Leberkrise, die zweite

Fast auf den Tag genau erlebte ich meine zweite Leberkrise und mache, weil noch etwas flagada oder patraque wie man hier sagt, ich noch etwas schwach bin oder groggy auf gut deutsch, daher einfach ein Blogrecycling. Liest du –> hier! Es ist das zweite Mal, dass ich die Jahresendfeste – les reveillons –  komplett in Frankreich verbrachte. Diesmal habe ich die französische Familie innerhalb einer Woche zweimal bekocht, ich bemühte mich, trotz der vorgegebenen Traditionen, um eine „leichte“ Variante und habe zum Beispiel als siebten Gang des ersten Weihnachtsessens keine Buttercreme-Bûche de Noël,  sondern eine „bûche glacé“ aus Vanilleeis und Himbeersorbet aufgetragen. Dennoch, die gedrängte Aufeinanderfolge von all den kulinarischen Genüssen, ohne die es hier nun einmal nicht geht, war irgendwann wieder zu viel für meinen Magen, die Leber und die Galle. Meine Mutter reiste nach einer ebenso qualvollen Nacht ab, auch ihr Magen streikte, was zeigt, dass wir Deutschen einfach keine in jahrzehntelangem Esstraining erworbenen Magenresistenz haben, sie also nahm gestern Abend tapfer ihren Flieger nach Deutschland, während ich mich, zusätzlich fiebrig, noch kaum aufrecht halten konnte. Danke übrigens noch für all Ihre Anteilnahme und Wünsche! Meine Mutter kam letzten Ende noch gut hier an und wir verbrachten zwei intensive Wochen (esstechnisch, familienlastig und unternehmensfroh), wir hatten sonnigste Tage und blauesten Himmel, aßen und spazierten am Meer entlang und ebenso durch den bereits (teilweise) erblühten Mimosenwald. Sie reiste gestern Abend nach Hause, dieses Mal klappte alles so geschmeidig,  wie man es sich wünschte, und nun erholen wir uns von all den französischen Exzessen.

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15 Kommentare zu Leberkrise, die zweite

  1. Sunni sagt:

    Wir wünschen schnelle und völlige Besserung. Vor 3-4 Jahren haben wir diesen Essenstanz in Italien erlebt. Ich war völlig fasziniert, wie man so lange und so viel (und auch fett) essen kann, und ich bin wahrlich kein Kostverächter. Da bedarf es schon eines lebenslangen Trainings. Alles Liebe, gute Erholung von allem und bald wieder einen Blick auf die herrlichen Mimosen! Sunni

  2. Ursula Weber sagt:

    Oh du Arme 😞. Ich wünsche Dir ganz schnelle Besserung!
    Aber schön zu hören, dass Deine Mutter eine gute Heimreise hatte🤗.
    Herrlich die Mimosenblüte 👏.
    Danke für die schönen Fotos und herzliche Grüße😘🙋🏼‍♀️

  3. Gute Besserung (und vielen Dank für französisches Vokabular, das ich noch nicht kannte).

  4. Trulla sagt:

    Wunderschön, die eingefangene Farbenpracht. Davon träumt die Hamburgerin.

    Ihnen alles Gute!

  5. Mumbai sagt:

    ich kann u. werde es nie verstehen (obwohl ich leidenschaftlich gerne gut esse), dass man sich zu bestimmten Anlaessen so anvoellern muss. Es ist doch jedem selbst ueberlassen, wie viel er isst od. trinkt. Wahrscheinlich ist es eine Tradition aus der Zeit wo man nur 1-2x im Jahr gutes und vieles Essen hatte. Ich wuensche Ihnen bald einen gesunden Magen, Leber etc. und dass es bei der naechsten Feierlichkeit nicht so ausschweifend wird.

    • dreher sagt:

      Dankeschön. Aber ist das in Spanien so anders?!

      • Mumbai sagt:

        nein und wahrscheinlich nirgendwo, nur als ich in Australien lebte, konnte ich feststellen, dass leichteres Essen serviert wurde. . Aber das liegt vermutlich an den Temperaturen. …wollte damit nur meine Ansicht mitteilen , weil ich mir
        ueber die „Notwendigkeit“ der Festessen aber auch dem
        Geschenke hipe Gedanken mach(t)e.

  6. Marion sagt:

    Das traditionelle Weihnachtsessen in D ist doch auch üppig und fettig. Bei uns wurde es von Jahr zu Jahr weniger – weniger Kalorien, weniger Schokolade, weniger Geschenke. Ich finde das gut.
    Aber erstmal gute Besserung!
    Das gestrige Sjaella-Konzert war übrigens ganz wunderbar. Sie haben überwiegend skandinavische Voksweisen gesungen, in Verbindung mit der kirchlichen Atmosphäre und Akustik war das ein besonderes Erlebnis!
    Bonne année!!

    • dreher sagt:

      Bonne année Marion ! Wie toll, dass du bei dem Sjaella Konzert warst! Und dass es dir gefallen hat! (ich habe, in Ermangelung von Konzerten, eine CD bestellt)
      Hier wird das nicht weniger mit Essen und Geschenken, weil es nicht gewollt wird. Meine Anregungen diesbezüglich werden nicht verstanden und fallen ins Leere.

  7. Tina Kolbeck sagt:

    Ich hab erst „Lebenskrise, die zweite“ gelesen. Beim zweiten Blick bin ich beruhigt, dass es „nur“ eine Leberkrise ist. Trotzdem gute Besserung! ;-)

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