Dies und das am Pfingstmontag

drei Freundinnen

Dann bekommen Sie gleich noch einen Meer-Eindruck von heute früh. Es war nicht sehr sonnig, auch nicht sehr warm. Der Fünfmaster ist weg, dafür haben wir ein Kreuzfahrtschiff bekommen. Wir gehen nacheinander schwimmen; als ich ins Wasser gehe, kommt Wind auf, Ostwind, der mich deutlich nach Westen treibt. Ich muss im Prinzip die ganze Zeit gegen Wind und Wellen nach Osten schwimmen, um wieder zurück an den Strand zu kommen, an dem mein Handtuch liegt. Es ist anstrengend und irgendwann lasse ich es sein und lasse mich nach Westen treiben und versuche die Kurve zum nächsten Strand zu bekommen. Von dort laufe ich zurück.

Vom Strand aus sehe ich (neben Kreuzfahrtschiff und Fischerboot) einen Stand-up-Paddler (winzig klein, rechts von den gelben Bojen, sorry für die schlechte Handy-Qualität), der rasant schnell in den Westen rauscht, wie der wieder zurückkommen wird, frage ich mich. Auch zu Fuß?

Zuhause bereite ich das Mittagessen vor, es soll ein Schweinefilet (Filet mignon) auf einem Frühlingsgemüsebett geben, alles zusammen geschmort im Backofen, nach einem Rezept von Aurelie Bastian alias @französischkochen. Als ich gerade alles in den vorgeheizten Ofen schieben will, geht mit einem Schlag der Backofen aus. Ich drücke auf die Lichtschalter, auch sie reagieren nicht. Es ist also nicht nur der altersschwache Backofen, sondern eine größere Störung in der Wohnung oder im Haus. Die Sicherung ist jedoch nicht rausgeflogen. Ich versuche das Licht im Treppenhaus anzuschalten. Ebenfalls vergeblich. Ich warte ein paar Minuten, kurze Stromausfälle haben wir hier immer mal wieder. Aber nach zwanzig Minuten rufe ich den Stromanbieter Enedis auf der Hotline an. Das geht natürlich nur, weil ich ein Mobiltelefon habe, das Festnetztelefon funktioniert nicht ohne Strom – bevor man mich zu einem echten Menschen durchstellt, erzählt mir eine Computerstimme, ich möge erst sicherstellen, dass ich meine Stromrechnung bezahlt habe und ansonsten doch im Internet nachschauen, woran die Panne läge. Dass man ohne Strom im Internet in der Regel nichts recherchieren kann, zumindest nicht am PC, regt mich immer wahnsinnig auf. Aber dann habe ich schon einen Herrn am Telefon, dem ich die Störung in Cannes melde. Er prüft und schweigt. Es sei eine Panne im secteur sagt er dann. Ein ganzes Gebiet sei betroffen. Er könne keine Auskunft geben, wie lange es dauern werde, aber man kümmere sich bereits darum. Ich denke mir, dass die hochgetunte Technik während des Festivals daran schuld ist. Gleichzeitig bin ich sicher, wenn es beim Festival auch einen Stromausfall gab, dann wird es bestimmt schnell repariert werden. Es sei denn, es ist wieder, wie letztes Jahr, eine Aktion der Gewerkschaft, die dem kapitalistischen Trallala mal eben den Strom abgestellt hat. Nun, ich warte noch ein bisschen, aber nach einer Dreiviertelstunde mache ich mich daran, das Essen auf dem Gasherd zuzubereiten. Glücklicherweise hat man im altmodischen Frankreich immer noch Gasherde! Fünfzig Minuten später, das Filet mignon ist nun im gusseisernen Topf durchgebraten, das Gemüse in der Pfanne geschmort, ist der Strom wieder da. Das Rezept kann ich empfehlen, ist einfach zuzubereiten (noch einfacher gehts vermutlich im Backofen, vorausgesetzt man hat Strom) und es war äußerst lecker!

Beim Filmfestival wurde der neue Film von Jacques Audiard gefeiert: “Emilia Perez”: ein spanisches Musical über einen Drogenboss, der aussteigen will und sich dafür einer Geschlechtsumwandlung unterzieht. Klingt skurril, hat aber ausnahmslos alle in seinen Bann gezogen. Zehn Minuten Applaus! Der Film sei ein Kandidat für die Goldene Palme wird hier laut gesagt.

So viel für heute und von hier. Jetzt bereite ich ein paar Sachen vor, denn morgen fliege ich kurz nach Deutschland. Ende der Woche melde ich mich vermutlich wieder. Passen Sie schön auf sich auf!

à bientôt!

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