I love Paris … when it drizzles

Pipi in ParisEs geht los. France Météo sagt fünf Tage lang Kälte, Regen und vor allem Bewölkung in unterschiedlicher Dichte voraus. Ich weiß nicht, wo die Bewölkung aufhört und der Smog anfängt, denn den haben wir auch gerade in Paris, und man darf nur einen über den anderen Tag mit dem Auto in der Stadt unterwegs sein, je nachdem, ob man ein Kennzeichen mit gerader oder ungerader Ziffer hat. Kann man vielleicht umgehen, wenn man zwei Autos hat, mit passenden Nummernschildern natürlich. Oder wenn man covoiturage macht, Fahrgemeinschaften bildet. Das ist noch relativ neu in Frankreich mit den Fahrgemeinschaften. Und seit kurzem erst gibt es eine organisierte Mitfahrzentrale, die sich bezeichnenderweise Bla-bla-Car nennt. Die Werbung, die dafür ohne Unterlass im Radio läuft, betont auch nicht etwa Kostenersparnis oder gar Umweltbewusstsein, nein, das Allerwichtigste ist, dass man unterwegs so nett plaudern kann! Der einzige Grund, warum Menschen in diesem geschwätzigen Land zusammen in einem Auto von A nach B fahren wollen, ist, dass sie jemandem zum Reden haben. Ich bin früher in Deutschland ganz viel via Mitfahrzentrale unterwegs gewesen. Habe da vermutlich auch viel geredet. War ok. Muss ich aber nicht mehr haben. Zumindest nicht über neun Stunden. So lange dauert die voraussichtliche Fahrt zwischen irgendeiner Autobahnauffahrt zwischen Nizza und Cannes und Paris irgendwo im Banlieue. Habe ich überprüft, denn Monsieur ist ganz angetan von der Bla-bla-Car-Variante, gabs zu seiner Zeit noch nicht. Dabei ist er absolut nicht der Typ, der gern viel Blabla macht, er ist vielmehr der Typ, der sofort auf dem Rücksitz einschläft, und ich darf mir dann das lange spannende Leben des Fahrers anhören. Nein Danke. Ich habe preislich halbwegs vergleichbare SNCF-Billets gefunden, in einem éspace calme, einem Ruhe-Abteil. Da wird noch genug geschwätzt, der Franzose kann gar nicht anders.

Voilà, wir sind gleich ein paar Tage unterwegs. Ich bin eigentlich schon ein bisschen müde. Das Jahr war anstrengend, und Stadt muss ich auch immer weniger haben. Aber Paris! Paris ist ja nicht irgendeine Stadt, nicht wahr. Daher werfen wir uns also ins bewölkte, drisselige Vorweihnachtsgetümmel, und ich habe schon diverse Tickets im Internet bestellt, damit wir immerhin an den Schlangen an den Museumskassen zügig vorbeistapfen können; nicht aber für den Eiffelturm, obwohl es da immer sehr lange Schlangen gibt, Sie erinnern sich vielleicht, und ich da jetzt wirklich mal rauf will. Aber für 50 Euro mit dem Kopf im Nebel ist ja auch Quatsch. Das sehen wir also vor Ort.

Ich habe zur Einstimmung noch ein bisschen I love Paris hören wollen und war jetzt ganz überrascht, wer das alles gesungen hat, nicht nur Sinatra, nicht nur Ella, sondern auch Doris Day und Vanessa Paradis. Ich suchte lange nach der (für mich und für Sie) besten Version, der schönsten Stimme UND den schönsten Paris-Bildern, aber ich konnte mich nicht entscheiden, außerdem wurden die stimmungsvollen Bilder des Woody Allen Films Midnight in Paris mehrfach unterlegt. Die Version von Vanessa Paradis zeigt nur Vanessa-Fotos und wäre so rausgefallen, ich mag sie aber trotzdem. Sie kriegen jetzt mehrere Varianten, ist nicht neu, hab ich so schon immer mal bei Herrn Buddenbohm gesehen, dem ich nicht nur dafür danke, sondern auch fürs Verlinken, das mir kürzlich ein nie erlebtes Besucher-Hoch beschert hat. Weihnachten naht.

Here we go. I love Paris.

Die dynamische Swing-Jazzy Variante mit Frank.

Schmelzende Töne mit Doris.

Jazz-Manouche.

Die französischste Variante mit Vanessa.

Mein Favorite. Ella.

Und heute morgen bin ich aufgewacht und summte das Lied mit einem deutschen Text. Oh, das Unterbewusstsein hat Caterina Valente nach oben gespült!

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8 Antworten auf I love Paris … when it drizzles

  1. Uschi sagt:

    Danke, liebe Christiane,
    für die tollen Impressionen von Paris – mit Musik untermalt -. Wunderschön!!!
    Ich wünsche Euch schöne, interessante Tage dort – ohne Smog.
    Liebe Grüße U.

  2. Eva sagt:

    Liebe Christiane,
    Es wird schön werden – viel Spaß!
    Für mich klingt Paris nach
    Am Tag als der Regen kam von Dalida. Wir waren zufällig an ihrem Grab und ich habe mich erst danach damit auseinander gesetzt. Es war so gepflegt. Ich wusste eigentlich gar nicht, wer das ist. Danach hatte ich den Ohrwurm!
    Herzliche Grüße,
    Eva

  3. Sunni sagt:

    Hach, Paris….Hach! Und ich summte “ I love Paris…“ beim Anflug und Abflug, und scheinbar vernahm es der Pilot, der meinte: „Weil heute so ein wunderschöner Tag ist, dreh ich jetzt eine Ehrenrunde für meine Passagiere über der Stadt!“ Alles noch einmal von oben. Haben Sie eine wundervolle Zeit! Sunni

    • dreher sagt:

      Dankeschön, hatten wir! Kamen allerdings mit dem Zug an – etwas erdverbundener, direkt mittendrin im Gewühl.