Pfingsten in Zeiten von Corona

Die ersten richtigen Pfingstrosen auf dem Markt erstanden, es seien die letzten der Saison, sagte mir der Blumenzüchter. Ich habe heute den Markt in die andere Richtung begonnen (Parcour est und nicht ouest), weil ich die letzten Male kein Geld mehr übrig hatte, um Blumen zu kaufen. Wenn man in einer vorgeschriebenen Richtung an allen Händlern vorbeigeschleust wird, die einen in einer nie gekannten Freundlichkeit ansprechen, ich kann da schlecht „nein“ sagen. Also zumindest nicht bei meinem Käsehändler. Dort ließ ich die letzten Male einen Teil des Markt-Budgets und so reichte es nicht mehr für die Blumen. Heute gabs also keinen neuen Käse, wir müssen sowieso erstmal den anderen aufessen.

Sehr hübsche Auberginen habe ich auch erstanden. Ich hätte ein Foto vom Stand machen sollen, es gab auch ganz kleine und sogar weiße Auberginen, fast so niedlich wie kleine Katzen ;) Mal sehen, was wir damit machen, vielleicht werden sie auch nur schnöde auf den Grill geworfen. Wir werden grillen heute. Gestern früh waren wir schwimmen, haben dann das neue Segel über den Hof gespannt und dann sofort wieder abgehängt, weil es prompt zu regnen begann. Abends war es so frisch, dass wir beinahe die Heizung angeschaltet hätten. Im Moment sieht es aber wieder gut aus.

Ich bin ganz begeistert von dem We Are One Global Filmfestival. Schauen Sie rein, wenn Sie Zeit haben! Ich zeige Ihnen drei Filme, die ich gestern angesehen habe. Der indische Film ist nur bis heute Abend anzusehen, die anderen beiden vielleicht etwas längere Zeit. In dem spanischen Film geht es um die Zusammenarbeit eines Kochs im Baskenland mit einem Musiker. Der junge Koch macht außergewöhnliches Essen und der ebenso junge Musiker komponiert dazu Musik. Sehr abgefahren. Mir esstechnisch zu anstrengend, aber superschön anzusehen und anzuhören. Spanisch (Baskisch) mit englischem Untertitel allerdings.

Den Alltag in einer französischen Sterneküche zeigt etwas realistischer dieser Kurzfilm (Monsieurs Sohn weiß noch ähnliche Geschichten aus seiner Zeit in einer 5-Sterne-Hotelküche zu berichten) Zehn Minuten, ohne Untertitel, aber sicher auch so verständlich. Sie müssen bestätigen, dass Sie verstanden haben, dass dieser Film eventuell schockierend sein kann, weshalb ich Ihnen nur den Link dorthin gegeb kann. Cru oder Blut, Schweiß und Tränen.  (<– Anklicken, dann etwas nach unten scrollen, den Youtube Button drücken (rechts), dann auf der schwarzen Seite bestätigen, dass man bereit ist, einen „unangemessenen“ Film zu sehen und dann sollte es losgehen)

Der dritte Film spielt in New Dehli, wo die Affen in der Stadt überhand nehmen und deswegen mit professionellen Affenvertreibern verjagt werden sollen. Pech nur, wenn man Angst vor den Affen hat … ah ok, geht schon nicht mehr, Sie können den Film noch bis heute Abend sehen (er ist nur 24 Stunden nach der gestrigem Premiere freigeschaltet), ich versuche es mit diesem Link, Ansonsten ist es der erste Film des gestrigen Tages (30. Mai) auf der Liste. Weiß nicht, ob Sie das überhaupt interessiert. Ist nur ein Angebot, wie alles hier :-)

Sehr schön heute die Linksammlung bei Herrn Buddenbohm!  Dort ein Interview mit Reinhard Mey. Jemand berichtet von seinem Einrichtungsfimmel nach Farben (und dem Bedürfnis nach blauem Toilettenpapier) und in diesem Bericht dann ein fantastischer Link zu einer kleinen Filmserie einer Toilettenpapiersammlerin! Ich liebe so etwas!


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4 Kommentare zu Pfingsten in Zeiten von Corona

  1. Flo sagt:

    Hallo Christiane,
    Südfrankreich ist uns ein bisschen voraus, während bei euch die Zeit der Pfingstrosen endet sieht man hier im Garten grad erst die ersten Knospen Farbe zeigen.
    Verrückt ist auch das es bei euch regnet und bei uns in Deutschlands Mitte kaum, unsre Regenfässer sind zwar noch halb voll, doch seit die Bäume in den Wäldern ergrünt sind fallen einem auf einmal die vielen toten Bäume dazwischen auf, der Trockenheit und dem Borkenkäfer sein Dank.
    Nichts desto trotz wünsch ich Euch schöne und frohe Pfingsten.

    • dreher sagt:

      Ja, Südfrankreich ist eben Südfrankreich ;-) Die Erdbeerzeit ist auch gleich zu Ende, es werden schon Kirschen und Aprikosen angeboten.
      Regen haben wir derzeit nicht zu knapp, nächste Woche sind auch nochmal drei Tage Wasser von oben angekündigt.
      Frohe Pfingsten, trotz Trockenheit!

  2. Mumbai sagt:

    bei uns waren bis dato alle Floristen und Gaertnereien geschlossen. Daher leider keine frischen Blumen. Bin dankbar, dass meine Orchidee, die ich nun schon seit mind. 5 Mon. habe, noch immer blueht und meinen Coffetable ziert. Erdbeeren und alle anderen Fruechte….findet ihr auch , dass der Geschmack immer schlechter wird, naemlich zero?
    Bisher habe ich Erdbeeren in der Saison voll ausgekostet, aber dieses Jahr hatte ich nur ein einziges Mal den „Kindheitserinnerungsgeschmack“. Zu den Filmen habe ich Ihnen in den anderen blogs kommentiert. Besten Dank.

  3. Sunni sagt:

    Oh, schon die letzten! Hier blühen sie gerade auf, die Pfingstrosen, und ich bekam einen Strauß geschenkt mit pinken, in einem ganz grellen Pink, die sich täglich färbten, bis sie heute gelb sind. Wunderpfingstrosen, sozusagen. Und daneben liegt das Text-Bilderbuch mit beiden CDs von Reinhard Mey, der mich und mein Leben mit seinen Liedern seit ca. 55 Jahren begleitet. Jedes seiner Konzerte seit der Wende haben wir erlebt, und ich fürchte so sehr, dass uns Corona ein letztes, gemeinsames nimmt. Aber wie sagt er so schön? „Ich habe alles gehabt, was will ich mehr…“ Herzliche Pfingstgrüße, Sunni