Was seither geschah …

Ich weiß es nicht mehr. Also, was seit meinem letzten Text alles geschehen ist, meine ich. Ich renne seit Wochen durch die Welt und summe beschwörend „EASE“, Sie erinnern sich, mein Wort des Jahres. Nein, dies ist noch kein Rückblick und kein Erfahrungsbericht wie es mir mit diesem Wort gegangen ist. Immerhin habe ich das Wort nicht vergessen und es hat mich das ganze Jahr beruhigt. Gerade sage ich es mir in Großbuchstaben: EASE. Noch eine Woche bis Weihnachten und ich weiß noch nicht, was ich am 25. kochen werde. EASE. Ich habe die Ehre meine französische Familie zu bekochen. EASE.

Also ich versuche mal ganz schnell die letzten Wochen zusammenzufassen, bevor alles, was ich Ihnen schon so lange erzählen will, aus meinem Hirn verschwindet. Bei allem war und ist auch einfach viel Müdigkeit und sehr viel Rücken, dem ich auch weder mit Yoga noch mit dem Ostheopathen langfristig beikomme. Ich war ja vor dem Defa-Festival noch in Deutschland und sah Familie und Freunde, und davor hatte ich Besuch von einem ehemaligen Kollegen, den ich seit etwa dreißig Jahren nicht gesehen hatte: das sind bei aller Freude immer auch sehr intensive Begegnungen, die mich irgendwie ermüden.

Martinstag

Deutschland also: Ich habe am Martinstag nicht Gans gegessen, sondern Sauerbraten. Irgendwie enttäuschend, ich nahm mir daher vor, den Sauerbraten jetzt doch mal selbst zu machen, dazu gleich mehr. Am gleichen Abend sah ich überraschend einen Laternenumzug mit vielen Kindern und Laternen und dem St. Martin zu Pferde und es wurde gesungen: Rabimmelrabammelrabumm und es rührte mich so, dass ich schluchzte und schniefte.

Rabimmelrabammelrabumm

Herrjeh Deutschland im Herbst. Nebel. Friedhöfe. Bunte Blätter. Und Rabimmel. 

Friedhof

Zurück gings sofort ins DEFA-Festival, es ist auch im Rückblick immer noch ganz großartig gewesen!, gerne hätte ich noch die Kommentare der Zuschauer eingefügt, aber wie es hier so ist, der Vereinspräsident kam damit nicht rechtzeitig rüber, ich hatte am gleichen Abend schon wieder Gäste und kochte noch ganz unter deutschem Einfluss Sauerbraten (dazu gleich mehr) und dann war das Zeitfenster dafür schon wieder zu. Wir fuhren für zwei Tage ins Bergdorf, dort gab es Dinge zu entscheiden und den Weihnachtsmarkt mitvorzubereiten. Sehr weit kamen wir zumindest mit letzterem nicht, es begann nämlich zu regnen und zwar ordentlich und so blieben wir im Warmen drinnen und tüteten immerhin mehrere Kilo Pätzchen ein und schrieben Etiketten und banden Schleifchen und all diese Dinge, die niemand sieht und die dennoch Zeit fressen.

Spritzgebäck

Es wurde auch entschieden, dass ich dieses Jahr für die Suppe, die wir während des Weihnachtsmarkts mittags immer gratis ausschenken, zuständig bin. Man drückte mir, der Suppenbeauftragten, einen drei Kilo schweren Kürbis in den Arm und ein vages Rezept (mit Maronen wurde gewünscht) und ich solle es mal ausprobieren. Und es regnete. Viel. Die erste dramatische Hochwassersituation war hier schon am 23. November. Sie haben vielleicht Bilder in den Nachrichten gesehen. Der Süden stand unter Wasser. Wir waren dieses Jahr persönlich nicht betroffen, glücklicherweise, aber anderen in Cannes und in Mandelieu und in Biot und auch im Nachbardepartement Var stand das Wasser schon wieder bis zum Hals. Wir persönlich wohnen ja nicht am Wasser sondern leicht am Hang, da denkt man immer, es könne einem nichts passieren, aber in einer Nachbarstraße rutschte aufgrund des vielen Wassers ein ganzer Hang und mit ihm eine Mauer ab und das darunter geparkte Auto war hin. Nicht unser Auto. Alles gut bei uns. Aber Cannes und der Süden haben schon wieder gelitten.

Schnell noch zum Sauerbraten. Das ist wie mit dem Käsekuchen. Ich esse in Deutschland dauernd beides und suche den Geschmack von früher. Und bin enttäuscht. Macht das keiner mehr so wie früher oder hat sich mein Geschmack so verändert? Der Gatte hatte mir für den Tag nach dem DEFA-Festival schon gleich Gäste eingeladen und ich beschloss mutig Sauerbraten zu machen. Kann ja nicht so schwer sein. Ich las hundertundein Sauerbratenrezept und vertraute den badischen Landfrauen (klar mache ich badischen Sauerbraten und nicht diese Rosinen-und Lebkuchenvariante aus dem Rheinland, die Rheinländer mögen mir verzeihen, aber ich bin im Süden aufgewachsen!). Ich fotografierte aus einem deutschen Kochbuch die Abbildung eines schematisch in Stücke gezeichneten Rindes und ging damit zum Metzger meines Vertrauens. Das Stück Fleisch da brauche ich!, erklärte ich ihm, hielt ihm mein Handy entgegen und tippte auf die Stelle. Er zog die Augenbrauen hoch. Was wollen Sie denn machen? fragt er zurück. Ich erkläre ihm Sauerbraten. Aha, sagt er und kratzt sich am Kopf. Wo ist das Problem? frage ich. Das Problem ist, dass die Franzosen das Rind anders zerlegen. Er zeigte mir ein französisches Rinderschema. Das Stück Fleisch, das ich ihm im deutschen Rind zeige, ergibt im französischen Rind vier verschiedene Stücke. Welches davon soll es sein? Keine Ahnung. Irgendeins, sage ich, wird schon werden. Aber so einfach ist es nicht für den Metzger. Er schleppt mich nach nebenan in einen Pizzaladen, der gerade umgebaut wird. Der neue wohlgenährte Besitzer kommt aus Lothringen, ist mit einer Deutschen verheiratet und spricht auch Deutsch. Saurbrohde, sagt er, klar kennt er den. Lecker! Welches Stück Fleisch? fragt der Metzger. „Ha! Na da muss isch mei Frau frohe“, sagt der Lothringer und ruft seine deutsche Frau in Pirmasens an. In süßem saarländischen Dialekt fragt er nun seine Frau nach dem Fleisch für Saurbrohde. „Du liewe Zeit! Da muss isch mei Mudder ahruffe“, höre ich die deutsche Frau des lothringer Pizzabäckers durchs Telefon rufen. Leider ist die wissende  Mudder dann nicht erreichbar, sie hätte es vermutlich sowieso nur wieder auf Deutsch gewusst: Bug oder Schulter oder so etwas. Wir stehen wieder vor dem Rinderschema. Wir beratschlagen jetzt zu dritt und ich gehe letzen Endes mit einem Stück Fleisch für Pot auf feu nach Hause. Dort lege ich es ein in Rotwein und etwas Rotweinessig mit Karotten und Lauch und Zwiebeln undsoweiter. So ganz schwach kommen da Erinnerungen hoch, so hat es früher ausgesehen und gerochen, ich bin guter Dinge. Drei Tage liegt der zukünftige Sauerbraten jetzt in seiner Beize und dann wird er in einem gusseisernen Topf gebraten. Glücklicherweise kommen die Gäste erst abends. Der Sauerbraten brät bei niedriger Temperatur nämlich nicht die angegebenen zwei Stunden, sondern etwa vier, ich kann ihn schon kaum noch riechen, aber er ist immer noch nicht so butterzart, wie ich das erwarte.  Aber die Gäste sind jetzt da. Ich habe noch einen deutschen Zwiebelkuchen als Entrée gemacht, die typischen Klöße als Beilage zum Sauerbraten dann aber doch gegen Kartoffelpürree ausgetauscht. Und Rotkraut gabs auch nicht. Allzu viel Fremdes, was ich außerdem selbst zum ersten Mal mache, wollte ich dann doch nicht anbieten. Der Braten ist, sagen wir, al dente. Sauer ist er schon. Die Soße ist auch sauer. Ich kann es kaum essen, so sehr habe ich den Geruch in der Nase. Die Gäste kauen angestrengt und sind höflich. „Originell“ sagt Monsieur hinterher. Es bleibt so viel übrig, dass wir am nächsten Tag noch einmal Gäste bewirten können. Das Fleisch ist auch nach dem erneuten Aufwärmen (ich zitiere: „Sauerbraten ist immer besser am nächsten Tag“) noch immer nicht wirklich weich. „Très original“ heißt es auch hier wieder. Ich bin jetzt nicht sicher, ob es doch ein anderes Stück Fleisch hätte sein sollen, aber fürs erste bin ich sowieso geheilt vom Sauerbraten.

Ok, nach dem Sauerbraten kam die Kürbissuppenphase. Monsieur und ich aßen in der verregneten Folgewoche abends ununterbrochen Kürbis-Maronensuppe in unterschiedlicher Zusammensetzung und mal mit Curry, mal mit Cumin und mal nur mit Sauerrahm verfeinert und letztlich bestellte ich 15 Kilo Kürbis für die zu erstellenden 25 Liter Suppe.

Die Suppenbeauftragte ist auch Christstollenbäckerin. Leider wollte sich das in jahrelanger Erfahrung zusammengeschriebene Rezept nirgends finden lassen. Leichte Verzweiflung. Ich suchte überall, aber es blieb verschwunden. Ich las also wieder tausenderlei traditionelle und weniger traditionelle Christstollenrezepte, versuchte mich an Mengenangaben zu erinnern und grübele wieder über die Anzahl der Eier und die Backtemperatur. Nur dass ich die frische Hefe vom Bäcker kaufe und nicht mehr die komischen Würfel aus dem Supermarkt nehme, das wusste ich noch vom letzten Mal. In der Bäckerei ist es jetzt so ähnlich wie beim Metzger. Was wollen Sie denn machen? fragt man mich. Ich versuche Christstollen zu erklären. „Ah, Chrieststohlen„, ruft die Chefbäckereifachverkäuferin wissend, „kenne ich aus dem Elsass!“ Ich möchte 80 Gramm Hefe, so steht es im Rezept. Die junge Bäckereifachverkäuferin, die in der Backstube verschwindet, kommt wieder und fragt nach der Menge Mehl, die ich verwenden werde. „Ein Kilo“ sage ich, „aber es wird ein schwerer Teig mit Früchten, Rosinen und Mandeln!“ „15 Gramm“ sagt der befragte Bäcker bräuchte ich. Ich sage im Rezept stünde was von 80 Gramm. Die Bäckereifachverkäuferin rennt wieder zurück in die Backstube, aber der Bäcker bleibt bei seinen 15 Gramm. Ich bin zugegeben skeptisch. Die junge Bäckereifachverkäuferin befragt jetzt den Patissier in einem anderen Teil der Backstube. Der erhöht auf 20 Gramm. Wir diskutieren, die Schlange hinter mir wird lang und länger und ich kaufe gegen den Rat der gesamtem Bäckereimannschaft vorsichtshalber 100 Gramm frische Hefe.

Ich machs kurz. Der Christstollen sieht toll aus, der Teig war auch wunderbar aufgegangen, der fertige Stollen aber ist etwas fest. Geschmacklich aber ist er gut. Immerhin.

Es regnete immer noch, aber wir gehen trotzdem ins Kino. Zwei der Säle sind abgesoffen und die Filme können nicht gezeigt werden, unser Film läuft, wir sinken ein in klatschnassen vollgesogenen Teppichboden. Die Sitze aber sind trocken. Wir sehen den deutschen Dokumentarfilm über Marthe Hoffnung: Chichinette – ma vie d’espionne (Wie ich zufällig Spionin wurde). Kennen Sie vielleicht schon. Wir fanden den Film ganz großartig.

Dann wurden hier mehrere Familiengeburtstage gefeiert, da gehen ja immer ganze Tage drauf. Sechs Stunden saßen wir für das Essen am Tisch. SECHS! In Deutschland war ich auch zu einem großen Geburtstag eingeladen, da waren wir nach zackigen zwei Stunden wieder raus aus dem Restaurant. Hier wurde es dann noch viel länger, denn es regnete so stark, dass wir über Lautsprecher und über automatisierte Anrufe aufgefordert wurden zu Hause zu bleiben, uns im Zweifelsfall in die höhere Etage zu retten und unter keinen Umständen in Keller und Tiefgarage zu gehen. Es war Katastrophenalarm. Die Sirenen heulten wieder und wieder. Schon sehr aufwühlend dieses Sirenengeheul. Beim letzten Hochwasser vor vier Jahren waren allein in Cannes elf Menschen ertrunken, viele davon, weil sie noch schnell ihr Auto aus der Tiefgarage retten wollten und dann, weil die Elektronik der Garagentore nicht mehr funktionierte, unterirdisch in der vollgelaufenen Garage in ihrem Auto ertranken. Dieses Szenario galt es dieses Mal unbedingt zu vermeiden. Daher die Durchsagen und die Anrufe und die Sirenen. Es sind aber trotzdem Menschen ums Leben gekommen. Aber nicht unsere Gäste aus Marseille und Nizza, die wir dann alle notbeherbergt haben. Keine Züge, keine Busse fuhren und kein Auto kam durch. Zu viel Wasser. Hier ein passender Artikel dazu. Auch wenn der darin genannte Baudirektor der Präfektur keine Einkaufszentren mehr genehmigen will, IKEA, und mit IKEA tausende von Parkplätzen, kommen in Nizza trotzdem. In zwei Jahren soll es (nach zwanzig Jahren Gerangel) dann endlich soweit sein, dass wir für ein Billyregal nicht mehr bis nach Toulon fahren müssen. Billy gibt es vermutlich schon gar nicht mehr, aber ich bin Ikeamäßig nicht mehr auf dem Laufenden, die Entfernung bis nach Toulon ist einfach zu groß. 

Schnee auf St. Honorat
Schafe

Dann war Weihnachtsmarkt in den Bergen. Wir sind schon vorab angereist, um mit den zwei aktivsten Helfern die letzten Dinge in Ruhe zu tun und um in Ruhe die Suppe zu kochen. 60 Liter Suppe! In zwei gigantischen, alleine nicht mehr zu stemmenden Töpfen. 15 Kilo Kürbis wurden aufopferungsvoll geschält und geschnitten.

Kürbissuppe

Die Suppe wurde gut, ich wurde von allen gelobt, und alle sechzig Liter haben wir ausgeschöpft, aber mir hat, wenn auch nicht die Suppe, aber der diesjährige Weihnachtsmarkt generell einen schalen Geschmack hinterlassen. Im Vorfeld war es schon ein „débrouillez-vous“-Ambiente. Schaut wie ihr klar kommt, heißt das. Irgendwie war es dieses Mal mühsamer, schon allein die Schlüssel für den Raum zu finden, in dem die Bänke und die Gasflaschen stehen. Beides brauchen wir. Den Schlüssel hat S. Der S., angerufen, hat ihn nicht. Er schwört, er hat ihn nicht, zumindest nicht als letzter gehabt, und er hat ihn an den Platz in der Mairie zurückgehängt. In der Mairie ist der Schlüssel aber nicht. Der Ersatzschlüssel unter dem Blumentopf ist auch weg. Wir rufen hier und dort an, laufen durchs Dorf, fahren zu einem Hof. Niemand hat den Schlüssel. Nach zwei Stunden sind wir genauso weit wie vorher. Und was machen wir jetzt? Bah, débrouillez vous! heißt es patzig. So war es mit allem. Wir haben uns so gut es ging débrouillé, aber dieses Jahr hatten wir zum Beispiel auch keine Lichterketten über dem Dorfeingang und auch nicht über den Platz gespannt, weil naja … entweder fehlte der Schlüssel zum Kämmerchen oder die Girlanden waren nicht da, wo sie sein sollten und am Ende war niemand da, der sie anbringen und anschließen wollte. Tant pis, dann eben nicht.

Lichterkette

Wir hatten bestes Wetter, Sonne, milde Temperaturen, kein Regen, kein Schnee. kein Glatteis, keinen Wind, keine Konkurrenzveranstaltung in Nachbardorf, eine super siebenköpfige Musikgruppe, die Stimmung machte, und es kamen nur wenige Menschen. Wenige Kinder auch. Der Nikolaus verteilte seine Mandarinen und Bonbons daher an alle.

Musik
Nikolaus

Die Menschen, die da waren kauften nichts. Oder nur sehr wenig, vor allem die Eier und den Käse des Bauern vom Hof aus St.Martin. Der ging daraufhin vergnügt in der Auberge einen trinken. Es gab kostenlose Mittagssuppe für alle, und plötzlich waren viele Menschen da. Danach war es leer auf dem Platz. Die anderen externen Aussteller packten missmutig ihre Sachen zusammen. Um halb zwei gab es nur noch unseren Stand. Der Käsebauer trank noch immer Weißwein in der Auberge. Plötzlich baute irgendjemand die verwaisten Zelte ab, stopfte die Weihnachtsdeko auch rund um unseren Stand in große Säcke, wir räumten dann auch zusammen und um 15 Uhr war alles vorbei. Wie jetzt? Das alles, so viel Einsatz und Arbeit für nur knapp sechs Stunden Weihnachtsmarkt?!

Kränze

Vielleicht hätte ich es rosiger gesehen, wenn ich mich mit Glühwein hätte betrinken können, davon war nämlich noch genug übrig, aber ich bleibe ja nun mal immer so nüchtern. Die Nikolausandacht war stimmungsvoll, wir sangen dieses Jahr „Donnez-moi“ von den Frangines. Der Diakon hat es ausgewählt, denn die beiden Schwestern, Les Frangines, singen im Prinzip einen Bibeltext. er stammt aus dem Hohelied der Liebe „und hätte ich die Liebe nicht“. Sehr schön! Das Essen im Gemeindesaal war lecker und die Stimmung ausgelassen. Aber ich war nach neun Jahren ähnlich enttäuscht wie beim ersten Mal. Vielleicht lag es auch nur daran, dass ich etwas müder war als sonst, wer weiß. Nächstes Jahr wieder? Nicht so sicher.

Und hier das Video, das Jean-Pierre Champoussin, der rasende Reporter des Tales, dieses Jahr gemacht hat:

Das Video von Jean-Pierre Champoussin
Bonne nuit la montagne
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15 Kommentare zu Was seither geschah …

  1. Luda Liebe sagt:

    An einigen Stellen habe ich ziemlich gelacht, du schreibst einfach wundervoll. Und das du Rücken hast, erscheint mir nach dieser Lektüre normal. Take care …. ich will noch ganz viel von die lesen 😊😘

  2. Mumbai sagt:

    …und ich hoffte, dass nichts schlimmeres passiert ist, weil ich lange Ihren blog vermisste
    Aber es ist bei so viel Arbeit und Stress verstaendlich und ich las mit Vergnuegen die
    neuen Beitraege. Allerdings sollte man sich fragen ob es diesen Aufwand wirklich wert ist und man diese veraltete Tradition fortsetzen soll. Weihnachten hat total an Sinn verloren und Sie wissen wie und was ich meine. Viel wichtiger waere wenn wir uns in diesen 4 Wochen davor innere Ruhe und Kontemplation goennen damit wir zu dem
    wahren Ursprung dieses schoenen Festes zurueckfinden koennen. …..in diesem Sinne
    ein ruhiges und harmonisches Fest und vor allem fuer 2020 Gesundheit und mehr.

    • dreher sagt:

      Ja, ich weiß, wie Sie das meinen. Hier fallen meine Anregungen diesbezüglich ins Leere. Manches wird nicht verstanden. Über anderes wird gejammert, aber dann will man es doch so haben (Geschenke!). So lange ich in dieser Familie bin, wird es wohl so „traditionell“ (obwohl teilweise atheistisch) weitergehen. Danke für Ihre Wünsche! Gebe ich gerne zurück!

  3. Eleonore Braun-Folta sagt:

    Hallo Christiane, das mit dem Weihnachtsmarkt erinnerte mich an dein erstes Mal, nur dachte ich er wäre jetzt integriert und würde gut angenommen. Ich hatte dieses Jahr auch einen Stand in unserem kleinen Nachbardorf. Der Markt geht erst um 14:00 los, dauert bis 18:00 . Es gibt einige Stände mit Essen, aber nichts umsonst. Er war sehr gut besucht, aber verkauft habe ich auch wenig. Es ist schon traurig. Ich habe das ganze Jahr über Socken gestrickt, meinen lavendel aus dem Garten in Säckchen verpackt, sogar Navettes aus Lavendel geflochten, Seifen gegossen, Bademuffins gemacht und am Ende hatte ich gerade mal den wareneinsatz raus. Gott sei Dank brauche ich mich um das weihnachtsessen nicht zu kümmern. Mein Mann ist Koch, der macht das schon. Bei uns gibt es lecker Gans vom Bauernhof im Nachbardorf. Das mit den Überschwemmungen habe ich verfolgt. Auch Lorgues, wo eine Freundin wohnt, war betroffen. Liegt es daran, dass so vieles zugepflastert ist und das Wasser nicht versickern kann?
    Wünsche dir viel Erfolg beim Kochen.
    Elli
    bei fragen melde dich, mein Mann kann bestimmt Tipps geben. Er hatte mal ein französisches Restaurant in Hannover

    • dreher sagt:

      Das tut mir sehr leid, Elli, dass du von deinen liebevoll geschaffenen Dingen nicht viel verkauft hast. Auf dem Markt haben nur ich, mein Mann und die Hauptorganisatorin den Ausstellern etwas abgekauft. Ich brauche auch nicht wirklich Lavendel und Seife und Teelichter in dekorierten Joghurtgläsern, aber ich kaufe es trotzdem, „um das Spiel zu spielen“ wie das hier heißt. Gerade im ländlichen Raum kommt es wirklich auf jeden einzelnen an.
      Aber vielleicht ist der Nachmittag eine stimmungsvollere Variante- bin nicht sicher, ob das bei uns durchzuführen ist. Wir werden es komplett überdenken. Letztes Jahr lief es noch gut. Gekauft wurde aber auch nicht wirklich viel.
      Toll, dass dein Mann Koch ist. Ich behalte das im Kopf!
      Für Morgen ist wieder Unwetter und Alarmstufe Orange angesagt. Ich hoffe, es geht glimpflich ab!
      Liebe Grüße!

  4. Karin sagt:

    Hallo Christiane,
    schön, dass es dir – eingeschränkt – gut geht. Die Nachrichten aus Südfrankreich haben mich Schlimmes vermuten lassen und umso länger du nichts schriebst, umso beunruhigter war ich. Dachte schon Haus samt Computer abgesoffen oder ähnliches.

    Kopf hoch, vielleicht war das nur eine dem Wetter geschuldete Flaute, zu mild, zu schön, zu viel anderes vor? Es ist für die Teilnehmer des Marktes natürlich sehr ernüchternd, wenn all die Mühe kaum belohnt wird.

    Wir haben dieses Jahr endlich in unserer Abteilung eine Art Weihnachtstee gemacht, so richtig Tradition hat das hier ja nicht, es war aber für den Zusammenhalt der Abteilung so wichtig. Wegen Umbauten waren die französische und die englische Uebersetzungsabteilung seit nunmehr fast 18 Monaten voneinander getrennt, die französischen Kollegen mussten gar auf verschiedene Stockwerke aufgeteilt arbeiten. Die Stimmung war daher denkbar schlecht. Ungerecht behandelt, ungeliebt fühlten sie sich, dem (englischen) Chef nicht wichtig genug. Und irgendwie mit recht. Keine andere Abteilung wurde so auseinandergerissen wie die ihre. Also Weihnachtstee. Email von einer Kollegin vom Englischen ins Französische übersetzen lassen (für den locker-flockigen Ton reicht meines immer noch nicht!), das war ganz wichtig, und die französische Partie vorangestellt, damit gleich mal klar war, dass dieses Schreiben wichtig ist. Jeder (oder wenigstens jeder zweite) sollte etwas mitbringen, biscuits, muffins, Mandarinen und Aepfel, ein bisschen was zu trinken, ich brachte eine Flasche original Glühwein mit, etwas dekoriert – und es kamen fast alle. Und alle hatten Spass. Man unterhielt sich (endlich wieder) und war sich einig was für eine gute Idee das doch war. Und unbedingt wiederholt werden sollte. Herzerwärmend. Wenig Aufwand, grosser Effekt. Gott sei Dank sind wir ab Januar dann tatsächlich wieder näher beieinander und „die Franzosen“ wieder vereint. Dann könnte man doch mal gleich die nächste Revolution starten, oder? ;)

    Ich wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest, hoffentlich wird es nicht zu stressig. Ich lasse mich bei meiner Schwägerin in Deutschland bekochen, hab aber bis dahin auch noch alle Hände voll zu tun.
    Alles Liebe
    Karin aus Genf

    • dreher sagt:

      Oh, das sind ja diplomatisch sehr verwickelte Verhältnisse, aber wie schön, dass Ihr alle mit einem Adventstee besänftigen konntet! Das ist doch der Sinn von Weihnachten! Toll!
      Frohe Tage! Alles Liebe
      Christiane

  5. Marion sagt:

    Liebe Christiane,
    hatte mir auch schon Sorgen gemacht und mir gedacht, dass Du vermutlich viel Arbeit hast. Einen Kölner Martinsumzug habe ich zufällig zusammen mit meiner Mutter im Rollstuhl von ihrem Fenster im Seniorenheim angeguckt und war auch sehr gerührt. Der St. Martin auf seinem Pferd winkte uns sogar zu.
    Dein Engagement für den Weihnachtsmarkt bewundere ich und finde es schade, wenn so etwas nicht genug gewürdigt wird. Hier sind die Temperaturen so lau, dass die Weihnachtsmärkte dieses Jahr auch sehr schlecht besucht sind. Trotzdem ist es sicher schön, ein Gemeinschaftsgefühl durch eine gemeinsame Sache zu spüren.
    Deine Sauerbraten-Aktion las sich amüsant. Wie schwer es doch ist, eine perfekte Hausfrau zu sein. Unsere Mütter haben das noch besser hinbekommen, glaube ich :-), aber die waren auch nicht bikulturell unterwegs. Aber ich hab‘ gut reden, mit meinem Singlehaushalt (und selbst der überfordert mich). Jedenfalls freut es mich, dass Dein Leben wunderbar ausgefüllt ist und wünsche Dir gleichzeitig, dass Du weiterhin auf Dich achtest und Dir die Pausen nimmst, die Du brauchst (haben wir ja alles in unseren Kuren gelernt…), und dass Dein Umfeld das auch versteht.
    Ich wünsche Dir und Monsieur eine besinnliche Weihnachtszeit! Lasst es ruhiger angehen, dafür ist sie da…(auch wenn beim Weihnachtsmenü mal ein Gang fehlt)
    Liebe Grüße, bisous,
    Marion

    • dreher sagt:

      Der Martinsumzug wurde in HD auch extra am Altersheim vorbeigeführt – man sieht ja, dass ich es von „oben“ aufgenommen habe.
      Ja, mein Leben ist gerade bis zum Platzen voll, das ist toll, aber wahnsinnig anstrengend. Ruhig wird es nicht die nächsten Tagen, meine Mutter kommt, da wird schon ein bisschen Programm gemacht und die französische Familie fällt in zwei Etappen ein. Und keinesfalls fehlt ein Gang beim Essen, aber ich mache nur einen Entrée und ein Dessert. Die gute französische Hausfrau würde da jedes Mal zwei auffahren.
      Frohe Tage auch dir!

  6. Pingback: Samstagslinks – Geschichten und Meer

  7. Liebe Christine Dreher
    Es hat mir grossen Spass gemacht den Bericht zu lesen..vor allem über den Sauerbraten…den wir gestern Abend bei unseren Freunden in Pirmasens!!!!serviert bekamen..in der Stadt haben wir 17 Jahre gelebt bevor wir wieder nach Heidelberg gezogen sind..und nun sind wir in Bitsch in Lothringen… mein Mann stammt aus dem Baltikum und Gastfreundschaft ist oberstes Gebot und wir erleben sie in Sanary…und freuen uns darüber dass wir dazugehören..DENNOCH ..(eines der prägnanten Worte von Hilde Domin) wünsche ich Ihnen gesegnete Weihnachten..herzliche Grüße Reili Riesenkampff

    • dreher sagt:

      Dankeschön, liebe Reili Riesenkampff! Freue mich, wenn Sie hier mitlesen. Gastfreundschaft und offene Türen sind glaube ich überall oberstes Gebot, nur nicht so sehr in Deutschland, will mir manchmal scheinen. Aber vielleicht ist es auch meine Herkunft, die macht, dass es mir so wenig leicht fällt.
      Danke für das Dennoch… Frohe Tage auch Ihnen!

  8. Ein bisschen spät von mir noch schöne Weihnachtsgrüsse und ein Frohes neues Jahr. Möge es ein gutes Jahr werden! Viel Glück und Gesundheit!