir noch genauer an! Ebenso wie Ihren Blog ;) Liebe Grüße!