Bloggen über 50

So. Jetzt aber! Seit Tagen will ich es verlinken, aber man kommt zu nichts, Sie kennen das. Jetzt sind wir schön unter uns, alle anderen sind nämlich auf der Buchmesse. Machen wir es uns gemütlich, es ist Zeit für ein Päuschen! Gießen Sie sich noch einen Tee ein oder einen Kaffee. Los gehts:  Ich wurde interviewt. Das ist nicht neu, in diesem Jahr stand ich schon öfter dem oder der einen oder anderen Journalisten(in) Rede und Antwort, aber dieses Interview ist anders! Es geht ums Bloggen und klar, Sie denken es sich vermutlich bei der Überschrift, ein bisschen geht es auch ums Älterwerden. Vor ein paar Wochen schrieb mir Maria vom Blog Unruhewerk. Maria ist Texthandwerkerin und eine der Frauen hinter der Plattform Blogs50plus, auf der ich mich vor ein paar Jahren eingeschrieben habe. Die zweite Frau ist übrigens Uschi, die die Technik hinter der Plattform ehrenamtlich stemmt. „Älter werden und sichtbar bleiben“ heißt es im Untertitel. Die Plattform vereinigt Blogs von Über-50-Jährigen (die Ü60- oder Ü70-Jährigen sind eingeschlossen). Mehr als 300 Frauen und Männer jenseits der 50 sind zurzeit dort versammelt, und sie (wir) schreiben über alles, was sie (uns) bewegt: übers Leichtes und Schweres, das Reisen, über Mode, Sport und das Gärtnern, über Krisen und Neuanfänge, das Kriegsenkelsein, die Rente und das Älterwerden. Ich hatte mich mit Anfang 50 auf der Plattform eingeschrieben; die 50 waren eine Zäsur für mich, damit hatte ich zu hadern. In der Blogwelt um mich herum waren und sind die Frauen (und Männer) meist zehn oder noch mehr Jahre jünger. Da geht es um andere Dinge, die Sicht darauf ist anders und sehr häufig geht es um den Alltag mit kleinen oder größeren Kinder. Das ist durchaus interessant, aber ich fühlte mich allein mit meiner Krise und der beginnenden Menopause, über die ich zwar in Ansätzen zu schreiben wagte, was aber zumindest damals keine(r) lesen wollte. „Über so etwas schweigen und in Würde altern“, riet mir nicht nur eine Leserin. Erst jetzt, ein paar Jahre später, geht es auch auf den Blogs der jüngeren Frauen um die Menopause. Ha! sage ich, zugegeben etwas bitter. Ha! Jetzt, wo ich durch bin, wird das Thema gesellschaftsfähig. Aber nun gut, möge es den kommenden Generationen von Frauen helfen. Ich habe mich bei  den Ü50-Bloggern eingeschrieben, dann aber dort gar nicht besonders viel genetzwerkt. Ich bedaure das, denn es gibt einige(s) zu entdecken. Maria hat sich jetzt daran gemacht, auf ihrem persönlichen Blog Unruhewerk alle Ü50-Blogs und die Menschen dahinter peu à peu vorzustellen. Schauen sie da ruhig mal rein, das heißt auf neudeutsch klicken sie den Link an und scrollen Sie sich durch, es lohnt sich!

Hier geht es nun zu meinem Interview. Vielen Dank dafür Maria! Und à bientôt!

Und der im Interview erwähnte Admin(istrator), der Gestalter und zuverlässige und treue Helfer im Hintergrund, ist der sehr geschätzte Herr skizzenblog. Mea culpa fürs späte Verlinken. Un grand Merci für alles, was du tust!

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16 Kommentare zu Bloggen über 50

  1. Beate sagt:

    Super Interview – Kompliment!!
    Bitte Christine, bleib wie du bist, ändere nix an deinem Blog. Es ist so erfrischend, in Ruhe deine Texte lesen zu können und die Fotos zu bewundern, ohne ständig von Werbung abgelenkt zu werden.
    Kann ich mich eigentlich als „follower“ registrieren oder bringt das nix, wenn keine Werbefirma involviert ist?
    Viel Erfolg weiterhin und – wann ist unser neuer Duval im Verkauf ???

    • dreher sagt:

      Merci! Keine Sorge, hier bleibt alles, wie es ist. pas de pub wie das hier heißt. Pas de publicité, keine Werbung.
      Und ein Nachteil des altmodischen Blogs ist, dass es all diese „folgen“ und „teilen“-Buttons nicht gibt. Mein Admin, vor Jahren dazu befragt, schüttelte nur den Kopf. Bleibt nur reinklicken oder sich via „Feedly“ oder ähnlichen Diensten bedienen lassen.
      Der neue Duval erscheint im Frühjahr nächsten Jahres!

  2. Christiane Haas sagt:

    Chère Christine

    ich liebe es morgens vor der Arbeit deinen Blog zu lesen, ich mag deine Beitrage sehr, und schmunzele vor mich hin, zB bei den Erzählungen von der Schwiegermutter im Krankenhaus und im Altersheim, ich freue mich sehr über die vielen französischen „Eigenarten“, sehr viele kommen mir bekannt vor, obwohl sie hier in Luxemburg auch etwas abgeschwächt sind. Es ist zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken, in Vielem erkenne ich mich wieder. Einige Beiträge über die Schwiegermutter habe ich sogar an meinen Sohn weitergeschickt,
    Als du den Beitrag vom Handwerker in den Bergen geschrieben hast, musste ich laut lachen, neben mir sass meine Freundin die aus Lübeck einige Tage zu Besuch war, sie verstand nicht , dass hier fast Punkt 12:00 alle aus den Büros eilen zum Mittagessen, dass in den zwei Sommermonaten fast alles lahm gelegt ist. Sie las deinen Beitrag mit Freuden.

    Das Interview gefällt mir sehr gut, bitte liebe Christiane mach weiter so
    e ganz lèiwen Bonjour un dech aus Letzebuerg
    Christiane

    • dreher sagt:

      Chère Christiane, merci für die letzebuergische Grüße! Et on va continuer comme ça, pas de souci! Liebe Grüße und Bises in das kleine Großherzogtum!

  3. Claudia Pollmann sagt:

    Hallo Christine, ich liebe deine Blog und lese ihn mit großem Genuss.
    Du musst wirklich nichts daran ändern. Danke für den Link aufs Unruhewerk. Ich hatte dieses Jahr das „Vergnügen“ 50 zu werden. Ich hab so ziemlich das komplette 49 Lebensjahr damit verwendet mich mit der 50 zu beschäftigen. Was macht das mit mir? Wo geht’s hin? Ich habe ziemlich entrümpelt und lass jetzt alles erst mal auf mich zukommen… Man wird sehen.
    Deine Texte sind da immer eine Unterstützung für mich. Danke dafür und herzlich Grüße aus dem Allgäu

    • dreher sagt:

      Liebe Claudia, vielen Dank! So ging mir das auch mit der 50. Ich habe es gerade nochmal nachgelesen http://aufildesmots.biz/2012/12/endzeitstimmung-2-0/ Jetzt mit fast 57 kann ich sagen, es hat sich nicht wirklich etwas geändert, es ging einfach so weiter. Nur das Körperliche zeigt mir heute, dass ich nicht mehr wirklich sooo jung bin. Mit Anfang 40 bekam ich damals den Job in der Cooperative und schleppte täglich 25 Kilo-Säcke Getreide. Die Frage, ob ich keine Rückenschmerzen habe, verstand ich gar nicht. Vermutlich habe ich mir damals nicht gut getan, denn heute schmerzt der Rücken schon allein beim Gedanken, solche Säcke zu schleppen.
      Liebe Grüße ins Allgäu!

  4. Sunni sagt:

    Hallo nach Frankreich,
    was für ein schönes und offen-ehrliches Interview. Ich weiß schon, warum ich hier so gern lese, mich zurück träume in mein so sehr geliebtes Frankreich, in das ich – vermutlich – nicht mehr kommen werde. Es ist die Sprache, der Stil, es sind die Themen und die Art, sie darzustellen. Mein erster Kontakt geschah ganz zufällig über das Buch aus den Bergen, damals, in einer anderen Zeit. Und ich blieb. Ist es still hier, vermisse ich etwas. Es ist das Gefühl, zuhause zu sein, in einer Welt, die man ähnlich empfindet, die nicht geschönt wird, ob es das Plastikabfallsammeln am Strand oder die Zustände im Bergdorf betrifft. Danke für viele gute Stunden, die mich manchmal ganz tief unten abholen, danke! Merci et a bientôt! Sunni

    • dreher sagt:

      Ooh, un grand Merci Sunni! Bin ganz gerührt! Ich freue mich sehr über so eine schöne und liebevolle Rückmeldung! (Musste grade viel an Sie denken, weil ich hier alte DEFA-Filme ansehe, unter anderem „Solo-Sunny“ :-) )

  5. Eva sagt:

    Ein kurzer Gruß und Dank auch von mir! Dass ich bei Dir schon ein gutes Jahrzehnt dabei bin und Du mich teilhaben lässt-wie schön!
    Wir haben auch schon einiges miteinander erlebt!
    Ganz herzliche Grüße aus Stuttgart,
    Eva

  6. Marion sagt:

    Liebe Christiane,
    das ist ein schönes Interview. Und wie die Zeit vergeht – bin ja auch schon 10 Jahre dabei und Dein Blog ist ein schöner und informativer Bestandteil meines Lebens geworden. Hoffe ja immer noch, dass man sich auch mal in natura begegnen wird… ;-) Finde es klasse, wie Du Dein Leben da unten meisterst, auch und gerade in den schweren Zeiten… Freue mich auch jedesmal auf den neuen Krimi…
    Wünsche Dir und Monsieur ein angenehmes Wochenende, bises, Marion

    • dreher sagt:

      Danke liebe Marion, auch für deine Treue! Es ist wirklich erstaunlich, wie nah man sich kommt, ohne sich wirklich zu kennen!
      Die schweren Zeiten müssen überall bewältigt werden, die sind in Cannes nicht viel anders als in Köln. Aber tatsächlich hat mich das Leben in Frankreich verändert, ich bin weniger streng geworden, ich erwarte grundsätzlich weniger und nehme Vieles mit einem Achselzucken hin. Tant pis, dann ist es so. Das ändert einiges.
      Schönes Wochenende auch dir und liebe Grüße!

  7. Ursula Weber sagt:

    Ein sehr schönes Interview, Gratulation liebe Christiane 🤗.
    Du weißt, daß ich deinen interessanten Blog stets mit großer Freude lese. Dein Stil ist so herzerfrischend. Danke, daß du uns an deinem Leben teilhaben läßt 👍👏.
    Ich wünsche dir und Monsieur alles Gute und ein schönes Wochenende❣️
    Liebe Grüße U.

  8. Trulla sagt:

    Liebe Madame aufildesmots,
    über einen Ihrer Kommentare bei der Kaltmamsell (ich glaube sogar, es war die Menopausensache) bin ich auf Ihren Blog gestoßen, den ich seitdem immer mal wieder anklicke. Was und wie Sie schreiben finde ich wunderbar. Zu Ihrer verständlichen Sprache, Ihrer nicht abgehobenen Art, dem wohltuend freundlichen Stil, passt auch das Interview. Gratuliere!
    Sie sind, obwohl alles andere als durchschnittlich, in bestem Sinne “normal“ geblieben und ich vermute, so wollen Sie es auch, ganz bewusst.
    Ich selbst gehöre zu den alten Frauen. Jahrgang 1945. Der 50ste Geburtstag stand ca. ein Jahr lang wie ein dunkler Schatten vor mir. Am Tag danach war alles wieder gut. Absolut irrational, hinterher fragt man sich, warum nur?

    Das Alter als Zahl macht mir seitdem nichts mehr aus. Das Leben ist endlich, so etwas weiss man doch. Spätestens dann, wenn man damit schon einmal konfrontiert wurde.

    Das Innere auch meines Kopfes ist tatsächlich zumeist noch jung (allerdings mit Erfahrungen angereichert). Doch wie Sie richtig schreiben spricht der Körper (zum Glück nur mitunter) durchaus seine eigene Sprache.

    Selber bloggen liegt mir (zu uninteressant für LeserInnen) fern. Aber ich habe mich immer für das Leben und Denken anderer Menschen interessiert und bin dankbar dafür, wenn auch spät, dank des Internets einige Blogs gefunden zu haben, die nicht nur an ihrer Welt teilhaben lassen, sondern Informationen und Denkanstöße geben, sowie mitunter zusätzlich Austausch mit Kommentierenden.

    Ihr Blog gefällt mir außerordentlich gut und ich hoffe, noch viel bei Ihnen lesen zu können.

    • dreher sagt:

      Ma chère Madame Trulla,
      ich habe eben einen Teil des Menopausen-Threads wiedergelesen (das war schon 2016! wie die Zeit vergeht) und da haben wir schon miteinander kommuniziert, das hatte ich nicht mehr im Kopf!
      Vielen Dank für Ihre netten Worte!
      Meinen angelernten Snobismus habe ich in der südfranzösischen Bergwelt wieder verloren; Sprachlosigkeit mit Anfang 40 macht demütig; und dass ich mir in schweren Zeiten von sehr einfachen, aber herzensguten und großzügigen Menschen bei Vielem (Administratives/Briefe) habe helfen lassen müssen, an alten Tischen mit klebrigen Wachstuchtischdecken sitzend, das vergesse ich nicht. Dass sich Teile der Familie und Bekannten in Cannes für mich und mein holpriges Französisch sowie meine Herkunft (von der sie gar nichts wussten) schämten, kam später hinzu. Für dumm gehalten zu werden, weil man eine Sprache nicht ausreichend spricht, und abgelehnt zu werden, weil man „fremd“ ist, ist auch eine prägende Erfahrung.
      Ich habe seither einen anderen Blick auf die Welt und die Menschen und ja, ich möchte es hier gerne freundlich, authentisch und „normal“ haben. Schön, wenn Sie das schätzen!