12 von 12 im Februar 2021

Ich wollte erst nicht mitmachen beim heutigen 12 von 12, eine Blogparade, die Frau Caro Kännchen seit Jahren treu auf ihrem Blog anbietet. Zwölf Fotos am/vom Zwölften. Seit zwei Tagen habe ich Bauchgrummeln wegen etwas, was mich gedanklich nicht loslässt. Genau deswegen mache ich jetzt aber doch mit. Ich habe mich ja kurzfristig doch noch zum „Jammerfasten“ angemeldet, ein Kurs, der unabhängig von der Fastenzeit 16 Tage lang läuft. Es ist nichts Neues, aber es tut gut, es immer mal wieder aufzufrischen. Ich will nicht jammern, mich weder beklagen noch mich hängenlassen. Ich will den Blick auf Positives lenken und lösungsorientiert denken. Ich habe die Wahl. Immer.

Frühstück mit leckerem Körnerbrot, das kornigste und geschmackvollste, das es in Cannes derzeit gibt, aus einem dänischen Coffee-Shop.

Dann ziehe ich mich bewusst farben-froh an. Um den Kopf gewickelte Tücher geben mir immer eine Portion „extra-Kick“. Es erinnert mich an „We can do it!“

Außerdem habe ich (aus Versehen) Kniestrümpfe gekauft. Ich habe noch nie Kniestrümpfe gehabt, die an meine runden Waden passen, weshalb ich in der Regel Socken kaufe. Aber diese passen, das ist grandios und ich habe in diesem fußkalten Haus erstmals richtig warme Füße. Toll!

Ich hänge mit der Katze auf dem Sofa und lese lange im Internet herum. Aktualisiere dann einen drei Jahre alten Mimosenartikel und hänge ihn noch an die Mimosenfotos an.

Schon ist es Zeit, Mittagessen vorzubereiten. Ich mache im Ofen gebackenes Wintergemüse (inspiriert von diversen Fotos aus der #heimbürokantine von Wibke Ladwig, alias @sinnundverstand). Dort werden in letzter Zeit immer Chilliflocken über das Essen gestreut. So etwas kennen wir hier gar nicht, aber ich habe Piment des Espelettes, die ich über mein Gemüse streue, plus Nelkenpulver, grobes Meersalz und einen großzügig bemessenen Schuss Öl. Kommt für knapp zwanzig Minuten bei 180 Grad in den Ofen. Fertig, und so köstlich, dass selbst der Gemüseskeptische Gatte zweimal nimmt. Aber soweit sind wir noch gar nicht.

Monsieur kommt von einem Termin zurück und hat zusätzlich eingekauft. Seit er geimpft ist, wagt er sich sogar wieder in den Discounter. Darüber kann man sich freuen, er hat es auch gut gemeint, ich bin von seinem heutigen Einkauf aber eher genervt, wir brauchen viele Dinge, aber nicht das, was er mitgebracht hat. Und kaufe ich nicht seit Wochen, Monaten gar, frischestes Gemüse direkt vom Erzeuger, saisonal und regional? Jeden Tag jubele ich über dieses Gemüse. Wieso schleppt er mir dann Gemüse aus dem Discounter an, das jenseits aller Saison ist? Ich schimpfe laut vor mich hin, bekomme dann Blumen entgegengestreckt. Rosen vom Discounter, wie schön. Der dazugehörige Satz „wenn ich die erst am Sonntag kaufe, sind sie doppelt so teuer“ macht die Sache nicht romantischer. Valentinstag naht. Immerhin hat er daran gedacht, nicht wahr. Und die Rosen sehen hübsch aus. Das Positive sehen.

Wir essen, teilen uns ein Schweinekotelett und Ofengemüse. Pepita findet es wie immer ungerecht, dass sie kein eigenes Tellerchen am Tisch hat.

Die Sieste fällt heute aus, stattdessen begleite ich Monsieur zu einem weiteren Termin. Es regnet. Suchbild mit Marilyn.

Auf dem Rückweg kaufe ich bei einem kleinen Supermarkt noch ein paar notwendige Dinge ein.

Der Nachmittag vor dem PC. Ohne Foto. Abendessen. Keine Suppe heute; es gibt ein Omelette mit frischer figatellu für Monsieur. Dazu etwas grünen Salat. Ich mag diese korsische Spezialität nicht; Pepita schon. Sie hat gestern klammheimlich schon ein gutes Drittel davon gefressen. Wir hatten die figatellu aus Versehen im Marktkorb vergessen. Die Katze dachte vermutlich, es sei ihre Belohnung, weil sie gestern den ganzen Tag alleine geblieben war. (Natürlich habe ich die gerettete figatellu äußerst großzügig vom zerkauten Rest abgeschnitten, und nein, die Katze bekommt den angefressenen Teil nicht.) Ich hingegen esse „german Abendbrot“, eine weitere Scheibe des köstlichen Körnerbrots mit einer Scheibe Schinken. Guten Appetit.

Gerade fiel mir eine ganze Kiste mit Post aus dem übervollen Regal. Grrr. Ich möchte laut jammern und klagen aus vielerlei Gründen. Ein vergilbter Zettel liegt zwischen den Briefen und Karten. Er ist uralt. Er stammt aus der Zeit vor Frankreich. Wir sind noch immer im Thema: Nicht jammern.

Positive Zugabe: Pepita passt tatsächlich in einen kleinen Schuhkarton! Findet es aber blöd, dass ich sie darin fotografiere.

So viel von hier. Bonne soirée! Die anderen 12 von 12er finden Sie wie immer hier!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

19 Responses to 12 von 12 im Februar 2021

  1. Caroline Bahri sagt:

    Meine Liebe, wir sind wieder hier, in Antibes, nach schwieriger, 3tägiger Fahrt aus minus 14 Grad und Schneeglätte, durch strömenden Regen in Nordfrankreich, Polizeikontrolle mit Vorzeigen des PCR-Tests auf der Autobahn (die Polizistin fluchte „merde, c’est tout en allemand. Ou est le mot negativ?)“, auch das Auto streikte, und immer mußte vor 18 Uhr ein Hotel gefunden werden. Aber die Fahrt von Deutschland an die Côte d‘Azur ist möglich!

    Und so kann ich jetzt die Mimosen im Garten bewundern. Liebe Grüße Caro

    • dreher sagt:

      Bienvenue zurück im zweiten Zuhause! Tut mir leid für die lange Fahrt, das kranke Auto und den Regen! Wird hoffentlich bald (wieder) sonnig an der Côte d’Azur!

  2. Sunni sagt:

    Eine wunderbare Beschreibung! Und so herrlich die Äußerung von Monsieur zu den Rosen. Könnte man 1:1 nach hier übertragen und dazu noch JEDEN Freitag: Waaas? Heute ist gar nicht Samstag (mit der „herrlichen“ Fußballsportschau Punkt 18 Uhr und daher viel früherem Abendessen)??? NEIN! Es ist noch immer und wieder Freitag, Sakra noch a mol!:-)
    Toll sehen Sie aus, und das Tuch im Haar ist der Knüller dazu. Herzlich, Sunni

  3. Der Zettel ist toll!

    Und ansonsten kann ich nur mitwissend und -fühlend grinsen über das Thema der einkaufenden Männer. Meiner ist für den ALDI-Standardkram „zuständig“ und immer ganz stolz, was für billige Tomaten er wieder gefunden hat. Gut, die kann er gerne selber essen, ich will welche mit Geschmack… (Der Bauernladen ist unserem Zuhause näher als der blöde Discounter!)

    • dreher sagt:

      Hier werden gerne auch ganz frühe (geschmacklose) Erdbeeren im Discounter gekauft … da kann ich sagen, was ich will, jedes Jahr wieder … Ja, der Zettel ist toll, deswegen habe ich ihn auch immer noch!

  4. Suse sagt:

    Dieser Zettel sagt wahre Worte.
    Und ich mag die farbige Garderobe sehr :-)

    Liebe Grüße
    Suse

  5. Mumbai sagt:

    Sie haben ja ein witziges und echtes Leben. Jedesmal muss ich schmunzeln weil so koestlich geschrieben, auch wenn es fuer Sie aergerlich war. Dies Spezial-Sonder-Preiswert/Einkaeufe ist wohl eine Maennerkrankheit. Obwohl ausgestattet mit einer
    Einkaufsliste (die heiklen Einkaeufe werden ohnehin nicht uebertragen) kommt mein
    Mann jedesmal mit „und schau was ich noc gekauft habe…und schau…und schau….
    ach Gott, alles Sachen die ich entweder ohnehin gelagert habe, nicht brauche oder gar
    nicht will. Aber ich sehe (versuche) es positiv, immerhin hat er mir einen Weg abgenommen. Positivitaet kann man trainieren und es funktioniert. Uebrigens diese
    bunten Haartuecher passen perfekt zu Ihnen.

    • dreher sagt:

      Danke! Ja, es ist hier ganz genauso mit meinem Mann, wenn er einkauft 😅
      Aber ich nehme es auch als mitdenkende und helfende Geste, geht von einem guten Ansatz aus.
      Ich weiß, ich trainiere das positive thinking seit einiger Zeit. Es funktioniert!
      Danke für das Kompliment, ich mag die Tuecher im Haar auch, sie bleiben nur nicht da, wo sie sollen.
      Liebe Grüße!

  6. Marion sagt:

    Hihi, Pepita in a nutshell … Omelette ist ’ne gute Idee, werde ich nachmachen, lange nicht gegessen. Monsieur erinnert mich oft an meinen Vater (ist auch nur ein paar Jahre jünger). Der Valentinstag wird überbewertet, der ist bestimmt für viele Männer eine Qual. Die Rosen aus dem Supermarkt sind auch schön (kaufe ich auch manchmal, mir selbst). Tja, nicht jammern und klagen, und das in diesen Zeiten, was für eine Übung… Ein Licht am Horizont: habe am 16.03. einen Friseurtermin (ich seh‘ mittlerweile vielleicht aus), jubel! Noch nie so drauf gefreut. Korsische Schweinereien mag ich auch nicht, aber brocciu und die Kastanienleckereien schon. A bientôt und einen erholsamen Sonntag!
    P.S.: Jetzt rückt auch der Erscheinungstermin Deines neuen Krimis näher, auch ein Grund zur Freude 😉.

    • dreher sagt:

      ach ja, Valentinstag … schon etwas hochgeputscht, aber ich freue mich schon ueber Blumen und Kaffee ans Bett, wobei ich das auch an anderen Tagen bekomme, was ich zu Monsieurs Ehrenrettung sagen muss.
      viel Spass beim Friseur!
      und ja, danke, der Krimi erscheint (erst) im April 😊
      liebe Gruesse!

  7. Manuela sagt:

    Schön, dass es wieder einen Beitrag für „12 von 12“ gibt. Ihr Beitrag in diesre Serie ist für mich immer einer der spannendsten!
    Das Körnerbrot sieht sehr lecker und sehr deutsch aus. Ich dachte gleich, bestimmt aus einer deutschen Bäckerei in Cannes, aber da lag ich wohl falsch. Wird so ein Brot von den Franzosen überhaupt gegessen? Und gibt es in Cannes eine deutsche Bäckerei?
    Das Ofengemüse sieht auch lecker aus. (Ist der Blumenkohl schon vorgegart?) Ich mache das auch oft, geht so schön schnell und ist trotzdem lecker.
    Ich finde ja, dass Pepita ihr eigenes Tellerchen am Tisch kriegen sollte. Das Bild ist zu schön:-)
    Das mit den Rosen könnte exakt hier so passiert sein. Aber man muss wohl dankbar sein, wenn es überhaupt noch Blumen gibt. Der Strauß sieht jedenfalls nett aus.
    Vielen Dank für den schönen Bericht und herzliche Grüße nach Cannes!
    Manuela

    • dreher sagt:

      Lieben Dank Manuela,
      Nein, es gibt keine deutsche Bäckerei in Cannes und nirgends, zumindest habe ich noch nie davon gehört (vielleicht in Paris, da könnte so etwas funktionieren), die Franzosen finden das dunkle Brot sehr abenteuerlich und essen es in der Regel nicht. Ich brauche es auch nur noch hin und wieder, genieße es dann aber sehr.
      Nein, das Gemüse ist nicht vorgegart, der Blumenkohl in kleinen Röschen ist schnell gar. Das Problem sind eher die Kartoffeln, die müssen sehr dünn geschnitten sein, damit alles gleichzeitig gar ist.
      Die Rosen sehen sehr elegant aus, mazipanfarbig, wenn man das so sagen kann. Ich freue mich schon sehr darüber 😊
      Liebe Grüße!

      • Manuela sagt:

        Vielen Dank für die Erklärung. Das mit dem Blumenkohl teste ich mal. Bei mir gibt es als Ofengemüse meist Kartoffeln (gern auch Süsskartoffeln), Paprika und Auberginen. Blumenkohl wäre mal eine gute Abwechslung.

        • dreher sagt:

          Im Sommer mache ich das mit Zucchini, Auberginen, Paprika, Tomate und Zwiebeln.
          Geht aber genauso gut mit (fast) jedem Wintergemuese : Blumenkohl, Lauch, Karotten, Rosenkohl, Kürbis in Scheiben, Kartoffeln…
          Gutes Gelingen!

  8. Karin Pajonk sagt:

    Hallo nach Cannes
    Ich lese „Sie“ sehr gerne.
    Ihre Berichte sind so nett.
    Liebe Grüße aus dem Schwabenländle
    Karin

  9. Karin sagt:

    Hallo nach Cannes
    Ich lese „Sie“ sehr gerne.
    Ihre Berichte sind so nett.
    Liebe Grüße aus dem Schwabenländle
    Karin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.