Cannes Fashion Soirée

Voilà die Croisette. Prachtvolles Farbenspiel. Wie hätten Sie’s denn gern? Rot vielleicht? Ist ja bald Filmfestival mit dem roten Teppich und so…

Heute Abend also ein bisschen Mode Glamour… eigentlich war ich unterwegs, um zu beweisen, dass der Leopard nie out ist. Ist er auch nicht. Er wird dieses Frühjahr sogar gern farblich verfremdet, würg… Insgesamt fand ich dann aber doch weniger Leo als erwartet, die Dame, die im Leo-Trenchcoat vor mir in ihr Auto einstieg, wagte ich nicht abzulichten. Ich bin da ja eher schüchtern. Ich hätte auch gern, schon um den Kontrast zu zeigen, die müden und rauchenden Straßenmusikanten vor dem Carlton fotografiert und den SDF (sans domicile fixe = Wohnsitzloser) mit seinem Fahrrad voller Plastiktüten, der schon ziemlich betrunken vor einer der Nobelboutiquen Geld erbettelte, aber das traue ich mich dann doch nicht. Ich habe ja auch kein riesiges Paparazzi-Teleobjektiv, um so etwas unbeobachtet von Ferne zu dokumentieren.

Mal abgesehen vom Leopard, grrrr, der ja nie out ist und dessen Trägerin sich dem potentiellen Männchen gern wild und gefährlich zeigen will… grrrr… geht zur Zeit eigentlich alles. Bei Chanel schneidet man ungelenke Mottenlöcher in edle Stoffe und flickt, was das Zeug hält am edlen Vintage.

Kenzo ist sehr floral, Dolce und Gabbana hingegen sehr verspielt in weiß, bei Dior habe ich das Gefühl, man kopiert einfallslos Chanel (choquant!),

Valentino, dessen wunderschönes Rosenmuster mir im Ausverkauf fast eine Einkaufstasche für 150 Euro wert gewesen wäre (Sie wissen schon, so etwas findet man in Drogerieläden für 99 cents) war enttäuschend klassisch in dunkelblau und weiß, nachdem ich nun aber schon so weit gelaufen war, nahm ich es dennoch auf. Brigitte Bardot kreiert eine Taschenlinie, die mir sehr gefällt, aber für schlappe 900 Zacken außerhalb meiner Möglichkeiten liegt. Es gäbe auch BB- Schlüsselanhänger für knapp hundert Euro, bleibt noch zu überlegen… die etwas füllig gewordene Isabelle Adjani macht ebenfalls in Taschen, die sich „erster Flirt“ nennen, sehr klein, sehr bunt und ebenfalls sehr teuer sind. Man wirbt aber ohne Foto von Isabelle. Vielleicht besser so. Prada ist auch bunt.

Und es gibt in weniger reputierten Boutiquen nicht minder bunte Herren-Badehosen mit netter Stickerei. Für 350 Euro sind Sie dabei, ein farblich passender Plastikarmreif ist schon für unter hundert Euro zu haben. Bei der Madonna nebenan geht es nur um Modeschmuck. Man hängt sich gerade gerne viele Rosenkränze in allen Farben um. Mein Favorit, auch wenn ich leider nie in so ein Flatterkleidchen passen werde, waren die Modelle bei Save the Queen, wirklich originell – btw. Kate sähe sicher niedlich darin aus, aber vermutlich wäre HRH not really amused, Ihre zukünftige Schwiegerenkelin in Save the Queen herumlaufen zu sehen…

Sonya Rykiel mochte ich auch, vor allem das klassische Marine-Model. Armani habe ich nicht fotografiert, Sie sehen ihn nur gespiegelt beim klassichen Herrenausstatter, den es auch immer gibt (Rot ist gerade Trend, wenn es etwas ausgefallener sein soll!), weil er so verschmierte Scheiben hatte. Wirklich! Das sieht man dann nur abends bei der starken Fensterbeleuchtung, müsste ihm mal einer sagen. Aber auch sonst haben Sie da gerade nichts versäumt, alles klassisch gedeckt.

Ich habe Ihnen noch eine Fisch.Pediküre aufgenommen – ich weiß, das ist in asiatischen Ländern schon ein alter Hut, die Fischlein, die Ihnen die Hornhaut an den Füßen wegsaugen, aaah, uups, kicher, hihi, lustig ist es allemal, teuer auch, aber wenn man sonst kein Vergnügen hat… in Asien darf man ja auch gegen Entgelt Katzen streicheln, um sich zu entspannen. Schlafprobleme? Ich kann Ihnen da bei Bedarf gern weiterhelfen. Ich hätte da zwei Katzen, die sich völlig relaxed Ihrer jeweiligen Körperform anpassen, insbesondere nachts in Ihrem Bett (in wessen Bett? Sehen Sie!) schmiegen sie sich in perfekter Yin- und Yang-Harmonie an und bieten so Entspannung pur. „Zen oder die Kunst, nicht aus dem Bett zu fallen und es den Katzen zu überlassen“, nenne ich das.  Cachou kümmert sich zwar nicht um Ihre Hornhaut, knabbert aber gerne freundschaftlich an Ihren Fusszehen, wenn er sich wohl fühlt. Nach einigen Nächten der Eingewöhnung schlafen Sie so quasi überall und in ungewöhnlichen Yoga-Stellungen. Super entspannend!

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