Bücher entrümpeln: Pagnol

„Was wäre, wenn diese Dinge nicht mehr da wären“, fragt uns Alexandra bei der immer noch andauernden Entrümpelungsaktion, um uns zu ermutigen, sich von diesem und jenem zu trennen. Meistens lautete die Antwort nämlich: gar nichts ist oder wäre, gar nichts passiert, wenn man zwei Kilo Dekosand entsorgt oder fünf Kilo Ton, die Sammeltassen oder ein paar unansehnliche Vasen und Tischdecken, auch wenn sie von der lieben Großtante X oder der bereits verstorbenen Großmutter zur Konfirmation, zur Hochzeit oder zum Einzug geschenkt wurden. Es tut nicht weh, hopp weg, es erleichtert uns sogar. Aber Bücher? Darf man Bücher entrümpeln und gar wegwerfen? Ist das gedruckte Wort nicht irgendwie heilig? Erinnert Bücher wegwerfen nicht ungut an die Bücherverbrennung?

Ich liebe Bücher, ich lese noch immer viel und ausschließlich in der herkömmlichen Papierform, auch wenn meine Lektüre sich verändert hat, weniger Roman, mehr Dokumentarisches, Biographien, Sachbücher. Und Bücher, die mich nicht fesseln, lese ich heute nicht mehr zu Ende. Früher aber las ich alles, was ich in die Hände bekam, habe ich mich mittels Büchern in eine andere Welt katapultiert. Rückblickend würde ich sagen, ich habe viel vom Leben gelesen, anstatt das Leben zu leben. Aber nun, so war es und glücklicherweise gab es die Bücher, die mich in meinem gefühlt tristen Alltag „getröstet“ und „gerettet“ haben. Früher war ich regelmäßige Nutzerin der Stadtbüchereien (ich habe beim Entrümpeln zwei alte Leihausweise der Stadtbibliotheken in Darmstadt und Mainz wiedergefunden!)

aber spätestens mit der Ausbildung zur Buchhändlerin wollte ich Bücher auch besitzen. Eine große Bücherwand zu haben, eine Bibliothek gar, war mein Traum. Ich behielt alles, was ich gelesen hatte, Hauptsache die Regale füllten sich. Mich von Büchern zu trennen, wäre damals undenkbar gewesen. Haben, haben, haben …

Dann begann ich Literatur zu studieren und hatte den Ehrgeiz, alle Bücher auf den Literaturlisten lesen und besitzen zu wollen. Das war ziemlich sinnlos, aber mein erster Anlauf an der Uni verlief auch eher holprig. Ich fühlte mich verloren an der Uni. Erstmals spürte ich, dass ich aus keiner akademischen Familie kam. Hilfsangebote für Studierende aus nicht akademischen Familien, wie etwa Arbeiterkind.de, gab es damals nicht und wenn, wäre ich vermutlich aus Scham nicht dorthin gegangen. Ich war ja auch nicht wirklich ein „Arbeiterkind“, auch wenn ich dieselben Schwierigkeiten hatte, mich an der Uni zurechtzufinden. Ich brach das Studium nach ein paar Jahren auch ab und, um einen Schnitt zu machen mit dem angestrengten „literarisch-intellektuell“ sein wollen, brachte ich alle Bücher, die in meinem Bücherregal nur Schein waren, zu einem Bücherantiquariat. Der junge Mann, der das Antiquariat erst vor kurzem eröffnet hatte, konnte sein Glück über meine angeschleppte Bücherflut nicht fassen und gab mir zu meiner großen Überraschung sogar noch ziemlich viel Geld für meine gesammelten Werke von X und Y. Ich hatte zum ersten Mal Bücher ausgesondert – es hatte gar nicht weh getan, im Gegenteil, ich war erleichtert. Fortan wollte ich nur noch Bücher besitzen, die ich wirklich gelesen hatte und die mir etwas bedeuteten. Die Regale füllten sich trotzdem schnell wieder, wurden mehr und mehr, und nach ein paar Jahren musste ich die Bücher sämtlich in zwei Reihen in die Regale stellen, so viele waren es geworden. Ich zog viel um und schleppte schwere Bücherkisten von einer Wohnung in die andere – sehr viele Kisten landeten auch – vorübergehend, wie ich glaubte – im Keller meiner Mutter. Dann ging ich nach Frankreich und räumte alle Bücher (und Klamotten) weitestgehend in den Keller, damit meine Untermieter Platz für ihre Sachen fänden. Wie Sie wissen, blieb ich überraschend länger in Frankreich und als ich fünf Jahre später den endgültigen Umzug vorbereitete, sah ich mich vor die schier unlösbare Aufgabe gestellt, nicht nur Bücher, sondern alles auszusortieren, was ich fürderhin in einer winzigen Wohnung im Bergdorf nicht mehr brauchen würde. Oxfam wollte irgendwann meine Kleider nicht mehr, und, anders als Jahre zuvor, hob jeder Antiquar, den ich aufsuchte, nur abwehrend die Hände, kein Platz, kein Geld, keine Kunden. Sogar die Stadtbücherei winkte damals ab. Niemand wollte meine Bücher, nicht mal geschenkt. Ich stellte manches auf die Straße, öffentliche Bücherschränke gab es noch nicht. Mehrere Kartons mit fast nagelneuen Büchern ließ ich beim Antiquariat im Stadtviertel im Treppenhaus stehen. Er könne mir nichts geben, er wolle sie nicht mal, sagte er mir mit abschätzigem Blick darauf und weigerte sich, sie anzunehmen. „Machen Sie damit, was sie wollen, ich kann sie nicht mehr mit nach Hause nehmen“, seufzte ich erschöpft. Ich musste die Wohnung leerräumen und letztlich hatte ich ein Entrümpelungsunternehmen angeheuert, denen ich 500 Euro zahlte, damit sie meine Sachen wegwarfen. Zwei Tage später hatte der Antiquar ein Schaufenster fast komplett mit meinen Büchern dekoriert. Es ärgert mich noch heute, wie Sie merken, aber egal, ich hatte keine Wahl. Aus allen Büchern, einschließlich denen, die noch im Keller bei meiner Mutter lagerten, behielt ich nur die, von denen ich dachte, dass ich sie in den Bergen in Südfrankreich um mich haben und noch einmal lesen wollte. Wenig sei es, dachte ich, und es wurde eine ganz bizarre Auswahl und ich füllte doch ganze acht Umzugskisten.

Dann zog ich um, es wurde eine sogenannte Beiladung, ich hatte 15 Kubikmeter in einem großen Umzugswagen gemietet. Ich fuhr zurück nach Südfrankreich und Tage später kamen meine Sachen an, und oh weh, die Kisten passten nicht in die kleine Wohnung. Sie standen auf dem Balkon, im Flur, vor dem Haus. Es war wie Sudoku, ich hob und schob Kisten von einer Ecke in die andere und zurück, nur um an eine Kiste ganz unten zu kommen. Ich räumte so viele Kisten aus, wie ging, den Rest lagerte ich bei einer Nachbarin in der Garage und immer, wenn ich etwas suchte, dachte ich, das wird noch in einer der Kisten in der Garage sein. Vor allem meine Bücher. Erst Jahre später, beim nächsten Umzug nach Cannes, als ich mein erstes eigenes Zimmer bekam, holte ich alle Kisten zusammen, packte sie erwartungsvoll aus, und freute mich darauf, endlich wieder von meinen Büchern umgeben zu sein. Ich hatte Monsieur noch gebeten, mir viele Regale zu bauen und fürchtete, dass die, die er gebaut hatte, nicht ausreichen würden. Ich öffnete eine Kiste, in der ein paar Bildbände lagen, obendrauf ein Kissen und ein Zylinderhut. Das Kissen roch muffig und was hatte ich mir damals gedacht mit diesem Zylinder? Ich verstand es nicht mehr. Die anderen Kisten förderten ähnliche Dinge zutage. Ein paar Bücher und einen sperriger Kerzenständer, eine Puppe, Krimskrams für einen alten Setzkasten. Das war teilweise berührend, aber wo waren die richtigen Bücherkisten? Irgendwann hatte ich dann auch die letzte Kiste ausgepackt und: meine Bücher waren nicht dabei. Ich fuhr erneut ins Bergdorf, auf der Suche nach Kisten, irgendwo mussten sie doch sein. Nix wars. Nada. Niente. Tatsache ist, fünf der acht Bücherkisten mit der sehr speziellen und personalisierten Auswahl sind bei meinem Umzug aus Deutschland verschollen. Jahre später beim Umzugsunternehmen noch etwas reklamieren zu wollen, ist natürlich illusorisch. Meine liebsten Bücher waren weg. Diesen Verlust habe ich nie so ganz verwunden – aber die Frage, was wäre, wenn dies oder das nicht mehr da ist, kann ich jetzt beantworten: Manches fehlt nicht. Anderes fehlt und das Leben geht trotzdem weiter. Seitdem bin ich nüchterner, kann mich schneller trennen, gerade auch von Büchern.

Dass ich trotzdem wieder so viele angesammelt habe, liegt in der Natur der Dinge. Ich lese gerne, ich mag Bücher, ich schreibe Bücher. Ich lebe davon, dass meine Bücher gekauft werden. Ich unterstütze andere AutorInnen und BuchhändlerInnen, indem ich neue Bücher kaufe und lese. Aber manche werde ich nicht wieder lesen, wir haben grundsätzlich zu viele Bücher und zu wenig Platz, viele dürfen jetzt gehen.

Monsieur hingegen mag nichts aussortieren. Er hat es auch noch nie gemusst. Beim letzten Hochwasser hat er einen Teil seiner Kriminalroman-Bibliothek verloren, was ihn die Bücher, die er hat, umso fester halten lässt. Bei uns sind (seine) Bücher überall. Im Wohnzimmer, im Schlafzimmer, im Büro, im Eingangsbereich und sogar auf dem Klo ist eine beachtliche Sammlung. Ganz zu schweigen von den Stapeln neben dem Bett, auf Stühlen und in irgendwelchen Ecken. Sicher, ein paar Bücher in diesem Haushalt gehören auch mir, aber sie machen geschätzt nur etwa 5 Prozent aus. Als die Entrümpelungs-Challenge die Bücher betraf, befragte ich morgens Monsieur. „Heute sind Bücher dran“, sagte ich. „Hast du irgendeine Vorstellung, wie wir das angehen könnten?“ Und zu meinem Erstaunen sagte er nicht „gar nicht“, sondern er überlegte und machte sich Gedanken. Wir haben viel über Bücher und unsere Sammlungen gesprochen. Ich sagte auch (ein bisschen unbarmherzig), dass mir seine Sammlungen leider nichts bedeuten und dass ich den gesamten Balzac und Alfred de Musset und all die Klassiker nicht behalten werde (falls er vor mir gehen sollte), und dass weder seine Kinder noch seine Enkel besonders viel lesen und sämtliche Bücher noch viel schnöder weggäben als ich, ist ihm bewusst. Trotzdem sind die Bücher sein Leben und sie auszusortieren tut ihm weh. Nun, sagte Monsieur schließlich, wir könnten einen Meter Regal frei bekommen, wenn wir uns von Pagnol trennten, die er in den 70 Jahren gekauft hat (wie viele Franzosen, wie ich heute bei abebooks und leboncoin feststellen konnte). Pagnol ist gerade im Süden Frankreichs, in Marseille und in der Provence, wo alles spielt, ein großer Klassiker. Es ist eine sehr schöne Ausgabe, 24 Bände, illustriert von Dubout, Bellini (ein Cannoiser Maler) und anderen; diese Ausgabe hatte seinerzeit einen enormen Erfolg, aber bzw. deshalb ist der Markt gesättigt, und die nachfolgenden Generationen haben einen anderen Geschmack. Monsieur hoffte, dass seine Kinder oder Enkel die Werke Pagnols gerne erben würden, aber nein, sie wollen sie nicht. Ich habe von Pagnol die Filme gesehen, es ist nett, aber ehrlich gesagt, es reicht mir.

Ich versuche jetzt mal was. Wir bieten hier und heute 24 Bände Marcel Pagnol an, darunter all die Klassiker „La Gloire de mon Père“, „Le Château de ma Mère“, die Marseille Trilogie „César“, „Marius“, „Fanny„, und „La Femme du Boulanger“. Alles Französisch, klar, aber Pagnol ist „leicht“ zu verstehen. Illustrierte gebundene Ausgabe mit Lesebändchen, Goldschnitt (nur Kopfschnitt), im Anhang Fotos der Familie und Bilder aus Verfilmungen. Die Bände sind in einem guten Zustand (sie stammen aber alle aus den 70 Jahren), manche haben leichte Flecken auf dem Schnitt, aber sie riechen bestimmt nicht nach muffigem Keller (denn sie stehen bei uns im Regal). Die 24 Bände werden derzeit im antiquarischen Buchhandel zwischen 80 und 100 Euro gehandelt. Wir bieten sie (nur komplett) an für 50 Euro. Das ist ein bisschen mehr als zwei Euro pro Band. Vorzugsweise hier abzuholen. Die Bände sind nämlich schwer – alle 24 Bände wiegen zusammen um die 20 Kilo, Versandkosten (Mondial Relay) etwa 25 Euro kämen sonst hinzu. Interessiert es jemanden von meinen frankophilen und frankophonen LeserInnen? Der/die erste bekommt den Zuschlag.

Pagnol, links in der Mitte
Illustration Dubout
Illustration Bellini

bedruckter Vorsatz

Boah! Das ging schnell! Nicht mal eine Minute online, schon verkauft! Danke liebe Christine Globe-trotteuse!

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16 Responses to Bücher entrümpeln: Pagnol

  1. Sandra sagt:

    Hallo Frau Dreher,
    schön, dass sich jemand für die Bücher gefunden hat.

    Meine Mutter gab mir mit etwa 12 Jahren (noch zu DDR-Zeiten) von Pagnol „Die Wasser der Hügel“ zum lesen. Ich kämpfte mich durch die ersten Kapitel, die französischen Namen sortierend, und verliebte mich in das Buch.
    Noch heute habe ich eine Sehnsucht nach der Landschaft, nur ausgelöst durch das Buch und habe es bisher leider nicht geschafft, mir diese an zu schauen.

    Frankreich haben wir uns aber fest vorgenommen zu bereisen, auch wenn unsere fehlenden Sprachkenntnisse ein Kennenlernen nicht einfacher machen.

    Liebe Grüße einer stillen Leserin
    Sandra aus Thüringen

    • dreher sagt:

      Liebe Sandra,

      wir freuen uns auch, dass die Bücher in gute Hände kommen :-)
      Danke, dass Sie Ihr Lese-Erlebnis mit Pagnol mit uns teilen. Toll, wenn ein Buch einen so packen kann! Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Provence noch für sich entdecken können.
      „Die Wasser der Hügel“ (Les eaux des collines) und das Schicksal von Jean de Florette haben mich seinerzeit auch beeindruckt, ich habe den Film (mit Gérard Depardieu) gesehen. Nachdem ich bis dahin nur die vor sich hin plätschernden Geschichten „Der Ruhm meines Vaters“ und „Das Schloss meiner Mutter“ kannte, hat mich diese düstere Geschichte in der lieblichen Provence, und dass man über Unrecht (nicht nur den „Fremden“ gegenüber) über Generationen schweigt (wie vermutlich überall), sehr beeindruckt. Wie? Das geht jetzt nicht gut aus? Ich war richtig schockiert. Die Fortsetzung „Manon des Sources“ („Manons Rache“) ist auch nur bedingt versöhnlich, finde ich, und vermutlich wäre die Lektüre des Buches besser gewesen als der Film, denn ich mochte Emmanuelle Béart in ihrer Rolle als sinnlich-wilde Kindfrau nicht so besonders. Ein Hoch auf die Lektüre! Ein Hoch auf Pagnol!

      Viele Grüße nach Thüringen!

  2. Claudia Petroni sagt:

    Guten Morgen Frau Dreher,
    so eine tolle Pagnol-Ausgabe, mit so stimmungsvollen Bildern, davon hätte ich mich nicht trennen können. Leider sieht es bei uns genauso aus, die Bücher stapeln sich überall, ständig kommen neue dazu und man weiß nicht mehr, wohin damit. aber es ist doch immer beruhigend zu hören, dass es Anderen auch so geht und als Büchernarr kann man ja auch dazu stehen.
    Mit der Lesung im Rbb von Prousts “ Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ als Krücke sozusagen, lese ich jetzt dieses Mammutwerk endlich auch mal und bin glücklich und werde diese 4200 bedruckten Seiten in drei Bänden mit Sicherheit auch behalten.

    Grüße von einer langjährigen Leserin vom schönen Bodensee

    Claudia Petroni

    • dreher sagt:

      Ach wie toll, dass Sie das hören (ich hab nicht eine Folge geschafft, *schäm*)!
      Ja, mit Pagnol war ich hin- und hergerissen – die einzigen Bände der französischen Bibliothek, die ich vielleicht wirklich mal lesen würde … dereinst als Rentnerin im Schaukelstuhl … aber nein, es ist gut! Sie haben bald ein neues Zuhause, wo sie jemand wirklich „neu“ schätzt. Das ist das beste, was den Bänden passieren kann!
      Und: wir brauchen Platz, um die herumliegenden Bücherstapel aufzulösen – die Regel „ein Buch kommt, wenn ein Buch geht“, haben wir bislang nicht durchsetzen können. In der Regel gilt: fünf Bücher (pro Woche) kommen, keins geht. Insofern gibt Pagnol jetzt das Signal! Aufbruch! Umbruch! Luft! :-)
      Liebe Grüße!

  3. Sunni sagt:

    Oh, wie schade, ich sehe und lese es erst jetzt. Pagnol war immer und ist mein Erstling in Französisch im Original, wenn auch holprig, aber schön und sooo stolz auf jede Seite. Schade, dass sie schon verkauft sind. So bleibt mir nur mein eines Taschenbuch „fürs Herz“ :-)) Ganz liebe Grüße, Sunni

    • dreher sagt:

      Ach ja, Mensch – ich hätte auch nicht gedacht, dass es so schnell geht – ich freue mich zu lesen, dass Pagnol so viel Erfolg hat!
      Liebe Grüße!

  4. Wendy sagt:

    Wie wunderbar, daß die Bücher nicht einfach entsorgt werden „müssen“ – die Edition sieht ja zauberhaft aus! Ich finde, ein echtes Zeitdokument in der Aufmachung! Ich trenne mich mit Müh, Not und Herzschmerz von meinen Reiseführern – letztes Jahr habe ich (fast) alles ins Sozialkaufhaus gegeben, was eine letzte Auflage aus dem letzten Jahrtausend hat. Passionierten Lesern fällt aber jedes „hergeben“ sehr sehr schwer – gerade wenn man sich Bücher teilweise auch „vom Munde abgespart hat“ – Geld war bei uns durchaus knapp und jedes Buch, was ich mir gekauft habe mußte ich mir ersparen.

    • dreher sagt:

      Stimmt, so „mühsam“ erworbene Bücher haben noch mal einen besonderen Wert. Ich habe mal eine literarische Enzyklopädie in Raten bezahlt, weil ich sie unbedingt „haben musste“ – von der konnte ich mich später schon allein deswegen nur schwer trennen.
      Dass ich die alten „anders reisen“ Reiseführer mal entsorgt habe, weil sie „technisch“ veraltet waren, tut mit heute auch leid. Die waren so besonders. Auch ein Zeitdokument.
      Liebe Grüße!

  5. Croco sagt:

    An die Reiseführer traue ich mich noch nicht ran. So viele Guide Michelin!
    Letztens habe ich mehrere Stapel Bücher in den Bücherschrank gelegt, eine ehemalige Telefonzelle ist das bei uns. Es waren Bücher, die ich schon nicht mochte, als ich sie geschenkt bekam. Und was fand ich dort? Bücher über Quitten, die ich schon lange suche. Und zauberhafte Kinderbücher fur die Tochter einer Freundin.
    Weniger wird das so nicht.
    Das Lehrerseminar nimmt mir jetzt Stapel pädagogischer Zeitschriften ab, was mich freut. Ob mal eininer meine Schulbücher möchte?
    Herr croco hat sich als Jugendlicher eine Lexionreihe zusammengespart, so ganz klassisch von einem Vertreter, der früher auf den Dörfern von Haus zu Haus zog. Die bleibt.

  6. Marion sagt:

    Ich verkaufe ab und zu Bücher über Amazon. Wenn sie noch nicht zu alt sind, klappt das ganz gut. Bekomme immer super Bewertungen. So ein Feedback ist natürlich schön. Man hat zwar die Arbeit mit dem Versenden, aber das wird Routine. Manchmal lohnt es sich finanziell gar nicht, aber ich freue mich, dass sich noch jemand anders daran erfreut. Heutzutage kann ich mich auch etwas leichter trennen von den Schätzchen, aber es gibt eine Auswahl, die immer bleiben wird, auch und gerade die Reiseführer. Wäre trotzdem mal wieder an der Zeit, auszumisten. Wie schön, dass der Pagnol in gute Hände kommt.

    • dreher sagt:

      Ich hatte das überlegt, über Momox Bücher loszuwerden, aber das bedeutet, dass sie hier noch eine unsicher lange Zeit herumliegen und es ist ziemlich unsinnig deutsche Bücher mit der superteuren französischen Post wieder nach Deutschland zu re-importieren. Also lasse ich das. Ich habe aber schon den zweiten Buch-Flohmarkt (immer montags) verpasst, immer war etwas anderes und ich konnte nicht hingehen … jetzt liegen sie hier auch schon zwei Wochen auf dem Tisch. Ja, ich freue mich auch für den Pagnol!
      Ich könnte sie natürlich wie den Pagnol über den Blog anbieten, denke ich gerade, vielleicht auch als „Bündel“, aber die Versandkosten sind einfach zu hoch, für ein paar Taschenbücher lohnt sich das eher nicht. Ich denke da noch ein bisschen drauf herum.

      • Marion sagt:

        Nee, klar. Aber Buchflohmarkt ist doch super! Würde ich auch machen, wenn jd. mitkäme zum Stand aufbauen etc., habe ich ja nicht 😒

        • dreher sagt:

          Naja, es ist ein großer Antikmarkt mit Buch-Antiquaren (modernes Antiquariat), denen ich meine Bücher bringen will, ich werde dort keinen Stand machen (wir wollen zwar immer mal wieder einen Flohmarkt machen, aber herrjeh … )

      • mhs sagt:

        Bücher loswerden via Momox kann ich nicht empfehlen, abgesehen von Ihren Zusatzumständen: die angebotenen Preise sind unterirdisch, aber wir wollen ja damit nichts verdienen. Alles was nicht hyperinteressant, vielgesucht oder älter als 3 Jahre ist, führt bei mir immer zum Euphemimus des Jahres: „diesen Artikel kaufen wir derzeit nicht an!“ Hach! als ob ihr das je getan hättet!
        Bei vielen Büchern denk ich mir mittlerweile, dass es so tausendfach verkauft wurde, dass es jeder irgendwo auftun könnte, also ab in die Tonne, so im öffentlichen Bücherschrank kein Platz mehr ist. (Den Weg gehen sie eh, wenn die Betreuer des Schrankes ihren Aufenthalt dort wg. zu langem Aufenthalt beenden)
        Deutsche Literatur, auch hier eher neuere, nehmen eher noch moderne Antiquare im Umkreis von frz Universitäten mit Germanistikabteilung.

        • dreher sagt:

          Danke. Den Tipp mit der Tonne hat mir auch eine Freundin gemailt. Dorthin wird zum Beispiel das Hebammenhandbuch, das ich für Recherchezwecke erworben habe, wandern und zwei Taschenbücher von Handke, und vielleicht das Buch von Hardy Krüger (trotz Widmung), aber sagt es ihm nicht, bitte.

  7. Ulla sagt:

    Vor zwei Jahren habe ich meine wunderschönen Gourmet Bild- und Rezept Bände für 100 € verkauft. Band 1 bis 100 komplett , über die Jahre für ein vielfaches gekauft.
    Tat schon weh, aber reingeschaut hatte ich lange nicht mehr und Platz haben wir auch gebraucht.

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