Fastenchallenge-Entrümpeln

Nur mal so ein kleiner Zwischentext, um Ihnen zu erzählen, wie begeistert ich von meiner Fastenchallenge bin – jeden Tag (außer sonntags) wird irgendwas entrümpelt: Morgens in aller Frühe bekomme ich eine Mail, in der ich aufgefordert werde, mich einem Ort in der Wohnung zu widmen. Nur zehn Minuten soll es dauern, wenn man mehr braucht, mag und Zeit hat, kann man auch länger entrümpeln, aber in zehn Minuten kann man ziemlich viel schaffen. Man macht ein Vorher-Foto, räumt fix alles aus, reinigt den Ort, die Schublade, das Fach … und entscheidet ganz flott, was weg kann, was man nicht mehr benutzt, was kaputt ist, und man räumt das wieder ein, was bleiben darf. Nachher-Foto. Fertig.

Die allererste Aufgabe war für mich der Supereinstieg: Sonnenbrillen und alte Brillen entsorgen! Die Schublade, in der wir alte Brillen und alte und aktuelle Sonnenbrillen aufbewahren und allerhand anderes (Luftpumpen, Fahrradwerkzeug, Fahrradlicht, Kleinkram) ging manchmal schon nicht mehr zu, so voll war sie. Ich habe in meinem Eifer das Vorher-Foto leider vergessen, aber ich habe eine kleine Tüte komischen Kleinkram weggeworfen und 13 (!) Brillen aussortiert, darunter auch zwei Sonnenbrillen von Monsieurs Ex-Freundin. Sowas muss weg, das ist ja wohl klar! Ich habe meine alten Brillen und viele Sonnenbrillen (mit und ohne Korrektur) an lunettes sans frontières geschickt, ein Verein, der Brillen nach Afrika, Asien und Südamerika schickt, wo sie irgendeinem Menschen noch nützlich sein können. Dieses „Weitergeben“ hat es mir leichter gemacht, die Brillen auszusortieren, sonst hätte ich immer gedacht, ich hebe sie auf, die waren so teuer, vielleicht nehme ich das Gestell irgendwann noch einmal – was ich natürlich nie mache. Brillen unterliegen Moden und ich trage meine Brillen wirklich lange, wenn ich sie ablege, dann bin ich ihnen wirklich „entwachsen“.

Am nächsten Tag überprüften wir unsere Stifte, schreiben sie noch? Braucht man wirklich die gefühlt hundertfünfzig Werbekugelschreiber? Buntstifte, Kugelschreiber, Filzstifte, die wir nicht mehr wollen, sogar kleine Bleistiftstummel, kann man an Stifte stiften schicken, die sie ebenso dorthin geben, wo Kinder keine Stifte im Überfluss haben. Da habe ich leider keinen adäquaten französischen Verein gefunden, der wirklich funktioniert (es gibt nur punktuelle Sammelaktionen für alte Schulsachen bei Schulbeginn).

Und so ging es jeden Tag weiter: Mützen, Schals und Handschuhe, die Plastiktüten, die Besteckschublade in der Küche, die Gewürzgläser, die Vorräte im Vorratsschrank. Jeden Tag nur ein Eckchen, ein Thema. Zehn Minuten. Boah! Es läuft! Diese kleinen Häppchen und die Zehn-Minutenvorgabe, die ich oft überschreite (zwei mal zehn Minuten, drei mal zehn Minuten), helfen mir ungemein. Ich sehe nicht das schwere und unbewältigbare Projekt „Küchenschrank aufräumen“, zu dem ich mich seit Monaten nicht aufraffen kann, sondern ich nehme mir nur die Ecke mit den Backzutaten vor. Die zehn Minuten-Vorgabe macht, dass ich es dynamisch und konzentriert angehe. Auch, wenn ich letzten Endes meistens länger brauche, geht es fast wie von selbst. Toll! Außerdem habe ich Monsieur miteinbezogen, und durfte überraschend und endlich eine alte unansehnliche Mütze wegwerfen. Großer Erfolg!

Seit letzter Woche öffne ich immer wieder die Küchenschränke und freue mich an der Ordnung und an der neuen Organisation, die ich hier und da vorgenommen habe. Ich bin gespannt, wo mich das noch hinführt :D

vorher
nachher

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14 Responses to Fastenchallenge-Entrümpeln

  1. Hach, das freut mich soooooo sehr, dass du mit der Challenge soviel schaffen kannst für dich! Und die vorher-nachher Fotos machen das immer so toll sichtbar. Schön, dich dabei zu haben! <3

  2. Marion sagt:

    Boah, bin total beeindruckt… Das letzte Mal richtig entrümpelt habe ich vor 14 Jahren… seitdem achte ich darauf, nicht zuviel anzusammeln, aber hier und da könnte ich mich auch mal wieder drangeben. Die Brillen aussortieren wird mir auch sehr schwer fallen. Klamotten dagegen kommen häufiger mal zum Second Hand-Shop. Ein Problem für mich sind ebenfalls die Küchenschränke, aber hier mehr das ausräumen/ reinigen/wieder einräumen, was so verdammt zeitintensiv ist, wenn man es allein macht. Aber Ideen hätte ich schon, wie ich den auch pragmatischer nutzen könnte. Kürzlich habe ich aber mal einen Badezimmerschrank aufgeräumt. Das hat sogar lange gedauert, weil ich soviel überlegt habe, wie ich nun alles anordnen will.
    Bonne chance weiterhin!

    • dreher sagt:

      Merci! Das gute ist, dass man nicht wirklich allein ist – alle in der Gruppe erzählen ihre Schwierigkeiten mit dem Aufräumen und zeigen ihre mehr oder weniger aufgeräumten Ecken und wie schön es danach ist! Das hat einen Sog-Effekt :-D

  3. Na sowas, das scheint ja gerade in der Luft zu liegen!

    Soeben hatte ich meinen Blogpost
    „Täglich 20 Minuten aufräumen – ein Weg zur Ordnung?“
    https://www.claudia-klinger.de/digidiary/2021/03/02/taeglich-20-minuten-aufraeumen-ein-weg-zur-ordnung/

    veröffentlicht, dann noch ein bisschen rumgelesen, über blogs50plus live hier gelandet – und wow, dasselbe Thema, zwar anders aufbereitet und mit E-Mail-Unterstützung, aber doch eine ähnliche Herangehensweise!

    Möge es uns gelingen, nachhaltige Ordnung zu schaffen!

    • dreher sagt:

      Hallo Claudia, schön, dass du hier gelandet bist. Das Thema liegt wohl in der Luft. Für mich sind zehn Minuten noch besser. Zehn Minuten (aus denen dann locker zwanzig werden) machen mir keine Angst, erschöpfen mich nicht schon im Vorfeld. Und ja, morgens ist es tatsächlich auch am besten. Gestern war ich groggy und wollte nicht – das vorgeschlagene Thema (Handtücher) brauchte bei mir keine Überarbeitung. Dachte ich. Gegen 18 Uhr überkam mich dann doch noch die Räumeritis. Aber morgens ist es besser.

  4. Mumbai sagt:

    Wenn das – sich- trennen , egal wovon, nicht so schwer werde. Sind doch immer
    Erinnerungen und Emotionen darin versteckt (Kuechengeraete ausgenommen).
    Vor allem bei den Sonnenbrillen, einige davon habe ich auch schon 20 J., muesste ich
    ein Augen-zu-Wegwerfsystem entwickeln. Obwohl in unserer Ehe ich der Wegwerftyp
    bin ist es manchmal schwierig aber wenn es mich packt, dann kommt vieles weg. Allerdings darf meine bessere Haelfte nicht anwesend sein sonst wuerde alles wieder dort landen wo es haette verschwinden sollen. Einige Tricks die ich schon angewendet habe wirken diesbezueglich grossartig. Also mach ich mich gleich?/bald auf zur Entruempelung

    • dreher sagt:

      Das Trennen geht hier auch besser ohne den Gatten im Hintergrund. Ich habe im Küchenschrank eine riesige Plastiktüte mit Plastikbehältern (Genre Tupperware) nur wegwerfen können, weil er nicht da war. Jetzt findet er den Schrank prima, aber er hätte bestimmt die Hälfte der Dosen zurückbehalten, wenn er sie gesehen hätte. Dinge, die definitv ihm gehören, werfe ich aber nicht weg!
      Viel Erfolg fürs Entrümpeln!

      • Marion sagt:

        Aber Tupperdosen sind doch sooo praktisch. Bist du wirklich sicher, dass du sie nicht noch hättest gebrauchen können? 😉😅😆😂😄