La Mer … et merci

Das kann ich Ihnen nicht vorenthalten. Ein Dankeskonzert des Bürgermeisters (und) der Stadt Cannes und des Orchestres de Cannes Provence Alpes-Côte d’Azur. Den Hinweis verdanke ich wiederum der Riviera-Zeit.

Die noch sehr neuen und vagen Hinweise zum Sommerurlaub in Frankreich, immer unter Vorbehalt, Sie wissen schon … wir danken dafür wie immer der superschnellen Hilke Maunder.

Und gerade bekam ich ein chouchou geschenkt! Von der kreativen Enkelin selbst gemacht! Großartig! Ein großer Dank! Ich werde wohl die Haare wachsen lassen müssen ;-) Bitte übersehen Sie die dunklen Ansätze. Der Friseurbesuch kommt sicher, aber noch warte ich ein bisschen.

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Einer geht noch …

Ich bin ziemlich stolz, dieses Bild gestern gemacht zu haben. Man sieht es (nicht meines, aber das Motiv) seit gestern Abend im Fernsehen und heute überall in der Presse, weil nämlich, ich hatte es leider komplett vergessen, es wurde mir erst bewusst, als ich gestern Abend Pierre Lescure, Präsident des Filmfestivals, mit schwarzem Anzug und Fliege in einer Sendung sah: Gestern wäre der Start des 73. Filmfestivals in Cannes gewesen! Alle Augen richteten sich gestern auf Cannes, normalerweise wäre auf diesen Stufen der rote Teppich gelegen und all das Trallala drumherum und jetzt eben hängt dort dieses Affiche, dass stattdessen in großen Lettern DANKE sagt: den Pflegekräften, allen, die das Alltagsleben aufrechterhalten haben und auch uns allen für unseren civisme, ich übersetze das mal mit „unserer Disziplin, mit der wir den staatsbürgerlichen Pflichten nachgekommen sind“. Ich fühle mich nun doch zuständig, als Cannes-Botschafterin, Sie wenigstens mit zwei Links zu versorgen. Auf der offiziellen Seite des Festivals finden Sie alles Wissenswerte, aber natürlich in Französisch (Sie können aber auch Englisch, Spanisch oder Chinesisch ganz oben rechts bei Sprache einstellen). Hier gäbe es Infos auf Deutsch zur Frage, wie es generell mit der Filmbranche und den Festivals weitergehen wird. Kein Roter Teppich in Cannes dieses Jahr, keine Stars, kein Glamour, aber man hat sich entschieden, wenigstens den Marché du Film, also die Business-Seite des Filmgeschäfts, stattfinden zu lassen – im Internet allerdings. Man hofft ein bisschen, dass wenigstens das 77. Filmfestival in Venedig im September stattfinden wird und Cannes dort in irgendeiner Form mitwirken kann. Zurück zu den Wurzeln, sozusagen. Das Filmfestival in Cannes wurde ja 1939 als Gegenfilmfestival zur Venezianischen Mostra im damals faschistischen Italien gegründet, konnte dann aber wegen des Kriegsbeginns nicht mehr stattfinden. Das erste Filmfestival in Cannes gab es dann erst 1946.

Das erste Filmplakat wurde vom Maler Jean-Gabriel Domergue entworfen. Domergue, ein Cousin von Toulouse-Lautrec, sagt von sich, er sei der Erfinder des französischen Pin-up’s. Sein Lieblingssujet war La Parisienne. Er malte alle Frauen mit einem etwas überlangen Hals, einer Wespentaille und einem sehr niedlichen Gesichtchen. Wirkt heute alles sehr gestrig, es gab Zeiten, da war es sehr schick sich von ihm malen zu lassen und die Damen standen Schlange, um ihm Modell zu stehen.

Kleiner Ausschnitt vom Festival Cannes 1946.

Und die zweite Neuigkeit: Frankreich und Deutschland haben sich wegen der Lockerung an den deutsch-französischen Grenzen angenähert. Ab Samstag soll es zumindest für Berufspendler einfacher werden, nur noch Stichprobenartige Kontrollen werden dann durchgeführt. Abhängig vom Infektionsgeschehen wird „ab Mitte Juni ein freier Reiseverkehr in Europa angestrebt“. Angestrebt, das heißt noch nichts, aber immerhin. Ausführlich nachzulesen bei der Tagesschau oder wie immer auf Hilke Maunders Seite Mein Frankreich.

à bientôt!

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12 von 12 im Mai 2020

Einen Beitrag kriegen Sie auf jeden Fall noch, heute sammeln sich auf dem Blog von der lieben Frau Kännchen die 12 von 12er.  Sie wissen schon, 12 Bilder vom 12. des Monats. Und weil ich lieb bin, kriegen Sie auch noch Text dazu.

So ein Wetter heute! Monsieur springt aus dem Bett, er freut sich, endlich etwas tun zu dürfen und bringt früh das Auto zum Ölwechsel. Er wollte auf das Auto warten und in der Zwischenzeit allerhand erledigen, setzte sich dann aber mit einem Buch auf eine Treppe am Meer und genoss die Wellen, die Sonne und das Draußen-Sein. Leider kein Foto. Zu mir sagte er: „Du solltest auch rausgehen, du sitzt zu viel am PC.“ Recht hat er. Außerdem soll es morgen schon wieder regnen.

Es ist komisch: ich überlege tatsächlich, welche Route ich wähle und was ich in einer Stunde machen könnte, dabei kann ich ja jetzt wieder rumlaufen, wo ich will und so lange ich will! Ich laufe aber da rum, wo ich sowieso immer rumlaufe, allerdings weniger gehetzt. Ich bin schon um kurz nach Acht unterwegs, die Stadt ist lauter geworden, hier und da höre ich noch empörtes Vogelgezwitscher, viele Autos, Busse, Lieferwagen, aber noch nicht so viele, wie es normalerweise um Acht Uhr morgens sind. Es zieht mich ans Meer.

Spaziergänger, Jogger, Fahrradfahrer sind hier unterwegs, ein paar Autos. Eine Bar mit Tabac und Zeitungsverkauf hat wieder geöffnet. Sonst ist alles noch geschlossen. Die Kioske dürfen jetzt „to go“ verkaufen, sind so früh aber noch geschlossen. Lohnt sich vielleicht auch noch nicht. Am Hafen sind jetzt Männer auf den Yachten zu sehen und putzen das gestrige Gewitter weg, einer fährt gerade mit einem kleinen Schlauchboot raus. Ich will Pfützenfotos machen, meine neue Leidenschaft, und renne von Pfütze zu Pfütze, um zu sehen, was möglich ist.

Am Palais des Festivals haben sie gerade ein großes Banner aufgehängt. Ganz oben läuft noch ein Mann herum, der die Falten gerade ziehen soll.

Ich laufe über die Rue d’Antibes zurück. Die Läden bereiten sich auf Öffnung vor, überall stehen Kartons auf der Straße und man klebt Abstandssignale und Ein- und Ausgangspfeile.

Manche Schaufenster sind noch leer andere sind schon besser vorbereitet und begrüßen uns, und bieten uns Schnäppchen bis 60% Ermäßigung an. Es ist noch früh, hier macht nichts (außer den Apotheken) vor zehn Uhr auf. Aber es sind schon Passantinnen unterwegs, auch ein paar Autos.

Ich mache einen Schlenker zum Markt und sehe eine Frau mit Pfingstrosen im Arm. Ich MUSS SOFORT Pfingstrosen in Korallenfarbe kaufen! Sie sind nicht gefüllt, aber die Farbe ist so toll. Ich nehme für Monsieurs Tochter auch einen Strauß mit. Ich bin so glücklich! Die ersten Blumen seit zwei Monaten. Ich nehme auch noch Erdbeeren mit (sie sehen gut aus, sind aber voller Wasser, ich hätte es mir denken können) und klitzekleine frische Zucchini. Ich höre ein paar Sätze einer Unterhaltung.

Des miracles!

-…-

Pourquoi pas des miracles?!

Ouais.

Moi, je prie pour des miracles!


Übersetzung: Wunder! / -…-/ Warum denn kein(e) Wunder? / Jo. / Also ich bete für ein Wunder! 

Im Supermarkt an der Ecke kaufe ich Saft und Schokopudding, den ich anderswo nicht bekomme. Ich muss mich erst an die Abstandspunkte überall gewöhnen.

Um halb elf bin ich wieder zuhause. Monsieur ist noch nicht zurück. Die Blumen kommen in die Vase und ich bereite eine Zucchinitarte zu.


Monsieur kommt und ist erfüllt von seinem Ausflug ans Meer. Er hat auch Fleisch „chez l’arabe“ wie man hier sagt, in einer arabischen Metzgerei, gekauft. Ich packe das Fleisch aus, das Einwickelpapier hat eine Aufschrift und ein Design in „bleu-blanc-rouge“. In der Tat, sagt Monsieur, als ich ihn darauf hinweise, es waren nicht mehr diesselben Männer in der Metzgerei. Auch der Mann an der Kasse war ein anderer. Das Fleischangebot und die Preise aber waren dieselben.

Die Tarte ist fertig. Wir essen. Die Tarte ist nur die Vorspeise, das denken Sie sich. Danach gibts ein Entrecôte und nouilles, als Nachtisch die Erdbeeren mit Zucker und Sauerrahm.

Monsieur siestet schon, ich beantworte noch eine lange Mail (ebenso lang), sieste dann auch. Kein Foto davon. Später beantworte ich Ihre Kommentare und wähle die Fotos für „12 von 12“ aus und schreibe hier.

So viel für heute. Vielleicht gibts die anderen Pfützenfotos morgen. Oder an einem anderen Tag. Schönen Abend! Danke fürs Schauen und Lesen! à bientôt!

Und eine Zugabe: Gestern, als ich Peter Fox wieder entdeckte, hörte ich auch wieder „Haus am See“ und ich wollte schon immer gesagt haben, dass der Satz „Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg“ völlig herbeiphantasiert ist. Orangenbäume verlieren nicht ein Blatt im Laufe ihrer Jahre. Alles liegt hier auf dem Weg, vor allem ganzjährig viele Blätter des Pittosporum, eigentlich ein Zierbusch, der bei uns ein ausgewachsener Baum geworden ist, aber nicht ein Orangenbaumblatt, ich muss es wissen, wir hatten mal drei Orangenbäume, jetzt nur noch einen. Kein Blatt fällt. Das nimmt dem Lied natürlich trotzdem nichts. Ich weiß noch genau, wann ich Peter Fox entdeckt habe, im Winter 2009/2010. Eine junge Redakteurin, die mir zu meinem ersten bezahlten Schreibjob verholfen hat, hat mir von ihm erzählt oder ein Video geschickt, so genau weiß ich das nicht mehr. Aber ich war sofort total angefixt. In meinem südfranzösischen Bergdorf mitten im Winter hörte ich wieder Berliner Großstadttöne, nachdem ich monatelang überhaupt gar nichts gehört hatte. Es ging einfach nicht.

Die anderen 12 von 12er gibts wie immer bei Frau Kännchen. Viel Spaß!

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Corona Tagebuch – Jour J

Le Jour J oder D-Day – meint DER Tag oder auch der Tag X. Unser erster „freier“ Tag nach der Ausgangssperre.

Um 5.01 Uhr fuhr das erste Auto vorbei. Gerade so, wie während der nächtlichen Ausgangssperre. Ich war schon wach, das ist ungewöhnlich. Lag im Bett und konnte nicht mehr einschlafen, so als wollte ich den Wiedereinstieg dokumentieren. Lauschte dem Regen, denn es regnet, gestern Abend schüttete es, das Wasser rauschte wie eine Wand runter, laut und dicht. Heute früh regnet es wieder normaler, der Wind weht die Tropfen an die Fensterscheibe. Ich stehe auf, trinke ein Glas Wasser, füttere die Katze, mache mir eine Wärmflasche für den Rücken, setze mich an den Esstisch und zähle die Autos. Es werden mehr. Die Katze auf den Knien schnurrt. Ich danke Ihnen allen für Ihre Glückwünsche zum Buch, und dass Sie das tägliche Lesen im Blog schätzen und dort gerne weiterhin jeden Tag etwas Neues lesen wollen, schmeichelt mir ungemein, aber ich bin nicht sicher, ob ich das in dieser Art und Weise durchhalten kann. Sie möchten ja was Nettes lesen, so wie die ganze Zeit. Wenn ich aber arbeitend schreibe, wird es nüchtern, ich konzentriere mich auf Dinge, die ich Ihnen nicht erzählen kann. Und meine Lust, im Internet herumzulesen und Amüsantes zu suchen, geht in der Regel auch gegen Null.

Es schüttet wieder. Noch ist es total dunkel, nur die kalte weiße Straßenbeleuchtung vor dem Fenster wirft Licht. Die anderen Lampen sind Orange, warum die hier vor dem Fenster ausgrechnet so kalt und weiß sein muss, frage ich mich.

5.38 Uhr Die Autos werden mehr und mehr. Die Müllabfuhr ist schon durch. Monsieur schleicht sich aus dem Schlafzimmer, um mich nicht zu wecken und starrt mich überrascht an, weil ich schon da bin. Die Katze maunzt jetzt ihn an. FUTTER! Monsieur macht sich an den Abwasch. Es schüttet wieder, uiii.

Es donnert. Mamertus, der erste „Eisheilige“, war übrigens Franzose, wenn man nach heutigen Länderzuordnungen gehen würde.
Zeitlich vor den Eisheiligen, den Sainte-Glaces, noch im April, gibt es sogar noch die Cavaliers du Froid, die Ritter der Kälte. Gefunden in Hilke Maunders Artikel zum Wetter in Frankreich.

6.08 Uhr das Straßenlicht ist ausgegangen, hell ist es noch nicht. Dunkelblau. Schwarz zu Blau fällt mir ein. Schon zehn Jahr alt. Der Regen rauscht wieder. Die Autos auch, aber ich sehe sie nicht. Die Fensterscheibe ist nass vom Regen.

In einem Kommentar zu diesem Video heißt es, dass die Texte von Peter Fox im Französischunterricht eingesetzt würden. Ich habe gerade (mit Erstaunen) über P. F. gelesen, dass er eine französische (baskische) Mutter hat und selbst eigentlich Pierre Baigorry heißt (obwohl das auch schon ein Künstlername zu sein scheint); außerdem war er auf einer französischen Schule in Berlin. Ich erinnere mich, dass meine Freundin Tine, als sie Assistant Teacher in London war, damals die Texte von Ideal für den Englischunterricht eingesetzt hat. Kriegen Sie jetzt beides. Zweimal Musik aus Berlin. Dazwischen liegen nur etwa 30 Jahre.


Die Achtziger. Zwischen Muttis Mikrowelle und Punk. Hier was zu Annette (und Inga) Humpe, nur falls Sie gerade so einen Nostalgieflash bekommen.

6.58 Uhr. Plötzlich ist es hell. Zumindest hellgrau. Es regnet. Autos fahren. (Noch) nicht so viele wie früher, aber doch deutlich mehr als die letzten Wochen.

Peter Fox hat übrigens eine halbseitige Gesichtslähmung, die er einer nicht rechtzeitig erkannten Viruserkrankung verdankt. Wir sind immer noch im Thema. Es ist alles noch nicht vorbei, auch wenn ich das so ein bisschen Aufatem-mäßig heute so empfinde. Immer noch diese Masken. Die wird hier im Sommer kein Mensch tragen, es ist viel zu heiß dafür und sie werden in Sekunden durchgeschwitzt sein. Es sei denn irgendjemand erfindet einen kühlenden Stoff.

Wir sind noch im Thema. Und doch müssen wir wieder normaler werden, sagt (übrigens nicht nur) Herr Bonelli. Aber er ist natürlich auch jung und gesund und in Österreich ist die Lage auch schon lange entspannter.

Das hatte ich heute schon sehr früh geschrieben. Dann nochmal einen Kaffee. Mails losgeschickt und beantwortet. Überlegt, nachgedacht, ein Dokument angelegt. Spät geduscht. Monsieur ging um zehn Uhr, während einer kurzen Regenpause, Brot holen. Er habe nicht mehr Menschen gesehen als sonst auch, sagt er. Nur die Autos sind alle wieder da. Es gibt hin und wieder noch Lücken, der Verkehr ist noch nicht ganz so dicht, aber keine Rede mehr davon, sich in die Mitte der Straße zu stellen, um zu fotografieren. Es gibt ebenfalls ein paar Lücken im Regen. Aber insgesamt war/ist es ein sehr nasser Tag.

Zum Mittagessen gibts Spaghetti Bolognese. Die Katze hat den geriebenen Parmesan aufgefressen, kriegt geschimpft und kein Mittags-Fressi und klagt nicht mal das 17 Uhr Fressi ein, so satt ist sie oder vielleicht schämt sie sich auch. Während der Sieste ruhe ich nicht nur, sondern schlafe, 5 Uhr Aufstehen entspricht nicht so meinem Bio-Rhythmus. Nachmittags telefoniert: einen Arzttermin (Monsieur) ausgemacht, morgen früh bekommt das Auto einen Ölwechsel. Eine Besichtigung für Mitte Juni organisiert (vorher ist es nicht erlaubt), Literatur gesucht, rumgelesen. Jetzt koche ich Milchreis fürs Abendessen.

Keine Ahnung wie es heute in der Stadt aussah. Ich war genauso drinnen, wie die letzten acht Wochen auch. Trotz all der neuen Liberté

ps: gerade hat mich Croco verlinkt (dankeschön!) und nennt mich in einem Atemzug mit den wirklich Disziplinierten, den Jeden-Tag-BloggerInnen, das ehrt mich, aber so jeden Tag, das ist glaube ich nicht wirklich meins – also zumindest nicht, wenn ich auch etwas anderes (zum Geldverdienen) schreiben möchte. Obwohl ich, genau wie Croco auch, erstaunt war, wie mir in den vergangenen sechzig Tagen jeden Tag aufs Neue die Themen und die Inspiration zugeflogen sind. Nun, schauen wir mal.

Morgen nochmal. Versprochen. Liebe Gedanken an alle Kranken!


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Corona Tagebuch – J-1

55. Letzter Tag der Ausgangssperre. Es ist windig, kühl und grau. Es gab andernorts schon heftige Gewitter und nach der Sorge um Corona haben wir jetzt schon wieder Sorge wegen Überschwemmungen, und sind wir mit Corona gerade erst in der grünen Zone angekommen, so sind wir gewittermäßig schon wieder in der Gefahrenzone Orange. Ganz offensichtlich bereiten wir uns nicht nur auf die Lockerung sondern auch auf die Eisheiligen vor: Mamertius, Pankratius, Servatius bringen oft Kälte und Verdruss oder Die kalte Sophie macht alles hie, heißt es in einer langen Liste der Wetterregeln zu den Eisheiligen. Das wissen Sie alles. 

Gerade bekamen wir einen automatisierten Anruf der Mairie in dem uns lange das Prozedere der Lockerung erklärt wurde. Masken überall übrigens. Zumindest für uns Senioren.

In der Zwischenzeit haben wir nicht nur gegessen, sondern es regnet auch. Ich hatte im Tiefkühlfach noch ein Magret de Canard entdeckt, dazu gibt es Kartoffelbrei und Pois mange-tout, „Alles-Ess-Erbsen“, oder Zuckerschoten. Zum Nachtisch mache ich aus einem Rest Teig, zwei Äpfeln und Zucker meine allererste Tarte Tatin, Frau braucht ja Herausforderungen. Eine Tarte Tatin, wissen Sie vielleicht, wird umgekehrt gebacken und am Ende gestürzt. Eigentlich hat es aber wohl mal mit einem Unfall begonnen, die Apfeltarte soll der Demoiselle Tatin nämlich aus der Hand gefallen sein und sie habe die Äpfel zurück in die Form geworfen und einen neuen Teigboden darübergelegt. Jetzt ist es also an uns, diesen Umstand kompliziert wieder herbeizuführen. Ich mag Tarte Tatin sehr gerne, gemacht habe ich sie aber noch nie. Ich folge dem Rezept von Aurelie. Es wird geschmacklich gar köstlich, optisch eher weniger und der Karamell wird bedauerlicherweise teilweise zu fest und teilweise zu flüssig, so dass ich jetzt hier ein faustgroßes hartes Salzkaramellbonbon übrig habe, der Tarteboden ist vom restlichen zu flüssigen Karamell durchtränkt. Sehr lecker trotzdem, lauwarm am besten. Monsieur nahm nichtmal Schlagsahne, er meinte, es sei eine Sünde, diesen Geschmack mit etwas zu überdecken. Ich nehme das als Kompliment.

Auf Facebook ging neulich ein lustiges Video rund (Danke an Christianne M.) in dem die französische Aussprache auf die Schippe genommen wurde. Leider kann ich es nicht hierherkopieren. Aber ich gebe Ihnen eine Kostprobe: Der englische (zugegeben sinnfreie) Satz : dein Onkel mäht deinen Thunfisch heißt auf Französisch: ton tonton tond ton thon. Klingt etwa so: „tontontontontonton“ :D Ich dachte nur daran, weil ich auf der Suche nach einer besseren Anleitung für die Cremigkeit des Karamells auf einen jungen (deutschen) Mann gestoßen bin, der die Tarte Tatin „tatatäh“ aussprach. Aber die Tarte wird Tarrrte ausgesprochen, mit einem Rachenlaut-R, das so ein bisschen wie „ach“ klingt, so ähnlich wie der Kölner das R spricht übrigens. Kölner können Tarte vermutlich perfekt aussprechen. Tatin muss dann so ein bisschen genäselt werden „tahtäähn“. Ein anderes Rezept, das ich beim nächsten Mal ausprobieren werde (vor allem, weil dort das Problem des suppigen Karamells erklärt wird) habe ich bei graindesel gefunden.

Jetzt aber zu etwas komplett anderem. Ich weiß es schon seit Freitag, aber ich fand, es ist eine Sonntagsmeldung und habe deshalb bis heute gewartet. Trommelwirbel, tatatataaa we proudly present:

Von hier bis ans Meer! Das neue Buch! Auslieferung am 20. August! Ist das nicht toll?! Ich freu‘ mich so! Es ist wirklich schön geworden! UND, da es die Fortsetzung von Zwischen Boule und Bettenmachen ist, wird das Büchlein, das kurze Zeit vergriffen war, in einem neuen Kleid und unter dem Autorinnennamen auch wieder erscheinen. Ist das nicht alles ganz wundervoll?! Hier ein Auszug aus der Verlagsvorschau.

Und wenn Sie in der neuen Taschenbuchvorschau richtig blättern wollen, bitteschön!

Mit dem vermutlich letzten Quarantäne-Chor lasse ich Sie. We have been her for the longest time. Byebye 55 Tage Quarantäne!

Der Sonntag ist schon fortgeschritten, und ich hoffe, Sie konnten ihn genießen. Wir wünschen einen gesunden Start in eine neue, freiere Woche. Möge sie auch schmerzfreier werden für den einen oder die andere. Wir denken an alle, die, die uns verlassen haben, an die, die krank sind und Schmerzen haben, und an die, die diese Woche operiert werden! Und alle alle: Seien Sie drinnen und draußen behütet (und bemaskt ;) ) und Prenez soin de vous!

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Corona Tagebuch – J-2

Die Überschrift wird sich auch verändern. Seit ein paar Tagen wird in der Zeitung schon rückwärts gezählt, heute ist J-2, meint le Jour, DER Tag (der Corona-Befreiung) minus Zwei. Noch zweimal schlafen also. Heute ist der 54. Tag der Ausgangssperre. Ab Montag wird wieder so vieles möglich sein, rausgehen so lange man will und ohne Ausgangsschein!, man darf sich in einem Umkreis von 100 km bewegen, hundert anstatt einem! Mon Dieu, die Welt steht einem offen! Sogar nachts! Die nächtliche Ausgangsperre fällt dann auch weg. Die Parks werden wieder geöffnet, ich werde wieder durch La Croix des Gardes laufen und man wird sogar wieder auf die Iles des Lérins fahren können. In Nizza wird die Promenade des Anglais wieder freigegeben. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Strände und das Meer wieder zugänglich werden. Und: man wird sogar wieder Boule spielen können! Mit Masken und Sicherheitsabstand, aber hallo, welche Freiheit, endlich! Sogar die Einkaufszentren machen wieder auf. Mein Güte. So ganz klar ist nicht, wo überall man Maske tragen soll, der Bürgermeister von Nizza will sie überall verpflichtend machen, ansonsten gelten sie in den öffentlichen Verkehrsmitteln und an öffentlichen Plätzen. Besser man hat eine dabei und trägt sie im Zweifelsfall.

Damit es aber nicht in einer wilden Ausgangsschlacht endet, hat sich der Wettergott schnell etwas einfallen lassen: es ist heute schon ganz trüb (gewesen) und regnet bereits; am Montag wird es gleichmal den ganzen Tag regnen. Der Rest der kommenden Woche ist es je nach konsultiertem Wetterdienst komplett verregnet oder es regnet nur jeden zweiten Tag. Das wird das neue, freie Rausgehen sicher etwas bremsen. Vielleicht ganz gut so.

Die offiziellen Ehrungen für die Toten und das Gedenken an das Kriegsende sind gestern sehr minimalistisch ausgefallen. Nicht mal die Héros de la Résistance bekamen ihr übliches Blumengesteck. Und im privaten Bereich habe ich auch nur ein einziges Fähnchen an einem Fenster gesehen.

Die Zeit, in der diese Katze (im Bild nicht meine) so gemütlich über die Straße laufen konnte, ist dann auch wieder vorbei. Und nochmal, all die Haifische, Delphine und anderen Tiere, die sich „ihren Lebensraum wieder genommen haben“, und die angeblich durch die südfranzösischen Häfen und im seichten Wasser direkt am Strand in Villefranche geschwommen sind, schwammen nicht hier. Die Delphine tummelten sich in der Türkei und der Hai schwamm in Süditalien. Nur die Ameisen erobern sich ihren Lebensraum und ziehen, wie jedes Jahr im Frühjahr, durch unsere Küche. Vermutlich wurde das Haus vor 150 Jahren in einem Ameisenbiotop gebaut. Egal, Ameisen sind im wahrsten Sinn ein vorübergehendes Problem.

Die schlechte Nachricht des Tages: Monsieurs Sohn hat seinen Job verloren. 50% der Angestellten einer Informatik-Zulieferfirma für Airbus wurden entlassen. Er auch. Die halbwegs gute: Monsieurs Ex-Gattin und ihr Lebensgefährte, die sich seit Wochen die Seele aus dem Leib husten, hatten nicht COVID19 sondern la coqueluche. Keuchusten.

Ich habe heute Nachmittag dank Ihrer Hinweise (danke dafür) eine Dokumentation zu den Kindern von Windermere angesehen, der richtige Film ist in Frankreich nicht abrufbar, aber die Doku fand ich auch schon eindrücklich. Ich bin immer nur erstaunt, wie wenige Menschen den letzten Überlebenden überhaupt zuhören wollen. Einmal wohnte ich einer Lesung von Ruth Klüger bei, man musste sich anmelden, weil es in einer jüdischen Gemeinde stattfand mit Sicherheitsschleuse undsoweiter, ich weiß ehrlich gesagt gerade nicht mehr, ob es in Wien oder in München war, aber ich meldete mich sehr kurzfristig an und fragte besorgt „gibt es noch Plätze?“. „Jaja“, beruhigte man mich. Wir waren dann höchstens zwanzig Personen in einem großen leeren Saal. Ich wollte es gar nicht glauben, dass diese Lesung und dieses Thema, das mich so beschäftigt und interessiert, letzten Endes so wenige Menschen einer Großstadt anzieht.

Gestern Abend sahen wir Jenseits von Afrika in der französischen Version. Eigenartig, diesen Film, dessen Dialoge ich, in Deutsch zumindest, teilweise mitsprechen kann, mit fremden Stimmen und fremden Sätzen anzusehen und zu hören. Ich hatte stellenweise das Gefühl, einen anderen Film zu sehen. Rosenlippenmädchen, leichtfüßige Jungs, Sie wissen schon, der Trinkspruch im englischen Club wurde zu à la robe de pourpre, à la folle jeunesse. Weiß jemand, was sie auf Englisch sagt? 


Auf der Suche danach bin ich gerade über das echte spannende Leben von Tania Blixen gestoßen und auf das dänische Museum, es gäbe auch eines in Nairobi. Ihr Buch hingegen habe ich zwar mal besessen, aber nie gelesen. Babettes Fest, auch eine Erzählung von Tania Blixen, kennen Sie sicher? Da gehts ums Essen … aber leider ist im deutschen Trailer davon nichts zu sehen, weshalb ich ihn hier nicht verlinke, aber damit kann ich spielerisch überleiten zum Podcast Agnes trifft … da geht es nämlich auch ums Essen: Peter Otten erinnert sich voller Liebe an den Gemüsegarten seiner Kindheit, das Ritual der Stangenbohnen und an Fritten … Ich habe das gestern gegen Mitternacht gehört und hatte danach wieder Hunger ;-) Und jetzt mache ich endlich Abendessen! Bonne soirée und bis morgen!

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Corona Tagebuch – Tag 53

Der 8. Mai also. Ein Feiertag. Oder ein Gedenktag? Gestern hatte ich noch einen kurzen Austausch auf Facebook zur Frage des „Feierns“ dieses Feiertags. Ich bin ja doch weit weg von so vielem und kriege vieles auch nicht mit. Ich habe mich schon gefragt, ob man den 8. Mai wirklich „feiern“ darf, also mit Tanz und Musik und Freude, angesichts all der Gräuel, angesichts all dessen, was in den KZ’s geschehen ist, angesichts all der Toten, all der Gewalt. Sollte man diesen Tag nicht eher still und ernst gedenken, gerade wir Deutschen?! Und wenn jemand sagt, dass sich das Ende des Krieges zum 75. Mal jähre, sei „kein Grund zu feiern“, dann bin ich geneigt zuzustimmen. Aber natürlich, weil ich denke, ich tanze jetzt nicht auf dem Tisch vor lauter Freude. Aber dennoch „gedenke“ ich diesem Tag und bin voller Erleichterung, dass dieser Krieg „so“ und überhaupt zu Ende gegangen ist. Ich verstehe das durchaus als eine Befreiung von der Politik, Diktatur und der Ideologie des Nationalsozialismus. Wer in Deutschland welches Wort und welche Begrifflichkeit wie benutzt, scheint mir aus der Ferne gerade etwas undurchsichtig. Ich glaube verstanden zu haben, dass die, die sagen „es sei kein Grund zu feiern“, das sind auch die, die meinen, dieser Krieg und seine Grausamkeiten seien ein „Fliegenschiss“ in der großartigen Geschichte Deutschlands gewesen. In dieser Ecke sehe ich mich nicht. Das nur zur Klarstellung.

Ich danke Ihnen für die gestrigen Kommentare zum Thema 8. Mai und Feiertag; sehr herzlichen Dank N. Aunyn für den Hinweis auf diese virtuelle Ausstellung 75 Jahre Kriegsende Berlin. 

Ich danke meiner Freundin Wiebke, die übrigens in der sehr engagierten Büchergilde in Wiesbaden arbeitet, für den Hinweis auf das heutige Interview mit Esther Bejarano in der Tagesschau. Esther Bejarano ist eine der Überlebenden von Auschwitz und sie vor allem auch überlebt, weil sie im „Mädchenorchester von Auschwitz“ Akkordeon gespielt hat. Musik hat ihr Leben gerettet, sagt sie. In diesem (etwas älteren) Video wie auch im Interview erzählt Esther Bejarano, dass sie vom Todesmarsch fliehen konnte und russischen Soldaten in die Arme lief, die ein Bild von Hitler verbrannten und darum herum tanzten. Ihr selbst habe man schon wieder ein Akkordeon in die Hand gedrückt, und die Soldaten haben sie aufgefordert, dazu zu spielen.

Dies sei ihr Moment der Befreiung gewesen, sagt sie. Tanz und Musik. Esther Bejarano macht heute immer noch Musik, mit einem katholischen Italiener und einem muslimischen Türken singt sie in der Gruppe Microphone Mafia. Die Musik dieser Gruppe ist vielleicht nicht das, was man bei einer über 90 Jahre alten Dame erwartet, sie singen Hip-hop oder Rap, so genau kenne ich mich in den Unterschieden dieser Musikgenres nicht aus. 

Wir dürfen also feiern und tanzen und singen an diesem Tag. Also dann Musik: Viva La Liberta!

Hier noch der französische Beitrag, mit dem sich Maurice Chevalier 1944 vom Verdacht reinwaschen konnte, den Deutschen zu nah gestanden zu haben. Die wunderbare Blume, le Fleur de Paris, die besungen wird, ist bleu, blanc, rouge, die französische Flagge, jeder hatte sie irgendwo aufbewahrt und zeigte sie jetzt, nach der Befreiung von Paris wieder.

So viel für heute. Ich wollte noch viele mehr und vor allem Lesetipps einbauen, ein paar standen schon in den Kommentaren gestern, Danke dafür an Claudia P.  Aber das muss ein anderes Mal passieren. Bis morgen, weiterhin so gesund, wie es geht.

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Corona Tagebuch – Tag 52

Die Musik habe ich heute morgen schon bei offenem Fenster ausgesucht und probegehört, aber ich hörte schon wieder kaum was, weil so viele Autos und vor allem diese näselnden Scooter hier vorbeirauschen. Diese Stille, die hier ja nie durchgehend war, also diese bedingte Stille, die werde ich sehr vermissen. Von allem, was ich angehört habe, hatte mich heute morgen dieses Intermezzo aus Cavalleria Rusticana gespielt vom Symphonie Orchester aus Quebec am meisten berührt.

Ich bin, was Opern und klassische Musik angeht, kein sehr gebildeter Mensch, Stücke, die für Sie vielleicht abgelutscht klingen, höre ich immer noch mit Freude. Nachdem ich mich hier für Quebec entschieden hatte, ploppte ein weiteres Musikstück aus Kanada auf, diesmal aus Montréal.

Und dann, man weiß nicht, wie es eigentlich funktioniert dieses Auswahlverfahren bei Youtube, bekam ich Musik aus dem nah- und fernöstlichen Ausland angeboten, Japaner, die Les Misérables auf Japanisch singen, Israelische Schüler die Mendelssohn auf Deutsch singen … ich hörte mich so durch, und dann klickte ich das Stück vom Jerusalem Orchestra East-West an und es hat mich umgehauen: Vom Schwung, von der Ost-Westlichen Musik, und vom Ost-Westlichen Ansatz des Orchesters! Hier spielen Juden, Arbaber und Christen zusammen. Ich verlinke es Ihnen ans Ende, der Kontrast zu der lieblichen Musik aus Kanada ist sonst zu stark.


Noch mehr Fremdes aus dem fernen „Osten“.

Monsieur ist heute „nervös“. Schon um 10 Uhr ist ihm nach Abwechslung, Aufbruch. Ich geh Brot kaufen, sagt er entschlossen. Als ich nicht sofort reagiere, setzt er schon fast ungeduldig nach: sonst nix? Brauchen wir sonst nix? Doch, seufze ich, wir brauchen jede Menge, aber die Tochter wird heute „das Große“ für uns einkaufen und ich mache schnell eine „kleine“ Liste für den petit épicier du coin, den Eck-Lebensmittelhändler. Denn ja, ich unterstütze ihn weiterhin, auch wenn seine Preise nochmal in die Höhe geschnellt sind, aber ich bin froh, dass das junge Paar da ist, sie sind freundlich, es ist sicher eine kommerzielle Freundlichkeit, ich vergesse aber nicht, dass sie mir den Schoko-Osterhasen geschenkt haben, als der der Enkelin aus dem Garten geklaut worden ist. Gemüse und Obst finde ich dort eher eine traurige und zu teure Angelegenheit, aber das traue ich mich jetzt sonntags sehr früh auf dem Markt zu erstehen. Aber Reis, Nudeln, Milch, Rosé, Butter, die Caffé-Desserts für Monsieur und noch das eine oder andere, was vielleicht heute dort frisch angeliefert wurde, kann man dort immer kaufen. Mit Ausgangsschein, Maske, Sonnenbrille, Hut und der Liste bewaffnet, geht er los. Nach gefühlt zwei Minuten, ich habe noch nichtmal einen neuen Absatz in einem anderen Text geschrieben, ist er schon zurück. Er ist stolz, den Moment ausgesucht zu haben, wo er nirgends warten musste.

Ich arbeite halbherzig an einem Text und schon ist es Mittag; es gibt Würstchen (Chipolata) nochmal Ofengemüse und den Rest der Kartoffeln von der gestrigen Brandade als Bratkartoffeln. Ich mache noch ein farbiges Foto von mir, danke für Ihre Komplimente :D

Dann lese ich die Zeitung. Es geht überall nur um das déconfinement, das Ende der Ausgangssperre und die ersten Lockerungen. Es ist so unglaublich, es wird überall Fahrradwege geben, sogar auf der Croisette, vorübergehend heißt es, der Boulevard du Midi bleibt an sämtlichen Sonntagen im Mai und Juni autofrei. In Nizza bekommen die Fahrradfahrer „priorité“, Vorfahrt, ein komplizierter Plan sieht vor, in welchen Straßen man, fast wie in Amsterdam unbehindert Radfahren kann. Ich kann es nicht glauben. Fahrradfahren ist hier sonst eher lebensgefährlich, Radwege brechen unvermittelt ab oder weisen plötzlich ein ungesichertes Loch auf. Innerstädtisch darf man nur 10 Stundenkilometer fahren und muss sich mit den trödeligen Touristen arrangieren, weshalb man auf die Straße ausweicht und dort von Autos bedrängt, wild überholt und angehupt wird. Und jetzt: priorité! Kann das nicht so bleiben?, frage ich mich.

Monsieurs Tochter hat für uns eingekauft und sogar an den Pastis gedacht, der nicht auf der Einkaufsliste stand. Großartig! Sieste. Danach ein paar Mails beantwortet und andere geschrieben. Ich lese Monsieur meinen geschriebenen Text vor. Er findet ihn pas mal. Nicht schlecht.

Heute Nachmittag folge ich mit einem Ohr den Ausführungen der verschiedenen Minister zu den Lockerungen ab Montag. Gute Nachricht, es wird Lockerungen geben, weniger gute Nachricht, nicht überall. Wir haben Glück, wir sind in der „grünen“ Zone (rot ist es weiterhin im Nordosten, in Paris und auf Mayotte, einer der kleinen Überseeinseln) und es wird den Bürgermeistern in den grünen Zonen viel Entscheidungsspielraum eingeräumt, was Schule, Strand, Wassersport angeht. Heute morgen habe ich schon eine ellenlange Nachricht des Bürgermeisters bekommen, der die Regelungen und Empfehlungen für Cannes durchgab und der sich dafür einsetzt, dass man bald wieder an und aufs Wasser darf. Da sich für uns (Monsieur und mich) nicht so viel ändert, wir bleiben aus gesundheitlichen Gründen eigenverantwortlich weiterhin drin, rutschen alle die neuen Regelungen an mir vorbei. Geschäfte dürfen wieder öffnen (nicht die Restaurants, Cafés und Hotels! aber viele Restaurants werden dann Essen zum Mitnehmen anbieten können!) Es gilt Maskenpflicht, zumindest in den öffentlichen Verkehrsmitteln und dort, wo andere Menschen sind. Eine große Erleichterung immerhin: Wir dürfen uns ab Montag (ohne Ausgangsdokument) im Radius von 100km bewegen. Fahrradfahren wird empfohlen! (Unglaublich) und Arbeitgeber werden gebeten weiterhin télétravail zuzulassen und ansonsten bei den Arbeitszeiten (Anfang und Ende) flexibel zu sein, damit Staus und Getümmel in den öffentlichen Verkehrsmitteln vermieden werden. Was jetzt alles geht! Ich finde es so erstaunlich. Ich hoffe, dass wir vieles davon behalten. Die erste Regelung gilt bis Ende Mai, danach wird „nachverhandelt“. Die Grenzen bleiben vorerst zu. Zum Tourismus noch keine Angaben. Das ist vielleicht das, was Sie am meisten interessiert. Alles andere können Sie wie gehabt bei Hilke Maunder nachlesen, übersichtlich, verlässlich und aktuell (Danke dafür!) oder auf der Seite des Gouvernements oder auf der Seite der Stadt Cannes.

Morgen ist hier ein Feiertag. Ach ja? fragen Sie vielleicht. Was ist denn am 8. Mai? Da ging vor 75 Jahren der letzte Weltkrieg zu Ende. In Deutschland wird das vermutlich weniger erinnert. Aber hier werden seit Tagen abends Dokus und entsprechende Filme ausgestrahlt. Dazu aber morgen mehr.

Und jetzt zur Musik: Halten Sie sich fest :D

Jepp. Verstehen Sie, was das Kind seinem Papa am Ende sagt? Ich vermute es muss mal … ;) Einen schwungvollen Abend und bis morgen!

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Corona Tagebuch – Tag 51

Masken! Masken! Heute kamen hier noch zwei Sendungen Masken aus Stoff- und Papier an. SEHR VIELEN DANK, dass Sie so liebevoll an uns denken und sich um uns sorgen! Wir haben jetzt erstmal genug und werden auch an die Familie oben welche abgeben und hier nicht alle für uns hamstern. Ab nächster Woche soll es auch welche in den Supermärkten geben und diese Woche auch schon in den Apotheken, ich bin aber seit Sonntag noch nicht wieder draußen gewesen. Monsieur sowieso auch nicht.

Mir wurde übrigens mitgeteilt, dass ich sehr wohl schon in einem Autokino gewesen sei, aber es ist sehr lange her und habe mir nicht gefallen, weshalb ich mich vermutlich auch nicht erinnern kann. Problem war damals auch, dass sich große Autos schamlos vor kleine Autos stellten und man dann nicht mehr so viel sah. Wie ist das heute geregelt? Stellen sich da auch riesige SUV’s vor niedliche Smarts? Oder gibts da heute Platzanweiser?

Monsieur kennt das gar nicht, also das Prinzip des Cinéma Drive in kennt er schon, sagt aber, dass es das zumindest hier in der Ecke nicht gegeben habe. Ich habe recherchiert, es hat wohl eines in den Sechziger Jahren in Marseille gegeben, heute ist das ein Mc Donalds Drive in. Haha.

In Nizza gibt es jetzt nach dem Vorbild von Madrid und Rom das sogenannte #cinébalcon. Jeden Tag in der Woche wird in einem anderen Viertel auf einer riesigen Leinwand ein Film gezeigt, den man von seinem Fenster oder seinem Balkon aus sehen kann. Ausgestrahlt wurde das in Vierteln mit vielen Menschen, vielen Fenster, vielen Balkons, versteht sich. Die Filme werden nach dem Applaudieren um 20 Uhr gezeigt und nur unter der Bedingung, dass die Ausgangssperre eingehalten wird (bei Nichteinhaltung wird die Ausstrahlung abgebrochen). Um spontane Versammlungen zu vermeiden, erfahren die Einwohner erst kurz vorher, welches Viertel jeweils ausgewählt wurde. Zu kurzfristig finden manche.

Bei uns gab es heute Brandade de Morue, ich habe kein Foto davon, es sieht eher unansehnlich aus, zerdrückter Stockfisch in zerdrückten Kartoffeln, denkbar einfach, ich liebe dieses Essen, habe es aber kürzlich tatsächlich zum ersten Mal selbst gemacht und man kann dennoch viele Fehler machen. Damals habe ich die Morue zu sehr entsalzen, dann schmeckt sie nach nichts mehr, und zu viel Öl genommen, weil im Rezept stand, je mehr Öl, desto leckerer. Ich sage, je mehr Öl, desto fettiger, und auch heute habe ich später noch ein paar Kartoffeln zusätzlich reingedrückt, weil es trotz weniger Öl meines Erachtens noch zu viel war. Dann stimmt natürlich das Kartoffel-Fisch-Verhältnis nicht mehr. Ich habe den Stockfisch auch in Würfel geschnitten und nicht „auseinandergerissen“, wie es sich wohl gehört. Monsieur aber sagte ungefragt, dass es ihm super gut schmecke, das ist schon nicht schlecht. Und heute Abend gibts den Rest, ultra praktisch.

Das habe ich zufällig gefunden. Ich war gerade dabei Ihnen etwas anderes zu verlinken, aber das hier finde ich viel schöner. Die französische Version von Let the sunshine in. Laissons entrer le soleil.

In diesem Sinne: Viel Sonne! Innen und außen. Bis morgen. Prenez soin de vous! wie man hier sagt.

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50 – WMDEDGT

Um halb Acht kratzt die Katze an der Tür und wimmert. Geschlossene Türen sind einfach mit der Natur der freiheitliebenden Katze nicht vereinbar. Ich öffne schlaftrunken. ENDLICH! maunzt sie empört und hoppst ins Bett. Das darf sie nicht, aber ich bin noch zu müde für Konsequenz. Wir dösen noch zwanzig Minuten. Dann stehe ich auf, die Katze begleitet mich in die Küche. FRESSEN? Es riecht nach frischem Kaffee, ich gebe dem Gatten einen Kuss und ich mache mir ein Brötchen mit HImbeerkonfitüre. Die Katze maunzt. FRESSEN? Ich erkundige mich, sie hat gerade erst etwas bekommen, also gibts nur Streicheln auf den Knien, während ich frühstücke und ein bisschen das Internet durchlese. Auf arte Karambolage gab es eine sehr nostalgische Erinnerung an Algerien und Aprikosenkerne, die ich außerhalb von Facebook nur im Gesamtpaket finde, Sie können auf Minute 3.36 vorspielen, wenn Sie den Unterschied zwischen Polizei und Gendarmerie uninteressant finden sollten, mit dem die Sendung beginnt. Ich schaue auch ein wenig Kölsche Mitternachtsspitzen, coronabedingt live und draußen in Köln Nippes (gefunden via Luda L.), aber so viel Zeit habe ich nicht, mir die komplette Sendung anzusehen, ich schubse die Katze von den Knien, wechsele das Zimmer und setze mich an den Tisch. Monsieur rudert. Ich erinnere mich, dass heute der 5. ist und am 5. gibts bei Frau Brüllen #WMDEDGT : „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“. Ich habe schon lange nicht mehr mitgemacht, aber heute passt es. Was ich so mache in diesen Tagen, wissen Sie eigentlich schon. Im Moment, 9.08 Uhr schreibe ich schon im Nachthemd an diesem Text. Beinahe eine Live-Schaltung.

Heute haben wir Jubiläum: 50 Tage Ausgangssperre! Darauf ein Corona-Bier! Ok, verzeihen Sie den Kalauer und ich habe ihn auch noch geklaut. Ich sah ein Foto auf Facebook bei Pia Parolin. Auf deren Homepage können Sie übrigens tolle Fotos (nicht nur) von Nizza und der Promenade des Anglais sehen. Nun, schauen wir mal, wie wir das heute feiern. Gestern hatte ich noch diesen kleinen Scherz gefunden, aber dann vergessen zu posten. Ein Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung. So isser der Franzose. Gefunden via Susanne E. Die böse Zeichnung wurde in einer deutsch-französischen Gruppe veröffentlicht, von einem Franzosen immerhin, der Scherz stammt auch von einem Franzosen wohlgemerkt, lustig finden die Franzosen (zumindest in dieser Gruppe) das aber nicht. Nur die Deutschen, die in Frankreich leben, amüsieren sich darüber.


Ich verschwinde im Bad, die Haare bleiben ungeföhnt und werden luftgetrocknet, es ist jetzt warm genug dafür, mal sehen, was das ergibt, sie sind hinten zumindest schon halslang und insgesamt formlos. Ich ziehe mich zum Jubiläumstag der Ausgangssperre schön an und winde dann doch ein rotes Haarband in die formlose Haarpracht. „Was sollen wir essen?“, frage ich vorausschauend den Gatten. „Fleisch oder Brandade de Morue?“, schlage ich aber einschränkend vor. „Fleisch“, sagt Monsieur, wundert mich nicht, wir haben drei Tage in Folge Fisch gegessen. „Et nouilles“, fügt er hinzu. Die Lieblingsnudeln gabs schon lang nicht mehr. Bestimmt 50 Tage lang. Sie erinnern sich, es gab lang keine nouilles zu kaufen. Und die Packung, die ich irgendwann ergatterte, ist tatsächlich noch nicht geöffnet. Ich wundere mich, wie haben wir das gemacht 50 Tage, gerade überprüft 60 Tage !!! ohne nouilles?

Monsieur spielt Bridge gegen den PC und erinnert mich daran, dass wir das Deckbett gegen ein Leintuch wechseln müssen, es ist ihm zu warm nachts, für mich ist es aber noch nicht warm genug für ein Leintuch mit Wolldecke, ich fordere bis Ende Mai, zumindest bis über die Eisheiligen, ein anderes, etwas dünneres Deckbett. Jedes Jahr dasselbe. Ich leere und reinige aber erst das Katzenklo. Die Katze mag das Corona-bedingte (grobere und dunklere) Katzenstreu nicht und kackt immer mal wieder neben das Katzenklo. Ich hoffe, durch viel Geschimpfe und ein penibel sauberes Katzenklo, wird sie es dennoch irgendwann akzeptieren, bis ich wieder die richtigen Körnchen finde. Wollen wir eine Petition unterzeichnen, die abwechslungsreicheres Fernsehen fordert? Draußen ist es so laut, als sei das déconfinement schon in Kraft getreten. Der Schwiegersohn ging auch irgendwohin arbeiten heute.

Ok, ganz viele Mails und Kommentare kommen. Sie sind großartig! Fassen wir das so zusammen: Es gibt fast überall neue oder neu-alte Autokinos. Autokino weckt Erinnerungen, war toll und hat auch mit Knutschen zu tun ;-) Eltern mögen es (vermutlich wegen dieser Erinnerungen) dann aber nicht, und als Kind kommt man nur hin, wenn man in den Ferien Verwöhn-Verwandtschaft besucht. Und danke für den Hinweis auf Bülent Ceylan, der erstmals eine Comédie-Show in einem Autokino machte. Ich hätte gern einen Artikel dazu verlinkt (aus der BZ = Badische Zeitung), weil ich nämlich irgendwie, vermutlich ein Versehen, ein kostenloses Abo für ausgewählte Artikel der BZ geschenkt bekam. Von der BZ. Dankeschön dafür! Aber ich kriege ihn gerade nicht verlinkt. Ich versuche es später noch einmal. Klappt nicht. Sie finden es auch so, wenn Sie es lesen wollen: ‚Bülent Ceylan Autokino‘ reicht als Suchanfrage.

12.20 Uhr. Die Zeit ist verflogen mit nichts. Ich wollte Ratatouille machen, fand aber das Rezept nicht mehr und suchte ebenso vergeblich das entsprechende Video, ich hätte auch einfach in meinem vorletzten Krimi nachlesen können, aber als ich endlich anfange das Gemüse zu schnippeln, merke ich, dass es eh zu spät ist. Ich werfe der Einfachheit halber alles Gemüse geschnitten auf ein Blech, gebe grobes Salz, Knoblauch, etwas Pfeffer und un génereux filet de l’huile d’olives darüber und ab in den Ofen. Das geht hier als légumes à la catalane durch. Ob die Katalanen das wirklich so machen, sei dahingestellt. ps: die Auberginen mag ich ganz gerne so (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) pps: irgendjemand (Frau Ackerbau?) wünschte sich längst ein Kochbuch mit sehr einfachen und leckeren Rezepten. Ich habe mich jahrelang bei Elisabeth Raether inspiriert. Aus den Rezepte-Kolumnen entstand jetzt wohl auch ein Buch.

12.30 Uhr. Die Katze maunzt. FRESSEN! Kriegt sie. Sie hatte sich übrigens SOFORT auf die Sommerzeit umgestellt. Eine Stunde früher? Passt!

Für uns gibt es zu Ehren des Tages einen Apéro. Wir trinken beide rotes Zeug. Pastis ist alle. Rotes Zeug, einmal mit, einmal ohne Alkohol. Prost! Außerdem stippen wir Radieschen in Salz und knabbern sie. Der Gatte hört Brassens, während er auf das Mittagessen wartet. Wir können aber trotz schönstem Wetter nicht draußen essen. Die Sonne reflektiert auf dem neuen hellen Boden im Hof zu stark, unsere von Wind und Wetter zerrissenen Sonnensegel haben wir im letzten Herbst entsorgt, Ersatz haben wir keinen, Monsieur aber hat schon entzündete Augen.

13.30 Uhr haben wir gegessen. Also es gab: eine Artischocke als Entrée für Monsieur; ein Stück Bavette (langfaseriges Rindfleisch, Flanksteak), das wir geteilt haben, dazu nouilles und légumes à la catalane. Als Dessert gekauften Schokopudding für mich, Caffécreme für Monsieur. Der Gatte siestet heute mit der Katze zu Brassensklängen auf dem Sofa.

14 Uhr: Post! Post!!! Heute kamen Masken von Sunni! Papiermasken in Rosa und in Weiß! So hübsch! Von Herzen Dank! Ich hoffe, Sie haben auch noch genug Masken für sich. Es wird ja alles noch eine Weile dauern. Und ich werde die Anweisungen Ihrer Enkelin beherzigen und nicht in die Maske rülpsen! :D

Und noch ein paar Mails, darunter zwei, die mir meinen neuen (deutschen) Reisepass mit der Post ankündigen. Ich muss bei Erhalt dann ein Foto schicken, das beweist, dass ich den alten Pass nicht unter der Hand weiterverkauft habe, sondern vernichtet. Ich muss mich außerdem um ein französisches Ausweisdokument kümmern. Ich dachte ja immer, da käme noch was Schriftliches von der Präfektur, aber nö, da kommt nix mehr, sagt man mir. Nur der feierliche Festakt mit Präfekt findet jetzt bedauerlicherweise auch nicht statt.

14.30 Uhr Der Gatte wechselt zum zweiten Teil der Sieste den Ort. Ich sieste jetzt auch kurz. Immer noch mit der zu warmen Decke.

15.30 Uhr trinke ich einen kleinen Kaffee und setze mich endlich zum Arbeiten an den PC. Alles andere heute war Herumgespiele, um einen würdigen Beitrag für den 50. Tag zu schreiben. Monsieur liest und sieht später fern. Um kurz vor 18 Uhr ruft mich meine Friseurin an, um mich über die sicheren Arbeitsbedingungen zu informieren. Sie frisiert bei sich zu Hause und bislang war es bei ihr immer ein „Salon“ im französischen Sinn: „une pièce de reception dans une maison privée“ : ein Empfang im privaten Rahmen, sprich: viele Menschen und fröhliches Geplauder. Jetzt nimmt sie nur noch eine Person vormittags und eine nachmittags und sie sichert mir zu, dass sie, schon auch um sich selbst zu schützen, Maske und Schutzbrille trägt, alles desinfiziert, Umhänge nicht für mehrere Kundinnen verwendet undsoweiter. Ich werde also in absehbarer Zeit doch zum Friseur gehen, aber wir lassen erst mal ein, zwei Wochen Lockerung vergehen, um zu sehen, was passiert.

So, der Schreibschwung ist raus. Im Fernsehen geht es um die Schulöffnung. Ich wollte heute Abend eigentlich ein Spargelrisotto machen, aber ich denke, wir essen die Reste des Gemüses und zwei Scheiben Schinken. Jetzt beziehe ich die dünnere Decke und dann ist Feierabend.

Und hier ein kleiner Festbeitrag, kann sein, dass ich den schonmal verlinkt habe, es kommt mir nicht unbekannt vor. Surtout! Noubliez pas de voyager, gibt der junge Mann uns als Tipp mit. Vergessen Sie vor allem das Reisen nicht! Da heulen wir jetzt alle im Chor auf. Tatsächlich finde ich Cannes in dem Film besonders schön, sogar die Feten, die mir im Sommer mir ihrem Elektro-Gewummer so auf die Nerven gehen, haben was. Hängt vermutlich damit zusammen, dass ich auch nicht mehr einfach alles sehen kann in dieser Zeit (La Croix des Gardes, die Inseln), und Feten am Strand wird es vielleicht so nicht mehr geben. Auch das Strandleben wird anders aussehen.

Keine Ahnung, wo es herstammt, ich habs irgendwo auf FB geklaut. Jetzt aber der Film. Haben Sie eigentlich „Ein leichtes Mädchen“ gesehen? Wie hat er Ihnen gefallen?

Bis morgen! Wir lesen uns wieder. Bleiben Sie gesund und passen Sie auf sich auf! Wenn Sie noch in den Alltag anderer Menschen schnuppern wollen, die anderen #WMDEDGT-Tagebuchblogger gibts hier.


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Corona Tagebuch – Tag 49

Wow. 49. Sieben Wochen. Und ich habe nix zu erzählen, ich hab nicht mal Zeitung gelesen, kein Artikel auf Facebook hat mich begeistert, kein Lied gehört, kein gar nichts. Ich habe aber auch wenig gesucht, ich habe überlegt und nachgedacht und recherchiert und geschrieben und gekocht und gegessen und wieder was geschrieben. Und es gäbe noch so viel anderes zu tun, zu dem ich nicht komme. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich besonders gelangweilt hätte in den letzten sieben Wochen. Eher finde ich die Tage zu kurz. Sie rutschen so weg. Ich habe „sieben“ bei Google eingegeben, nur mal so: sieben Weltwunder, sieben Todsünden, sieben Leben und die Namen der sieben Zwerge wurden mir angeboten und Siebenschläfer, Siebenbürgen, Siebengebirge … bei Sieben mal Sieben kommt ein mäßiger Schlager von Udo Jürgens.

Croco hatte ihren ersten Schultag. Herr Buddenbohm warnt ein Eichhörnchen. Und in Limbach gibts jetzt ein Autokino. Gefunden bei Friederike vom Landlebenblog. Oh Mann, Autokino! Das kenne ich nur aus amerikanischen Filmen, obwohl es in meiner Kindheit sogar ein Autokino in Gravenbruch gab … warten Sie, Entschuldigung, ich google das nur mal eben …. uuuund Sie werden es nicht glauben, das gibt es wieder! Oder immer noch? Was weiß ich. Alles geht den Bach runter, aber das Autokino erlebt den Aufschwung. Ich weiß nicht, warum wir da nie waren? Zu teuer? Schlechte Filme? Oder hatte es etwas Anrüchiges? Ging es eigentlich ums Geknutsche auf dem Rücksitz? Waren Sie je in einem Autokino?

Mehr geht nicht heute. Mann und Katze haben schon wieder Hunger, ich eile in die Küche. Und nein, es gab keine Post heute. Wenn Ihre Masken gekommen wären, das hätte ich Ihnen erzählt!

Sieben Mal, sieben Mal, das ist meine Lieblingszahl … bis morgen! Gesund und wie gehabt!

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Corona Tagebuch – Tag 8448 Sonntag

Sie wissen vielleicht, dass ich eine Zahlenschwäche habe, Rechenschwäche offiziell, Dyskalkulie heißt es auf Französisch und sogar auf Deutsch. Ich denke „achtundvierzig“ und schreibe 8 und 4. Gefühlt sind wir aber schon bei achttausendvierhundertundichweißnichtwieviel Tagen der Ausgangssperre. Ächz. Es wird auch noch so weitergehen, auch wenn wir im Süden jetzt endlich in der „grünen“ Zone sind, gestern war es noch „orange“. So ein richtiges Aufatmen gibt es aber nicht. Also, es wird langsam wieder losgehen, aber die Betonung liegt auf langsam, alles ist unsicher, und alles wird von vorne nach hinten und zurück durchdiskutiert, und nicht überall sind die Bürgermeister einverstanden, dass die Schule wieder losgehen soll. Schulklassen werden halbiert, Busse und Nahverkehrszüge bekamen Abstandszeichen eingeklebt, nur jeder zweite Sitz soll besetzt werden, und die Fahrer werden durch eine Plexiglasscheibe geschützt. Man steigt jetzt auch nicht mehr vorne beim Fahrer ein, sondern hinten! Keine Möglichkeit beim Fahrer ein Ticket zu kaufen, keine Möglichkeit den Fahrer anzusprechen und der wird auch nichts mehr kontrollieren. Da es hier auch keine Fahrscheinautomaten gibt (man hat auf elektronisch aufladbare Wochen- und Monatskarten umgestellt) werden das endlich entspannte Zeiten für Schwarzfahrer. Aber das ist vermutlich das geringste Problem. Monaco hebt die Ausgangssperre morgen schon auf, das ist zumindest für Beausoleil, wo es Straßen gibt, deren eine Seite zu Monaco gehört und die andere zu Frankreich, etwas schwierig in der Umsetzung. Es sei (in Monaco) das Ende der Ausgangssperre, aber nicht das Ende der Krise, hört man warnend immer wieder. Deswegen gibt es auch vorsorglich Pläne zur Verlängerung der Ausgangssperre in Frankreich bis Ende Juli, aber Monsieur winkt nur ab. Er glaubt nicht, dass das durchgesetzt wird. Es ist nur ein Warnschuss sozusagen, ein „reißt euch gefälligst noch zwei Wochen zusammen“, damit wir das déconfinement ab dem 11. Mai halbwegs gesittet hinkriegen. Es ist eine sehr angespannte Situation in Frankreich, das merkt man in seinem klein-klein-Alltag mit den Fragen wo kriege ich frischen Mangold/Fisch/Spargel nicht direkt, aber die Franzosen sind unzufrieden mit ihrer Regierung und in den sozialen Medien kocht es hoch. Dieser Text hier fasst ein bisschen zusammen, wie es in Frankreich aussieht. Und was danach kommen kann.

Niemand hat je gesagt, dass Monaco schön sei.

Ok, was anderes. Wir waren heute ganz früh auf dem Markt, dem Gatten stand der Sinn nach frischem Fisch und außerdem wollte er testen, ob seine Muskelzerrung sich soweit beruhigt hat, dass er wieder ein Stück laufen konnte. Beides mal ja. Es gab zwei reizende kleine Doraden und das Bein hielt. Keine Beschwerden.

Sonntags halb Neun ist im Moment eine gute Zeit für den Marktbesuch, würde ich sagen. Keine Schlange, ausreichend Stände, auch kleine Erzeuger: Fisch, Eier, Käse, Wurst und Schinken, Gemüse, Obst und sogar Oliven und Beignets für den Apéro. Leider keine Blumen. Aber wirklich frische Erdbeeren, zum halben Supermarktpreis, super frischer Mangold (ich schrieb neulich, ich habe eine Wirsingtarte gemacht, es war Mangold!), und erste Zucchini und ihre Blüten, die man als Beignets ausbacken kann. Das Angebot ist gut und noch sind nur wenige Kunden da. Um Neun Uhr waren wir schon wieder zuhause. Mich lachte dieser frische junge Mangold so an, ich wollte sofort eine tourte aux blettes machen.

Eine süße Mangoldtorte, eine Nizzaer Spezialität. Wenn Sie die Zutaten lesen, wird Ihnen schwummerig: Parmesan, Olivenöl, Mangold, Rosinen, Pinienkerne und Äpfel in zwei Schichten sandigem Mürbeteig. Und das schmeckt? Ich habe meine erste tourte aux blettes in der Altstadt von Nizza bei einem kleinen Bäcker gekauft und war von dem eigentümlichen Geschmack sofort angefixt. Mit dieser Tourte (Tourte heißt es, wenn die Tarte noch einen Teigdeckel bekommt und „geschlossen“ ist) ist es wie mit den Petits Farcies und all den anderen Spezialitäten aus der familiären Küche, es gibt so viele Varianten wie Familien. Bei einem Wettbewerb von AmateurbäckerInnen in Nizza geben alle ihre besonderen Tipps weiter: einer nimmt einen bestimmten Zucker, eine Dame gibt einen Schuss Pastis in den Teig, andere nehmen Backpulver, manche mischen die Äpfel in die Füllung, andere legen sie obenauf …

Ich zeige Ihnen mal dieses Video, sie sehen einen Landwirt, Jean-Marie, als er noch ein Kind war, erzählt er, gab es etwas hundert Gemüseeanbauer, die Mangold anbauten, jetzt gebe es nur noch vier oder fünf. Das  Rezept von Josette ist eigentlich das von Jacques Médecin und genau das, was ich gemacht habe. Ich habe heute aber ganz zarte junge Mangoldblättchen gekauft, nicht diese riesigen Lappen. Meine Tourte ist optisch nicht ganz gelungen (und ich habe den Mangold nicht richtig ausgewrungen, die Füllung ist etwas zu nass geworden) sie sieht vor allem mal wieder etwas grob-handwerklich aus, denn ich habe eine ungeeignete Auflaufform verwendet, ich hätte einfach eine normale Tarteform wählen sollen. Aber ich habe das Video erst anschließend angesehen. (Vor zwei Jahren habe ich es schonmal nicht in der richtigen Form gemacht, man lernt anscheinend nicht dazu *augenroll*.) Aber sie ist sehr lecker! Ein paar Sekunden Nizza sehen Sie in dem Video auch.

Nicht nur wir dürfen nicht fliegen, auch die Flugbegleiter von AirFrance leiden und haben Entzugserscheinungen. Sie haben ein lustiges Video gemacht.



Bis morgen! Passen Sie weiterhin auf sich auf!

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Corona Tagebuch – Tag 46 / 47

Für den 1. Mai hatte ich eigentlich einen launigen Beitrag geplant, denn der Handwerker kam und hat den Keller fertig gearbeitet. Am 1. Mai immerhin. Wenn das Philippe Martinez wüsste! Philippe Martinez ist Generalsekretär der CGT und ruft schon wieder in einem offenen Brief an die Regierung zum Streik auf. Der Handwerker aber wollte arbeiten, er braucht nämlich Geld. Die Freitags-Nathalie hat all ihre Reserven auch verbraucht und benötigt auch Geld und kam deshalb am Donnerstag schon. Die Wohnung ist ungewohnt sauber. Sehr angenehm. Wir haben mit der letzten Aubergine einen Entrée gebastelt nach diesem Rezept vom 21. April. Er heißt dort „Salat von lauwarmen Auberginen“. Über den Geschmack von Auberginen, ob sie einen haben und wenn ja wo, haben wir ja schon gesprochen; ich fürchte, wir müssen hier noch ein wenig daran arbeiten. Monsieur fand die Idee auf jeden Fall très sympathique, die so aufgefächerte Aubergine erinnerte uns etwas an einen kleinen Tintenfisch.

Und wie wars? Ich gebe mal wieder, was der Gatte sagte: Eine Minute weniger Blanchierzeit, damit die Aubergine nicht ganz so weich sei, wäre besser gewesen; das sind natürlich auch Erfahrungswerte, die hier noch fehlen und hängt auch damit zusammen, wie dick die Aubergine ist und wie frisch. Und (mahnend zu mir): Nimm nicht so viel Marinade, sonst schmeckt man die Aubergine nicht mehr! Über den Geschmack von Auberginen, wie gesagt … Nun ja. Ich vermute, ich werde dieses Jahr zur aktiven Auberginen-Testerin. 

Mir war dann aber gestern gar nicht mehr nach launigem Schreiben. Ich las nochmal den Mail-Wechsel mit Udo, seitdem wir uns 2010 wieder gefunden hatten und ich habe heute noch ganz dicke Augen vom Weinen. Vielen Dank für Ihre Anteilnahme. Nein, man kann gar nichts Tröstendes sagen. Das ist vielleicht auch gut zu merken. Ich komme auch so schnell in einen „helfen-wollen-Dreh“, wenn einem jemand etwas Schlimmes oder Trauriges erzählt. Ich finde meine letzten Mails an Udo etwas hilflos in diesem Sinn. Ich suchte tröstende Worte. Hilfe irgendwie. Aber es blieb ein hilfloser Versuch. Man kann (oft) nicht helfen. Es ist schlimm und traurig und es bleibt schlimm und traurig. Da kann man als Außenstehende noch so viel sagen und tun wollen. Zugewandt zuhören kann man vielleicht. Und es nicht wegreden. Es stehen lassen in all seiner Schwere. Mehr nicht. Und das ist nicht einfach. 

Ich hatte gestern keine Lust, den Beitrag auf Facebook zu veröffentlichen. Es erschien mir unpassend. Wenn Sie mich da vermisst haben, tut es mir leid.

Gestern, fast zeitgleich mit der Todesnachricht, erreichte mich die Nachricht, dass mein Podcast online sei. Ich konnte ihn gestern hören, freute mich auch doll, aber ich konnte ihn nicht veröffentlichen und bewerben. Aber hier kommt er klickstu dort —> Sonderpodcast bei Die Schreibenden.  Das Bild ist, auch wenn es so aussieht, nicht der Podcast, nur ein Screenshot.

Danke an Anja Goerz von Die Schreibenden! Tolle Idee, hat Spaß gemacht! Und wenn Sie sich durch den Podcast und den Sonderpodcast scrollen, da gibt es noch viele tolle Autoren und Bücher zu entdecken!

Mit Ausweisdokument, Wohnsitznachweis und Familienstammbuch bewaffnet war ich heute früh dann unterwegs, um die Zweitmaske, die uns zusteht, abzuholen. Wir gaben unsere „offiziellen“ Masken an die beiden Sengalesen weiter, die hier gestrandet sind und weder arbeiten noch in den Senegal reisen können, weil dort die Grenzen geschlossen sind.

Ich machte einen Schlenker zur Apotheke und von dort zum Palais des Festivals. Dort kein roter Teppich, nirgends. Mehrere Filmfestivals darunter Berlin und Cannes planen wohl Ende Mai ein globales Evenement auf Youtube. Unter der Youtube Adresse : we are one sollen alte und neue Filme zu sehen sein. Hier ein deutscher Text

Vorbei an den leeren Boule-Plätzen der Allées – nur der eine oder andere Obdachlose sitzt oder lagert dort – ging ich zum Markt, mir war es aber zu voll (das ist natürlich sehr relativ gemessen an dem, wie es „früher“ mal war, schon klar), schon die Warteschlange war mir zu lang und ich kaufte nur ein paar Kleinigkeiten in einem kleinen Supermarkt. Dort war alles leer. Ich sah heute viele Obdachlose, die derzeit eigentlich in einem Saal des Palais des Festivals untergebracht sind, in Ladenpassagen und an anderen Orten lagern und so wie es aussah, haben sie dort auch geschlafen. COVID19-Schutz hin oder her, ich vermute, dass ihnen das „geregelte“ Leben im geschützten Raum einfach nicht zusagt. Auch wenn es in den Ladenpassagen verpisst roch und alles andere als adrett war, so ziehen doch einige von ihnen diese Freiheit vor.

Gerade brachte mir Monsieurs Tochter die Einkäufe. Sie hatte es schon einmal heute mittag vergeblich versucht (zu viele Menschen) und heute Abend gab es kaum noch etwas, von dem, was ich gern gehabt hätte. Sie brachte mir stattdessen …. dreimal dürfen Sie raten … Auberginen mit! :-D

Das Orchèstre National de France hatte MusikerInnen groß und klein aufgerufen, zuhause die Valse No. 2 von Schostakovitch einzuspielen und davon das Video zu senden. Daraus wurde dieses Konzert für Viva l’Orchèstre geschnitten. Schön, was?

Schönen Abend! Bis morgen! Bleiben Sie so gesund wie Sie können.

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Ein Freund

ist gestorben. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Ich habe es heute während des Mittagessens erfahren. Seitdem weine ich. Es ist der Freund und Kollege aus Buchhändlertagen, von dem ich neulich noch erzählt habe. Er war chronisch krank, litt schon lange an einer schweren Form von Rheuma und an etwas, was ich in seiner Komplexität nie verstanden habe, sagen wir der Einfachheit halber Autoimmunerkrankung, vielleicht stimmt es nicht, aber es war kompliziert und schmerzhaft, und seit Jahren bewegte er sich mühsam und immer mühsamer aber tapfer an Gehstöcken durch die Welt. Letztes Jahr hatte man ihm gesagt, er sei „austherapiert“. Alles, was es gab, hatte er schon durch, selbst Therapien, die noch im Erprobungsstadium waren, hatte man bei ihm angewandt und jetzt gab es nichts mehr. Die Medikamente, die er schon seit zig Jahren nahm, hatten seinen Körper nicht nur verändert, sondern auch krank gemacht und geschwächt. Man kämpft gegen x und dabei gehen langsam a-z in die Knie. Wir haben uns im November noch einmal gesehen, ich wollte ihn, den Buchhandelsleiter und die Buchhandlung noch einmal besuchen, bevor sie die Buchhandlung schließen mussten. Es war das erste Mal, dass ich die geballte Schwere seines Lebens, die zusätzlichen Sorgen mit den alten Eltern, die dement wurden, und anderes, von dem er mir stakkatoartig erzählte, fast nicht aushalten konnte, und ich unterbrach ihn, brauchte eine Pause. Ich schämte mich, denn er lebte das Unterträgliche, nicht ich, und ich ertrug nicht mal, dass er mir davon erzählte. Es war das erste Mal, dass ich ihn in einer Art Verzweiflung erlebte. All die anderen Jahre war er positiv, optimistisch, mit einer fatalistischen Heiterkeit, die Endlichkeit immer im Blick, so ist es, na und, und ja, es ist schwierig, aber glücklich war er trotzdem mit seiner Frau und den beiden Mädchen. Ich kenne niemanden, der so voller Optimismus, Tatkraft und Tapferkeit war. Es gab nichts, was er „nur wegen dieser Krankheit“ nicht gemacht hätte. Und er war tief gläubig. In einer seiner letzten Mails schrieb er mir: „Das einzige, was ich sicher sagen kann, ist, dass ein Mensch, der sich als Teil eines grösseren Zusammenhangs versteht, anders handelt, als der, der das nicht tut. Das gilt auch für das Leid…..und ja, das heute zählt, der nächste Schritt…denn nicht die Zeit verstreicht, sondern wir in ihr.“ Die letzten Jahre waren mühsam und die letzten Wochen unerträglich schmerzhaft, habe ich indirekt erfahren. Jetzt wurde er wegen etwas anderem operiert und er hat die zweite OP zum selben Problem nicht überlebt. Vielleicht ist er erlöst. Lebwohl Udo.

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Corona Tagebuch – Tag 45

Singapur  – New-York – Los Angeles – Cancún … gar nicht so einfach, viele von Ihnen haben es aber geschafft :)

Marianne Q. hat rausgefunden, dass es sich um Werbung der SNCF, der französischen Bahn handelte – deren Marketing-Abteilung für einmal übersprudelnde Phantasie bewiesen hat – im Sinne von „die Welt ist ein Dorf, und alles ist erreichbar“. Nachzulesen hier (französisch). Die „französisierten“ Dorfnamen (es gibt noch ein paar andere), sind natürlich reine Phantasie (och!) und man hat sie in die Schilder hineinkopiert.

Heute war es grau, feucht und schwül. Es regnete heute Nachmittag, aber jetzt (19 Uhr) scheint die Sonne. Die Luft roch nach Schwimmbad. Auf dem Weg zum/vom Bäcker habe ich ein paar Häuser mit offenen/geschlossenen Fensterläden fotografiert. Susanne fragte neulich danach, ich zitiere: Obwohl das Wetter doch gerade (nicht) schlecht ist, sieht man so viele geschlossene Fensterläden. Die Leute müssen aber ja zu Hause bleiben. Hocken die nun den ganzen Tag in den dunklen Wohnungen oder werden nur die Läden nach hinten raus geöffnet, die man von der Straße aus nicht sehen kann?

niemand zu Hause
hier ist jemand
hier auch, nur ganz oben ist niemand

Ich finde die Frage gar nicht banal, die Antwort ist nämlich komplizierter, als man vielleicht denkt, deswegen greife ich es nochmal auf und beantworte es nicht nur im Kommentar. Erstens, wir sind in Cannes. Cannes ist ein Ferienort, sehr viele Menschen haben hier eine Ferienwohnung oder gar ein Ferien-Haus (das kann durchaus ein altes Haus sein, das der Familie gehört, die vielleicht aus Cannes stammt, aber in Paris oder anderswo arbeitet) wo sie aber nur ein paar Wochen im Jahr verbringen und die sie nur manchmal wochenweise, zu den großen Kongressen, wie etwa dem Filmfestival, untervermieten. Diese Wohnungen in alten oder neuen Appartmentanlagen, in alten Häusern, oder auch komplette Häuser haben in acht bis elf von zwölf Monaten die Fensterläden fest geschlossen, weil einfach niemand da ist. Je nach Stadtviertel kann es dort monatelang komplett ausgestorben sein, weil es reine Ferienwohnungsviertel sind.

Cannes liegt im Süden, hier ist es im Sommer sehr hell und sehr heiß. SEHR heiß! Im Sommer sehen die Häuser dann auch geschlossen aus, OBWOHL die Menschen nun da sind, weil man die Fenster und Fensterläden gegen die Hitze und das gleißende Licht geschlossen hält. Man verbringt seine Tage im Sommer drinnen tatsächlich in einem steten Halbdunkel. Es gibt im Sommer aber Varianten. Häufig (wenn man nicht gerade an einer sehr lauten Straße wohnt) öffnet man nachts das Fenster, hat aber die Fensterladen dennoch geschlossen. Es gibt auch eine Variante, die Fensterläden vor den offenen Fenstern „gesperrt“ oder halb geöffnet zu haben. Es kommt auf diese Art ein bisschen Luft und Licht hinein, aber es ist trotzdem eher geschlossen.

Und die dritte Variante: Im Frühjahr oder Herbst, jetzt, zu „normal“ warmen Jahreszeiten, hat man die Fensterläden, dort wo jemand wohnt, geöffnet, schließt sie aber, zumindest im Schlafzimmer, mittags zur Sieste. :D Und ja, es gibt auch die Variante, dass man nach Hinten oder zum Garten geöffnet ist und zur Straße geschlossen, weil die Fensterläden auch Lärm abhalten.

Also kurz gefasst: Im Winter ist alles verbarrikadiert, weil keiner da ist, und im Sommer ist alles verbarrikadiert, weil es so hell und heiß ist (und drinnen ist es dann wirklich ein stetes Halbdunkel).

Zum Sommer in Cannes: Bei der Riviera-Zeit auf Facebook fand ich heute den Hinweis auf einen Film, der am 4. Mai im ZDF ausgestrahlt wird. Une Fille facile heißt er auf Französisch. Ein leichtes Mädchen der deutsche Titel. Er wird dort mit einer vernichtenden Kritik angekündigt und nur wegen seiner Bilder von Cannes doch halbherzig empfohlen. Aber der Film ist nicht so schlecht. Ich habe ihn letztes Jahr auch mit gemischten Gefühlen angesehen und finde aber, er zeigt gut und realistisch die zwei Seiten der Champagnerwelt an der Côte d’Azur: die, die ihn trinken und die, die ihn servieren. Und man sieht wirklich viel von Cannes im Sommer. Und da es ja gar nicht so sicher ist, ob man dieses Jahr überhaupt und schon gleich hierher reisen kann, so können Sie wenigstens virtuell etwas Côte d’Azur einatmen. Ich gebe Ihnen hier eine gute Kritik des Films, erschienen in der Süddeutschen Zeitung, und die Vorschau.

Morgen ist der 1. Mai und es gibt dieses Jahr keine Maiglöckchen zu kaufen! Ich weiß nicht, ob es das schonmal gegeben hat. Unser Bäcker hat dennoch Maiglöckchen im Angebot: aus Stoff die Blüten, das Töpfchen ist aus Schokolade! Immerhin etwas.

Maiglöckchen sollen Glück bringen, deswegen schenkt man sie sich und je mehr Glöckchen man geschenkt bekommt, desto glücklicher soll man werden. Ich habe drei Glöckchen verschenkt und diese hier selbst behalten. Man ist für sein Glück (auch) selbst verantwortlich ;)  Viel Glück für Sie und Gesundheit und alles, was Sie gerade brauchen in diesen Tagen! Bis morgen!

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Corona Tagebuch – Tag 44

Ein vorbildlicher Quarantäne-Tag, keinen Schritt vor die Tür gemacht und den ganzen Tag am PC gearbeitet, zumindest ich. Télétravail heißt das französische Pendant zum neudeutschen „Homeoffice“, das ja gar nicht wirklich gibt im englischen Sprachschatz, genausowenig wie „Handy“. Jetzt noch schnell hier ein paar Zeilen, weil ich heute soooo schöne Post bekam! Gleich zweimal, einmal klingelte der Paketbote, der das Paket jetzt vor die Tür stellt und in einem Abstand von 5 Metern darauf wartet, dass ich es in Empfang nehme. Und der Briefträger, der nun auch wieder häufiger kommt, hielt mir einen Umschlag am ausgestreckten Arm und mit abgewandtem Gesicht entgegen. Das Paket kommt von frischmut und enthält ein schwarzes Top und zwei Tücher. Das Top ist in Größe 40 bzw. L und passt wie angegossen. Ich finde deutsche Größen immer so erholsam! Die beiden Tücher sind anders, als ich sie mir vorgestellt habe, das Tuch kleiner (ja die Maße standen dabei, trotzdem) und der Schal schmaler. Aber alles ist schön und fasst sich wunderbar an, das Shirt trage ich schon (unter dem anderen T-Shirt) und den Seidenschal trage ich um den Hals. Es war ein Solidaritätskauf und frischmut erließ mir ebenso solidarisch die Portokosten, obwohl sie höher waren als die Inlandsportokosten. Jetzt, wo ich weiß, dass L / 40 passt, würde ich auch andere T-Shirts bestellen. Auch im Paket ein winziges Leselämpchen als Geschenk und ein Gedicht über die Zeit, wie passend – und das alles, so steht es auf dem Umschlag, gefertigt in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Sehr schön! 

Und im anderen Briefumschlag ein wundervolles Kistchen, vielleicht selbst gemacht, beklebt und gemalt, so sieht es aus, und darin MASKEN!!! Wunderschöne, selbst genähte Masken, mehrere Modelle und Farben, sogar ein paar gedecktere Farben für Monsieur sind dabei! Und Pusteblumensamen, Punkte, Streifen und auf der Rückseite kleine Pinguine. Wie süß! Ich quietschte vor Begeisterung! Für jedes Outfit eine, heißt es, ich aber bin total verliebt in diese blau-weiße, die mich an Delfter Porzellan erinnert. Wie toll! DANKE, liebe Claudia!!! Ich bin sehr gerührt und ich weiß, dass von anderen LeserInnen noch andere Masken unterwegs sind! Aus Papier und aus Stoff, das ist so lieb, dass Sie sich um uns sorgen! Monsieur ist schwer beeindruckt, nicht nur von den Masken, so etwas sieht man hier nicht! Aber vor allem, dass ich so tolle LeserInnen habe! Ich wusste das ja schon immer :D Sie sind die Besten! Danke!

Sieht man, dass ich strahle? Wir müssen jetzt intensives Augentraining machen, vor allem die BrillenträgerInnen, damit wir nicht alle wie finstere, potentielle BankräuberInnen aussehen.

Das geisterte heute durch französisches Internet. „Traumreisen zum kleinen Preis“ heißt es. Man muss es natürlich französisch aussprechen ;-) Ich habe auch nicht alles auf den ersten Anhieb geschafft. Auflösung, falls Sie eine brauchen, gibts morgen!

So, jetzt wechsele ich die Sitzgelegenheit, vom Stuhl am Tisch, auf die Couch. Bonne soirée! Bis morgen, passen Sie weiterhin auf sich auf! 

Ach so, ich wollte noch etwas zu den geschlossenen Fensterläden erzählen, Susanne, fragte das, das mache ich morgen, jetzt kann ich nicht mehr.

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Corona Tagebuch – Tag 43

Viel Regen heute. Immer wieder schüttet es. Am Ende überall hübsche Pfützen.

Ich bin eine schlechte neue Französin, ich habe heute Nachmittag nicht brav dem Premierminister gelauscht, sondern war in der einen Stunde, in der es nicht geregnet hatte, spazieren. Den Kommentaren im Fernsehen entnehme ich, dass noch kein Startschuss für den fröhlichen Wiederanfang am 11. Mai gegeben wurde. Die Geschäfte dürfen wieder öffnen, es herrscht Maskenpflicht, aber alles bleibt streng und wird nur bedingt lockerer, und das alles auch nur und immer vorausgesetzt, dass wir weiterhin brav sind und die Zahlen weiter sinken. Sie können das Neueste zu Corona in Frankreich immer sofort und verlässlich bei Hilke Maunder lesen.

Heute Morgen viel Regen, bizarrerweise aber wurden heute auch die Wasserspiele im Park nebenan wieder angeworfen. Ein eigentlich friedliches Geräusch, aber doch sehr laut. Und das bei Regen? Und mit geschlossenen Parks? Vielleicht ist es auch nur ein Test. Ich bekam noch mehr Arbeit und es wird hier definitiv weniger in der nächsten Zeit, einen Beitrag jeden Tag will ich weiterhin versuchen, aber es wird bestimmt weniger Inhalt. Ich habe das zwar schonmal gesagt, und dann kaum geändert, aber jetzt wird es ernst.

Etwas Amüsantes auf Facebook passiert gerade bei den Improbables bibliothèques, den „unwahrscheinlichen Bibliotheken“, les tranches poétiques heißt das „Projekt“, das gerade so explodiert, dass sie dafür eine neue Seite aufgemacht haben. Man erzählt mit Buchtiteln Geschichten. Hier ein Artikel außerhalb von Facebook. Ich habe das mal gemacht – weniger poetisch als die Franzosen, fürchte ich.

Ich plauderte heute mailend mit Alain Claude Sulzer, den ich neulich verlinkt hatte, Sie erinnern sich vielleicht; ich kannte ihn gar nicht und hatte auch noch nichts von ihm gelesen (haha, ich glaubte sogar, er schriebe Kochbücher, aber pssst!). Das wird sich jetzt ändern. Und das darf hier gern als Leseanregung verstanden werden. Das wünschte sich ja zumindest eine Dame hier ;-)

Ich war unterwegs, wir starteten zu zweit, aber der Gatte gab nach nicht mal 50 Metern auf, die Muskelzerrung von neulich, die er in der Wohnung nicht spürt, machte sich bemerkbar. Ich änderte mehrfach die Richtung, lief am äußersten Rand des erlaubten Radius entlang, traf Polizisten, die mich aber nicht anhielten und nicht kontrollierten. Ich weiß auch nicht, warum sie mancherorts gehäuft auftreten und mancherorts gar nicht. Ein Freund, der mit seiner Familie seit drei Jahren in Villefranche lebt, ist scheinbar Zielscheibe von Denunziation geworden. Er musste schon nachweisen, dass er dort seinen Hauptwohnsitz hat, so ungewöhnlich ist es, dass man in einem Ferienort ganzjährig lebt, und kaum setzt er mit seinen Kindern den Fuß vor die Tür, rückt die Polizei an. Ballspielen auf der Straße geht nicht. Radfahren geht nicht. Man könnte heulen. Ich fand heute bei Herrn Buddenbohm diese Kinderfotos aus Spanien. Die bringen mich auch zum Heulen. Der Freund, ein Architekt, fuhr aber unkontrolliert 130 Kilomter zu einer Baustelle in die Berge und genauso unkontrolliert wieder zurück. Muss man vermutlich nicht verstehen.

Das Wetter wechselte zwischen Sonnenschein (Osten) und drohenden Wolken (Westen). Auf den letzten Metern wieder Tropfen.

Ein Versuch, die Hundehalter zu disziplinieren. Dieser Weg ist ein Trottoir und kein Crottoir (ein Fußweg und kein Hundescheißweg)

Ich laufe bei meinem Schneider vorbei, nicht wegen eventueller Masken, das hätte er bestimmt abgelehnt, Pedro versteht sich als Coutourier und macht Änderungsschneiderei etc. nur zum Überleben. Ich weiß, dass er den Winter in Indien verbringen wollte, er ist noch nicht zurück und ich frage mich, was auch ihm geworden ist. Später rufe ich bei der angegebenen Nummer an. Pedro ist gesund erfahre ich und er versucht seit einiger Zeit nach Frankreich zu kommen, aber es ist schwierig. Klar. Ich verspreche, demnächst nochmal vorbeizugehen und den Briefkasten zu leeren. Die Dame, die mir Auskunft gibt, wohnt in Antibes und ist derzeit dort blockiert.

Le Pont Carnot. Noch nie so leer gesehen. Ich stehe trotzdem auf der Verkehrsinsel zum Fotografieren. Die wenigen Autos sind speedy. Die Baustellen in der Stadt werden wieder in Angriff genommen, sagte gestern der Bürgermeister. Daraufhin hat sich auch unser Handwerker für den Kellerraum wieder gemeldet. Er kommt am Wochenende, sagt er.

Die Rue d’Antibes in beide Richtungen. DIE Einkaufsstraße von Cannes.

Die neue Fußgängerzone. Auf der linken Hälfte normalerweise die Restaurantterrassen. Wann Cafés und Restaurants wieder öffnen dürfen, wird Ende Mai mitgeteilt.

Ich bedaure, dass ich mich nicht traue, Menschen von vorne zu fotografieren. Dies war offensichtlich ein Zwillingspaar. Identisch aussehend: Schwarz violett gekleidet, gleicher Gang, gleiche Haltung, gleiche Handtasche. Erstaunlich.

So viel für heute! Bis morgen, gesund und trallala!


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Corona Tagebuch – Tag 42

Die Franzosen werden zu Hühnerhaltern. Alle, die ein paar Quadratmeter Garten oder Hof haben, wollen jetzt Hühner halten, er verkaufe 40% mehr Küken als je zuvor, sagt ein Züchter in Nizza.

Nicht nur, dass man jetzt dafür Zeit habe, sondern viele geben an „zurück zu den Wurzeln“ zu wollen. Und nicht nur die üblichen Rentner, auch junge Menschen seien jetzt darunter. Vielleicht war auch der Eier-Engpass zu Anfang der Krise, ein Beweggrund. Das Huhn ist und isst bescheiden: ein paar Körner täglich und 150 kg Essenreste/Jahr, dafür liefert es, so hofft man, jede Menge Eier. Und ein bisschen Haustierfeeling. Mir sind Hühner in meinen ländlichen Jahren immer fremd geblieben, aber Hühner sind toll, sagen andere, die es wissen müssen, etwa Friederike vom Landlebenblog, ich hab nur mal willkürlich einen Beitrag rausgesucht, oder der junge Seefahrer Guirec, der mit seinem Huhn Monique, die Welt umsegelt hat. Über Guirec hab ich auch was auf Deutsch gefunden!

Seit Freitag brütete ich darüber, wie ich an einem Podcast teilnehmen könnte, wie gut, dass man Teenager-Enkel hat, die wissen alles und erklären es in einer etwas coolen Art, aber sie erklären es. Heute habe ich dann Aufnahmen gemacht. Mal ist der Anfang holprig, mal das Ende. Nach dem sechsten Mal habe ich beschlossen, dass es jetzt gut ist. Mal sehen, ob was daraus wird. In der Zwischenzeit können Sie ja schon mal –> hier reinhören, da gibt es Interviews mit Schreibenden und gerade täglich einen kleinen Sonderpodcast mit AutorInnen und Buchtipps!


Mittags haben wir draußen gegessen, für heute Abend oder morgen sind schon wieder Unwetter angesagt, man wollte es mittags nicht glauben, so blau war der Himmel. Als ich mich dann für einen Kaffee noch etwas in die Sonne setzte, man würde ja gerne seine blasse Haut zart anbräunen, kamen die ersten Wolken.

Tut mir leid, dass Peter und der Wolf schon nicht mehr funktionieren, oder ist das nur bei mir so? Etwas länger sichtbar im Internet sind Opern, Ballett und Konzerte der Oper Paris. Ab heute Abend gibts dort Carmen. Das Video hier ist nur eine Vorschau. Sie müssten bitte selbst auf die verlinkte Seite klicken und dann dort Carmen auswählen. Oder Sie schauen dort Cinderella an oder etwas ganz anders, oder gar nichts. Machen Sie das, wie Sie wollen, ich kann es leider nur nicht anders verlinken.

Wir haben genau diese Version von Carmen, eine verfilmte Oper, letzten Sommer in Cannes bei freiem Eintritt unter freiem Himmel auf der Aussichtsterrasse vor dem Musée de la Castre gesehen. Man musste rechtzeitig da sein, um einen der wenigen Liegestühle zu ergattern, denn es gab auch keine Reservierung. Und hatte man einen, dann sollte man sich möglichst nicht mehr daraus entfernen. Nur ein Strickjäckchen darin liegen lassen, gilt nicht. Es gab da Enttäuschungen. Es war dennoch ein tolles Ambiente, roter Teppich, laue Sommernacht. Nach drei Stunden unbeweglich im Liegestuhl tat einem aber der Rücken empfindlich weh und man kam kaum wieder hoch aus dieser Hängematte. Bisschen störend war, dass es der letzte Freitag Abend der Saison war und damit auch das letzte Open-Air-Event der Disco im Palais des Festivals, Luftlinie nur 500 Meter entfernt, und wir nahmen indirekt nicht nur an der Lasershow teil, sondern auch an den Bummbummmbumm-Bässen, die der eindringlich singenden Carmen manchmal die Worte aus dem Mund bliesen. Wir hatten also drei Spektakel anstatt einem und das alles gratis.

Viel mehr ist heute nicht passiert. Keine neuen Masken im Briefkasten, das überprüfe ich jetzt vorsichtshalber täglich ;-) Heute kamen die ersten Beitragsberechnungen für die URSSAF, die weiterhin so tun, als habe ich ihnen nicht geschrieben. Seufz. So viel für heute. Bis morgen. So gesund wie möglich!

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Corona Tagebuch – Tag 41 Sonntag

Sonntagmorgen im Bett am offenen Fenster. Monsieur hat mir Kaffee ans Bett gebracht. Die Turteltauben roucoulent, ich musste eben erstmal nachschauen wie das deutsche Wort dafür heißt. Gurren ist es vielleicht, obwohl das auch die normalen Tauben tun und das Gurren der Turteltauben ist lieblicher, weicher, eher ein Schruhschruh, wie man es Eulen zuordnet. Die Turteltaube ist Vogel des Jahres 2020 habe ich bei der Gelegenheit erfahren. Aber in keinem Turteltaubenvideos, wo man sie turteln sieht, hört man sie. Was ist das denn für eine Missorganisation! Die Turteltauben schruhschruhen im Akkord, es ist Frühling! Dazwischen kreischen spitz die grünen Papageien, die es nun überall gibt, auch hier. Dann für mich nicht zu definierendes Vogelgezwitscher. Wie lieblich. Gefiepse, Gepiepse, gezwirbeltes Gezwitscher. Wir haben wieder eine Amsel, sagte Monsieur vor ein paar Wochen sehr stolz. Ich kann die Amsel aber nicht heraushören, obwohl ich das Vogelstimmenvideo angehört habe. Dann ein anderes Geräusch, eher rauschend, huschsch, ein Citroen-Picasso Weibchen vielleicht. Dann rauscht es tiefer, aber satt, sicher ein Männchen, ein Audi100 Männchen könnte es sein. Dazwischen kreischen wieder die Papageien. Ein junger Scooter röhrt den Berg hinauf, etwas brünftig, Frühling eben. Schruhschruuuh gurren und turteln die Turteltauben. Die Turteltauben seien schwer zu sehen, heißt es. Wir haben seit eh und je ein Pärchen im Vorgarten. Sie sind sehr treu. Also ich kann nicht sehen, ob sie treu miteinander sind, das heißt, ob es immer dasselbe Paar ist, das hier herumturtelt, aber ich vermute das, auf jeden Fall sind sie treu mit ihrem Ort bei uns. Und das trotz der Katze. Sie sind nur von der Palme, die gefällt wurde, in den Pittosporum umgezogen. Sitzen vertrauensvoll auf der Balkonbrüstung und laufen gemeinsam durch den Klee. Schruhschruuuu gurr gurr. Penetrantes Gekeif der Papageien, ähnlich dem der Möwen. Ein Sco-oo-ooter kommt mit äähn-ääähnänänännnn angefahren. Sehr jung auch er vermutlich. Glockenläuten von Ferne und nein, kein Hund, der bellt. Sonntagmorgen an einer Durchgangsstraße in Corona-Zeiten. Ich genieße es, weil es kein lauter Geräuschbrei ist, sondern weil ich die einzelnen Geräusche erkennen kann. Gezwirbeltes Gezwitscher, Schruhschruuuh, Flügelschlagen. Schritte, und schon wieder ein brünftiger Scooter. Ich schließe das Fenster.

Die Katze findet es doof, dass wir im Bett liegen und lesen und sie nicht dazukommen darf und sie maunzt. Also stehe ich auf, mache mir einen zweiten Kaffee und transformiere fünf der zehn Äpfel, die ich geliefert bekam, in eine weitere Apfeltarte. Diesmal aber schnippele ich die Äpfel nur in Stücke und werfe sie über den Tarte Boden (175g Mehl, 125g Butter, 3El kaltes Wasser, 1El Zucker, 1Prise Salz). Darüber eine Creme aus Eiern, Sahne und Vanillezucker. Eigentlich gehört noch Maizena rein, hab ich vergessen, geht auch so, merke ich später. Ich lese ein bisschen im Internet herum, höre in den empfohlenen Podcast und dort eine Sendung mit einem leitenden Kommissar, das mir vielleicht nützlich sein kann, hoffe ich. Er spricht von der Mafia, von Geldwäsche und dass die momentan ausgesetzte Straßen- und Einbruchskriminalität sich umorientiert auf Cyberkriminalität. Man muss flexibel sein. Drogenproduzenten warten derzeit vergeblich auf Produkte aus China, Drogen, die schon da sind und nicht mehr in Clubs umgesetzt werden können, werden jetzt mit der Post geliefert. Ich fange an hier zu schreiben, bestelle für Mittags ein Hähnchen. Jetzt verstehe ich auch, warum es hier kein Außer-Haus-Essen gibt, also abgesehen von den klassischen Pizzalieferanten, weil man hier ja nicht raus soll und auf einen Bringdienst angewiesen ist. Außer-Haus-Essen machen UND Liefern sieht aber kein klassisches Restaurant, das umgestellt hat, vor. Wenn man strategisch günstig liegt, bietet man Essen-to-go an, das abgeholt werden kann. Sonst nicht. Der Metzger bietet schon immer Grillhähnchen an. Die Tarte ist fertig, ein bisschen wird telefoniert, schon mache ich mich auf den Weg zum Metzger.

Ich solle das Auto bewegen, befindet Monsieur, als sei es ein Pferd, es ist ein schlechter Rat, denn ich finde keinen Parkplatz beim Zurückkommen. Dann endlich einen in einer engen Seitenstraße, auf halbem Weg zum Metzger, dort blühen die Kastanien, wie schön! Und es summt vor lauter Bienen. Das beglückt mich wirklich dieses Summen und die Gewissheit, dass es noch Bienen gibt.

Was diese beglückenden Tierbilder angeht, Delphine und Haie und was sonst nicht noch alles in den Häfen von französischen Küstenstädten gesichtet und durchs Web gejagt wird, lese ich auf einer französischen Faktenchecker-Seite von AFP, dass es sich um ein altes Video handelt, das außerdem in der Türkei aufgenommen wurde. Und nur am Rande, Brigitte Macron trägt auch keine Gesichtsmaske von Louis Vuitton.

Mittagessen im Innenhof, wir plaudern mit der Familie, die ihrerseits auf der Terrasse isst. Morgen fängt die Schule wieder an. Also nur virtuell. Die letzten beiden Wochen waren Ferien. Für die Kids ändert sich, dass sie weniger am PC spielen, sondern lernen. Die Deutschlehrerin ist eine der wenigen, die via Skype oder Zoom unterrichtet. Die Deutschen eben. Hüstel. Der Sommerferien-Austausch wird wohl dieses Jahr nicht stattfinden, es betrübt die Enkelin. Ihre Berliner-Austauschschülerin, für Ende März vorgesehen, kam auch schon nicht. Sie findet es ungerecht, der Bruder hat das alles schon hinter sich. Nur sie darf nicht reisen!

Sehr schön das Ballett Peter and The Wolf der Britischen Royal Ballet School.

Schönen Sonntag! Machen Sie, was Sie wollen und passen Sie auf sich auf!

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La Quarantaine

Vierzig also. Ich schiele schon seit heute Morgen zu den Blogkollegen, ob denn niemand was geschrieben oder entdeckt hat zur Quarantäne, philosophisch, religiös, medizinisch. Oder ist das Thema schon durch? Gleich zu Anfang abgehakt? Ich suche ein bisschen und finde nicht gerade etwas zur Symbolhaftigkeit der vierzig Tage, mal abgesehen von den vierzig Tagen, die Jesus in der Wüste verbracht hat, aber etwas über Blaise Pascal, mein „Retter“ mit dem Satz Le coeur a ses raison que la raison ne connait point. Das wissen Sie aber schon. Und der Satz mit dem „drin bleiben“ hat mich damals auch beeindruckt. Dann stolperte ich über Was stärkt uns in der Corona-Krise, dahinter eine Sammlung vieler (nicht nur) religiöser Lebenshilfe-Links, das ist auch nicht neu, aber vielleicht kennen Sie es noch nicht. Ich klickte mal auf den Link zum Podcast Lebenswert. Ich habe dort, mangels Zeit, nicht wirklich viel reingehört, klingt aber alles interessant. Wenn man dafür gerade ein offenes Ohr hat, sagen wir so. (Ich musste auf „Episode herunterladen“ klicken, um den Podcast hören zu können.)

Beim Wort Ökumene fiel mir der Verein andere zeiten ein, von dem ich jedes Jahr den anderen Adventskalender beziehe und ein paar Jahre an der Fastenaktion 7 Wochen anders leben teilgenommen habe. Dort habe mich für den Newsletter eingeschrieben. Er kommt aber erst heute Abend.

Das passt ja alles irgendwie. Gestern Abend habe ich einen aus der Mediathek ausgeliehenen Film gesehen, eine Doku über mehrere Pilger, die den Weg nach Santiago del Compostela gelaufen sind. Die Besonderheit ist, dass alle den Weg alleine liefen und sich nicht den zahlreichen Gruppen angeschlossen haben.

Und auf dem Weg, während der langen Wandertage mit ihrer Wut, ihrem körperlichen Schmerz, mit Krankheit (wundgelaufen, Blasen, Knieschmerzen, einer der Wanderer bekam unterwegs sogar einen Herzinfarkt – und wurde gerettet) ihren Tränen, und ihren Ängsten konfrontiert wurden. Ein Wanderer fand abends keine Unterkunft, lief eine zusätzliche Strecke und fand wieder keine Unterkunft, und schlief zum ersten Mal in seinem Leben unter freiem Himmel, zunächst voller Angst, und er war dann von der Stille und dem Sternenhimmel über ihm beeindruckt und schlief tief und fest. Während man einer anderen Pilgerin im Schlagfsaal das Portemonnaie gestohlen hat. Fassungslosigkeit, Wut, Tränen. Aufgeben? Weiterlaufen? Ohne Geld und mit Knieschmerzen unter strömendem Regen? Warum tut man sich das an? Alle wurden mit sich selbst konfrontiert auf diesem Weg – das ist ja auch der Sinn, weniger das tüchtige Wandern und das Ankommen, also zumindest sehe ich das so. Und sie wanderten und hatten manchmal Angst, verliefen sich, fühlten sich einsam, schwach und heulten, jammerten, fluchten, klagten, hatten Schmerzen, nicht durchgängig, aber immer wieder, wurden entttäuscht und dennoch liefen sie weiter und erlebten dann auch Momente voller Glück allein in der Natur, Stille, magische Momente in einer unansehnlichen Kirche oder auf einer Lichtung oder sie trafen punktuell Menschen, die halfen, stützten oder aufmunternd lächelten. So ist das Leben. Das ganze Leben. Und Heulen, Jammern, Angst spüren und sich einsam fühlen gehören dazu. Wenn man diese unangenehmen Zustände nicht immer nur wegschiebt, indem man sich ununterbrochen beschäftigt und ablenkt, wenn man zulässt, all das zu fühlen in all seinem Schmerz, dann merkt man, dass es einen gar nicht so weit hinabzieht. Irgendwo ist Grund, es ist dunkel und schmerzhaft, man weint viele Tränen, aber es geht weiter. Es geht immer weiter. Vielleicht sollten wir die Ausgangssperre als eine Art Pilgerpfad-Zeit ansehen.

Ok, das war schon das Wort zum Sonntag. Heute gabs bei uns Aioli. Ich habe nur knapp 15 Jahre gebraucht, um dieses typisch provenzalische Gericht selbst zu kochen. Als es das zum ersten Mal auf dem Hof gab, war ich schon im Vorfeld verblüfft, dass man dieses komische Brett von trockenem Fisch 24 Stunden lang in fließendem Quellwasser entsalzte. Das kann man in der Stadt nicht essen, dachte ich. Wenn ich dort 24 Stunden lang Wasser laufen lasse, kostet mich das eigentlich einfache Essen ein Vermögen. Der trockene Fisch, Stockfisch, luftgetrockneter, eingesalzener und somit konservierter Kalbejau oder Dorsch wird unter fließendem Wasser entsalzen und weich, bleibt aber leicht salzig. Dazu gibt es dampfgegartes oder gekochtes Gemüse, es passt, was man gerade da hat: Karotten, Zucchini, Lauch, Blumenkohl, ein paar Kartoffeln und hartgekochte Eier. Das alles wird mit einer ordentlichen Menge der dem Gericht namengebenden Aioli, einer Art Knoblauchmajonnaise, gegessen. Als ich das zum ersten Mal vorgesetzt bekam, fand ich es noch unschicklich, mittags frischen Knoblauch zu verzehren. Man muss ja danach noch sozialisieren, dachte ich, und nahm daher nichts von der gelblichen Creme, sondern aß den salzigen Fisch und das fad schmeckende Gemüse so und verstand nicht, was daran so toll sein sollte. Alle anderen strichen die Aioli auf Gemüse und Fisch und schwärmten mit vollem Mund, wie köstlich es sei. Danach stanken alle nach Knoblauch, eigentlich das richtige Essen für Social Distancing, aber sie scherten sich einen Dreck darum, dass sie, wenn sie mit mir sprachen, eine Knoblauchfahne hatten. Ich war schockiert. Wie lecker alles wird, wenn man diese scharfe Aioli darüber streicht, erfuhr ich erst Jahre später, als ich mich traute, an einem helllichten Mittag frischen Knoblauch zu essen wie alle anderen. Aioli ist ein provenzalisches Wort, es besteht aus Ail und Oglio, also Knoblauch und Öl, und es ist nichts anderes. Nur dass noch ein rohes Eigelb dazukommt. Eine Aioli fest (und nicht flüssig) aufzuschlagen, ist eine Kunst. Ich habe es heute zweimal nicht geschafft, giftete Monsieur an, der mich natürlich nicht kritisieren wollte, aber natürlich doch etwas zu sagen hat, ohne jemals in seinem Leben eine Aioli aufgeschlagen zu haben, und am Ende habe ich die zweite flüssige Variante mit gekaufter Majonnaise verrührt, es war nicht perfekt aber immer noch ziemlich lecker, und der Gatte sagte nichts mehr sondern aß vergnügt und wischte die letzten Spuren Aioli mit Brot aus dem Schälchen.


Ein Artikel, der nochmal sagt, warum es hier in Frankreich so anders läuft als in Deutschland. Ich bin ja immer etwas verschämt, die Franzosen offen zu kritisieren. Hier aber spricht eine Französin, die in Deutschland lebt. Derselbe Text in Französisch.

Die Masken sind da! Sie gammeln wohl schon ein paar Tage im Briefkasten herum, normalerweise wirft der Briefträger die Post in den Türschlitz und alles fällt auf den Boden. Diese Masken aber wurden in den innen befindlichen Briefkasten geworfen, und ich fand sie heute nur zufällig. Sie sind grottenhässlich, riesig und sehen aus wie ein Stück Putzlappen.

Es gibt noch eine braune Maske, die aussieht wie ein Socken (es gab drei, für jede Partei im Haus eine, mit der dann die anderen abgeholt werden können). Ok, ich will nicht meckern, es ist ein ziemlicher Akt gewesen und der Bürgermeister reißt sich gerade den Allerwertesten auf für seine Stadt und seine Bürger. Wir haben in der Zwischenzeit die Freitags-Nathalie beauftragt, die bereit ist, uns ein kleines Dutzen Masken zu nähen (zumindest für die Übergangszeit bis es endlich wieder Einweg-Papiermasken geben wird, eines Tages). Problem ist, es gibt nirgends kein allerkleinstes Stückchen Gummiband mehr, sie kreiert also eine Variante ohne Gummi. Das Problem, das sich mit den wiederverwendbaren und waschbaren Masken stellt und weshalb der Gatte sie ablehnt, ist das aufwändige Wasch- und Trockenprozedere. Selbst ich, die ich guten Willens bin, dachte beim Lesen, das mache ich nicht. Und wer von den undisziplinierten Franzosen wird das machen? Die benutzten Masken in einer geschlossenen Plastiktüte aufbewahren und nicht etwa in die Schmutzwäsche werfen. Dann seine Waschmaschine für zwei Masken anwerfen, 30 Minuten bei 60°-95° waschen, die Maschine vorher und nachher mit Javel desinfizieren, die Masken (alle drei Schichten) müssen danach innerhalb kurzer Zeit komplett durchgetrocknet sein, dürfen aber nicht mit dem Fön trockengefönt werden. Also vielleicht trockengebügelt …

Das einzig sinnvolle sind Einwegmasken, sagt der Gatte, aber je nun … es gibt keine.

Bei Agnes trifft geht es heute um Rituale … löst viel bei mir Ritualhasserin aus :-)  Punkt 20 Uhr hupen gerade rituell die Schiffssirenen und lösen das abendliche Applaudieren ein. Ich applaudiere rituell aber nicht. In unserer Straße applaudiert niemand. Bei „Agnes trifft“ wird die Sendereihe Alltag anders erwähnt. Kleine Szenen zu einem Thema aus verschiedenen Ländern. So was liebe ich ja. Danke dafür.

Dieses Lied habe ich den ganzen Tag schon im Kopf. Sie jetzt auch.

Danke für all Ihre lieben Kommentare! Ich hoffe, Ihr Tag war erträglich. Ich weiß von so vielen kranken Menschen, die quasi eine Quarantäne in der Quarantäne erleben und zusätzlich Schmerzen haben. Es ist ein Elend. Seien Sie behütet. Und alle andern auch, klar. Bleiben Sie alle so gesund und munter wie Sie können, und bis morgen! 

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