Der Süden ist blau: im Februar am Meer

unbekannter Hund

Nach vierundzwanzig Stunden Wind und horizontal an unsere Fenster gepeitschtem Regen, nachdem es bei uns durch die Decke regnete, die Äste und Blüten der Mimose so nass und schwer nach unten hingen, als sei sie eine Trauerweide und sich Monsieurs Bridgepartnerin abmeldete “bei diesem Wetter ginge sie nicht aus dem Haus”, etwas worüber ich mich früher lustig gemacht habe, für das ich jetzt aber durchaus Verständnis habe, denn ja, warum soll man bei so einem Wetter rausgehen (wenn man nicht unbedingt muss, wohlgemerkt), wenn es nur einen Tag später wieder sonnig, mild und blauhimmelig ist? So wie heute.

Ich freue mich ja immer, wenn ich Ihnen das tägliche Meer etwas anders zeigen kann. Heute also lag meterhoch die Posidonie am Strand in Moure Rouge, dem östlichen Stadtteil von Cannes. Die Posidonie ist keine Alge, sondern ein Meergras, das gaanz langsam wächst und quasi die Lunge des Mittelmeers ist. Seitdem ich weiß, wie wichtig dieses Pflänzchen für das Ökosystem ist und dass es auch im trockenen struppigen Zustand am Strand liegend noch hilft, diesen vor dem Weggeschwemmt werden zu bewahren und deswegen zumindest in der Wintersaison da liegen bleiben darf, mag ich die buschigen Schwänzchen, die stacheligen Bällchen und die trockenen Gräser richtig gern. Ich finde auch nicht, dass sie schlecht riecht, aber die neuen Anwohner in den zunehmend schickeren Häusern des alten Stadtteils (ein ehemaliges Fischerdorf, hier gibt es auch einen kleinen Hafen) mögen sie nicht. Die haben häufig wenig Sinn für Ökologie und Natur, die wollen nicht über den elastischen Meergrasboden laufen und staunen, sondern sich ganzjährig an einem “sauberen” Strand sonnen. Nun, im Moment liegt sie noch da, die Posidonie und ist an manchen Stellen hoch aufgetürmt und sieht ein bisschen aus wie (kleine) Steilküste. Ich mag das.

Es war ein klein bisschen windig, ein paar Segler waren unterwegs, aber der Kiter hat es bald aufgegeben und landete am Strand: Flaute.

Schön oder?

à bientôt

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2 Responses to Der Süden ist blau: im Februar am Meer

  1. Christine sagt:

    Wunderschön!!

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