bittere Orangenmarmelade – la confiture d’oranges amères

Sie ist gut geworden, meine Orangenmarmelade! Geschmacklich wusste ich das schon gestern Abend, aber ich war unsicher, ob sie auch die richtige Konsistenz hat. Hat sie aber! Bin sehr stolz!  Na gut, vielleicht ist es für Sie läppisch, weil Sie das schon seit Jahren machen, aber für mich war es das erste Mal.

Ich gebe Ihnen gerne das Rezept, das recht einfach ist, nur etwas langwierig:

Confiture d’Oranges amères

8-10 bittere unbehandelte Orangen (je nach Größe) + 2 süße unbehandelte Orangen + 2 unbehandelte Zitronen; 2,5 Liter Wasser + 2,5 kg Zucker; ergibt etwa 12-14 Gläser

Alles in so feine Scheiben wie möglich schneiden… dabei alles dran lassen, nur die Kerne rauspulen und in ein Mulltüchlein (Teefiltertüte tut es auch) stecken und mitkochen, wichtig für das Pektin.  Kleiner Tipp: wenn Sie die Orangen nicht vom Nordpol zum Südpol schneiden, sondern den Äquator nehmen, ist das mit den Kernen einfacher.

Seien Sie nicht erschrocken, die Bitterorangen haben fast kein Fruchtfleisch, klappt trotzdem!

Die geschnittenen Orangen und Zitronen weichen Sie 24 Stunden in 2,5 Liter Wasser ein.

Dann kochen Sie diese Mischung einmal 30 Minuten auf (stark kochen)

Abkühlen lassen und wieder 24 Std. ruhen lassen

2,5 Kilo Zucker dazu oder nach Geschmack, (ich nahm etwas weniger) und dann 40 Minuten kochen (40 Minuten ab dem Moment, wo es kocht!).

Fertig! Sie braucht noch ein paar Stunden bis sie fest wird.

bon appetit! hmmmm

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29 Kommentare zu bittere Orangenmarmelade – la confiture d’oranges amères

  1. siri sagt:

    Liebe Christjann, das ist ja super,
    …hmmmmm… klingt wunderbar und sieht sehr lecker aus.
    Ich gratuliere Dir zur ersten Confiture d’Oranges.
    Lieben Gruß i.

  2. Marion sagt:

    Klasse! Und bon appétit! Hast Du auch was von dem Grand Manier – oder was war es noch – dran getan? Und wenn ja, wieviel?
    Salut de Cologne :-)

    • dreher sagt:

      merci, nee hab weder das eine noch das andere dran getan, wollte einmal eine Fuhre Original-Rezept machen, bevor ich experimentiere… aber sie ist geschmacklich so gut und fruchtig, dass ich vielleicht eine zweite Fuhre genau so mache… ohne Variationen, noch habe ich diesen Geschmack nicht satt :)

  3. Olaf (Hamburg) sagt:

    Oha, 2,5 kg Zucker…
    Sehr schön zu lesen, daß es Ihnen gelungen ist !
    Allerdings hatte ich auch keine Zweifel daran.
    und die Bilder sind schön.

    Beste Grüße
    aus
    Hamburg

    • dreher sagt:

      ach danke! Ich wusste eben nicht, ob sie fest wird und wie der Geschmack würde, war mir auch nicht klar… okeh, pro Glas Marmelade sind das 200 Gramm Zucker, schon viel, aber man löffelt ja auch nicht ein Glas auf einmal aus…

      • Wolfram sagt:

        … und soviel Zucker hat man in „richtiger“ Konfitüre sonst auch, wenn sie nach Omas Rezept mit 50/50 Obst und Zucker gekocht ist.
        Die gewöhnlichen Kaufprodukte haben ja erst in den letzten Jahren überhaupt 50% Fruchtanteil erreicht, die günstige Erdbeerkonfitüre im französischen Supermarkt hatte früher gar unter 40% Fruchtanteil…

        • dreher sagt:

          meine Konfitüre ist schon auch „richtige“ oder?!… und das Rezept ist auch von der (französischen) Oma ;)

    • Olaf (Hamburg) sagt:

      Ich wollte Ihnen und all den anderen mit meiner Bemerkung zur Zuckermenge die Marmelade nicht vermiesen oder dergleichen.
      Ich wußte nicht, daß soviel davon fürs Gelingen notwendig ist.
      Lassen Sie es sich einfach schmecken !

      Beste Grüße aus Hamburg

  4. Eva sagt:

    Sieht gut aus!
    Ich wollte noch was „hausfrauliches“ anmerken im Bezug auf den Zucker.
    Aus Gewichtsgründen habe ich eine gewisse Zeit lang immer 2:1 oder auch 3:1-Zucker verwendet, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, als ich erfahren habe, dass der fehlende Zucker mit Konservierungsstoffen ausgeglichen wird.
    Ja, man hätte es auf der Inhaltsangabe lesen können…aber da denkt man manchmal auch nicht gleich dran.
    Seither koche ich wieder mit voll viel Zucker und damit ohne Chemie. Wenn man sich schon die Mühe macht und es so toll wird, dann soll´s auch „was gscheits sei“, wie mir Schwaben sagen…
    Und-blühn die Mimosen jetzt?
    Herzliche Grüße,
    Eva

    • dreher sagt:

      IST gut :)
      tja, ich kenne sowas gar nicht, 3:1 Zucker, gibt es hier meines Wissens auch nicht. Die Franzosen sind was hausgemachtes Essen angeht ja auch super konservativ… schon Gelierzucker ist hier verpönt… außerdem gibts hier ja fast ausschließlich Rohrzucker…
      die Mimosen hab ich fleißig fotografiert, fängt langsam an… Fotos kommen!

      • Monika sagt:

        Bonsoir aus der Charente!
        Deine „Konfitüre“ darf sich übrigens rechtens „marmelade“ nennen, da sie aus Zitrusfrüchten hergestellt ist, alles andere muss man als Konfitüre bezeichnen.
        Und das mit den Konservierungsstoffen im 2:1 oder 3:1 wird gerne wohlweislich von den Herstellern als „viel gesünder“ gepriesen.
        Hab mal ne zeitlang gewerblich Konfitüre hergestellt und mich dadurch richtig schlau machen müssen und bin beim googeln auf Agar-Agar gestossen, das übrigens von Anne Frank´s Familie in Amsterdam vertrieben wurde.
        Herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Marmelade!
        Kann mich noch gut erinnern, als ich in München am Großmarkt eine Kiste Bitterorangen erbeutet habe.
        Was für ein köstlicher Genuss! Neidischbin…

        • dreher sagt:

          ach Agar-Agar… ja, habe ich auch ausprobiert zu einer Zeit, mag ich weniger, finde, die Sachen werden dadurch zu „glatt“, Pannacotta zum Beispiel sieht dann richtig künstlich aus. Ist aber immer eine Frage, was man will – sich ohne tierisches Eiweiß ernähren zum Beispiel, dann ja, aber einen Nachtisch für Franzosen zaubern, der ja schon mal die Hürde des Unbekannten und von einer Deutsche hergestellt nehmen muss, da nehme ich lieber normale Gelatine…
          und die Marmelade ist ja auch von ganz alleine fest geworden. *Stolz bin*

  5. christiane sagt:

    Was für prächtige Fotos! Und wie einfach es scheint, diese köstliche Marmelade herzustellen, sehr inspirierend! Das macht wirklich Lust, das selbst auszuprobieren. Hm, die erste Hürde sind allerdings vielleicht die „Bitterorangen“. Gibt es sowas in Norddeutschland überhaupt? Ich kann mich gar nicht erinnern, schon mal „Bitterorangen“ als solche irgendwo gesehen zu haben. Ich werde am Samstag auf dem Markt danach fragen.
    Schon als Kind habe ich mich darüber gewundert, warum es Südfrüchte vor allem im Winter gibt. Heute können wir ja zu jeder Jahreszzeit Südfrüchte kaufen. Aber Mandarinen/Clementinen beispielsweise gibt es, so scheint mir, bei uns auch dieser Tage vor allem von Oktober bis März. Nun lese ich fasziniert und interessiert, dass in Cannes eine Deutsche mit Migrationshintergrund ;-) im Januar Orangen im eigenen Garten erntet … toll, und irgendwie auch beneidenswert. Also: weißt du, liebe Christjann, wie es kommt, dass Südfrüchte im europäischen „Winter“ reif werden? Brauchen sie einfach so lange, um zu reifen? Oder habe ich einfach nur eine falsche Vorstellung von Frühlingsommerherbstwinterjahreszeitenreifungszyklenineuropa?
    Sollte ich Bitterorangen finden, dann probiere ich dein Rezept aus. Falls es klappt, verschenke ich viele Gläser Orangenmarmelade und berichte dir davon.
    Ich wünsche dir weiterhin einen schönen Frühlingswinter in Cannes!
    Christiane

  6. dreher sagt:

    Liebe Christiane,
    nein, ich wusste es auch nicht, habe aber eben recherchiert und neben vielen informativen Beiträgen, die aber nur stillschweigend darüber hinweggehen, dass Orangen (Zitrusfrüchte im Allgemeinen) im Winter reif sind, auch einen gefunden, der er ausspricht: ja, sie reifen unendlich langsam. Dafür sind sie dann monatelang essbar, sehen am Baum immer gleich aus, daher ist der Moment der „wirklichen“ Reife für das Pektin in der Marmelade so wichtig. Und das ist dann je nach Sorte unterschiedlich, und eine Wissenschaft für sich.
    Orangenbäume sind aber wahnsinnig kälteempfindlich, die Bäumchen hier im Garten haben vor etwa vierzig Jahren kalte Füße bekommen und sind seither eher mickrig, aber dennoch nicht totzukriegen. Deswegen wachsen Orangen auch in warmen Ländern, wo der Winter dennoch angenehm temperiert ist.
    Bitterorangen habe ich in Deutschland meines Wissens nie gesehen – vielleicht kann man sie auf dem Markt „bestellen“, bei einem Händler, der sie auf dem Großmarkt kaufen kann – man muss dann vielleicht eine ganze Kiste nehmen :(
    Hier sind die Orangen- und Clementinenbäume, auch die Zitronenbäume gerade voller Früchte. Sieht aus wie gelbe und orangefarbene Weihnachtskugeln – und die meisten Leute hier in Cannes machen gar nichts damit, sie sehen sie als reine Zierpflanzen. Zu viel Arbeit, die Ernte, die Marmelade… manche machen immerhin Orangenwein oder Limoncello (habe ich letztes Jahr gemacht, aber jetzt ist der Alkohol, den man in der Apotheke dafür kaufte, so hoch besteuert worden und überwacht, dass man ihn in F nicht mehr kaufen kann, mann muss ihn quasi einschmuggeln), aber dafür braucht man nur eine Handvoll Früchte. Der Rest hängt an den Bäumen, bis er abfällt … und neue Blüten kommen und Früchte wachsen heran…

    Ich wünsche viel Erfolg… der Duft beim Marmelade kochen ist köstlich!
    liebe Grüße aus Cannes von
    Christjann

    • tina sagt:

      Hallo,
      sind Bitterorangen Kumquats? Die gibt es länglich und rund.
      Ich habe meine Kumquats hier auch verarbeitet. Dabei ist mir aufgefallen, auch Kumquats können Würmer haben. Da es hier bei uns natürlich auch keinen Gelierzucker gibt, kaufe ich in der Apotheke oder im Chemieladen Pektin, das aus Äpfeln gewonnen wird. Ich brauche dafür nur sehr wenig Zucker für meine Marmeladen/Konfitüren und die Kochzeit reduziert sich auf 3 Minuten. Ich bilde mir ein, dass dadurch mehr Vitamine erhalten bleiben :-)Nehme auch immer Kumquats und normale Orangen. Da mein Baum sehr viele Früchte trägt, mache ich aus dem Rest der Früchte Sirup. Früchte entsaften und mit Zucker, Zimt und Nelkenpulver aufkochen, in Flaschen abfüllen. Schmeckt super in schwarzem Tee oder aufgespritzt mit Mineralwasser als Kaltgetränk.

      Liebe Grüße nach Frankreich – Tina

      • dreher sagt:

        nee Tina, Kumquats sind Kumquats… Bitterorangen sind einfach kleine Orangen, manchmal haben sie eine bisschen dicke verkrumpelte Schale und sehr bitteres Fruchtfleisch – sieht man das nicht auf den Fotos, wie sie aussehen? Meine Nachbarin hat aus Kumquats Likör gemacht, leider hat sie die empfindliche bauchige Flasche, in der er vor sich hinzog, zu hart auf den Boden gestellt und drei Liter halbfertiger Likör flossen klebrig davon, noch bevor wir ihn probieren konnten :(
        Viele Grüße nach ??? dort wo du bist ;)

  7. tina sagt:

    Danke! Ich konnte es auf den Fotos nicht erkennen. Da es bei uns auch runde Kumquats gibt wollte ich schnell nachfragen. Kumquatmarmelade schmeckt nämlich auch bitter.
    Liebe Grüße aus Taiwan – Tina

    • dreher sagt:

      oh! große Augen, Taiwan! du weißt schon, dass du die Fotos anklicken kannst, dann werden sie grooooß :)
      bisou nach Ganzschönweitweg
      Christiane

  8. Ursula Brack sagt:

    Hallo Christiane,
    schon wieder ist ein Jahr um, und die Zeit Pomeranzen ist angebrochen.Ich mußte sie vorbestellen und natürlich eine ganze Kiste abnehmen.Aber ich habe ja ein paar Tage Zeit, um sie zu verarbeiten.Von den ganzen Rezepten,die ich bei Tante Google gefunden habe, gefiel mir Ihres am besten. Dank Ihrer tollen Beschreibung wird es bestimmt auch was werden.Heute ist erst Tag 1 um :)
    Haben Sie auch dieses Jahr wieder Bitterorangenmarmelade gemacht und haben Sie etwas verändert oder dazu getan?
    Viele Grüße vom verschneiten Niederrhein
    Ursula Brack

    • dreher sagt:

      Liebe Ursula,
      dieses Jahr ist die Ernte ganz ganz klein (nur etwa 40 Früchte an drei Bäumen!), wir haben aber tatsächlich heute geerntet, trotz strömendem kalten Regen, und ich werde grad einmal Marmelade machen können, denn meine Nachbarn wollen auch Marmelade machen; ich werde sie exakt so machen wie letztes Jahr. Nix dazu, nix weg. Ich werde aber noch Orangenwein machen, Rezept kommt, da kann ich aber erst in ein paar Monaten sagen, ob er gelungen ist. Viel Erfolg!

      • Ursula Brack sagt:

        Hallo Christiane,
        am Montag war die erste Runde Marmelade fertig und in Gläsern. Sie riecht fantastisch und schmeckt einfach super lecker, probiert,wie zu Kinderzeiten, mit dem abgewinkelten Zeigefinger in den Topf :) Nur mit dem fest werden hapert es noch. Durch das viele Obst kann allerdings auch nicht so viel weglaufen ;)
        Ob man wohl die restlichen oranges ameres (hört sich doch viel schöner an als Pomeranze) einfrieren kann, um sie später zu verarbeiten?
        Viele Grüße
        Ursula

        • dreher sagt:

          Schönschön! Haben sie die Kerne mitgekocht? die sind wichtig fürs Pektin und das Festwerden – und tja, angeblich ist auch wichtig, dass sie „richtig“ reif sind, das sind sie hier gerade – hab schon viel gehört, dass sie läuft, schade, bei mir gings bislang gut. Ich werde berichten, meine wird am Freitag fertig. Ich werde mich mal erkundigen wegen des Einfrierens, ich habs nicht gewagt bisher.

          Also, gefunden habe ich das hier, da geht es (fast ganz unten) um Haltbarkeit von Orangen http://www.valenciaorangen.com/questions.php

          liebe grüße!

  9. Pingback: Vin d’orange | Au fil des mots

  10. Ursula Brack sagt:

    Hallo,
    vieleicht habe ich doch was falsch gemacht. Ich habe vor dem 2. Kochen (die 40 Min.) die Kerne ausgenommen. Ich werde die restlichen Orangen auch noch verarbeiten und dieses Mal die Kerne bis zum Abfüllen drin lassen.
    Liebe Grüße Ursula

    • dreher sagt:

      Jaja, unbedingt drin lassen! Ich habe ja jetzt auch nicht so viel Erfahrung, aber das mit den Kernen habe ich überall gelesen. Ich habe jetzt noch eine zweite halbe Portion Orangen bekommen, die ich zeitversetzt vorbereitet habe, ich versuche alles zusammen heute Abend zu kochen. Hoffe es klappt.

  11. Ursula Brack sagt:

    Ich drück die Daumen. Den Orangenwein werde ich nächstes Jahr ausprobieren, da ich nirgends ein passendes Gefäß gefunden habe.Auch das Rezept hört sich sehr lecker an.

    • dreher sagt:

      liebe Ursula,
      hab sie heute morgen gekocht, und alles ist gut gegangen. Ist auch schon fest! Yuppieh!
      Für den Orangenwein könnten Sie auch einen großen Topf nehmen, mit Deckel, den haben Sie dann nur eine Zeitlang nicht zur Verfügung für anderes. Ich würde beim nächsten Mal den Zimt weglassen, erinnert mich zu sehr an Glühwein. Viel Erfolg weiterhin! :)

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