Le reveillon 2020

Gleich ist dieses Jahr zu Ende und ich komme zu nichts. Auch nicht zu den exzessiven Silvesterwünschen in den sozialen Medien, es nimmt ja kein Ende, alle vielhundert Freunde wünschen etwas Jahresendzeitliches und dann wünschen alle vielhundertfach zurück und noch einmal und und und. Ich mag Sie alle wirklich gern, aber das schaffe ich nicht dieses Jahr. Tut mir leid. Und nein, das Problem mit den verschwundenen Kommentaren habe ich auch noch nicht klären können. Gestern hatte ich noch ein knapp ganztägiges französisches Essen für zwei Personen: von Acht bis Zwölf vorbereitet, gegessen, erzählt und mit Abstand zusammengesessen von Zwölf bis halb Sieben. Es war sehr schön, verstehen Sie mich nicht falsch. Aber Zeit und Energie bindend. Heute dann Einladung zum kleinen nachmittäglichen Crêpes-Essen bei Freunden, das auch von 15 Uhr bis 19 Uhr dauerte und nur aufhörte, weil um 20 Uhr Sperrstunde ist, und wir bis dahin zuhause sein mussten. So wie es aussieht, wird die Sperrstunde ab dem 2. Januar auf 18 Uhr vorverlegt. Fängt ja gut an, diese neue Jahr … seufz.

Der heutige Abend wird sehr ruhig, uns stört es weniger, wir sind keine Silvesterfeierer und waren erleichtert, als wir uns nach ein paar Jahren anstrengender Feierei gegenseitig gestanden haben, dass wir an Silvester lieber Team Sofa sind. Das wissen Sie natürlich, wenn Sie mich schon etwas länger lesen. Feuerwerk gibt es in Frankreich auch nicht, zumindest kein privates (wenn Sie hier nochmal einen alten Text über meinen Faux pas mit Wunderkerzen in Paris lesen wollen) und dieses Jahr gibt es auch kein Feuerwerk der Stadt. (Sollen ja alle zuhause bleiben und nicht gucken gehen!). Sie können gern auch noch bei Hilke Maunder über französisches Silvester nachlesen.

Unser Essen wird heute weniger üppig, Reste von gestern und ein paar nette Sächelchen von einem neu entdeckten griechischen traiteur. Um Mitternachtt, wenn ich noch wach bin, gibts falschen Champagner (ohne Alkohol), Prost und santé, und ich höre und sehe mir dieses virtuelle Live-Konzert in der ebenso virtuellen Kathedrale Nôtre Dame à Paris von Jean Michel Jarre an – Das wollte ich Ihnen unbedingt noch mitgeben, kommt vermutlich zu spät für Sie, aber vielleicht gibt es hier noch eine(n) versprengten Leser(in), der/dem das Freude machen kann. Ab 23.25 Uhr bis 0.15Uhr.

ps: ich habe jetzt x-mal versucht, dieses Video erfolgreich einzubetten, aber man kann es nicht abspielen – wie dem auch sei, ich habs mir eine Zeitlang live angesehen, es war spektakulär, aber die Musik ist nicht mehr ganz meine Welt.

Alles andere erzähle ich Ihnen an einem der nächsten Tage – es sind bislang keine weiteren ausschweifenden Geselligkeiten vorgesehen und es wird vermutlich eine Woche lang regnen. Da sollte was gehen.

Ich gebe Ihnen noch diesen Text von Yoko Ono aus meinem anderen Adventskalender mit, den ich sehr mochte. Er stand dort eigentlich am 24. Dezember, seitdem bin ich dort auch lesetechnisch im Rückstand. Wie gesagt, ich komme zu nix.

Himmelsstück X

Der Himmel ist nicht nur über unseren Köpfen. Er streckt sich bis runter auf die Erde. Immer, wenn wir den Fuß vom Boden heben, laufen wir im Himmel.

Laufe mit diesem Wissen durch die Stadt. Überlege, wie lange du heute im Himmel gelaufen bist.

Ich wünsche uns allen, dass wir im nächsten Jahr viel im Himmel laufen!

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7 Responses to Le reveillon 2020

  1. Eva sagt:

    Guten Morgen meine Liebe!
    Wir waren gestern wandern, anschließend aßen wir Raclette und danach bin ich auf dem Sofa eingeschlafen, das war sehr schön!
    Ich habe im vergangenen Jahr genossen, nicht so viele Termine zu haben-vielleicht schaffe ich das auch im neuen Jahr.
    Wenn das Jahr etwas Gutes hatte (es fällt mir schwer), dann war es die Entschleunigung. Dass ich zu dieser Erkenntnis COVID brauche, ist schon doof genug!
    Dir und Monsieur ein gutes neues Jahr, Gelassenheit und freundliche Menschen,
    Eva (und Tibor)

    • dreher sagt:

      Danke liebe Eva und Tibor!
      Gut, dass dieses blöde Jahr auch etwas Gutes für Dich/Euch hatte! Für mich war es auch kein so schlechtes Jahr, intensiv, anstrengend, aber nicht so, dass es „wegkönne“ wie so viele jetzt sagen.
      Weiterhin Entschleunigung, Gelassenheit und freundliche Menschen wünsche ich Euch auch! Liebe Grüße! Alles Gute!

  2. Wolfram sagt:

    Hier im Elsaß ist es nicht so ganz französisch: ins Glockenläuten zu Mitternacht (Rémy hat beinah 10 Minuten mit allen Glocken geläutet!) mischten sich trotz interdiction préfectorale eine Reihe von Krachen und auch Leichtspurmunition.

    Alles Gute !

  3. Mumbai sagt:

    leider sind die Kommentare noch immer nicht sichtbar. Was ist passiert?

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