Corona Tagebuch – Tag 34 Sonntag

Es regnet. Morgens liest Monsieur farblich passend zum Sofa, die Katze träumt mit offenen Augen, auch sie hat ihre Fellfarbe dem Sofa angepasst. So sieht man all die Katzenhaare nicht. Praktisch.

Wir hören Moustaki und Aznavour.

Ich sitze am PC, ich soll was fertig kriegen heute. Mal sehen, ob ich es schaffe. Insofern geht heute der Gatte raus zum Metzger und zum Bäcker. Er füllt nicht mal seine attestation de déplacement aus. Es regnet, sagt er, da geht kein Flic raus. Ich bin besorgt, 135 Euro Strafe immerhin, wenn … aber er behält Recht. Ich habe in der Zwischenzeit schnell eine Wirsing-Ziegenkäse-Pinienkerne-Tarte gebastelt.

Monsieurs Tochter bringt mir jetzt immer ganz viel frisches Gemüse von regionalen Anbietern mit, weil ich neulich so dringend eine Gemüsekiste bestellen wollte und sie keine Lust hatte, noch irgendwohin zu fahren, um sie abzuholen. Dieses Gemüse, da fühle ich mich jetzt noch mehr verpflichtet, will ich in etwas Gutes verwandeln und will, dass wir es frisch essen. Wir essen die Tarte aber jetzt doch heute Abend, denn der Gatte will nicht mehr so lange warten, bis sie fertig ist. Hungrige Männer sind genauso ungeduldig wie hungrige Katzen. ESSEN! JETZT! Er hat Rinderfilet genre tournedos gekauft (wir geben ja sonst kein Geld aus, sagt er, da kann man schonmal das zarte aber teure Filet kaufen).

Das heißt, man dreht das Filet in der Pfanne gerade einmal um tourne-dos, schon ist es fertig. Also, es ist dann roh innen und so soll es hier sein. Dazu gibts Gnocchi, geht schnell, und die letzten zwei Artischocken, die essen wir hier roh mit Vinaigrette. ich habe schonmal gezeigt, wie man die isst, aber man hat ja auch neue LeserInnen, n’est-ce pas ;)

Der Teller wird mit einer Gabel, die man oben darunterschiebt, etwas geneigt, so dass man die Vinaigrette, in meinem Fall nur das Öl, wie in einer Vertiefung vor sich hat. Dort taucht man dann die einzeln abgezupften Blättchen ab.

Sie sehen, man zieht mit den Zähnen anfangs nur ein bisschen des „Fleisches“ aus den Blättern; der Rest ist zu hart

Je weiter man nach innen kommt, desto zarter werden die Blättchen und desto mehr kann man davon essen.

Am Ende schneidet man den Artischockenboden in feine Scheiben und isst sie dann ebenso mit der Vinaigrette. Es ist ein bisschen bitter und man bekommt „stumpfe“ Zähne. Ich finds lecker und es ist die praktischste Vorspeise, die es gibt. Alle machen alles selbst ;)

Die Tarte ist jetzt auch fertig – das Essen für heute Abend.

Der Gatte machte bereits die Sieste, ich sitze hier und schreibe, es regnet immer noch.

Nachdem Aznavour heute früh von den Comédien sang, hatte ich Lust auf Zirkus und siehe da, Le Cirque du Soleil schenkt uns 60 Minuten Spektakel, weil wir nicht zum Zirkus kommen können. Toll, oder?

Und noch ein kleines Video, CoronaVirus-Rhapsody, ist vielleicht schon ein paar Tage alt, ich gebs Ihnen aber mit, weil ich mitbekommen habe, dass es bei Ihnen (in Deutschland) morgen „wieder los“ geht und so viele schon in den Startlöchern stehen. Endlich wieder raus und unter Leute, shoppen, Kaffee trinken, Essen gehen. So sehr der Einzelhandel, der Buchhandel, Cafés und Restaurants unsere Unterstützung brauchen, bitte respektieren Sie die Abstandsregeln und bleiben Sie vorsichtig, und vielleicht doch lieber noch den einen oder anderen Tag freiwillig zu Hause!

Schönen Sonntag noch! Bis morgen! Gesund und trallala und vielleicht sehen wir uns drin und hier!

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21 Responses to Corona Tagebuch – Tag 34 Sonntag

  1. Tina Sumser sagt:

    Jössass, ist die Rapsodie cool!!!! MERCI !!!! lgtina

  2. Kathrin sagt:

    Salut, auch ich schaue täglich in diesen Blog rein und bin somit immer bestens informiert, was Ausgangssperre in Frankreich bedeutet. Meistens schaue ich in Ihren Blog, wenn ich mich in den langen Schlangen vor dem Recyclinghof einreihe, um mein altes Gartenhäuschen zu entsorgen, damit das neue Häuschen irgendwann im Sommer aufgebaut werden kann.Mein Hänger ist klein, das zu entsorgende Material reichlich. Jeden Tag eine Tour!

    Bedauerlicherweise und gleichzeitig verständlicherweise komme ich nicht nach Frankreich, genauer gesagt nach Antibes.
    Ich bin gespannt, wann es wieder möglich ist. Ich fürchte, dass ich das erste Mal im Spätsommer im Mittelmeer schwimmen kann. Vielleicht muss dieses Jahr mehr die Ostsee daran glauben! Ist auch nicht schlimm, nur kälter und nicht so blau.
    Aber es trifft auch mich bislang nicht hart. Ausgestattet mit einem großen Grundstück und beschenkt mit dem schönen Wetter in dem sonst grauen Norden, werden bislang aufgeschobene Projekte verwirklicht.

    Da wir bekanntermaßen zu zweit uns draußen bewegen können, gehe ich jeden zweiten Tag mit jeweils einer Freundin und mit Sicherheitsabstand durch den Wald bis mindestens 10000 Schritte später jedes Thema besprochen wurde. So sind die Sozialkontakte nicht nur auf Ehemann und erwachsene Töchter beschränkt, die am Wochenende schon zu früh vor der Tür stehen, weil ihre Wohnungen sehr zentral liegen, aber ohne Balkon und Garten ausgestattet sind. Kann auch anstrengend sein!

    Auch Ihre musikalischen Links höre ich mir gerne an und leite sie oftmals an meine französische Lerngruppe weiter. Zum Angeben! Muriel , meine Französisch Lehrerin stammt ursprünglich aus Nantes und ist immer ganz entzückt über „meine“ französischen Chansons.

    Die Tarte hört sich super an und wird alsbald umgesetzt!

    Merci für all die Berichte !

    Liebe Grüße aus dem sonnigen Norden an die regnerische Côte Azur!

    Kathrin

  3. Eleonore Braun-Folta sagt:

    Ich liebe George Moustaki und Charles Aznavour, habe einige von Amazon runtergeladen. Besitze aber auch noch alte LP’s.
    Restaurants und Cafes sind noch nicht offen, und nur Geschäfte unter 800 m 2. Aber so langsam geht es los. Die Schule fängt nur pö a pö an. Erst die Abi Klassen. Meine Enkel in der 7. und 8. Klasse werden erst Mitte Mai , Anfang Juni wieder gehen können. Heute gabs Hausaufgaben per e-mail. Ich hoffe nur, dass es eine Maskenpflicht gibt, wie in Sachsen oder Wolfsburg. Mein Mann musste zur Arbeit und die Leute in der Bahn haben gehustet und geniesst, in die Hand, als hätte sie nichts gelernt.
    Bleib gesund, Elli

  4. Eleonore Braun-Folta sagt:

    @ Marion, falls sie die alten Kommentare noch liest. Habe heute auch eine Maske genäht. Und finde 15,00 Euro nicht zu viel. Habe fast 2 Stunde gebraucht für eine Maske. Das Band zum Binden kostet 3 Euro, dazu der Stoff und Stundenlohn. Also okay.

    • Marion sagt:

      Danke Elli für Deine Antwort, die ich gerade noch gefunden habe. Da ich schon seit Jahrzehnten meine Nähmaschine nicht mehr rausgeholt habe, werde ich mir dann so ein Teil wohl bald mal zulegen (müssen?).