Corona Tagebuch – Tag 44

Ein vorbildlicher Quarantäne-Tag, keinen Schritt vor die Tür gemacht und den ganzen Tag am PC gearbeitet, zumindest ich. Télétravail heißt das französische Pendant zum neudeutschen „Homeoffice“, das ja gar nicht wirklich gibt im englischen Sprachschatz, genausowenig wie „Handy“. Jetzt noch schnell hier ein paar Zeilen, weil ich heute soooo schöne Post bekam! Gleich zweimal, einmal klingelte der Paketbote, der das Paket jetzt vor die Tür stellt und in einem Abstand von 5 Metern darauf wartet, dass ich es in Empfang nehme. Und der Briefträger, der nun auch wieder häufiger kommt, hielt mir einen Umschlag am ausgestreckten Arm und mit abgewandtem Gesicht entgegen. Das Paket kommt von frischmut und enthält ein schwarzes Top und zwei Tücher. Das Top ist in Größe 40 bzw. L und passt wie angegossen. Ich finde deutsche Größen immer so erholsam! Die beiden Tücher sind anders, als ich sie mir vorgestellt habe, das Tuch kleiner (ja die Maße standen dabei, trotzdem) und der Schal schmaler. Aber alles ist schön und fasst sich wunderbar an, das Shirt trage ich schon (unter dem anderen T-Shirt) und den Seidenschal trage ich um den Hals. Es war ein Solidaritätskauf und frischmut erließ mir ebenso solidarisch die Portokosten, obwohl sie höher waren als die Inlandsportokosten. Jetzt, wo ich weiß, dass L / 40 passt, würde ich auch andere T-Shirts bestellen. Auch im Paket ein winziges Leselämpchen als Geschenk und ein Gedicht über die Zeit, wie passend – und das alles, so steht es auf dem Umschlag, gefertigt in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Sehr schön! 

Und im anderen Briefumschlag ein wundervolles Kistchen, vielleicht selbst gemacht, beklebt und gemalt, so sieht es aus, und darin MASKEN!!! Wunderschöne, selbst genähte Masken, mehrere Modelle und Farben, sogar ein paar gedecktere Farben für Monsieur sind dabei! Und Pusteblumensamen, Punkte, Streifen und auf der Rückseite kleine Pinguine. Wie süß! Ich quietschte vor Begeisterung! Für jedes Outfit eine, heißt es, ich aber bin total verliebt in diese blau-weiße, die mich an Delfter Porzellan erinnert. Wie toll! DANKE, liebe Claudia!!! Ich bin sehr gerührt und ich weiß, dass von anderen LeserInnen noch andere Masken unterwegs sind! Aus Papier und aus Stoff, das ist so lieb, dass Sie sich um uns sorgen! Monsieur ist schwer beeindruckt, nicht nur von den Masken, so etwas sieht man hier nicht! Aber vor allem, dass ich so tolle LeserInnen habe! Ich wusste das ja schon immer :D Sie sind die Besten! Danke!

Sieht man, dass ich strahle? Wir müssen jetzt intensives Augentraining machen, vor allem die BrillenträgerInnen, damit wir nicht alle wie finstere, potentielle BankräuberInnen aussehen.

Das geisterte heute durch französisches Internet. „Traumreisen zum kleinen Preis“ heißt es. Man muss es natürlich französisch aussprechen ;-) Ich habe auch nicht alles auf den ersten Anhieb geschafft. Auflösung, falls Sie eine brauchen, gibts morgen!

So, jetzt wechsele ich die Sitzgelegenheit, vom Stuhl am Tisch, auf die Couch. Bonne soirée! Bis morgen, passen Sie weiterhin auf sich auf! 

Ach so, ich wollte noch etwas zu den geschlossenen Fensterläden erzählen, Susanne, fragte das, das mache ich morgen, jetzt kann ich nicht mehr.

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6 Kommentare zu Corona Tagebuch – Tag 44

  1. Marion sagt:

    Boah, das ist ja wie Weihnachten. Toll!! Viel Freude mit all‘ den schönen Sachen.

  2. Ursula Weber sagt:

    Das war ja heute wie an Weihnachten mit den tollen Überraschungen👏.
    Die blau-weiße Maske ist wirklich sehr schön – ein Grund zum Strahlen 🤗.
    Alles Gute und liebe Grüße 🌷

  3. Trulla sagt:

    Wie schön ist das denn? Zu solch kreativen LeserInnen kann man Sie wirklich nur beglückwünschen. Mit diesen wunderschönen Masken können Sie sich überall blicken lassen.

  4. Karin Penteker sagt:

    Du bist zu beneiden, Christiane, so schöne und praktische Geschenke!
    Genf ist calvinistisch spartanisch, keiner näht irgendwelche schönen Masken. Alle tragen schwarz oder weiss oder die chirgischen Masken. :(
    Ich hoffe aber dennoch, dass sobald die kleinen Geschäfte wieder aufmachen dürfen, auch ansehnliche Stoffmasken erhältlich sind. Ich könnte zwar auch selber nähen, aber meine Nähmaschine ist in der hintersten Ecke meines aus den Nähten platzenden Kellers. Er ist aber auch weniger als einen Meter breit!
    Danke auch für die vielen schönen und interessanten Photos über die Quarantänezeit, so hat man wenigstens ein kleines Fenster in den Süden.
    Merci mille fois,
    Karin

  5. Mumbai sagt:

    Singapore, New York, Lausanne, Cancun…hab ich’s erraten?…Die Delftermaske ist huebsch und sie haben ja Brillen in jeder Farbe auch zur Maske passend.

  6. Wendy sagt:

    Es mußt doch auch in Frankreich viele Menschen geben, die noch Nähmaschinen besitzen. Hier näht jeder, der kann – und reichlich.
    Und möglichst heiter habe ich das Gefühl – es werden die schönsten Stoffe aus dem Fundus gekramt, es wird bestellt – und – Paradies – seit 3 Tagen darf der Stoffladen wieder auf haben (Stoff im Internet bestellen macht nur halb soviel Spaß). Es war wie Weihnachten – und das Gefühl hatten einige. Wir standen brav mit Abstand und Maske in der Schlange – und drinnen wurde dann gekauft. Ich selbst bin nichtmal eine besonders gute Näherin – aber ich habe jetzt weit über 100 Masken genäht und verschenkt – und selbst habe ich natürlich auch noch Auswahl. Teils mit Stofffarben mit Comics nach Wunsch bemalt – Peanuts, Calvin & Hobbes, Minions…., teils mit bedruckbarer Bügelfolie verziert, teils mit kunderbunten Stoffen…. wenn wir damit schon länger leben müssen, kann man doch wenigstens damit „spielen“. An der Funktion ändert es ja nichts, wenns wenigstens hübsch ist und nicht wie ein recycleter Putzlappen aussieht…